AU-Regelung bei Zahlung von Krankengeld

AU-Regelung bei Zahlung von Krankengeld

Damit Patienten von ihrer Krankenkasse Krankengeld bekommen, müssen sie den Zeitraum ihrer Arbeitsunfähigkeit (AU) lückenlos nachweisen. Dafür ist der Zeitpunkt entscheidend, an dem der Arzt die Arbeitsunfähigkeit feststellt. Dies muss spätestens an dem Tag erfolgen, bis zu dem die bereits ausgestellte Krankschreibung gilt. Nach Auskunft des Bundesversicherungsamtes haben Patienten häufig Schwierigkeiten, ihren Anspruch auf Krankengeld gegenüber ihrer Krankenkasse geltend zu machen. Oft fehlt ihnen der Nachweis für einen Tag. Das Problem: Der Anspruch auf Krankengeld beginnt laut Gesetz erst an dem Tag, der auf den Tag der ärztlichen AU-Feststellung folgt. Die Krankenkassen prüfen den Anspruch des Versicherten anhand der einzelnen ärztlichen Bescheinigungen. Dabei gewähren sie das Krankengeld abschnittsweise immer nur für die Zeit, die der Arzt bescheinigt. Endet die AU-Bescheinigung, endet der Anspruch auf Krankengeld. Patienten, die nach der meist sechswöchigen Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber Krankengeld erhalten, sind verpflichtet, ihre AU lückenlos nachzuweisen. Anderenfalls können sie ihren Anspruch auf Krankengeld verlieren. Informiert ein Arzt seinen Patienten falsch und gibt ihm zum Beispiel falsche Auskünfte, wann er eine Folgebescheinigung benötigt, kann der Patient Schadensersatzansprüche stellen.

Beispiele für eine lückenlose AU-Bescheinigung:
Gilt eine AU-Bescheinigung zum Beispiel bis Dienstag, muss sich der Patient für eine Fortzahlung des Krankengeldes spätestens an diesem Dienstag erneut beim Vertragsarzt vorstellen und sich eine Folgebescheinigung ausstellen lassen. Dann erhält er ab Mittwoch weiterhin Krankengeld.

Dies gilt auch für eine Arbeitsunfähigkeit, die am Wochenende endet. Nach einem Urteil des Bundessozialgerichtes vom 4. März 2014 sind die Versicherten verpflichtet, sich bereits am Freitag vor dem Wochenende eine Folgebescheinigung ausstellen zu lassen. Kommen die Versicherten dieser Verpflichtung nicht nach, gelten sie als gesund und haben keinen Anspruch auf Krankengeld.

(Quelle: Patienten-Newsletter der KV Nordrhein, Juni 2014)