Psychosomatische Therapie (stationär)

Hallo zusammen,
ich würde gerne wissen, wer von Euch schon eine stationäre psychosomatische Therapie gemacht hat.

Wenn ja, dann interessiert mich wo, wie lange und vor Allem, was ich mir darunter vorstellen muss. Was habt Ihr da so gemacht und erlebt und was war das Ergebnis? Hat es Euch in irgendeiner Form geholfen? Und ganz wichtig: hat es Eurer Hand / Eurem Fuß etwas gebracht?

Herzlichen Dank im Voraus für Eure Antworten…

Ich wünsche eine schmerzarme Zeit.
Stefan

Elektrostimulation

Im Bereich der Elektrostimulation gibt es bereits mehrere neue Methoden, die hier kurz vorgestellt werden:

SCS – Spinal Cord Stimulation

Hierbei werden rückenmarksnah aber im Abstand zu den Nerven dünne Elektroden implantiert. Vorher erhält der Patient natürlich eine lokale Betäubung. Die Elektrode wird anschließend an ein externe Neurostimulationsgerät angeschlossen. Während einer Testphase von etwa einer Woche kann der Patient testen, wie und ob diese Elektroimpulse erfolgreich gegen den Schmerz helfen. Nach der Testphase wird der Neurostimulator mr-sichere-implantierbare-herzschrittmacher-70691-3019439dauerhaft unter der Bauchdecke implantiert.Die Elektroimpulse maskieren von nun an so den Schmerz, dass der Patient höchstens noch ein leichtes angenehmes Kribbeln an der Schmerzstelle verspürt. Die Akkus des implantierten Neurostimulators werden eine Laufzeit von mehreren Jahren gewährleisten. Alternativ gibt es auch Neurostimulatoren die über das externe Steurgerät geladen werden können.

Externer Bericht zur modernen Schmerztherapie: Neurostimulation

DRG – Neurostimulation

Beim sogenannten Axium™-Neurostimulator wir die implantierte Sonde in das Spinalgangion implantiert, was eine Abzweigung des Rückenmarks bezeichnet. Hier hat sich in jahrelanger Forschung gezeigt, dass die Spinalganglien Schmerzsignale regulieren kann, bevor sie an das Rückenmark und das Gehirn weitergeleitet werden. So können auch bisher schwer zu erreichenden Bereiche, wie Unterschenkel und Fuß, schmerzarm oder sogar schmerzfrei gemacht werden. Im Unterschied zum herkömmlichen SCS-System sind beim Axium™-Neurostimulator die Elektroden unempfindlicher gegen Bewegungen (Stehen, Sitzen, Liegen des Patienten), da sie näher am Zielbereich platziert werden können und so die Schmerzstimulation besser fokussiert werden kann.

Externer Bericht zur DRG-Stimulation

Pasha-Sonde – Gepulste Hochfrequenzstrombehandlung mit Multifunktionselektrode

eine knapp 1,4 Millimeter dicke, flexible Elektrode soll besser gegen chronische Schmerzen helfen, wenn bereits andere Methoden keine ausreichende Linderung brachten und neuropathische Schmerzen gezielter lindern und manchmal sogar ausschalten können. Unter Lokalanästhesie und Röntgenkontrolle wird dieser flexible Katheter über eine Kanüle in den Epiduralraum eingeführt und nach Anschluss an einen Generator durch vorsichtige Stimulationen die betroffenen Nervenwurzeln herausgefunden. Die schmerzverursachenden Nervenbahnen werden anschließend durch gepulste Radiofrequenztherapie behandelt. Das Verfahren fällt daher unter die sogenannte „Nervenmodulation“.

Externer Bericht zur Pasha-Sonde „Strom hilft gegen chronische Schmerzen“

Quellen: siehe Links und bremen.sudeckselbsthilfe.eu

Präaffolta

Aus dem bekannten Konzept von Felice Affolter, schweizer Psychologin und Psychotherapeutin, wurde die sogenannte Präaffolta auch als wirksame Therpieform bei Morbus Sudeck / CRPS entdeckt.

Das Affolter-Konzept wird auch „Geführte Interaktionstherapie“ genannt und gehört mittlerweise zu den wichtigsten therapeutischen Ansätzen in der Arbeit mit schwer wahrnehmungsgestörten Patienten, zB auch Wachkomapatienten.

Diese Therapie ermöglicht es, dem Betroffenen praktisch und alltagsbezogen zu lernen. Bei gestörter Wahrnehmung kann man durch gezieltes Führen an Händen und Körper während alltäglicher Geschehnisse, zur Verbesserung der gespürten Informationssuche beitragen. Führen bedeutet, dass der Therapeut mit dem Körper des Patienten Handlungen so ausführt, dass gemeinsame Beziehungen zwischen Patient und Umwelt hergestellt werden.

Durch die geführten Interaktionsverfahrungen werden motorische, kognitive und emotionale Leistungen gefördert, dadurch alltägliche Handlungsabläufe wieder erfahren, begriffen, spürbar, vertrauter und selbständiger. Der Therapeut steht hinter dem Betroffenen (wenn stehen nicht möglich ist wird im Stehgerät (Standing) gearbeitet) und führt seine Hände bei einer alltäglichen Geschehniss (wie z. B. Apfel schälen, Zähne putzen usw.,..) und spricht dabei nicht. (Bei Schwerbetroffenen wird vor der eigentlichen Behandlung das Konzept des Präaffolter (Rhythmisches Wahrhnehmen des Körpers durch den Therapeuten) angewandt).

Die wahrnehmungsgestörten und hirngeschädigten Kinder und Erwachsenen können so anhand von „problemlösenden Alltagssituationen“ (bei motorisch nicht so stark betroffen Patienten: Kaffe kochen, staubsaugen,..) Erfahrungen und Sicherheit über ihre Umwelt sammeln, die unterschiedlichsten Widerstände und ihre Veränderungen ertasten, berühren, loslassen, selbst Wirkungen erzielen, Ursachen verstehen, und lernen und sich in neuen Situationen zurechtzufinden.

Dirk-Stefan Droste: Mein Physiotherapeut hat mir diese Therapie bei mir im Rahmen der Krankengymnastik vorgestellt. Er hat mich dafür, angefangen am Oberschenkel, mit beiden Händen angefasst und einen leichten Druck ausgeübt, bis er irgendeine Reaktion von mir erkennen konnte. Das war eine Bewegung, ein Zucken, ein Atemzug oder eine Änderung der Atmung oder auch andere kleine diverse Änderung. Und in diesem Moment hat er dann die Griffposition geändert. Nach dieser kurzen Behandlung habe ich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder sagen können: „Ja, ich spüre die Hand an meinem Oberschenkel. Und nicht nur einfach, daß er mein Bein festhält.“

Medikamentöse Behandlung

Typisch für eine CRPS-Erkrankung ist ein über Wochen und Monate bestehender Dauerschmerz, weshalb zur Therapie einer wirksamen Schmerzbekämpfung, auch eine Medikamentöse Behandlung gehört.

Diese Therapie ist deshalb wichtig, weil die Dauerschmerzen die Seele (Psyche) belasten – dies birgt das Risiko, dass der Schmerz langwierig (chronisch) verläuft.

Die medikamentöse CRPS-Behandlung hat den Zweck, den Schmerz-Kreislauf zu unterbrechen.

Welche Schmerzmittel hierzu am besten geeignet sind, hängt von der Art des Schmerzes ab:

  • Gegen Dauerschmerz in Zusammenhang mit Entzündungen helfen nicht-steroidale Antirheumatika.
  • Bei Dauerschmerz ohne Entzündung sind synthetische Morphinderivate wie Tramadol zu empfehlen
  • Gegen Dauerschmerz und Schlafstörungen kommen Antidepressiva zum Einsatz.
  • Sehr starke Schmerzen, die auf andere Mittel nicht ansprechen, lassen sich durch Opioide behandeln.
  • Bei Schmerzen, die durch eine Störung des Sympathikus (= ein Teil des nicht vom Willen beeinflussbaren Nervensystems) bedingt sind, helfen Clonidin-Pflaster, die eine Hemmung des sympathischen Nervensystems bewirken.
  • Gegen Muskelkrämpfe sollte Clonazepam (krampflösendes Mittel) oder Baclofen (muskelentspannendes Mittel) eingesetzt werden.

Jeder CRPS-Patient hat schon die eine oder andere Behandlungs-Odyssee mit diversen Medikamenten hinter sich. Daher kann es hier nur ein Auszug der angewandten Medikamente sein und sollte immer weiter ergänzt werden.

Amitriptylin ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der trizyklischen Antidepressiva, der in erster Linie zur Behandlung von Depressionen und zur langfristigen Schmerzbehandlung eingesetzt wird. Er ist bekannt als Verursacher von Gewichtszunahmen.

Clonidin ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Imidazoline. Es wird als Arzneistoff zur Behandlung der arteriellen Hypertonie (Bluthochdruck), unterstützend während Narkosen und bei der Dämpfung von Entzugserscheinungen eingesetzt. Clonidin ist ein α2-Adrenozeptor-Agonist. Clonidin kann oral – als Tablette oder Kapsel – bzw. intravenös, intramuskulär oder subkutan verabreicht werden.

Cymbalta (Duloxetin) ist ein chiraler Arzneistoff aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI) und wird in der Behandlung von Depressionen, generalisierten Angststörungen, diabetischer Polyneuropathie und Harninkontinenz eingesetzt. In den Studien wurden neben den psychischen Beschwerden auch begleitende körperliche Symptome (zum Beispiel Schmerzen) gelindert. Der analgetische Effekt bei Schmerzsymptomen in Verbindung mit Depression ist nach einer neueren Metaanalyse allerdings sehr gering.

Fosavance ist eine Tablette mit den zwei arzneilich wirksamen Bestandteilen Alendronsäure (oft als Alendronat bezeichnet) und Colecalciferol, welches auch unter dem Namen Vitamin D3 bekannt ist. Alendronat gehört zu einer bestimmten Gruppe von nicht hormonellen Arzneimitteln, den Bisphosphonaten. Alendronat verhindert den Verlust an Knochensubstanz. Vitamin D ist ein lebenswichtiger Nährstoff, der für die Calcium-Aufnahme und gesunde Knochen erforderlich ist. Ihr Arzt hat Ihnen Fosavance zur Behandlung der Osteoporose, bei der sich die Knochendichte verringert, wodurch die Belastbarkeit der Knochen sinkt.

Ibuprofen ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika, der zur Behandlung von Schmerzen, Entzündungen und Fieber eingesetzt wird. Chemisch gehört es in die Gruppe der Arylpropionsäuren.

 

L-Polamidon (Methadon) ist ein vollsynthetisch hergestelltes Opioid mit starker schmerzstillender Wirksamkeit, etwa viermal so stark wir Morphium. Es hat als Heroin-Ersatzstoff im Rahmen von Substitutionsprogrammen seine Wirksamkeit bewiesen. Es wurde als Polamidon als stark wirkendes Schmerzmittel selbst auf den Markt gebracht.

Lyrica (Pregabalin) ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Antikonvulsiva. Zugelassen ist es in Deutschland seit 2004 zur Behandlung von neuropathischen Schmerzen, der Epilepsie und bei generalisierten Angststörungen.

Morphin (ehemals Morphium) ist ein Haupt-Alkaloid des Opiums und zählt damit zu den Opiaten bzw. Opioiden. Es wird in der Medizin als eines der stärksten bekannten natürlichen Schmerzmittel (Analgetikum) eingesetzt.

Naloxon ist ein Opioid-Antagonist und gehört mit Naltrexon zu den reinen Opioidantagonisten. Damit heben sie die Wirkungen, die durch Opiate und Opioide verursacht werden, teilweise oder ganz auf. Naloxon ist für den Humangebrauch als Arzneistoff zugelassen. Es hat eine Wirkdauer von etwa zwei Stunden und wirkt damit kürzer als die meisten Opiate und Opioide. Um einem Rebound-Effekt vorzubeugen, muss es gegebenenfalls repetitiv bzw. zur intravenösen Gabe zusätzlich intramuskulär verabreicht werden.

Oxycodon ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Opioide, der als Schmerzmittel bei starken Schmerzen angewendet wird. Die Substanz wurde in Deutschland bisher nicht häufig verwendet, was sich aber langsam und stetig ändert. Immer mehr Schmerzpatienten werden von anderen Opioiden und Opiaten wie etwa Morphin auf diese, nach Angaben des Herstellers nebenwirkungsärmere, Substanz umgestellt. Studien, die den Kriterien der evidenz-basierten Medizin entsprechen und die Behauptung hinsichtlich geringerer Nebenwirkungen stützen, gibt es aber nicht.

Palexia (Tapentadol) ist ein Arzneistoff, der in der Behandlung von Schmerzen als (Opioid-)Analgetikum eingesetzt wird. Es besitzt – wie alle Opioidanalgetika – ein Sucht- und Abhängigkeitspotenzial und unterliegt betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) in Deutschland empfiehlt, es nur bei Patienten mit schweren nicht tumorbedingten chronischen Schmerzen einzusetzen, bei denen retardiertes Morphin zu keiner ausreichenden Schmerzkontrolle führt oder nicht vertragen wird.

Piritramid ist ein synthetisches Opioid, das als Arzneistoff (Analgetikum) Verwendung findet. Es wird in der postoperativen und palliativen Schmerztherapie für die Behandlung mäßiger bis starker Schmerzen eingesetzt.  Es ist in Deutschland das meist verwandte Opioid in der postoperativen Phase.

Prednisolon, früher auch Metacortandralon oder Deltahydrocortison genannt, ist ein synthetisches Glucocorticoid. Prednisolon ist ein aktiver Metabolit des Prednison und ausserdem bekannt für eine Gewichtszunahme als Nebenursache .

Tilidin ist ein schmerzstillend wirksamer Arzneistoff aus der Gruppe der Opioide.
Die synthetisch hergestellte Substanz wird für die Behandlung starker und sehr starker Schmerzen eingesetzt. Bisher wurde Tilidin als Tropfen verabreicht, fällt aber neuerding unter das BTM-Gesetz. Heutzutage werden fast nur noch Retardtabletten verschrieben.

Tramadol ist ein vollsynthetischer Arzneistoff aus der Gruppe der Opioide und wird zur Behandlung mäßig starker bis starker Schmerzen verwendet. Entwickelt wurde die Substanz von der Grünenthal GmbH, die es 1977 als Arzneimittel unter dem Namen Tramal auf den Markt brachte.