Neuer Schwerbehindertenausweis

Neuer Schwerbehindertenausweis (SBA) im Scheckkartenformat

sba_neu_vornSeit dem 1. Januar 2013 wird der neue, handliche SBA im Scheckkartenformat ausgegeben. Die Einführung erfolgt schrittweise, spätestens bis zum Jahr 2015 müssen alle Bundesländer mitmachen.
Jeder Mensch, der einen Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 bescheinigt bekommt, gilt nach dem IX. Sozialgesetzbuch als schwerbehindert. Maßgeblich für die Feststellung des Versorgungsamtes (oder Abteilung der Stadtverwaltung wie zum Beispiel in Köln) ist, ob der Betroffene für mindestens sechs Monate eine dauerhafte körperliche, geistige oder seelische Beeinträchtigung hat, die sich auf das tägliche Leben auswirkt. An diesen Bestimmungen hat sich nichts geändert.

Neu ist hingegen der SBA, den Betroffene in Zukunft erhalten werden. Bislang handelte es sich beim dem Dokument um einen unhandlichen 13,5 Zentimeter langen und 9,5 Zentimeter großen Streifen aus Papier, der mit der Hand ausgefüllt wird, der ein aufgenietetes Passbild enthält und der sehr schnell verdreckt oder sonst wie leidet, wenn man ihn im Portemonnaie oder in der Brieftasche mit sich führt. Der neue SBA hingegen wird als Scheckkarte ausgestellt, bekannt auch vom neuen Führerschein, vom Personalausweis oder von Bank. und Kreditkarten. Der neue SBA wird daher haltbarer und einfacher in der Mitführung.

Eine weitere Neuerung beim neuen SBA ist der Nachweis der Schwerbehinderung erstmals in englischer Sprache. Zwar bekommt der Ausweisinhaber dadurch keine unmittelbare Rechte im Ausland, jedoch hilft die Mehrsprachigkeit des Ausweises, in verschiedenen Situationen besser zu kommunizieren und eventuelle Vergünstigungen bewilligt zu bekommen. Damit auch sehbehinderte Menschen den neuen Ausweis neben anderen Karten in der Brieftasche unterscheiden kann, ist auf dem neuen SBA die Buchstabenfolge „sch-b-a“ in Braillerschrift aufgebracht.

Der neue SBA enthält selbstverständlich die gleichen Informationen, wie der alte SBA, so auch die orange-grüne Farbgebung denen des alten Dokuments. Weiterhin ist auch das Passbild des Ausweisinhabers abgebildet, welches aber sba_neu_hintennicht mehr genietet oder geklebt, sondern auf den SBA gedruckt wird. Weiterhin sind Name, Geschäftszeichen und Gültigkeit des SBA und gegebenenfalls die Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitperson vermerkt. Auf der Rückseite der Karte befinden sich Angaben zur Behinderungsart und mögliche Merkzeichen, der Grad der Behinderung (GDB), die Daten des behinderten Menschen (Name, Geburtsdatum) sowie die ausstellende Behörde und nochmals das Geschäftszeichen. Künftig können auf der Rückseite des Schwerbehindertenausweises auch Sondervermerke nach Landesrecht in den für Merkzeichen vorgesehenen Feldern vermerkt werden.

Durch die Einführung des neuen SBA im Scheckkartenformat behlaten die alten Ausweise selbstverständlich weiterhin ihre Gültigkeit und einen Zwang zum Umtausch besteht nicht. Allerdings gibt es keine Verlängerungen oder Änderungen der alten Ausweise mehr; es wird dann automatisch ein neuer Ausweis ausgestellt (zum Beispiel bei Änderung des GDB oder beim Auslaufen der Gültigkeit). Eventuelle Feststellungsvermerke, ob eine Behinderung oder ein bestimmter Grad der Behinderung bereits zu einem früheren Zeitpunkt vorgelegen haben, werden in dem neuen SBA nicht mehr vermerkt. Daher ist bei Bedarf der vorherige Feststellungsbescheid als Nachweis vorzeigen.

antrag_sbaDer Zeitpunkt der Einführung des neuen Scheckkartenausweise ist jedem Bundesland selbst überlassen. Der Beginn war am und die Einführung muss bis spätestens 1. Januar 2015 abgeschlossen sein. Jeder Ausweisinhaber wird von seiner zuständigen Behörde schriftlich darüber informiert, ab wann das neue Dokument erhältlich ist. Jeder Betroffene kann dann einen Antrag auf Umtausch beziehungsweise Ausstellung eines neuen SBA im Scheckkartenformat stellen.

Das Beiblatt zu Ausweis mit der gültigen Wertmarke,um kostenlos im öffentlichen Nahverkehr zu fahren, wird auch weiterhin benötigt aber wird ebenfalls auf Scheckkartengröße verkleinert. Da das Beiblatt jeweils nach einem Jahr seine Gültigkeit verliert, wird es weiterhin aus Papier ausgestellt. Nach Zahlung der Gebühren, den Eigenanteil an der Beförderung, erhält der Ausweisinhaber ein neues Beiblatt, welches zukünftig nicht mehr so leicht gefälscht werden kann, weil es ein bundeseinheitliches Hologramm trägt.

Der neue Schwerbehindertenausweis im Überblick

 Wissenswertes rund um Merkzeichen, Grad der Behinderung, SBA, Erwerbsminderungsrente etc.

Nachgang zum ersten Gruppentreffen in Köln am 31.1.2014

Ich möchte kurz von unserem ersten Gruppentreffen in Köln berichten. Es war eine kleine Runde von sechs Personen – ich muß sagen, ich war ein klein wenig traurig, dass es nicht mehr waren. Abgesagt haben auch nur zwei. Daher gab es einige, die es nicht einmal für nötig befunden haben, abzusagen.Aber trotzdem gibt es Positives berichten, zumal wir bunt gemischt waren von Hand- und Fuß-Betroffenen. Ich hatte sogar noch kurzfristig einen Fachgast einladen können: Carsten Hillebrand, Physiotherapeut aus Köln, der schon seit der Jahrtausendwende Sudeckpatienten behandelt. Themen waren Schwerbehindertenausweis, Grad der Behinderung (GDB) und Merkzeichen. Hier wird leider oft sehr unterschiedlich und nachteilig von den Behörden entschieden. Hilfreich kann hier der VDK sein, der in der Vertretung chronisch Erkrankter gute Unterstützung leistet.
Carsten hielt ein kleines Referat, wie sich die Sudeckbehandlung über die Jahre verändert hat. Noch bis vor Kurzem (1-2 Jahre) durften die Patienten nie über ihren Sudeck informiert werden. Heute dagegen soll man eher aggressiv damit umgehen und den Patienten die ganze Wahrheit sagen. Aber was kann hier die Begründung sein? Ist es wie in der Krebsbehandlung? Dort wird auch nicht vom „Krebs“ gesprochen…
Weiterin gab es das Thema multimodale/interdisziplinäre Behandlung/Versorgung. Eine Frage in die Runde zeigte, dass es eher selten dazu kommt, obwohl die Leitlinie als Behandlung Nummer 1 davon spricht. Leider behandelt meist der Orthopäde für sich selbst, man sieht vielleicht ab und an einen Schmerztherapeuten, der sein Glück versucht, und man geht zur Physiotherapie und oder auch zur Ergotherapie. Die Therapeuten sehen in die Karte, wenn man kommt, macht 45 Minuten eine Behandlung nach Leitlinie und dann wird man wieder entlassen, als Patient Nr. xxx. Und beim nchsten Mal gehts mit dem Leitlinienprogramm weiter. Hier macht sich niemand mal einen Gedanken, was für diesen Patienten genau am besten passt und ob auch vielleicht zu Hause bis zum nächsten Termin etwas getan werden kann, quasi Hausaufgaben. Wir haben später nochmal über die Psychotherapie separat gesprochen, aber die gehört auch als wichtiger Teil zur multimodalen Behandlung. Zum einen weil der Sudeck doch auch eine Kopfsache ist und weil man manchmal nicht mehr weiss, wie man mit dem Schmerz und der Krankheit umgehen soll. Aber alle bestätigten, dass jeder so sein eigenes Ding macht. Ich kann selbst von meinen Physio- und Ergotherapeuten positiv sprechen, weil die sich auch einen Gedanken um meinen speziellen Sudeck machen und mir so eine ganz spezielle Therapie zukommen lassen. Zur Psychotherapie befragt, kam auch nur meist heraus, dass es auch eine Kostenfrage ist. Nicht jeder kann es selbst bezahlen, oder auch nicht die Kostenerstattung nutzen. Und es ist oft schwierig, überhaupt einen geeigneten Psychotherapeuten zu finden und die Chemie muss ja auch noch stimmen. Daher lassen viele es dann ganz sein, oder suchen sich tot und rufen shcon mal 60 Therapeuten an, um dann doch keinen zu finden….
Zum Organisatorischen konnte ich nochmal die Terminplanung im Wechsel mit Bremen vorstellen, auch wenn es für manchen aus dem Süden doch weiter ist bis Bremen. Dafür wurde die NRW-Gruppe gelohnt, weil es jetzt nicht mehr so weit ist. Weiterhin wurde der CRPS-SOS-Ausweis vorgestellt, und die Pläne zum bundesweiten SudeckSelbsthilfeNetzwerk wurden kurz angesprochen.
Nach dem Treffen haben wir dann alle gemeinsam noch die kleine Entfernung von 500 Metern zu Fuß, auf Krücken oder im Rolli aufgenommen, und sind im MyIndigo eingekehert, einer neuen interessanten Restaurantsidee: hier ist alles frisch, man stellt sich selbst etwas zusammen (Nudeln, Reis, Suppen, Salate, Sushi, Desserts) und kombiniert nach eigenen Wünschen. Und die Preise sind sehr moderat niedrig. ich glaube, das kann eine dauerhafte Location für uns werden….

Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis

Was die Zeichen G, aG, B, H, BL, 1. Kl., GL, RF und T bedeuten

Auf dieser Seite bekommt man einen ersten Überblick über die Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis. Außerdem werden die Nachteilsausgleiche aufgezeigt, die man beantragen kann, wenn die Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis eingetragen sind.

Weitere Informationen zu den Nachteilsausgleichen findet man auf speziellen Seiten der jeweiligen Stadtverwaltung.

Bitte beachte, dass die Informationen auf diesen Seiten eine persönliche Beratung nicht ersetzen können.

Merkzeichen G
Dieses Merkzeichen erhält man im Schwerbehindertenausweis, wenn man gehbehindert ist. Das bedeutet, dass man nur noch kurze Wege laufen kann.
Dies kann auch bei einer Beeinträchtigung durch erkrankte innere Organe, einem Anfallsleiden oder wenn die Fähigkeit sich zu orientieren gestört ist, der Fall sein.
Mit dem Merkzeichen G kann man folgende Nachteilsausgleiche beantragen:

  • Beiblatt mit Wertmarke zur kostenlosen Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln gegen Zahlung eines Eigenanteils

Merkzeichen aG
Voraussetzung für dieses Merkzeichen ist eine außergewöhnliche Gehbehinderung. Damit ist gemeint, dass man sich außerhalb eines Autos nur mit großer Anstrengung oder fremder Hilfe bewegen kann. Dies gilt bei Lähmungen der Beine, Amputationen an beiden Beinen sowie schweren Herzschäden und Erkrankungen der Atemwege.

Mit dem Merkzeichen aG kann man folgende Nachteilsausgleiche beantragen:

  • Mobiltätshilfe
  • Beiblatt mit Wertmarke zur kostenlosen Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel gegen Zahlung eines Eigenanteils
  • Parkausweis für öffentliche Behindertenparkplätze
  • Einrichtung eines persönlichen Behindertenparkplatzes
  • Kraftfahrzeugsteuerbefreiung
  • Fahrten mit dem Auto in der Umweltzone ohne gültige Plakette
  • steuerliche Absetzbarkeit von Fahrkosten

Merkzeichen B
Wenn man regelmäßig auf eine Begleitperson angewiesen ist, kann man das Merkzeichen „B“ im Schwerbehindertenausweis beantragen. Dieses bekommt man, wenn man

  • querschnittgelähmt ist
  • beide Hände nicht nutzen kann
  • erblindet oder stark sehbehindert ist
  • geistig behindert ist
  • anfallskrank ist
  • stark schwerhörig oder ertaubt ist oder eine an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit hat und im Schwerbehindertenausweis deshalb das Merkzeichen „G“ eingetragen wurde.

Mit dem Merkzeichen „B“ können Sie folgende Nachteilsausgleiche beantragen:

  • kostenlose Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln für eine Begleitperson
  • Ermäßigungen bei Eintrittsgeldern für eine Begleitperson
  • steuerliche Absetzbarkeit von Reisekosten, die durch eine Begleitperson entstanden sind

Merkzeichen H
Dieses Merkzeichen erhalten Sie, wenn man dauerhaft fremde Hilfe für alltägliche Tätigkeiten braucht. Das Merkzeichen „H“ ist deshalb die Abkürzung für hilflos. Zu den Menschen mit Behinderungen, die als hilflos gelten, gehören:

  • Blinde und hochgradig Sehbehinderte
  • Querschnittsgelähmte
  • Menschen die von Armen/Händen und Beinen/Füßen mindestens zwei nicht nutzen können
  • Hirngeschädigte, Anfallskranke und Menschen mit geistiger Behinderung, wenn der Grad der Behinderung mit 100 Prozent bewertet wurde.

Mit dem Merkzeichen „H“ kann man folgende Nachteilsausgleiche beantragen:

  • Beiblatt mit Wertmarke zur kostenlosen Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ohne Zahlung eines Eigenanteils
  • Kraftfahrzeugsteuerbefreiung
  • Parkerleichterung durch Ausnahmegenehmigung
  • steuerliche Absetzbarkeit von Fahrkosten

Außerdem kann es sein, dass man Anspruch auf Leistungen zur häuslichen Pflege habt. Das Merkzeichen „H“ ist hierfür aber keine Voraussetzung.

Merkzeichen BL
Dieses Merkzeichen erhalten Blinde in ihrem Schwerbehindertenausweis. Auch als stark Sehbehinderter kann man es bekommen, wenn man auf dem besseren Auge nicht mehr als 2 Prozent sehen kann. Damit kann man Hilfen bekommen, um sich in fremder Umgebung zurecht zu finden.

Mit dem Merkzeichen „BL“ kann man folgende Nachteilsausgleiche beantragen:

  • Beiblatt mit Wertmarke zur kostenlosen Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ohne Zahlung eines Eigenanteils
  • Kraftfahrzeugsteuerbefreiung
  • Parkausweis für öffentliche Behindertenparkplätze
  • Einrichtung eines persönlichen Behindertenparkplatzes
  • Fahrten mit dem Auto in der Umweltzone ohne gültige Plakette
  • erhöhter Freibetrag bei der Einkommenssteuer
  • Rundfunkbeitragsbefreiung, nur wenn gleichzeitig das Merkzeichen GL eingetragen ist
  • Sozialtarif für einen Telefonanschluss der Deutschen Telekom AG

Wenn einem das Merkzeichen „BL“ zuerkannt wurde, wird man zu dem Personenkreis gehören, dessen Anträge auf Blindengeld Aussicht auf Genehmigung haben. Das Merkzeichen „BL“ ist hierfür jedoch keine Voraussetzung.

Merkzeichen GL
Das „GL“ wird im Ausweis eingetragen, wenn man gehörlos ist. Man erhält es aber auch als Schwerhöriger, wenn die Lautsprache nur schwer verständlich ist.

Mit dem Merkzeichen „GL“ kann man folgende Nachteilsausgleiche beantragen:

  • Beiblatt mit Wertmarke zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel gegen Zahlung eines Eigenanteils
  • oder eine Ermäßigung der Kraftfahrzeugsteuer
  • Rundfunkbeitragsbefreiung, nur wenn gleichzeitig das Merkzeichen BL eingetragen ist
  • Sozialtarif für einen Telefonanschluss der Deutschen Telekom AG

Außerdem kann man Gehörlosenhilfe beantragen. Das Merkzeichen „GL“ ist hierfür aber keine Voraussetzung.

Merkzeichen 1. Kl.
Mit diesem Merkzeichen werden einem bei Bahnreisen die Leistungen der 1. Wagenklasse mit einem Fahrschein für die 2. Wagenklasse gewährt.

Diesen Nachteilsausgleich erhalten nur Menschen mit Behinderungen, die als Schwerkriegsbeschädigte oder Verfolgte Ansprüche im Sinne des Bundesentschädigungsgesetzes haben.

Merkzeichen RF
Das Merkzeichen ist die Abkürzung für Rundfunkbeitrag. Der mögliche Nachteilsausgleich erfolgt in Form einer Ermäßigung des Rundfunkbeitrags, die auf Antrag vom Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio gewährt wird. Außerdem ist dieses Merkzeichen die Voraussetzung für den Sozialtarif eines Telefonanschlusses bei der Deutschen Telekom AG.

Wenn es einem durch Ihre Behinderung schwer fällt, öffentliche Veranstaltungen zu besuchen, kann man das Merkzeichen „RF“ erhalten. Hierfür ist jedoch Voraussetzung, dass technische Hilfen oder eine Begleitperson keine wesentliche Erleichterung sind.

Hierzu zählen:

  • Blinde und Sehbehinderte, die nur für die Sehbehinderung einen Grad der Behinderung von mindestens 60 Prozent erhalten haben
  • Gehörlose und Schwerhörige, denen auch mit Hörhilfen eine ausreichende Verständigung nicht möglich ist
  • Menschen, die einen Grad der Behinderung von mindestens 80 Prozent haben und wegen ihrer Behinderung an öffentlichen Veranstaltungen ständig nicht teilnehmen können

Merkzeichen T
Das Merkzeichen „T“ berechtigt zum Beispiel in Berlin zur Benutzung des „Sonderfahrdienstes“ für Menschen mit Behinderungen.