Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis

Was die Zeichen G, aG, B, H, BL, 1. Kl., GL, RF und T bedeuten

Auf dieser Seite bekommt man einen ersten Überblick über die Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis. Außerdem werden die Nachteilsausgleiche aufgezeigt, die man beantragen kann, wenn die Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis eingetragen sind.

Weitere Informationen zu den Nachteilsausgleichen findet man auf speziellen Seiten der jeweiligen Stadtverwaltung.

Bitte beachte, dass die Informationen auf diesen Seiten eine persönliche Beratung nicht ersetzen können.

Merkzeichen G
Dieses Merkzeichen erhält man im Schwerbehindertenausweis, wenn man gehbehindert ist. Das bedeutet, dass man nur noch kurze Wege laufen kann.
Dies kann auch bei einer Beeinträchtigung durch erkrankte innere Organe, einem Anfallsleiden oder wenn die Fähigkeit sich zu orientieren gestört ist, der Fall sein.
Mit dem Merkzeichen G kann man folgende Nachteilsausgleiche beantragen:

  • Beiblatt mit Wertmarke zur kostenlosen Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln gegen Zahlung eines Eigenanteils

Merkzeichen aG
Voraussetzung für dieses Merkzeichen ist eine außergewöhnliche Gehbehinderung. Damit ist gemeint, dass man sich außerhalb eines Autos nur mit großer Anstrengung oder fremder Hilfe bewegen kann. Dies gilt bei Lähmungen der Beine, Amputationen an beiden Beinen sowie schweren Herzschäden und Erkrankungen der Atemwege.

Mit dem Merkzeichen aG kann man folgende Nachteilsausgleiche beantragen:

  • Mobiltätshilfe
  • Beiblatt mit Wertmarke zur kostenlosen Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel gegen Zahlung eines Eigenanteils
  • Parkausweis für öffentliche Behindertenparkplätze
  • Einrichtung eines persönlichen Behindertenparkplatzes
  • Kraftfahrzeugsteuerbefreiung
  • Fahrten mit dem Auto in der Umweltzone ohne gültige Plakette
  • steuerliche Absetzbarkeit von Fahrkosten

Merkzeichen B
Wenn man regelmäßig auf eine Begleitperson angewiesen ist, kann man das Merkzeichen „B“ im Schwerbehindertenausweis beantragen. Dieses bekommt man, wenn man

  • querschnittgelähmt ist
  • beide Hände nicht nutzen kann
  • erblindet oder stark sehbehindert ist
  • geistig behindert ist
  • anfallskrank ist
  • stark schwerhörig oder ertaubt ist oder eine an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit hat und im Schwerbehindertenausweis deshalb das Merkzeichen „G“ eingetragen wurde.

Mit dem Merkzeichen „B“ können Sie folgende Nachteilsausgleiche beantragen:

  • kostenlose Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln für eine Begleitperson
  • Ermäßigungen bei Eintrittsgeldern für eine Begleitperson
  • steuerliche Absetzbarkeit von Reisekosten, die durch eine Begleitperson entstanden sind

Merkzeichen H
Dieses Merkzeichen erhalten Sie, wenn man dauerhaft fremde Hilfe für alltägliche Tätigkeiten braucht. Das Merkzeichen „H“ ist deshalb die Abkürzung für hilflos. Zu den Menschen mit Behinderungen, die als hilflos gelten, gehören:

  • Blinde und hochgradig Sehbehinderte
  • Querschnittsgelähmte
  • Menschen die von Armen/Händen und Beinen/Füßen mindestens zwei nicht nutzen können
  • Hirngeschädigte, Anfallskranke und Menschen mit geistiger Behinderung, wenn der Grad der Behinderung mit 100 Prozent bewertet wurde.

Mit dem Merkzeichen „H“ kann man folgende Nachteilsausgleiche beantragen:

  • Beiblatt mit Wertmarke zur kostenlosen Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ohne Zahlung eines Eigenanteils
  • Kraftfahrzeugsteuerbefreiung
  • Parkerleichterung durch Ausnahmegenehmigung
  • steuerliche Absetzbarkeit von Fahrkosten

Außerdem kann es sein, dass man Anspruch auf Leistungen zur häuslichen Pflege habt. Das Merkzeichen „H“ ist hierfür aber keine Voraussetzung.

Merkzeichen BL
Dieses Merkzeichen erhalten Blinde in ihrem Schwerbehindertenausweis. Auch als stark Sehbehinderter kann man es bekommen, wenn man auf dem besseren Auge nicht mehr als 2 Prozent sehen kann. Damit kann man Hilfen bekommen, um sich in fremder Umgebung zurecht zu finden.

Mit dem Merkzeichen „BL“ kann man folgende Nachteilsausgleiche beantragen:

  • Beiblatt mit Wertmarke zur kostenlosen Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ohne Zahlung eines Eigenanteils
  • Kraftfahrzeugsteuerbefreiung
  • Parkausweis für öffentliche Behindertenparkplätze
  • Einrichtung eines persönlichen Behindertenparkplatzes
  • Fahrten mit dem Auto in der Umweltzone ohne gültige Plakette
  • erhöhter Freibetrag bei der Einkommenssteuer
  • Rundfunkbeitragsbefreiung, nur wenn gleichzeitig das Merkzeichen GL eingetragen ist
  • Sozialtarif für einen Telefonanschluss der Deutschen Telekom AG

Wenn einem das Merkzeichen „BL“ zuerkannt wurde, wird man zu dem Personenkreis gehören, dessen Anträge auf Blindengeld Aussicht auf Genehmigung haben. Das Merkzeichen „BL“ ist hierfür jedoch keine Voraussetzung.

Merkzeichen GL
Das „GL“ wird im Ausweis eingetragen, wenn man gehörlos ist. Man erhält es aber auch als Schwerhöriger, wenn die Lautsprache nur schwer verständlich ist.

Mit dem Merkzeichen „GL“ kann man folgende Nachteilsausgleiche beantragen:

  • Beiblatt mit Wertmarke zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel gegen Zahlung eines Eigenanteils
  • oder eine Ermäßigung der Kraftfahrzeugsteuer
  • Rundfunkbeitragsbefreiung, nur wenn gleichzeitig das Merkzeichen BL eingetragen ist
  • Sozialtarif für einen Telefonanschluss der Deutschen Telekom AG

Außerdem kann man Gehörlosenhilfe beantragen. Das Merkzeichen „GL“ ist hierfür aber keine Voraussetzung.

Merkzeichen 1. Kl.
Mit diesem Merkzeichen werden einem bei Bahnreisen die Leistungen der 1. Wagenklasse mit einem Fahrschein für die 2. Wagenklasse gewährt.

Diesen Nachteilsausgleich erhalten nur Menschen mit Behinderungen, die als Schwerkriegsbeschädigte oder Verfolgte Ansprüche im Sinne des Bundesentschädigungsgesetzes haben.

Merkzeichen RF
Das Merkzeichen ist die Abkürzung für Rundfunkbeitrag. Der mögliche Nachteilsausgleich erfolgt in Form einer Ermäßigung des Rundfunkbeitrags, die auf Antrag vom Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio gewährt wird. Außerdem ist dieses Merkzeichen die Voraussetzung für den Sozialtarif eines Telefonanschlusses bei der Deutschen Telekom AG.

Wenn es einem durch Ihre Behinderung schwer fällt, öffentliche Veranstaltungen zu besuchen, kann man das Merkzeichen „RF“ erhalten. Hierfür ist jedoch Voraussetzung, dass technische Hilfen oder eine Begleitperson keine wesentliche Erleichterung sind.

Hierzu zählen:

  • Blinde und Sehbehinderte, die nur für die Sehbehinderung einen Grad der Behinderung von mindestens 60 Prozent erhalten haben
  • Gehörlose und Schwerhörige, denen auch mit Hörhilfen eine ausreichende Verständigung nicht möglich ist
  • Menschen, die einen Grad der Behinderung von mindestens 80 Prozent haben und wegen ihrer Behinderung an öffentlichen Veranstaltungen ständig nicht teilnehmen können

Merkzeichen T
Das Merkzeichen „T“ berechtigt zum Beispiel in Berlin zur Benutzung des „Sonderfahrdienstes“ für Menschen mit Behinderungen.

Grad der Behinderung

Mit dem „Grad der Behinderung“ (GdB) wird bewertet, wie stark die Auswirkungen einer Behinderung sind. Dabei werden geistige, seelische und soziale Nachteile berücksichtigt. Die Ursache ist bei dieser Bewertung unwichtig. Verglichen wird die gesundheitliche Einschränkung immer mit dem, was für einen Menschen ohne Behinderung normal ist. Wenn ein Kleinkind nicht laufen kann, ist das bis zu einem bestimmten Alter ganz normal. Erst wenn ein Kind so alt ist, dass es laufen können müsste, kann das Nicht-Laufen als Folge einer Behinderung bewertet werden.

Liegen mehrere Behinderungen vor, so werden diese nicht einfach zusammen gerechnet. Wenn eine Behinderung mit einem Grad von 50 und eine zweite mit einem Grad von 40 bewertet werden, ergibt sich daraus kein Grad der Behinderung von 90. In der Bewertung wird berücksichtigt, wie sich die Funktionsbeeinträchtigungen auswirken. Geprüft wird auch, wie sich mehrere Einschränkungen gegenseitig beeinflussen. Im Ergebnis kann so zum Beispiel aus Behinderungen mit einem Einzel-GdB von 50 und 40 ein Grad der Behinderung von 70 heraus kommen.

Damit die Beurteilung einer Behinderung bundesweit einheitlich ist, erfolgt die Bewertung nach der Versorgungsmedizin-Verordnung (früher: Anhaltspunkte). Die Versorgungsmedizin-Verordnung wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales erarbeitet und regelmäßig aktualisiert.

Auf den Webseiten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, kann man die Versorgungsmedizin-Verordnung herunterladen.

Die Angabe zum „Grad der Behinderung“ wird ergänzt durch einige Merkzeichen, die sich auf die Art der Beeinträchtigung oder die Nachteilsausgleiche beziehen. Hierzu geben die Webseiten Ihrer Stadt(verwaltung) ausführlich Auskunft.