AU-Bescheinigung für zwei Wochen per Telefon möglich

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24.03.2020 Praxis-Infos

Ab sofort können Ärzte Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege nach telefonischer Rücksprache eine Bescheinigung auf Arbeitsunfähigkeit (AU) für die Dauer von maximal vierzehn Tage ausstellen. Patienten müssen dafür nicht persönlich in die Arztpraxis kommen. Diese Sonderregelung gilt seit 23. März und zunächst bis 23. Juni. Über eine möglicherweise notwendige Verlängerung wird je nach Lage entschieden.

Die AU-Regelung gilt für

  • Patienten mit Erkrankungen der oberen Atemwege, die eine leichte Symptomatik zeigen
  • Patienten mit Erkrankungen der oberen Atemwege, die eine leichte Symptomatik zeigen, und bei denen außerdem ein Verdacht besteht, dass sie mit dem Virus infiziert sein könnten. 

In solchen Krankheitsfällen dürfen Ärzte nach telefonischer Anamnese eine AU-Bescheinigung für bis zu vierzehn Tage ausstellen und dem Patienten per Post zusenden.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband haben sich auf diese Übergangsregelung verständigt, um die Praxen in der gegenwärtigen Krisensituation schnell zu entlasten und das Ansteckungsrisiko über die Wartezimmer zu reduzieren.

Quelle: KV Nordrhein

Vermittlung von Terminen bei Psychotherapeuten

Vermittlung von Terminen bei Psychotherapeuten

Die Termin-Servicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein vermittelt seit dem 1. April auch Termine bei niedergelassenen Psychotherapeuten. Ergänzend zu der seit Anfang 2016 laufenden Terminvermittlung bei Fachärzten können sich gesetz- lich krankenversicherte Patienten aus dem Rheinland auch bei der Suche nach einem Termin für ein therapeutisches Erstgespräch oder zum Beginn einer Akuttherapie von der Servicestelle unterstützen lassen.

(C) Fotoolia

Zur Vermittlung eines Erstgespräches ist keine Überweisung von einem Haus- oder Facharzt erforderlich. Für die Vermittlung einer Akuttherapie muss aller- dings die Empfehlung eines Therapeuten vorliegen, die Patienten im Bedarfsfall im Rahmen des Erstgespräches erhalten. Für die Vermittlung von Facharztterminen über die Servicestelle bleibt das Vorliegen einer Überweisung – mit Ausnahme von Augen- und Frauenärzten – obligatorisch.

 

Wichtig: Die Termin-Servicestelle kann ebenso wie bei den Fachärzten keine „Wunsch-Termine“ beim „Wunsch-Therapeuten“ vermitteln – es geht allein um die Terminvermittlung auf Basis der gleichen gesetzlichen Fristen und Vorgaben.

Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein, rät Betroffenen, sich weiterhin zunächst direkt an den Therapeuten ihrer Wahl zu wenden, um einen Termin zu vereinbaren: „Als Neurologe und Psychiater weiß ich, dass das Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Therapeut für den Behandlungserfolg von großer Bedeutung ist. Die Termin-Servicestelle ist ein Angebot, das Patienten unterstützen soll, wenn die eigene Suche erfolglos bleibt.“

Die Termin-Servicestelle der KV Nordrhein ist unter 0211 5970 8990 zu folgenden Zeiten erreichbar: Mo bis Fr von 8-12 Uhr und 15-17 Uhr.

Derzeit verzeichnet die Servicestelle sehr viele Anfragen – rund 600 Anrufe gehen täglich ein. Daher kann es zu Wartezeiten beim Anrufen kommen.

Quelle: Newsletter der KV Nordrhein

KV Nordrhein gibt neue Verordnungsinfo zu Cannabis heraus

 

 

Aufgrund der Gesetztesänderung zur Erlaubnis von Cannabis bei der Behandlung von chronsischen Schmerzen einzusetzen, hat die Kassenärztliche Vereinigung eine Verodnungsinformation zu Cannabis herausgegeben.

(Quelle: Newsletter der KVNO)

PDF-Dokument, 240KB

Cannabis künftig auf Rezept

Cannabis künftig auf Rezept

06.02.2017 Verordnungsinfos

Cannabis können gesetzlich Versicherte künftig bei bestimmten Indikationen auf Rezept erhalten. Der Bundestag hat am 19. Januar 2017 die entsprechenden Gesetzesänderungen verabschiedet. Das Gesetz tritt voraussichtlich im März 2017 in Kraft.

Cannabis zu medizinischen Zwecken aus staatlich kontrolliertem Anbau wird künftig zusätzlich als verkehrs- und verschreibungsfähig im Betäubungsmittelgesetz eingestuft. Bisher galt dies nur für Cannabis, der in Zubereitungen als Fertigarzneimittel zugelassen war.

Eine Cannabisagentur beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) soll den Einkauf ausländischer Produkte sowie den Anbau inländischen Cannabis organisieren und überwachen. Cannabisblüten zu medizinischen Zwecken können Apotheken ausschließlich nach ärztlicher Verordnung abgeben. Die Höchstmenge je 30 Tage beträgt 100 g getrocknete Blüten. Krankenkassen müssen die Kosten im Regelfall erstatten.

Die gesetzliche Neuregelung schafft für Versicherte in eng begrenzten Ausnahmefällen einen Anspruch auf Versorgung mit Cannabis in Form von getrockneten Blüten oder Extrakten. Das gilt aber nur für solchen Cannabis in Form von getrockneten Blüten, der die betäubungsmittelrechtlichen sowie arzneimittel- und apothekenrechtlichen Anforderungen erfüllt und ärztlich verordnet wurde. Auch in Deutschland zugelassene Fertigarzneimittel (zum Beispiel Sativex) fallen unter diese Regelung. In denselben begrenzten Ausnahmefällen sollen Versicherte zudem einen Anspruch auf Arzneimittel mit den Wirkstoffen Dronabinol oder Nabilon (Canemes) erhalten.

Eine Verordnung von Medizinalhanf und den oben genannten Fertigarzneimitteln ist künftig möglich für Versicherte mit einer schwerwiegenden Erkrankung (zum Beispiel starken chronischen Schmerzen), wenn

  • eine allgemein anerkannte, dem medizinischen Standard entsprechende Leistung nicht zur Verfügung steht oder im Einzelfall nach der begründeten Einschätzung des behandelnden Vertragsarztes unter Abwägung der zu erwartenden Nebenwirkungen und unter Berücksichtigung des Krankheitszustandes des Versicherten nicht zur Anwendung kommen kann,
  • eine nicht ganz entfernt liegende Aussicht auf eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf oder auf schwerwiegende Symptome besteht.

Die ersten Verordnungen muss die Krankenkasse vor Therapiebeginn genehmigen; die Kasse darf sie nur in begründeten Ausnahmefällen ablehnen. Im Rahmen der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung Palliativversorgung (SAPV) muss über den Antrag innerhalb von drei Tagen entschieden werden. Der behandelnde Arzt übermittelt Daten im Rahmen einer nichtinterventionellen Begleiterhebung in anonymisierter Form an das BfArM, das nach fünf Jahren für den Gemeinsamen Bundesausschuss einen Bericht erstellt. Der Umfang der Daten wird durch Rechtsverordnung festgelegt. Wer für die Vergütung der Ärzte aufkommen soll, ist noch offen. Die KBV fordert eine eindeutige Regelung, ob die gesetzliche Krankenversicherung oder gegebenenfalls der Bund als Projektträger der Begleiterhebung für die Vergütung der Ärzte verantwortlich ist.

Welche Möglichkeiten gibt es bisher, Cannabis zu verordnen?

Cannabis-Zubereitungen können als Fertigarzneimittel in der zugelassenen Indikation zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden. Sativex-Spray (Cannabisextrakt) ist zugelassen zur Zusatzbehandlung von Spastiken bei MS-Patienten, Canemes (Nabilon) ist zugelassen für die Behandlung von chemotherapiebedingter Emesis und Nausea bei jenen Krebs-Patienten, die auf andere antiemetische Behandlungen nicht adäquat ansprechen.

Ferner ist es möglich, Dronabinol als Rezeptur zu verordnen. Dronabinol ist als Marinol in den USA zugelassen zur Behandlung von Anorexie und Kachexie bei AIDS und als Antiemetikum im Rahmen einer Krebstherapie. Da es in Deutschland keine Zulassung für das Arzneimittel gibt, muss die Behandlung mit der „off-label“-Rezeptur im Vorfeld durch die Krankenkasse genehmigt werden.

In Einzelfällen konnten Patienten eine Ausnahmeerlaubnis zum Erwerb von Medizinal-Cannabis zum Zweck der ärztlich begleiteten Selbsttherapie beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) beantragen. Derzeit haben 647 Patienten eine Ausnahmeerlaubnis. Nach Auskunft des BfArM verlieren die Ausnahmegenehmigungen innerhalb von drei Monaten nach Inkraft-Treten des Änderungsgesetzes ihre Gültigkeit. Derzeit wird von der Beantragung einer neuen Ausnahmegenehmigung abgeraten, weil die Genehmigung länger dauert, als die Umsetzung des Gesetzesentwurfs.

Dr. Holger Neye

Quelle: Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein

Änderung der AU-Richtlinie: Neuregelung Krankengeld und Rückdatierung AU-Bescheinigung

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08.01.2016
Praxisinfos

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 17. Dezember 2015 die Änderung der Arbeitsunfähigkeitsrichtlinie zum 1. Januar 2016 beschlossen, die nach Nichtbeanstandung des Bundesministeriums für Gesundheit und Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft treten wird. Wir informieren Sie, wenn die Änderung der Richtlinie bestätigt ist.

Neuregelung Krankengeld
Laut GKV-Versorgungsstärkungsgesetz vom 23. Juli 2015 bleibt der Anspruch auf Krankengeld erhalten, wenn nach dem Ende der ärztlich festgestellten Arbeitsunfähigkeit (AU) deren Fortdauer wegen derselben Krankheit erst am nächsten Arbeitstag, der ein Werktag ist, ärztlich festgestellt wird. Endet die AU an einem Freitag, muss der Patient den Arzt für eine Folgebescheinigung erst wieder am Montag aufsuchen, da Samstage nicht als Werktage gezählt werden.
Hiermit werden die Probleme gelöst, die sich in der Praxis bei der verspäteten Ausstellung von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (Folgebescheinigungen) in der Vergangenheit ergaben. Bisher mussten die Patienten die Fortdauer der Arbeitsunfähigkeit spätestens am Tag des Ablaufs der bisher attestierten Arbeitsunfähigkeit erneut ärztlich feststellen lassen. Der Beschluss des G-BA verankert diese Regelung nun auch in der AU-Richtlinie.

Rückdatierung der Arbeitsunfähigkeit
Damit eine Arbeitsunfähigkeit auch für den Zeitraum einer Notfallversorgung beispielsweise über das Wochenende bescheinigt werden kann, wurde vereinbart, dass der Vertragsarzt den Beginn der Arbeitsunfähigkeit drei Tage rückdatieren darf. Bisher waren es nur zwei Tage.

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(Quelle: KVNO Newsletter https://www.kvno.de/60neues/2016/16_02_au/index.html)