Änderung der AU-Richtlinie: Neuregelung Krankengeld und Rückdatierung AU-Bescheinigung

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08.01.2016
Praxisinfos

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 17. Dezember 2015 die Änderung der Arbeitsunfähigkeitsrichtlinie zum 1. Januar 2016 beschlossen, die nach Nichtbeanstandung des Bundesministeriums für Gesundheit und Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft treten wird. Wir informieren Sie, wenn die Änderung der Richtlinie bestätigt ist.

Neuregelung Krankengeld
Laut GKV-Versorgungsstärkungsgesetz vom 23. Juli 2015 bleibt der Anspruch auf Krankengeld erhalten, wenn nach dem Ende der ärztlich festgestellten Arbeitsunfähigkeit (AU) deren Fortdauer wegen derselben Krankheit erst am nächsten Arbeitstag, der ein Werktag ist, ärztlich festgestellt wird. Endet die AU an einem Freitag, muss der Patient den Arzt für eine Folgebescheinigung erst wieder am Montag aufsuchen, da Samstage nicht als Werktage gezählt werden.
Hiermit werden die Probleme gelöst, die sich in der Praxis bei der verspäteten Ausstellung von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (Folgebescheinigungen) in der Vergangenheit ergaben. Bisher mussten die Patienten die Fortdauer der Arbeitsunfähigkeit spätestens am Tag des Ablaufs der bisher attestierten Arbeitsunfähigkeit erneut ärztlich feststellen lassen. Der Beschluss des G-BA verankert diese Regelung nun auch in der AU-Richtlinie.

Rückdatierung der Arbeitsunfähigkeit
Damit eine Arbeitsunfähigkeit auch für den Zeitraum einer Notfallversorgung beispielsweise über das Wochenende bescheinigt werden kann, wurde vereinbart, dass der Vertragsarzt den Beginn der Arbeitsunfähigkeit drei Tage rückdatieren darf. Bisher waren es nur zwei Tage.

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(Quelle: KVNO Newsletter https://www.kvno.de/60neues/2016/16_02_au/index.html)