Rentenantrag auf Erwerbsminderung / Nahtlosigkeitsregelung: wichtige Paragraphen des Sozialgesetzbuches

Wenn man als CRPS-Erkrankter vor der sog. Aussteuerung aus dem Krankengeld steht, stellt sich die Frage, was nun zu tun ist, um auch weiterhin seinen Unterhalt sichern zu können.

Im besten Falle sollte man versuchen, mit seinem behandelnden Arzt eine stufenweise Wiedereingliederung an den alten Arbeitsplatz (auch Hamburger Modell genannt) einzurichten, um so stückweise wieder bis zur möglichen Vollzeitbeschäftigung zurückzukehren. Sofern durch weiterhin schlechte Krankheitszustände und Prognose eine Wiedereingliederung nicht möglich sein, sollte man an einen Rentenantrag, und zwar an eine Erwerbsminderungsrente (EM-Rente) denken. Diese kann bei teilweiser EIngliederung mit weniger Stunden in eine Teil-EM-Rente oder bei weiterhin unmöglicher Arbeitsleistung in eine Voll-EM-Rente ausfallen. Zu beachten ist, dass diese Rente eine Rente auf Zeit ist, d.h., dass der Gesundheitszustand ständig überprüft wird, um evtl. später wieder in den bisherigen Job zurückzukehren. Somit kann man die Vorstellung, manches CRPS-Erkrankten, „Jetzt ist alles vorbei, jetzt geh ich in Rente, und das wars„, entkräften, da es sich hier nicht um eine endgültige Altersrente handelt. Für den Rentenantrag bei der Deutschen Rentenversicherung, bzw. bei seiner jeweils zuständigen Rentenversicherungsanstalt sind diverse Formulare auszufüllen und Unterlagen zusammenzustellen. Die Internetseiten der Deutschen Rentenversicherung bieten hierzu halbwegs ausführliche Abschnitte mit notwendigen Formularpaketen, die man sich zusammenstellen kann. Erfahrungsgemäß sollte man sich für den Rentenantrag Unterstützung suchen, zum Beispiel beim Sozialverband VDK Deutschland oder beim Sozialdienst vieler Kliniken, oder auch bei den Informationscentern der Rentenversicherung in jeder größeren bundesdeutschen Stadt.

Man muss bedenken, dass so ein Rentenantrag seine Bearbeitungszeit braucht, und dass er beim ersten mal auch oftmals nicht das gewünschte Ergebnis hat oder sogar abgelehnt wird. Dann muss man sich erstmal wieder um fachlichkompetenten und/oder rechtilchen Beistand kümmern, um innerhalb der genannten Fristen Wiederspruch einzulegen.Was man dabei auf keinen Fall aus dem Auge verlieren sollte, ist das Ende der Krankengeldzahlung (Aussteuerung aus dem Krankengeld). Um nun die Zeit von der Aussteuerung bis zur möglichen Rentenzahlung zu überbrücken, gibt es im Sozialgesetzbuch wichtige Paragraphen zur sogenannten Nahtlosigkeitsregelung. Diese bedeutet kurz gesagt, eine Arbeitslosengeldzahlung (ALG I), trotz eines bestehenden Arbeitsvertrages, man aber wegen einer Minderung ihrer Leistungsfähigkeit dennoch nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht.

Udo Geiger, Richter am Sozialgericht Berlin hat dazu zwei sehr hilfreiche Texte verfasst.

→Link zum Text »Paragraph 125 SGB III bei Minderung der Leistungsfähigkeit / Nahtlosigkeitsregelung« im PDF-Format

→Link zum Text »Soziale Absicherung bei Zusammentreffen von Arbeitslosigkeit und Krankheit« im PDF-Format

→Link zum »§145 SGB III«

Quelle: www.elo-forum.de (Erwerbslosenforum Deutschland), www.dejure.org (Gesetze und Rechtsprechung verzahnter denn je)

2 Gedanken zu „Rentenantrag auf Erwerbsminderung / Nahtlosigkeitsregelung: wichtige Paragraphen des Sozialgesetzbuches#8220;

  1. Hallo an Alle,
    es lief bei mir wie aus dem Bilderbuch: Die Krankenkasse meldete sich, am nächsten Tag habe ich dann beim Arbeitsamt vorgesprochen, meinen Gesundheitsfragebogen ausgefüllt, alle Berichte dazu gelegt und direkt abgeschickt. Gleichzeitig einen Rentenantrag auf Erwerbsunfähigkeitsrente angefordert und ausgefüllt. Nach 14 Tagen gab es einen Rückruf vom Arbeitsamt mit der Anordnung jetzt den Antrag auf ALG 1 abzuschicken, man fragte mich ob der Rentenantrag auch schon bearbeitet wäre und mir wurde mitgeteilt, dass ich im Rahmen der Nahtlosigkeitsversorgung eben ALG 1 bekäme ohne dem Amt in den nächsten 6 Monaten zur Verfügung stehen zu müssen.
    Fazit: es läuft reibungsloser als befürchtet.

  2. Hallo zusammen,

    bei mir lief es änlich gut, nachdem ich auf Anraten des BG Beraters ein Antrag auf EM bei der LVA gestellt habe, wurde ich zum Gutachter der LVA bestellt. Nach einigen Wochen wurde der Antrag dann genehmigt, rückwirkend zur Antragstellung.
    Da ich zur Zeit noch stundemweise arbeite bekomme ich mein Geld aber noch vom AG.
    Jetzt wo ich wieder erkrankt bin, zahlt der AG wieder die Lohnfortzahlung für sechs Wochen, da von der letzten Krankschreibung bis zur nächsten Krankschreibung ein Zeitraum von zwei Jahren erfüllt ist.
    Nach Ablauf dieser sechs Wochen wird entwede die KK, die BG, oder die LVA die weiteren Zahlungen übernehmen.
    Die Sachbearbeiterin hat mir alles gut erklärt und ich werde nach Ostern zur LVA gehen um die Sache auf den Weg zu bringen.
    Gruss, Andre.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.