Orthopäde mit Sudeckerfahrung in Köln gesucht

Hallo zusammen,
jetzt versuche ich mal selbst an einer Suchanzeige: nachdem mein Sudeck wohl aus dem Ruhigstellen und dann Nichtstun und dann „Totstellen“ eines Orthopäden bzw. Olympiaarztes entstanden ist, und ich mittlerweile Symptome an meinem rechten Fuss feststelle, hat mich mein behandelnder Schmerztherapeut zum Orthopäden geschickt. Aber nach dem bisherigen Griff ins Klo und noch nicht so erhiebiger Ärzteliste für Orthopäden in NRW würde ich gerne hier einen Vorschlag für einen sudeckerfahrenen Orthopäden (oder Chirurgen) bekommen….

Nachdem mein noch immer akuter Sudeck im linken Fuß wohl austherapiert ist, und ich nicht immer im Rolli sitzen will, möchte ich da gerne mit Krücken hingeben, solange es noch geht.
Danke im Voraus.

Liebe Grüße
Stefan

9 Gedanken zu „Orthopäde mit Sudeckerfahrung in Köln gesucht#8220;

    • Hallo Bärbel,

      ich soll zum Orthopäden, da mein rechter Fuß auch Symptome zeigt und ich Angst habe, dass der Sudeck springt. Daer soll ich mal beim Orthopäden vorstellig werden, falls es doch kein »springender Sudeck« ist.

      Gruß
      Stean

    • hallo alle zusammen
      nun möchte ich auch mal was zu dieser Krankheit schreiben.Wurde Juli 2013 lk Fuss Hallux operiert .Nach 10Wochen wurde ein Sudeck festgestellt was man auf dem Röntgenbild Knochen entkalkt sich sehen konnte wobei ich auch die typischen Schmerzen (brennen,ziehen ander Wunde und bei Belastung verstärkte Schm.kann höchstens 1/2 Std.laufen. Im Moment Dauerschmerz.Mein Orthopäthe sagte das eine langwierige Sache sei.und mir anfangs Alendron zum Knochenaufbau,Tramadolor gegen die Schmerzen Zweizellenbäder und jetzt manuelle Therapie verordnet hat .Leider hat nicht davon geholfen war auch beim Schmerztherapeut der ein starkes Opiat verschrieb hat auch nicht geholfen und meine Hausärztin riet mir auch davon ab da es abhängig macht.Also nehme ich jetzt nichts kurze Linderung bringt mir ein Eisbeutel.Habe nächste Woche einen Termin bei anderem Orthop.um noch eine 2.Meinung zu hören.Bin auch kein Mensch der sich schont und versuche trotzdem etwas zu unternehmen wobei mir sehr schnell meine Grenzen gezeigt werden und ich die meisten Kontakte nicht wahrnehmen kann was mich immer mehr in die Isolation führt.Habe durch euch viel über diese Krankheit erfahren und weiss das es wenig Heilungschancen gibt aber ich kämpfe weiter.Wünsche allen Betroffenen alles Gute und Kraft für die Zukunft
      herzliche Grüße Kitty

  1. Hallo Stefan,

    der rechte Fuß könnte natürlich überlastet sein, weil du den anderen schonen willst. Das könnte der Orthopäde beurteilen. Leider kann ich dir keinen in Köln empfehlen.

    Ich hatte bei meinem CRPS am linken Fuß vor langer Zeit eine ähnliche Erfahrung: Der andere Fuß fing an, ähnliche Schmerzsymptome zu zeigen. Dazu sagte mir meine Physiotherapeutin (die den Sudeck nach einem Dutzend Ärzten als erste erkannte und mich zu ihrem Vater, einem Chirurgen, schickte, der dann die Diagnose stellte), das sei nicht ungewöhnlich, da die Nervenbahnen von beiden Füßen irgendwo ab dem Rückenmark zusammen (oder nebeneinander) bis zum Gehirn laufen und der Schmerz dort verarbeitet wird* – so habe ich das damals verstanden. Durch die Behandlung des linken Fußes mit Schmerzausschaltung durch kurze Gabe von Karil-Spray (Calcitoninacetat – wird heute wohl nicht mehr verordnet) hat sich dann auch der andere Fuß beruhigt.

    Zu dem Stichwort „Springen“ habe ich so meine eigene Theorie, die ich allerdings nicht belegen kann. Mein CRPS (an der Fußsohle) trat vor 15 Jahren auf und ist relativ glimpflich abgegangen, da die Schmerzen mit der Zeit nur noch belastungsabhängig auftraten und ich mit Hilfe von Weichbettungseinlagen und Abrollsohlen sowie dosierter Belastung seit längerem gut zurechtkomme. Die Einschränkungen in meinem Leben habe ich durch psychotherapeutische Beratung und Eigenbemühung akzeptieren gelernt.

    Mitte Januar bin ich nun mit diesem CRPS-Fuß umgeknickt und hatte heftige Schmerzen am Knöchel (4 Bänder gerissen, angerissen bzw. überdehnt sowie Gelenkkapsel gerissen). Leider habe ich zunächst im Krankenhaus eine Fehldiagnose erhalten, so dass ich den Fuß nicht ausreichend geschont habe und die durch die Akutbehandlung abgeklungenen Schmerzen nach 6 Wochen wieder stärker wurden und der Knöchel nach meinem Eindruck erste CRPS-Symptome zeigte: Schmerz auch bei Schonung und nachts, Rötung, Überwärmung. Voller Panik habe ich an dem Wochenende 36 Stunden rund um die Uhr milde Kühlung angewendet und bin am Montag zum Schmerztherapeuten gerannt. Der hat mich beruhigt, ebenso wie ein Fußchirurg, bei dem ich kurz darauf einen langfristig vereinbarten Termin hatte. Dieser wies mich insbesondere auf die psychische Komponente bei CRPS hin: Stress, Panik, ein wenig robustes vegetatives Nervensystem (Übergewicht des Sympathikus) sind zumindest nicht förderlich, spielen vielleicht sogar eine Rolle bei der Entwicklung eines CRPS. Trotz meiner Skepsis habe ich mich beruhigen lassen – und der Knöchel hat sich auch beruhigt. Später fiel mir auf, dass ich zu beiden Zeitpunkten psychisch stark belastet war, und ein Ausbund an Nervenstärke, Gelassenheit und psychischer Belastbarkeit (Resilienz) war ich noch nie gewesen. An diesen Schwächen habe ich (mit psychologischer Hilfe) gearbeitet und festgestellt, dass mir das sehr gut tut – auch ganz allgemein körperlich und in meiner Partnerschaft. Aber es ist eine „Lebensaufgabe“.

    Deshalb wünsche ich allen, dass sie es schaffen, sich nicht vom CRPS „schaffen“ zu lassen, nicht in Panik und Verzweiflung zu verfallen. Mir ging es genauso, aber es ist nicht hilfreich. Das Lernen und tägliche Üben einer Entspannungstechnik kann ich übrigens wärmstens empfehlen.

    Herzliche Grüße und allen alles Gute
    Bärbel

    *Die Ursache eines CRPS wird ja zum Teil in einer fehlerhaften Schmerzverarbeitung im zentralen Nervensystem gesehen.

  2. Hallo Bärbel,

    Deine „Geschichte“ liest sich sehr schön, da sie Zuversicht ausstrahlt und Du einen sehr positiven Umgang mit Deiner Erkrankung gefunden hast.

    Ich hoffe, Du behältst dies so bei und bleibst auf diesem positiven Weg, Hut ab!!!

    Liebe Grüße
    Maddin

    PS.:
    bei der Aussage Deines Fußchirurgen „Stress, Panik, ein wenig robustes vegetatives Nervensystem (Übergewicht des Sympathikus) sind zumindest nicht förderlich, spielen vielleicht sogar eine Rolle bei der Entwicklung eines CRPS.“ bin ich hängen geblieben bzw. dies musste ich zweimal lesen.

    Die Aussage suggeriert, dass die Ursache für ein CRPS psychisch bedingt sein könnte, was inzwischen wissenschaftlich widerlegt worden ist.

    Ich schreibe dies, da viele von uns CRPS – Patienten (besonders wenn Ärzte nicht mehr weiter wissen oder gleich von Beginn an unwissend sind) auf gerade diese „Psychoschiene“ gesetzt werden, einigen von uns immer noch eine Sudeck-Persönlichkeit angedichtet wird, was mehr oder minder große Probleme mit sich bringt.

    CRPS ist eine sehr komplexe, chronische Schmerzerkrankung, die in vielen Fällen, besonders im chronischen, langjährigen Verlauf zu psychischen Veränderungen bzw. Begleitsymptomen führt, die Ursache für CRPS bleibt aber organischer Natur.

    Zum Thema gibt es auf der Seite http://www.crps-info.de unter folgendem Link: https://crps-info.de/viewtopic.php?f=37&t=1376 unter dem Titel: „Die „Sudeck-Persönlichkeit“: Mythos und Fiktion“, J. Lesky, 2010 eine interessante Zusammenfassung.

  3. Hallo Maddin,

    ich verstehe es gut, dass ein CRPS-Kranker „allergisch“ reagiert, wenn ein Arzt ihn in die „Psycho-Schublade“ schiebt, anstatt ihn richtig zu behandeln – das ist mir damals auch passiert, vor der Diagnose, und ich war verzweifelt.

    Nun ist es aber unbestreibar, dass der Mensch eine Einheit von Körper und Seele ist. Ich kenne mich inzwischen so gut, dass ich zum Beispiel bei jeder Erkältung (leider erst im Nachhinein) den Auslöser erkenne: meistens eine Abwehrschwäche, die ich durch die Psyche erklären kann: Stress in Form von Ärger, Überarbeitung, gefühlter Überforderung … Also nicht die bösen Viren, sondern mein falscher Umgang mit einer für mich schwierigen Situation: mangelnde Gelassenheit, mangelnde Rücksicht auf meine eigene Grenzen anstatt eines liebevollen Umgangs mit mir selbst.

    Übrigens lautet der letzte Satz der Schlussfolgerung des Artikels über die „Sudeck-Persönlichkeit“, auf den du mich hingewiesen hast: „Der Umgang mit Schmerz sowie die schmerzbedingte psychische Belastung sind jedoch sehr wohl auch in der Persönlichkeit der Betroffenen begründet.“ Davon hatte ich sprechen wollen, und in diesem Sinne möchte ich allen CRPS-Betroffenen empfehlen, sich nicht in die Verzweiflung treiben zu lassen. Es ist hilfreicher, regelmäßig Entspannungsübungen zu machen und – ja. die Krankheit anzunehmen. Meine Verzweiflung und mein Aufbegehren gegen die Krankheit früher ist mir nicht gut bekommen.

    In diesem Sinne wünsche ich allen Betroffenen alles Gute und einen immer besseren Umgang mit der Krankheit.

    Bärbel

  4. Hallo Bärbel,

    Deine Einstellung zum positiven Umgang mit unserer Erkrankung als einen Beitrag zur Gesundung teile ich voll und ganz.

    Für mich bleibt die Ursache für CRPS aber weiterhin organisch begründet, dass uns Ärzte immer noch weiß machen wollen, wir könnten die Erkrankung „los werden“, wenn wir es nur selbst wollten, macht mich wütend. (Einem MS – Erkrankten wird auch nicht erzählt: „Wenn sie nur wollen, dann wird sie ganz sicher ein weiterer Schub nicht „erwischen“.)

    Solange Ärzte so mit uns Betroffenen umgehen, bleibt meines Erachtens auch der sozialrechtliche Status unserer Krankheit unverändert (schlecht), und dies bedeutet für viele Betroffene mit einem schweren, langjährigen Verlauf einen dauerhaft Kampf um Anerkennung und soziale Absicherung, wenn dazu überhaupt die Kraft und Energie aufgebracht werden kann, die wir eigentlich viel besser zur Gesundung einsetzen würden.

    Allein deshalb habe ich auf Deinen Beitrag mit meinem „PS“ reagiert. Mir ist wichtig, dass Betroffenen deutlich wird, dass sie zwar einerseits den Verlauf positiv begleiten können, in der Regel mehr aber auch nicht.

    Es gibt Betroffene, die sich seit Jahren in Achtsamkeit üben, bei denen Entspannungsverfahren und Traumreisen zum Alltag gehören, die positiv nach Vorne schauen, die psychologische Unterstützung in Anspruch genommen und ihr Leben insgesamt sehr entschleunigt haben, und dennoch über eine stetige Ausbreitung der Schmerzsymptomatik auf andere Extremitäten bzw. im gesamten Organismus berichten müssen.

    Beim Lesen Deines Beitrages hatte ich nicht nur dieses positive Gefühl eines guten Umganges mit einer eigenen Erkrankung, sondern das merkwürdige Gefühl, dass Dein Beitrag auch dazu beitragen kann, dass mach einer denkt, der Grund für eine gerade erlebte CRPS-Erkrankung/ Verschlimmerung läge nur an der eigenen „ungesunden“ Einstellung.

    Liebe Grüße
    Maddin

  5. Hallo Maddin,
    ja so sehe ich das auch. Ich bin sicher auch ein Beispiel dafür. Ich musste mir oft sagen lassen, daß ich keine „Sudeckpersönlichkeit“ bin. Ich bin sicher lebensbejahend und habe die Krankheit soweit angenommen wie es einem möglich ist. trotzdem hat es sich ausgebreitet und ich habe nach sechs Jahren immer noch eine Menge Schmerzen die ich manchmal kaum beeinflussen kann.
    Wenn ich morgens Aufwache und die Hände zum wegwerfen sind lag das sicher nicht daran das ich in der Nacht nicht gut zu mir war.

    Also irgendwie finde ich diese Aussage von Bärbel auch grenzwertig das man da nicht gut mit sich umgegangen ist und deshalb eben solche Schmerzen hat. Sicher kann man alles positiv beeinflussen (auch natürlich negativ), aber alles hat seine Grenzen und nur weil man früher eben meinte es wäre seelisch ist es nun heute noch so, daß man schnell abgetan wird. Sicher liegt es auch ein Stück weit an der Hilflosigkeit der Ärzte die eben auch ihre Grenzen schnell erreichen weil Medis nicht wirken und es keine Therapie gibt die das CRPS so einfach heil.

    Es ist und bleibt eben eine individuelle Erkrankung die jeder anders erlebt und empfindet. Sicher ist es auh sehr schwer weil einem diese Erkrankung das ganze Leben verändert und man zusätzlich zu der Krankheit damit klar kommen muss. Sicher war mein Ziel auch nicht mit 40 in Rente zu gehen. Es ist ja leider so, daß man auch immer isolierter wird weil man an vielem nicht mehr teilnehmen kann und die Arbeit, Hobbys und solche Dinge aufgeben muss. Das wiegt für mich sehr schwer, weil es mein Leben nachhaltig verändert wird.

    Ich wünsch uns allen wenig Schmerzen und viel Freude im Alltag. Auch wenn man eben täglich mit der Erkrankung umgehen muss und sie einem das Leben komplett verändert.
    LG Internetti

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