Morbus Sudeck in der Schulter? Höllische Schmerzen nach Schlüsselbeinoperation

Innerhalb der letzten paar Tage hatte ich zwei Anrufe von Betroffenen mit einem Sudeck in der Schulter. Beide hatten nach einem Unfall eine Operation an der Schulter, und zwar nach einer Schlüsselbeinfraktur. Bei der einen Patientin wurde sogar insgesamt dreimal operiert, weil immer wieder zu lange Schrauben genutzt wurden. Das halte ich ja schon für fahrlässig und eine Verletzung der Nerven an dieser Stelle ist sicher nicht weit hergeholt. Ich würde da sogar vermuten, dass es sich hier sogar um CRPS-II handelt…. Die behandelnden Ärzte, beide Male eine Chirurg, haben aber selbst bei Ansprechen auf einen Sudeck jeweils abgewunken. ein Arzt hat eine Umfangsmessung der Oberarme gemacht und beidseitig den gleichen Umfang festgestellt und das als Beweis gegen einen Sudeck angeführt. Alle anderen Symptom (teigige Haut, Temperaturunterschied, leichte Farbveränderung, Berührungsempfindlichkeit und vor allem Schmerzen wurden nicht mal in Betracht gezogen. Bei einem Chirurgen handelt es sich sogar um einen BG-Arzt, der natürlich eine schnelle Wiederherstellung im Sinn hat. Hier wurde in der letzten Untersuchung noch von einer Plexusläsion gesprochen, die jetzt aber gar kein Thema mehr war. Es wurden weder neurologisch untersucht auf Nervenleitfähigkeit oder auf Bewegungsfähigkeit des Armes oder Kraftverhalten in der Hand… Ich habe beiden nahegelegt, sich mit einem Schmerztherapeuten bzw. besser einem Anästhesiologen in Verbindung zu setzen, da die das Krankheitsbild CRPS voraussichtlich regelmässig behandeln müssen.

Es wäre schön, wenn sich noch andere Schulter-Sudeck-Betroffene finden lassen, um hier vielleicht mal einen Kontakt herzustellen. Kontaktaufnahme bitte über mich (support@crps-nrw.de), da beide leider nur über Telefon zu erreichen sind.

5 Gedanken zu „Morbus Sudeck in der Schulter? Höllische Schmerzen nach Schlüsselbeinoperation#8220;

  1. Hallo zusammen und Frohe Ostern noch,
    Ich habe CRPS seit jetzt 5 Jahren in der linken Hand/Arm. Seit ca. einem halben Jahr habe ich teils stärkere, bewegungsabhängige Schmerzen in der rechten! Schulter. MRT Befund: Impigmentsyndrom mit kl. Schleimbeutel. Ich habe Physiotherapie verschrieben bekommen (Manuelle Therapie). Nach der 2. Behandlung bekam ich folgende Symptome, die mir recht bekannt vorkommen;
    Blauverfärbung der Hand, Heisse großflächige sehr starke Schmerzen in der Schulter/Oberarm und die Hand versteifte sich einige Male…Die Therapie habe ich sofort beendet. Jetzt stellt sich für mich die große Frage wie es weitergehen soll. Durch den CRPS in der linken Hand muss ich unwillkürlich die rechte Seite mehr belasten, vor allem im Berufsleben, dieses begünstigt nicht gerade das Impigmentsyndrom auf der rechten Seite…. Ich bin wirklich hilflos, weil ich nicht weiß wie es weitergehen soll…
    Hat jemand vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht?
    LG Nicole

  2. Hallo Nicole,

    wenn Du schon seit 5 Jahren mit CRPS lebst, hast Du ja sicher schon sehr viel ausprobiert, und weißt einiges über die Erkrankung. Da ist es nicht einfach, Dir einen guten Tipp zu geben.

    Ich bin inzwischen sicher, dass die Erkrankung eine sehr komplexe Erkrankung ist, deren Symptome sich bei vielen Betroffenen regional in einer Extremität zeigen, dennoch aber der gesamte Organismus betroffen ist. Und es kommt immer wieder vor, dass sich die Symptome auf eine weitere Extremität ausbreiten können. Die Ursachen hierfür sind vielfältig, teilweise erklärbar, teilweise aber auch genauso wenig geklärt wie die Ursache für die Grunderkrankung.

    Die Ursache für das Impingement-Syndrom in Deiner rechten Schulter kann unter Umständen eine Schonhaltung des linken Armes bzw. eine dauerhafte Überforderung Deines rechten Armes/ Schulter sein, die brennenden Schmerzen links haben sicher einen Einfluss auf Deine gesamte Körperstatik. Warum die manuelle Therapie nun die CRPS-Symptome auch rechts auslöst, vielleicht war die Therapie einfach zu heftig für erkrankte Schulter und Dein Körper reagiert inzwischen insgesamt auf Schmerzen bzw. Manipulationen durch Therapien einfach so. Es ist gut, dass Du diese Therapie sofort gestoppt hast.

    Mehr als einen Tipp bezüglich einer Therapie habe ich nicht:
    Bezüglich manueller Therapie habe ich sehr gute Erfahrungen mit der Vojta-Therapie gemacht. Der Vorteil ist hierbei, dass bei der Therapie die betroffene Extremität nicht angefasst wird, die Therapie sich aber trotzdem postiv auf diese auswirkt. Es gibt nicht viele Therapeuten, die diese Therapie für Erwachsenen anbieten.

    Was Dir sonst noch bleibt? Etwas, was sicher nicht einfach umzusetzen ist. Fahre die berufliche Belastung spürbar herunter. Ich weiß, dass ein solcher Tipp nicht gerade aufbaut, Sorry, ich wollte es damals so auch nicht hören.

    Schmerzarme Stunden
    Liebe Grüße
    Maddin

    • Liebe Maddin,
      vielen Dank für Deine Antwort und Deine Tipps.
      Ich komme gerade vom Orthopäden, der mir Osteopathie verschrieben hat. Ganz sanft darf man das Schultergelenk (bzw. alle Gelenke) beim CRPS Patienten behandeln…. Ich bin gespannt wie es weitergeht..
      Viele liebe Grüße und Dir alles Gute
      Nicole

  3. Hallo,ihr Lieben!
    Nachdem die stationäre Reha bei mir wieder abgelehnt wurde, (haben sie außer dem CRPS sonst noch irgendwelche Erkrankungen- „Sozialmedizinischer Dienst meiner Krankenkasse“) muß ich nun in die ambulante Reha. Bin mal gespannt,was das bringt!!! Vorher bin ich aber nochmals zum Sozialmedizinischem Dienst geladen,um mir an meiner betroffenen Hand und der Schulter rumdrücken zu lassen. Frage der Ärztin beim letzten Mal: Och,tut das etwa weh ? Ich freu mich schon riesig! Ich bin total gefrustet.
    Trotzdem euch allen noch einen schönen Abend, Bine

  4. Hallo Nicole

    Bei mir ist es ähnlich, ich habe den CRPS an der rechten Hand / Handgelenk,
    da ich meine Hand immer noch bedingt einsetzen kann, mache ich das natürlich auch.
    Meistens leider viel zu viel da ich immer noch nicht herausgefunden habe wo meine Grenzen sind.
    Natürlich versuche ich genau wie Du viel mit der anderen Hand zu machen.

    Die Folge war dann eine Schleimbeutelentzündung an beiden Ellenbogen durch Überlastung sagen die Ärzte.
    Da man mir schlecht beide Arme ruhig stellen konnte, den rechten schon gar nicht, hat man es damals mit Bandagen probiert.

    Der Erfolg hielt sich in Grenzen, dadurch das ich jetzt wieder zuhause sitze und mich streng an die Anordnungen der Ärzte halte geht es aber wieder ganz gut.

    Ich kann dir leider auch nur den Tip geben, die berufliche Belastung soweit es geht herunter zu fahren.
    Ich weiß, das eine solche Aussage schwer zu akzeptieren ist wenn man mitten im Beruf steht.
    Ich weiß aber auch das es mir sehr geschadet hat, mich gegen den Rat der Ärzte gesundschreiben zu lassen und arbeiten zu gehen.

    Gruß, Andre

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.