Das war der Aktionstag gegen den Schmerz 2021

aktionstag2021

Der Aktionstag gegen den Schmerz ist ein jährlich wiederkehrender Termin, immer am ersten Dienstag im Juni.

Nachfolgend stellen wir die Pressemappe, den Flyer und die Videoaufzeichnung der Pressekonferenz zum Aktionstag 2021 zum Streamen bzw. zum Download bereit:

Pressekonferenz zum Aktionstag gegen den Schmerz 2021 ansehen
Webinar-Aufzeichnung, Laufzeit 51:27
(Name und Emailadresse zur Wiedergabe erforderlich)

Offizielle Pressemappe des Aktionstag 2021 herunterladen
PDF-Dokument, 2,1 MB

Offiziellen Flyer des Aktoonstag 2021 herunterladen
PDF-Dokument, 1,1 MB

Quelle: Deutsche Schmerzgesellschaft

Pressemeldung: Länder müssen bei Stärkung der Schmerztherapie nachbessern – Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. fordert mehr Schmerzbetten, bessere Nachwuchsförderung und Umsetzung eines strukturierten Akutschmerzmanagements nach Operationen

Länder müssen bei Stärkung der Schmerztherapie nachbessern

Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. fordert mehr Schmerzbetten, bessere Nachwuchsförderung und Umsetzung eines strukturierten Akutschmerzmanagements nach Operationen 

aktionstag2021

Berlin, 1. Juni 2021 – Mehr als jeder vierte Erwachsene in Deutschland leidet an chronischen Schmerzen. Dies verursacht jährliche Kosten für das Gesundheitssystem in Höhe von schätzungsweise 38 Milliarden Euro, zwei Drittel davon für Arbeitsausfall und Frühberentung. Um die Schmerzversorgung und damit die Situation der Betroffenen maßgeblich zu verbessern, fordert die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. die Gesundheitspolitik in Bund und Ländern auf, auch im Lichte des Wahljahrs 2021 und für die Zeit danach konkrete Maßnahmen zu beschließen. Dazu gehören unter anderem die Finanzierung von Weiterbildungsstellen in Spezieller Schmerztherapie und die Sicherstellung von Schmerzversorgung bei Praxisnachfolge. Bei der heutigen Online-Pressekonferenz appellieren die Schmerzexpertinnen und -experten zudem an die Gesundheitsministerinnen/-minister von Bund und Ländern, auch auf Landesebene nachzubessern: Im Rahmen der Landeskrankenhausplanung sollten Schmerzbetten explizit ausgewiesen werden. Außerdem müsse sichergestellt sein, dass in mehr Kliniken eine interdisziplinäre, multimodale Versorgung stattfindet und diese mit der ambulanten Nachbehandlung verschränkt ist. Alle Krankenhäuser und ambulant operierenden Praxen seien zudem laut einem G-BA-Beschluss dazu verpflichtet, ein Konzept zum Akutschmerzmanagement als Bestandteil ihres internen Qualitätsmanagements vorzuweisen. Auch dies müsse umgesetzt werden.

In repräsentativen Erhebungen berichten etwa 23 Millionen Deutsche von chronischen Schmerzen, sechs Millionen davon fühlen sich durch ihren Schmerz im Alltag beeinträchtigt, bei 2,2 Millionen Patientinnen und Patienten stellt Schmerz ein eigenständiges, komplexes, psychosoziales Krankheitsbild dar, das bedeutet, die ursprünglich auslösende Ursache ist häufig nicht mehr nachweisbar. „Die Gesundheitspolitik darf diese Patientinnen und Patienten nicht aus dem Blick verlieren“, betont apl. Professor Dr. med. Winfried Meißner, Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. Vor sechs Jahren haben die Gesundheitsminister der Länder und des Bundes (GMK) Maßnahmen zur Verbesserung der Schmerztherapie und Stärkung der Versorgung beschlossen – die Schmerzgesellschaft hat den Stand der Umsetzung abgefragt (vgl. Link untenstehend zu Antworten), und muss feststellen, dass die Länder nachbessern müssen. „Wir fordern die Länder dringend auf, bereits im Rahmen der Landeskrankenhausplanung Schmerzbetten oder aber an schmerzspezifischen OPS-Prozeduren definierte Ressourcen der teilstationären und stationären Versorgung explizit auszuweisen“, sagt Meißner. Im Weiteren müsse eine interdisziplinäre, multimodale Versorgung stattfinden und diese mit der ambulanten Nachbehandlung verschränkt sein.

Auch die ambulante Schmerzversorgung ist nach wie vor lückenhaft. „Ambulante Versorgung ließe sich im Rahmen der Bedarfsplanung über Kassenärztliche Vereinigungen sicherstellen, auch bei Nachbesetzung von Arztpraxen“, erklärt Meißner. Die Regelung der Praxisnachfolge sei dabei besonders wichtig, ansonsten fehle es sowohl an Therapeuten für die Patientenversorgung als auch an weiterbildungsbefugten Experten für die Nachwuchsarbeit. Ohnehin sei Nachwuchsförderung in der Schmerzmedizin die Grundlage zukünftiger Patientenversorgung. Deshalb müsse die Finanzierung von Weiterbildungsstellen in Spezieller Schmerztherapie in ambulanten Praxen sowie in Kliniken gestärkt werden, Beschlüsse hierzu analog dem Beispiel der Allgemeinmedizin wären nötig.

Auch die Akutschmerztherapie ist in deutschen Krankenhäusern nach wie vor unzureichend, dies kann zu gravierenden Folgeerscheinungen wie etwa Schmerzchronifizierung führen. „Laut dem HTA-Bericht 126 leiden 56 Prozent aller Patienten unter nicht akzeptablen Schmerzen nach einer OP, Schmerzpatienten auf konservativen Stationen werden unterversorgt, 41 Prozent der Patienten mit nicht akzeptablen Schmerzen erhalten keine schmerzstillende Behandlung“, berichtet Meißner. Erstmals hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) auf Initiative der Patientenvertretung und mit Beratung der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. daher am 17. September 2020 beschlossen, dass Krankenhäuser und ambulant operierende Praxen ein Konzept zum Akutschmerzmanagement als Bestandteil ihres internen Qualitätsmanagements etablieren müssen. „Der Beschluss muss aber auch umgesetzt werden“, sagt der Präsident der Schmerzgesellschaft. So sollen Krankenhäuser beispielsweise Akutschmerzdienste mit pflegerischen und ärztlichen Expertinnen und Experten vorhalten – derzeit ist das nur bei zwei Drittel der Kliniken der Fall. „Auch aus unserer Sicht ist das ein Meilenstein in der Anerkennung unserer fachlichen Expertise und ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Versorgung von Patientinnen und Patienten nach einer Operation“, erklärte Sascha Bülow von der Fachgruppe „Pflegeexpert/innen Schmerz“ des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK) bei der Pressekonferenz. Es komme für das postoperative Schmerzmanagement darauf an, dass Schmerzpatientinnen und -patienten schon während der pflegerischen Aufnahme identifiziert werden. „Liegen chronische Schmerzen vor, können pflegerische Expertinnen oder Experten sofort – im besten Fall präoperativ – hinzugezogen werden“, so Bülow, „so lassen sich nach einer Bewertung der Schmerzsituation individuell angepasste Maßnahmen planen.“

–> Service: Antworten der Bundesländer (Selbstauskunft) auf Umfrage der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. zur Umsetzung des 88. GMK-Beschlusses, Download unter: https://ncl.dgss.org/index.php/s/fmtn2Tft4tXkEGj

–> Das aktuelle Forderungspapier „Perspektiven in der Schmerztherapie – Erwartungen an die Gesundheitspolitik in der kommenden Legislaturperiode“ finden Sie auf https://www.schmerzgesellschaft.de/topnavi/bewusstsein-schaffen/aktionstag

Zur Deutschen Schmerzgesellschaft e.V.

Die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. ist mit über 3 500 persönlichen Mitgliedern die größte wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaft im Bereich Schmerz in Europa. Die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. ist Mitglied der IASP (International Association for the Study of Pain) sowie der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften). Sie ist zudem die interdisziplinäre Schmerzdachgesellschaft von derzeit 19 mitgliederstarken weiteren medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften im Bereich Schmerz. Diese Perspektive wird zudem erweitert durch die institutionelle korrespondierende Mitgliedschaft der Vereinigung aktiver Schmerzpatienten SchmerzLOS e.V. in der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V.

Die Mitgliedschaft der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. ist interdisziplinär und interprofessionell und besteht aus Schmerzexperten aus Praxis, Klinik, Psychologen, Pflege, Physiotherapie u. a. sowie wissenschaftlich ausgewiesenen Schmerzforschern aus Forschung, Hochschule und Lehre.

Aktionstag gegen den Schmerz am 1. Juni 2021

Samstag, 22. Mai 2021

Jährlich findet am ersten Dienstag im Juni der Aktionstag gegen den Schmerz statt. Damit soll das Bewusstsein für diese Volkskrankheit geweckt und aufrecht gehalten werden.

Die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V. organisiert diesen Aktionstag.

  • Schmerztherapeutische Einrichtungen in ganz Deutschland geben Ihnen Einblicke in die verschiedenen Methoden der Schmerzbehandlung.
  • Die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V. stellt Informationsmaterialien, u.a. für Patientinnen und Patienten aktuellen Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten vor.
  •  Hotline für Schmerzpatienten: Unter der kostenfreien Rufnummer 0800 – 18 18 120 stehen am 1. Juni 2021 erneut zwischen 9:00 und 18:00 Uhr mehrere Dutzend renommierte Schmerzexperten aus ganz Deutschland für Fragen zur Verfügung.

Icon Web
Weitere Informationen auf der Webseite der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V.

Das CRPS Netzwerk gemeinsam stark präsentiert: DIE THEMENMONATE – ein neues Informationsformat

Teaser

Freitag, 21. Mai 2021

Liebe Betroffene, liebe Angehörige, liebe Interessierte,

Da die Pandemie unser tägliches Leben weiterhin stark beeinflusst und auch die Selbsthilfearbeit in den vergangenen Monaten recht wenig Kontakte mit Betroffenen hatte, bieten wir mit unserem medizinischen Beirat ab Juni ein neues Informationsformat an:

DER THEMENMONAT

An bis zu vier Tagen im Monat (wahrscheinlich wöchentlich) veranstalten wir eine Videokonferenz, in der es ausführliche Informationen zum vorgestellten Thema, durch Vorträge, technische Anschauungen, Fragen und Antworten und Diskussionen geben wird.

Erster Themenmonat Juni

Kalenderblatt


Wir werden mit dem neuen Format im Juni unter dem Thema „SCS-Behandlung bei komplexem regionalem Schmerzsyndrom“ starten. Hierbei werden die neuesten Informationen zur rückenmarksnahen Stimulation zur Symptomverringerung, Schmerz- und Medikamentenreduktion gegeben.

Boston Scientific
(c) Boston Scientific


Die Entwicklung der sogenannten Neurostimulatoren ist in den vergangenen Jahren stark vorangetrieben worden, so dass es heute Systeme gibt, die nicht nur zur Schmerzreduktion, sondern auch zur Schmerzfreiheit führen können.

Unser medizinischer Beirat, Dr. Georgios Matis von der Uniklinik Köln und Dr. Sebastian Strauß von der Uniklinik Greifswald werden durch die Veranstaltung führen und sämtliche Fragen zur SCS beantworten.

Der Themenmonat Juni findet statt an folgenden Tagen:
02.06.2021 – 16.06.2021 – 30.06.2021

Aufgrund des Feiertags im Juni dieses Mal nur drei Termine.

Unseren Flyer für den Themenmonat Juni herunterladen

PDF-Dokument, 134 kB

PNG-Bild, 733 kB

Teilnehmen ohne App und Installation

Für die Videokonferenzen nutzen wir das offene System Jitsi Meet ( https://meet.jit.si), das keinerlei Installation oder Vorkenntnisse erfordert. Man benötigt lediglich einen Computer mit aktuellem Browser (Firefox, Chrome), ein Mikrofon für den Audiokontakt und – wenn gewünscht – für die Videoübertragung mit einer Kamera. Es gibt auch eine kostenlose App für Smartphone und Tablet. Die Benutzung ist selbsterklärend und wir versenden auch, wenn gewünscht, eine kurze Anleitung im Vorfeld an die angemeldeten Personen.

Wir freuen uns über eine rege Teilnahme.

Registrieren und Anmeldelink erhalten

Für die Termine kann man sich ab sofort unter https://Juni.crps-netzwerk.org anmelden.

Nächste Themen

In den Folgemonaten werden weitere Themen behandelt. Hierüber werden wir separat berichten.

Du möchtest ein bestimmtes Thema behandeln. Dann sende Deine Themenvorschläge bitte per E-Mail an beirat@crps-netzwerk.org

Plakat Themenmonate

Erstes virtuelles Gruppentreffen des CRPS Netzwerk (Mai 2021)

Dienstag, 18. Mai 2021

Banner Virtuelles Gruppentreffen

Melden Sie sich für unser erstes virtuelles Gruppentreffen zum komplexen regionalen Schmerzsyndrom (CRPS) am Freitag, den 28. Mai 2021, an.

Unser virtuelles Gruppentreffen ist für alle, die von CRPS betroffen sind: Patienten, Angehörige, Freunde, Partner oder Betreuer. Die virtuellen Treffen werden aufgrund der anhaltenden Covid-19-Pandemie bei entsprechendem Interesse regelmäßig als Ersatz für die persönlichen Gruppentreffen unserer Orts- und Landesgruppen stattfinden.

So können Sie an unserem virtuellen Gruppentreffen teilnehmen

Jitsi Meet Logo

Unser Treffen wird mit Hilfe von Jitsi-Meet-Videokonferenzen* abgehalten. Bitte registrieren Sie sich im Voraus über die orangene Schaltfläche unten.

Nach der Anmeldung erhalten Sie eine Bestätigungs-E-Mail mit Informationen zur Teilnahme am virtuellen Gruppentreffen. Bitte überprüfen Sie neben Ihrem Posteingang auch Ihren Spam-/Junk-Ordner auf diese Anmeldebestätigungs-E-Mail, damit Sie dem virtuellen Gruppentreffen am Freitag, den 28. Mai 2021, beitreten können.

Die Teilnahme am Gruppentreffen ist ohne eine App, also über jeden Browser (wie Firefox, Chrome, Edge), möglich.

Sie können aber auch die Jitsi-Meet-App auf Ihr Smartphone oder Tablet herunterladen. Die Jitsi-Meet-App ist sowohl für iOS als auch für Android verfügbar. Einfach auf den passenden Button klicken und die kostenlose Jitsi-Meet-App herunterladen.

App Store Logo
Playstore Logo

Details zum virtuellen Gruppentreffen

Datum:
Freitag, 28. Mai 2021

Startzeit:
18:00 Uhr

Dauer:
ca. 2 Stunden

Wo:
Online über Jitsi-Meet Online-Konferenz

Wie:
Per Jitsi-Meet-Videokonferenz über den Link, den Sie nach der Anmeldung erhalten oder über die Jitsi Meet-App auf Ihrem Android/iPhone. Sie müssen sich vorher über die orangene Schaltfläche unten anmelden, um die Zugangsdaten zum virtuellen Gruppentreffen zu erhalten.

Nach der Registrierung erhalten Sie eine Bestätigungs-E-Mail mit Informationen zur Teilnahme am Meeting.

Anmeldeschluss ist Donnerstag, der 27. Mai 2021. Bis dahin kann auch die Teilnahme abgesagt werden.

Kosten:
Kostenlos – aber um das CRPS Netzwerk in diesen schwierigen Zeiten zu unterstützen und uns zu helfen, unsere Gruppentreffen kostenlos zu halten, ziehen Sie bitte eine kleine Spende über die Schaltfläche „Spenden“ unten in Betracht.

Nur 3,00 Euro könnten uns helfen, einem CRPS-Patienten und einem Angehörigen kostenlose Broschüren zukommen zu lassen.


* Warum Jitsi Meet? Bei Jitsi Meet handelt es sich um eine Videokonferenz-Lösung, die unter der „Open Source”-Lizenz entwickelt und betrieben wird. Dies bedeutet, dass Entwickler aus der ganzen Welt aufgerufen und eingeladen sind, das System mit neuen Funktionen zu bereichern und weiterzuentwickeln – und sogar eigene Jitsi-Server zu betreiben. Gleichzeitig liegt der Quellcode der Lösung „offen”, ist also für Jedermann im Internet einsehbar. Ausserdem ist für die Nutzung von Jitsi Meet keinerlei Installation notwendig, man kann mit jedem Browser an den Videokonferenzen teilnehmen. Und der Sicherheitsaspekt ist für die Selbsthilfe ebenfalls ein Grund, diese Lösung einzusetzen. Es fliessen keine Daten an Sicherheitsbehörden anderer Länder ab.