Hydroxychloroquin zeigt Potenzial, die autoinflammatorische Komponente des komplexen regionalen Schmerzsyndroms anzugehen

Stanford Medicine | Pain News

Eine neue Stanford-Studie zeigt erstmals, dass das Anti-Malaria-Medikament Hydroxychloroquin (HCQ) die autoinflammatorische Komponente von CRPS angreifen kann.

13.01.2021 Claire Jordan

iStock.com/xiao zhou

Das komplexe regionale Schmerzsyndrom (CRPS) ist eine Schmerzerkrankung, die oft eine Gliedmaße nach einem kleinen Trauma, wie einer Verletzung oder einer Operation, betrifft. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch starke Schmerzen, erhöhte Berührungsempfindlichkeit, Veränderungen der Hautfarbe und -temperatur sowie eine verminderte Bewegungsfähigkeit der verletzten Gliedmaße.

Während es viele Mechanismen gibt, die dem CRPS zugrunde liegen, weisen neuere Forschungen darauf hin, dass CRPS eine autoinflammatorische Komponente hat. Normalerweise fördert das Immunsystem eine Entzündung nach einer Infektion oder Verletzung, um den Körper zu schützen und die Heilung zu fördern. Eine Autoinflammation tritt jedoch auf, wenn die Entzündung lange nach der Verletzung, die eigentlich hätte heilen sollen, weitergeht, oder sogar, wenn der Körper nicht verletzt ist, was zu chronischen Schmerzzuständen beitragen kann.

Eine neue translationale Studie unter der Leitung von Dr. Vivianne Tawfik , Assistenzprofessorin für Anästhesiologie, perioperative & Schmerzmedizin, zeigt erstmals, dass das Malariamittel Hydroxychloroquin (HCQ) die autoinflammatorische Komponente von CRPS angreifen kann.

Der Erste in der Klinik
Die Idee für diese Arbeit entstand, als Dr. Ian Carroll Associate Professor of Anesthesiology, Perioperative & Pain Medicine, fragte sich, ob HCQ, ein von der FDA zugelassenes und gut verträgliches Medikament, bei Patienten mit refraktärem CRPS wirksam sein könnte. Neben der Behandlung von Malaria wird HCQ häufig zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis und Sjӧgren-Syndrom eingesetzt (Haight et al., 2020), da es eine überaktive Immunreaktion unterdrücken kann. HCQ hat in letzter Zeit auch Schlagzeilen gemacht, weil Behauptungen über seine mögliche Wirksamkeit als Behandlung für COVID-19 aufgestellt wurden.

Die Forscher beschreiben eine Fallserie von sieben Patienten mit chronischem, refraktärem CRPS, bei denen bisherige Behandlungen unwirksam waren und die mit einer HCQ-Behandlung begonnen wurden. Fünf der sieben Patienten erlebten eine Verringerung der Schmerzen, sobald sie mit dem Medikament begannen. Vor der Einnahme von HCQ gaben die Patienten ihre Schmerzen mit durchschnittlich 6,8 auf einer Skala von 0 bis 10 an, wobei 0 für keine Schmerzen und 10 für die schlimmstmöglichen Schmerzen steht; nach Beginn der HCQ-Behandlung sanken die Schmerzen jedoch auf durchschnittlich 3,8.

Einige Patienten beobachteten auch Verbesserungen bei körperlichen Symptomen. Zum Beispiel stellte eine Patientin innerhalb der ersten Monate der HCQ-Behandlung einen Rückgang der Schwellung und Rötung ihres verletzten Fußes fest. Als sie die Behandlung absetzte, kehrten die Symptome jedoch zu ihrem vorherigen Schweregrad zurück. Nach Wiederaufnahme der Medikation verbesserten sich die Symptome erneut, was darauf hindeutet, dass HCQ zur Verbesserung beigetragen hatte.

Dann zurück an den (Labor-)Tisch
Motiviert durch diese Ergebnisse fragten sich Elena Haight und Emily Johnson, ehemalige Forschungsassistentinnen in Dr. Tawfiks Labor Elena Haight und Emily Johnson, ehemalige Forschungsassistentinnen in Dr. Tawfiks Labor, fragten sich, ob die Verwendung des Medikaments in einem CRPS-Mausmodell helfen könnte, den Mechanismus aufzudecken, durch den HCQ CRPS verbessern kann.

CRPS kann in Mäusen mit Hilfe eines etablierten Beinbruch- und Gipsmodells modelliert werden. Drei Wochen nach dem Gipsen des Beins zeigen die Mäuse typische Anzeichen von CRPS – erhöhte Temperatur und Schwellung der verletzten Pfote – und Schmerzverhalten, wie z. B. weniger Gewicht auf die Pfote zu legen und erhöhte Empfindlichkeit gegenüber leichten Berührungen zu zeigen. Nachdem sie CRPS bei den Mäusen festgestellt hatten, verabreichten sie den Mäusen 7 Tage lang HCQ, entweder in einer niedrigen oder hohen Dosierung, und maßen dann erneut die CRPS-Anzeichen.

Nach einer Woche hatten die Mäuse, die mit der höheren HCQ-Dosis behandelt wurden, eine größere Reduktion der Pfotenwärme und Schwellung als die Mäuse, die nicht mit HCQ behandelt wurden. Außerdem zeigten die mit HCQ behandelten Mäuse eine geringere Empfindlichkeit gegenüber Berührungen der verletzten Pfote als die unbehandelten Mäuse. Darüber hinaus waren diese Effekte dosisabhängig, was bedeutet, dass die Mäuse, die mit einer höheren Dosis HCQ behandelt wurden, eine größere Schmerz- und Symptomreduktion aufwiesen als die Mäuse, die mit einer niedrigeren Dosis behandelt wurden.

Als nächstes untersuchten die Forscher die Wirkung von HCQ auf die Autoinflammation im Rückenmark, dem Ort der anfänglichen Modulation von Schmerzsignalen, wenn diese von der verletzten Gliedmaße zum Gehirn übertragen werden. Mikroglia sind Entzündungszellen im Rückenmark und im Gehirn, die, wenn sie aktiviert werden, Entzündungen fördern können, indem sie Proteine freisetzen, die als pro-inflammatorische Zytokine bezeichnet werden. Frühere Forschungen deuten darauf hin, dass HCQ die Mikroglia-Aktivierung in einem Modell der Multiplen Sklerose reduzieren kann und daher das Potenzial hat, Entzündungen zu verringern (Koch et al., 2015).

In dieser Studie beobachteten die Forscher eine signifikante Abnahme der Mikroglia-Aktivierung im Rückenmark von Mäusen, die mit HCQ behandelt wurden, wobei eine stärkere Abnahme bei den Mäusen beobachtet wurde, die mit der höheren Dosis behandelt wurden. Während HCQ keinen Effekt auf die pro-inflammatorischen Zytokinspiegel in der verletzten Pfote hatte, wurden im Rückenmark signifikante Reduzierungen zweier Arten von pro-inflammatorischen Zytokinen, IL-1β und IL-6, gemessen, was darauf hindeutet, dass HCQ über eine Verringerung der mikroglialen Aktivierung zu reduzierten Zytokinspiegeln im Rückenmark führte. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass potenziell vorteilhafte Behandlungen für CRPS Medikamente beinhalten könnten, deren Wirkungen im Rückenmark und nicht in der verletzten Extremität lokalisiert sind.

Durchführbarkeitsstudien erforderlich
Insgesamt deuten die Ergebnisse dieser translationalen Studie darauf hin, dass die Reduzierung der Autoinflammation im Rückenmark ein möglicher Mechanismus von HCQ bei der Behandlung von CRPS sein könnte. Zusammen mit den klinischen Fallserien unterstützt diese Arbeit weitere Untersuchungen und Machbarkeitsstudien zu HCQ als eine mögliche Behandlungsoption für Patienten mit refraktärem CRPS.

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Der Bundesverband zum Strengen Shutdown ab 16.12.2020

Wir haben eine Übersicht mit den wichtigsten Regelungen und Änderungen ab 16. Dezember erstellt.

Information
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Wir wünschen allen Betroffenen und Angehörigen ein etwas anderes aber dennoch besinnliches Weihnachtsfest und vor allem wenig Schmerzen.

Der Vorstand
CRPS Netzwerk gemeinsam stark.

Frohe Weihnachten

Das CRPS Netzwerk wünscht schmerzarme Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Wir möchten uns bei allen Ehrenamtlichen recht herzlich für deren unermüdlichen Einsatz für unsere Gruppe bedanken. Weiterhin gilt unser Dank allen Spendern, die uns im Kampf gegen die seltene Erkrankung CRPS unterstützen.

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Diese Weihnachtskarten haben wir ab sofort auch wieder in unserem Orange Ware Store. Entweder man bestellt sie als einzelne Karten (DIN lang, zweiseitig) oder bestellt sie komplett mit Porto. Dann kümmern wir uns um den Versand.

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Das gilt an Weihnachten und Silvester

Zur Bekämpfung der Pandemie ist es jetzt besonders wichtig, Kontakte zu vermeiden. Bund und Länder haben die deutschlandweiten Regeln bis zum 10. Januar verlängert und ergänzt. Was gilt an Weihachten und Silvester? Ein Überblick.

(c) Bundesregierung

Bund-Länder-Beschluss: Weihnachten und Silvester

Private Zusammenkünfte sind weiterhin auf den eigenen und einen weiteren Haushalt, jedoch in jedem Falle auf maximal 5 Personen zu beschränken (zzgl. Kinder bis 14 Jahre).

Weihnachten

  • Vom 24. bis 26. Dezember gilt: Im engsten Familienkreis können Treffen mit 4 über den eigenen Hausstand hinausgehenden Personen (zzgl. Kinder bis 14 Jahre)möglich sein, auch wenn dies mehr als zwei Hausstände oder 5 Personen über 14 Jahren bedeutet*.
  • Gottesdienste sind zulässig, wenn der Mindestabstand von 1,50 Metern gewahrt bleibt und Maskenpflicht auch am Platz gilt. Gemeindegesang ist untersagt. 

Am Silvester- und Neujahrstag gilt bundesweit ein An- und Versammlungsverbot.

  • Der Verkauf von Pyrotechnik vor Silvester wird verboten.
  • Vom Zünden von Silvesterfeuerwerk wird dringend abgeraten.

* Details regeln die Länder in Abhängigkeit von ihrem jeweiligen Infektionsgeschehen. 

Stand: 13.12.2020

Dieser November ist der NervEMBER!

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Nach dem CTWO ist vor dem CTWO! SAVE THE DATE: 01-11-2021

Corona hält die Welt in Gefangenschaft und so haben wir uns entschieden, den CTWO 2020 auf das nächste Jahr zu verschieben.

Aber da unsere Erkrankung auch nicht bei Corona schläft, müssen wir weiterhin auf uns aufmerksam machen!

Daher ist dieser November der NervEMBER!

Tragt orange, tragt Orange Ware, teilt unsere Bilder und postet alles in den sozialen Netzwerken unter den Hashtags

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Hier unsere kurzen Momente zur Aufklärung über CRPS (a_spoonful_of_crps) zum Teilen:
https://bit.ly/ctwo20

GBA ermöglicht Telefon-AU ab Montag

Arbeitsunfähigkeit

Im Frühjahr war sie möglich, dann wurde sie wieder gestrichen, nun kehrt sie zurück: Die Selbstverwaltung genehmigt erneut die telefonische Krankschreibung. Allerdings nur befristet. Veröffentlicht: 15.10.2020, 14:45 Uhr

Telefon/AU
Mit dem Telefon zu Muster 1: Ab Montag bei leichten respiratorischen Erkrankungen wieder möglich.
© Fotostand / Schmitt / picture alliance

Berlin. Ärzte können ab Montag (19. Oktober) wieder Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen nach ausschließlichem Telefonkontakt ausstellen. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) am Donnerstag in Berlin entschieden.

Die Telefon-AU auf Muster 1 soll danach für Patienten leichten Atemwegserkrankungen möglich. Ärzte sollen sie nach Telefonkontakt bis zu sieben Kalendertage krankschreiben können. Der Beschluss ist befristet bis 31. Dezember 2020.

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Quelle: Ärztezeitung.de