Wichtiger Hinweis zu Covid-19-Impfungen bei Arm-Betroffenen

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Liebe Betroffene,

aus aktuellem Anlass der Covid-19-Impfungen möchten wir Euch auf etwas hinweisen, was vielen Betroffenen möglicherweise nicht mehr so päsent ist.

Normalerweise wird die Impfung in den linken oder rechten Oberarm verabreicht. Aber wir werden nicht müde, darauf hinzuweisen, dass man keinerlei „Manipulationen“ wie Injektionen, Infusionen, Blutabnehmen, Blutdruckmessen usw. an der betroffenen Extremität durchführen lassen sollte.

Die Erkrankung CRPS ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems (-> vergl. Studie Komplikationen bei CRPS) und so kann es – nicht selten – nach einem invasiven Eingriff, zu einer Verschlimmerung des Sudecks an der Hand kommen, die Extremität weiter hochsteigen, wieder Symptome hervorrufen oder sogar auf eine andere Extremität springen. Ärzte, die sich mit der Erkrankung auskennen, wissen das und würden es gar nicht am CRPS-Arm durchführen, sondern an der gesunden Seite.

Aber was ist, wenn man an beiden Armen/Händen erkrankt ist. Dann sollte man es partout unterlassen, die Impfung in einen der beiden Oberarme vornehmen zu lassen. So bleibt dann nur der Oberschenkel. Jetzt ist die allgemein gebotene Stelle für die Impfung aber immer der Oberarm, und so muss man vor der Impfung den Impfarzt darauf hinweisen. Auf Anfrage beim Robert-Koch-Institut (RKI) wurde der Oberarm als die bevorzugte Impfstelle bekanntgegeben. Für die Injektion in den Oberschenkel gibt es daher kein Verbot, es gibt aber auch noch keinerlei Studien dazu. Bei Säuglingen und Kleinkindern, sowie bei armamputierten Personen wird aber schon immer in den Oberschenkel geimpft. Daraus ist zu schließen, dass es auch bei armbetroffenen CRPS Patienten möglich ist, zur Vermeidung einer Verschlimmerung oder eines weiteren Ausbruchs der Erkrankung, die Covid19-Injektion in den Oberschenkel zu verabreichen.

Aus eigener Erfahrung kann ich nur die Aussage meines Impfarztes hinzufügen, dass man nur bei beidseitig oberarmamputierten Personen impft. Mein Einwand der CRPS-Problematik zeigte mir an seinem Stirnrunzeln, dass er keine Ahnung von CRPS hatte. Dennoch hat er mir die erste Spritze des Covid-19-Vaccins in meinen rechten Oberschenkel injiziert. Am gleichen Abend konnte ich einen leichten Anstieg meiner Temperatur, sowie auch ein Hitzegefühl und ein wenig Unwohlsein feststellen. Dieses gehört zu den normalen Symptomen nach einer Impfung und sollten nicht zur Panik führen. Es zeigt viel mehr, dass der Körper erfolgreich auf die Impfung reagiert, was der Sinn der Impfung ist. Am nächsten Tag waren diese Nebenwirkungen wieder verschwunden und ich hatte noch etwas zwei Tage leichte Schmerzen um die Einstichstelle im Oberschenkel, wie ein Muskelkater, was ebenfalls normal ist. Andere in den Arm geimpfte Personen berichten auch über längere Schmerzen im Oberarm bis zu einer Woche. Ich persönlich rate daher jedem CRPS Betroffenen pro-aktiv auf den Impfarzt zuzugehen und ihn um die Impfung in den Oberschenkel zu bitten, wenn beide Arme vom CRPS betroffen sind.

Neue Leitlinie für die Behandlung von CRPS (2018)

Die Leitline für CRPS (2018) wurde bereits am 17.08.2019 im CRPS Netzwerk veröffentlicht. Der Vollständigkeit halber haben wir auch CRPS NRW Köln diese heute ebenfalls online gestellt.

Die Leitlinie für die Behandlung von CRPS ist 2017 ausgelaufen und nun ist es endlich soweit und die neue Version wurde verabschiedet.

Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie

Diese Leitlinien sind letztmals im September 2012 in der 5. Auflage in Buchform erschienen und werden seitdem laufend auf dieser Website aktualisiert. Aufgrund der langen Aktualisierungszyklen bei gedruckten Werken werden die Leitlinien der DGN seitdem ausschließlich online publiziert: auf dieser Website und kurz darauf bei der Arbeitsgemeinschaft wissenschaftlich-medizinischer Fachgesellschaften AWMF. Leitlinien sind im Einzelfall bis zu 5 Jahre lang gültig und die komplexen Abwägungskongresse mit dutzenden Experten sowie verschiedenen Fachgesellschaften dauern bisweilen Monate oder Jahre. Die rund 900 ehrenamtlich tätigen Autoren und die Redaktion bemühen sich, die Aktualisierungen so schnell wie möglich auf dieser Website zu publizieren. Auf diese Weise kommen neue wissenschaftliche Erkenntnisse schneller den Ärzten und schließlich den Patienten zugute. Kontakt zur Redaktion: leitlinien@dgn.org

Link zur Leitlinie bei der Deutschen Gesellschaft für Neurologie

Download der Leitlinie
PDF-Dokument, 690 KB

Entwicklungsstufe: S1
Stand: 8. Januar 2018
Online seit: 10. September 2018
Gültig bis: 7. Januar 2023
AMWF-Registernummer: 030/116
Federführend
Prof. Dr. Frank Birklein, Mainz
frank.birklein@unimedizin-mainz.de