Unabhängigkeit der Selbsthilfe bei Pharmasponsoring möglich?

SchmerzLos e.V. Lübeck 23.04.2016

Bildschirmfoto 2016-05-08 um 15.51.12

Pharmaindustrie „sponsert“ Selbsthilfe

Kann Selbsthilfe noch unabhängig sein?

Der Verein „Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie (FSA)“ hat eine aktuelle Übersicht über die Zuwendungen seiner Mitglieder an Patienten- und Selbsthilfeorganisationen im Jahr 2015 veröffentlicht. Demnach haben die Pharmaunternehmen im vergangenen Jahr rund 5,8 Millionen Euro für Patientenorganisationen verausgabt. Mit der Veröffentlichung sollen Transparenz und Neutralität der Organisationen sichergestellt werden.

Die Mitglieder des Vereins FSA veröffentlichen bereits seit 2009 jährlich sämtliche Zuwendungen an Patientenorganisationen in einer „Transparenzliste“. In diesem Jahr stehen die Daten der Pharmaunternehmen über Empfänger, Höhe und Zweck der Zuwendungen erstmals in einer Datenbank zur Verfügung. Dort kann gezielt nach einzelnen Pharmaunternehmen oder nach einzelnen Patienten-/Selbsthilfeorganisationen gesucht werden. Alle Daten beruhen auf den Angaben der Unternehmen.

Die Datenbank ist zu finden unter:
www.fsa-pharma.de/bezugsgruppen/patientenorganisation/zuwendungen-patientenorganisationen

Die Patientenorganisation SchmerzLOS e. V. arbeitet nicht mit Pharmafirmen oder anderen kommerziellen Firmen zusammen und ist daher unabhängig von finanziellen Interessen. „Die Selbsthilfe muss unabhängig bleiben“, sagte Heike Norda, die Vorsitzende von SchmerzLOS e. V. Die Vereinigung aktiver Schmerzpatienten finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge, Spenden sowie Förderbeträge, z. B. durch die gesetzlichen Krankenkassen.

(Quelle: Schmerzlos-ev.de)

Aufgrund der aktuellen Meldung des befreundeten Schmerzlos e.V. haben die Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter des CRPS Netzwerk – Gemeinsam stark. sich ebenfalls gegen eine Zusammenarbeit mit oder eine finanzielle Unterstützung durch die Pharmaindustrie ausgesprochen. Wir möchten unabhängig unterstützen und unsere Arbeit wird getragen durch Spenden und Förderbeiträge, Mitgliedsbeiträge (nur CRPS NRW Köln e.V.) und die Selbsthilfeförderung der Krankenkassen und Stadtverwaltungen, sagt Dirk-Stefan Droste, Vorsitzender des CRPS NRW Köln e.V. und kom. Leiter des CRPS Netzwerk Gemeinsam stark.