Therapie mit Ketamin

Hallo Ihr!

Ich habe mal eine Frage an Euch bezüglich der Therapie mit Ketamin.

Wer von Euch ist damit schon einmal behandelt worden? Wie hat es geholfen? Und welcher Arzt in NRW macht das?

Mein Problem ist, dass ich vieles an Medikamenten und Therapien schon durchprobiert habe und nichts wirklich hilft. Ich setze gerade meine Medikamente ab, weil sie mir eh nichts bringen…. Die Schmerzen sind tatsächlich auch unverändert.
Bis auch die Behandlung mit Ketamin ist auch wirklich alles mögliche schon gelaufen inklusive SCS Sonde. Ketamin würde ich als Versuch gerne noch einmal ausprobieren, von Leuten aus den USA liest man ja häufiger, dass sie damit gute Ergebnisse erzielen.

Nur…. Welcher Arzt in Deutschland bzw. in NRW macht das überhaupt? Wie sind Eure Erfahrungen mit dem Medikament?

Über Antworten bin ich sehr dankbar! Es ist im Moment so ein Strohhalm nach dem ich greife…..

Liebe Grüße
Tine

5 Gedanken zu „Therapie mit Ketamin#8220;

  1. Hallo Tine,
    ich habe die Ketamin-Therapie schon ein paar Male bekommen. Aber es bringt bei mir rein gar nichts. Es ist ein Betäubungsmittel aus der Anästhesiologie. Es knallt einen ordentlich Weg, aber gegen die Nervenschmerzen wirkt es oftmals (bei mir) nichts.
    Da es unter Aufsicht gespritzt wird oder als Infusion, muss man dafür ins Krankenhaus.
    Ich habe es über meinen Schmerzdoc Dr. James Blunk in der Uniklinik Köln bekommen.
    LG
    Stefan

  2. Hallo
    ich hatte dreinmal eine Therapie mit Ketamin. D.h. ich wurde eine Stunde sozusagen schlafen gelegt. Ich hatte es bei meinem Schmerzdoc in der Praxis bekommen. Da wird dann alles überwacht in der Zeit und man muss noch ein wenig bleiben hinterher.

    Mir persönlich hat es nicht soviel gebracht. Aber ich konnte merken das die Medis wieder besser gewirkt haben und irgendwie waren die Schmerzen doch etwas weniger geworden. Aber es war eher ein schleichender Prozess, also nicht so knall peng und dann wars besser.
    Leider wurde die Therapie nicht fortgeführt weil es eine Katastrophe ist mir einen Zugang zu legen. Das wollte die Ärztin dann nicht mehr machen. Leider muss ich sagen. Allzu oft kann man das sowieso nicht machen, aber die fünf Mal hätte ich doch ganz gern gemacht. Denn so war es eigendlich geplant. Aber scheinbar habe ich mit dem leidigen Thema Zugang den ganzen Praxisablauf durcheinander gewirbelt….
    Na was solls!
    Versuchen sollte man es auf jeden Fall. Dann weiss man ob es hilft oder nicht.
    LG Internetti

  3. Hallo Tine,

    ich würde es auf jeden Fall probieren, allerdings unter strenger Überwachung in einer Klinik, bestimmt nicht ambulant in einer Praxis. Dazu halte ich das für zu gefährlich. Es gibt zwei Methoden: Low-dose-Therapie und High-Dose-Therapie. Letztere ist soviel ich weiß intensivmedizinisch zu überwachen, weil man für 3-4 Tage in einen Komaähnlichen Zustand kommt.
    Mein Schmerztherapeut hat es mir schonmal angeboten, wenn wir mit den Schmerzkathetern nicht mehr weiterkommen.

    Liebe Grüße
    Marion

  4. Innerhalb der USA ist die High-Dose Therapie inzwischen verboten. Viele Patienten aus den USA sind früher aus den USA nach Deutschland gekommen, wegen dieser Therapie-Form. Aber die Erfahrungen haben eine enorme Schwankungsbreite, zwischen sehr gut und katastrophal. Wenn man sich in ein künstliches Koma versetzen lässt sollte man wissen, dass IMMER das Gehirn in Mitleidenschaft gezogen wird – es sterben Hirnzellen ab und es kann zudem auch zu anderen Komplikationen kommen, z.B. den Patienten nicht gut aus dem Wachkoma wieder hinaus zu bekommen. Die Low-Dose Ketamin Therapie ist heute noch sehr verbreitet in den USA, auch hier, wie bei fast jeder Therapie-Form, gute und schlechte Ergebnisse. Stefan hat dies ja in seinem Kommentar schon beschrieben.

  5. Hallo!

    Danke für Eure Antworten. Am Donnerstag habe ich einen Termin bei meinem Schmerztherapeuten, der das meines Wissens aber nicht macht. Aber ich werde ihn trotzdem mal drauf ansprechen. Vielleicht kennt er ja hier in der näheren Umgebung wen, der es macht.
    Würde das aber stationär machen lassen wollen. Kenne Ketamin von meiner Zeit als Krankenschwester auf Intensiv und habe einen Heidenrespekt vor dem Zeug.
    Auf eine Versuchs-Serie würde ich es gerne ankommen lassen…. Aber wenn sowieso nur die „low dose“-Variante. Die Koma-Geschichte finde ich persönlich schwierig. Habe da wahrscheinlich aber auch einfach nur zu viele schwere Fälle bei meiner Arbeit damals erlebt. Zu viele Leute, die nicht wieder wach wurden etc. Nee… Das will ich nicht für mich…

    @Stefan: Wenn ich dem Arzt aus der Kölner Uniklinik maile, kann ich Dich dann erwähnen und sagen, dass ich ihn über dich gefunden habe?

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