Studie „Gesundheit und Gesundheitskompetenz von Menschen mit Beeinträchtigung in Deutschland in Zeiten der Corona-Pandemie

Über die Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe NRW (LAG) haben wir eine Studie zur „Gesundheitskompetenz für Menschen mit Beeinträchtigung“ der Hochschule Fulda erhalten. Wir möchten diese hier weiter verbreiten und bitten um rege Teilnahme. Nachfolgend der Text der E-Mail an den CRPS Bundesverband Deutschland e.V.

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Die derzeitige Corona-Pandemie und die damit verbundenen Maßnahmen, haben das Leben und die Gewohnheiten vieler Menschen nachhaltig verändert. Für Menschen mit einer chronischen Erkrankung oder Behinderung, die häufig Teil der Risikogruppe sind, ergeben sich dadurch ganz neue Herausforderungen und Barrieren.

Die Studie „Gesundheit und Gesundheitskompetenz von Menschen mit Beeinträchtigung in Deutschland in Zeiten der Corona-Pandemie (COVID-HL-HeHLDiCo)“ unter der Leitung von Frau Prof. Katharina Rathmann an der Hochschule Fulda (Fachbereich Pflege und Gesundheit), Prof. Dr. Kevin Dadaczynski (Hochschule Fulda), Dr. Orkan Okan (Universität Bielefeld) und Dr. Melanie Messer (Apollon Hochschule Bremen) möchten wir Menschen mit einer Beeinträchtigung zur Gesundheit und Gesundheitskompetenz während der Corona-Pandemie online befragen (Zeitraum: März-April 2021). 

Wie können Sie uns unterstützen?
Gerne möchten wir Mitglieder von Selbsthilfegruppen zur Teilnahme an einer deutschlandweiten Online-Befragung einladen. Daher bitten wir Sie heute herzlich darum, das Einladungs- und Informationsschreiben an Ihre Mitglieder und Selbsthilfegruppe weiterzuleiten (siehe Anhang). Ein positives Votum der Ethikkommission an der Hochschule Fulda liegt bereits vor.

Der Zugang (Link) zur Studie ist in den nachfolgenden Infoblättern zu finden. Sowohl das Infoblatt als auch die Studie wird in normaler und in leichter Sprache angeboten.

Welchen Mehrwert hat die Befragung für die BAG und die LAG Selbsthilfe?
Sie erhalten exklusiv eine Zusammenfassung der Ergebnisse (voraussichtlich im Sommer 2021).

Infoblatt zur Studie herunterladen
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Infoblatt in einfacher Sprache herunterladen
PDF-Dokument, 144 kB

Quelle: Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe NRW

Hydroxychloroquin zeigt Potenzial, die autoinflammatorische Komponente des komplexen regionalen Schmerzsyndroms anzugehen

Stanford Medicine | Pain News

Eine neue Stanford-Studie zeigt erstmals, dass das Anti-Malaria-Medikament Hydroxychloroquin (HCQ) die autoinflammatorische Komponente von CRPS angreifen kann.

13.01.2021 Claire Jordan

iStock.com/xiao zhou

Das komplexe regionale Schmerzsyndrom (CRPS) ist eine Schmerzerkrankung, die oft eine Gliedmaße nach einem kleinen Trauma, wie einer Verletzung oder einer Operation, betrifft. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch starke Schmerzen, erhöhte Berührungsempfindlichkeit, Veränderungen der Hautfarbe und -temperatur sowie eine verminderte Bewegungsfähigkeit der verletzten Gliedmaße.

Während es viele Mechanismen gibt, die dem CRPS zugrunde liegen, weisen neuere Forschungen darauf hin, dass CRPS eine autoinflammatorische Komponente hat. Normalerweise fördert das Immunsystem eine Entzündung nach einer Infektion oder Verletzung, um den Körper zu schützen und die Heilung zu fördern. Eine Autoinflammation tritt jedoch auf, wenn die Entzündung lange nach der Verletzung, die eigentlich hätte heilen sollen, weitergeht, oder sogar, wenn der Körper nicht verletzt ist, was zu chronischen Schmerzzuständen beitragen kann.

Eine neue translationale Studie unter der Leitung von Dr. Vivianne Tawfik , Assistenzprofessorin für Anästhesiologie, perioperative & Schmerzmedizin, zeigt erstmals, dass das Malariamittel Hydroxychloroquin (HCQ) die autoinflammatorische Komponente von CRPS angreifen kann.

Der Erste in der Klinik
Die Idee für diese Arbeit entstand, als Dr. Ian Carroll Associate Professor of Anesthesiology, Perioperative & Pain Medicine, fragte sich, ob HCQ, ein von der FDA zugelassenes und gut verträgliches Medikament, bei Patienten mit refraktärem CRPS wirksam sein könnte. Neben der Behandlung von Malaria wird HCQ häufig zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis und Sjӧgren-Syndrom eingesetzt (Haight et al., 2020), da es eine überaktive Immunreaktion unterdrücken kann. HCQ hat in letzter Zeit auch Schlagzeilen gemacht, weil Behauptungen über seine mögliche Wirksamkeit als Behandlung für COVID-19 aufgestellt wurden.

Die Forscher beschreiben eine Fallserie von sieben Patienten mit chronischem, refraktärem CRPS, bei denen bisherige Behandlungen unwirksam waren und die mit einer HCQ-Behandlung begonnen wurden. Fünf der sieben Patienten erlebten eine Verringerung der Schmerzen, sobald sie mit dem Medikament begannen. Vor der Einnahme von HCQ gaben die Patienten ihre Schmerzen mit durchschnittlich 6,8 auf einer Skala von 0 bis 10 an, wobei 0 für keine Schmerzen und 10 für die schlimmstmöglichen Schmerzen steht; nach Beginn der HCQ-Behandlung sanken die Schmerzen jedoch auf durchschnittlich 3,8.

Einige Patienten beobachteten auch Verbesserungen bei körperlichen Symptomen. Zum Beispiel stellte eine Patientin innerhalb der ersten Monate der HCQ-Behandlung einen Rückgang der Schwellung und Rötung ihres verletzten Fußes fest. Als sie die Behandlung absetzte, kehrten die Symptome jedoch zu ihrem vorherigen Schweregrad zurück. Nach Wiederaufnahme der Medikation verbesserten sich die Symptome erneut, was darauf hindeutet, dass HCQ zur Verbesserung beigetragen hatte.

Dann zurück an den (Labor-)Tisch
Motiviert durch diese Ergebnisse fragten sich Elena Haight und Emily Johnson, ehemalige Forschungsassistentinnen in Dr. Tawfiks Labor Elena Haight und Emily Johnson, ehemalige Forschungsassistentinnen in Dr. Tawfiks Labor, fragten sich, ob die Verwendung des Medikaments in einem CRPS-Mausmodell helfen könnte, den Mechanismus aufzudecken, durch den HCQ CRPS verbessern kann.

CRPS kann in Mäusen mit Hilfe eines etablierten Beinbruch- und Gipsmodells modelliert werden. Drei Wochen nach dem Gipsen des Beins zeigen die Mäuse typische Anzeichen von CRPS – erhöhte Temperatur und Schwellung der verletzten Pfote – und Schmerzverhalten, wie z. B. weniger Gewicht auf die Pfote zu legen und erhöhte Empfindlichkeit gegenüber leichten Berührungen zu zeigen. Nachdem sie CRPS bei den Mäusen festgestellt hatten, verabreichten sie den Mäusen 7 Tage lang HCQ, entweder in einer niedrigen oder hohen Dosierung, und maßen dann erneut die CRPS-Anzeichen.

Nach einer Woche hatten die Mäuse, die mit der höheren HCQ-Dosis behandelt wurden, eine größere Reduktion der Pfotenwärme und Schwellung als die Mäuse, die nicht mit HCQ behandelt wurden. Außerdem zeigten die mit HCQ behandelten Mäuse eine geringere Empfindlichkeit gegenüber Berührungen der verletzten Pfote als die unbehandelten Mäuse. Darüber hinaus waren diese Effekte dosisabhängig, was bedeutet, dass die Mäuse, die mit einer höheren Dosis HCQ behandelt wurden, eine größere Schmerz- und Symptomreduktion aufwiesen als die Mäuse, die mit einer niedrigeren Dosis behandelt wurden.

Als nächstes untersuchten die Forscher die Wirkung von HCQ auf die Autoinflammation im Rückenmark, dem Ort der anfänglichen Modulation von Schmerzsignalen, wenn diese von der verletzten Gliedmaße zum Gehirn übertragen werden. Mikroglia sind Entzündungszellen im Rückenmark und im Gehirn, die, wenn sie aktiviert werden, Entzündungen fördern können, indem sie Proteine freisetzen, die als pro-inflammatorische Zytokine bezeichnet werden. Frühere Forschungen deuten darauf hin, dass HCQ die Mikroglia-Aktivierung in einem Modell der Multiplen Sklerose reduzieren kann und daher das Potenzial hat, Entzündungen zu verringern (Koch et al., 2015).

In dieser Studie beobachteten die Forscher eine signifikante Abnahme der Mikroglia-Aktivierung im Rückenmark von Mäusen, die mit HCQ behandelt wurden, wobei eine stärkere Abnahme bei den Mäusen beobachtet wurde, die mit der höheren Dosis behandelt wurden. Während HCQ keinen Effekt auf die pro-inflammatorischen Zytokinspiegel in der verletzten Pfote hatte, wurden im Rückenmark signifikante Reduzierungen zweier Arten von pro-inflammatorischen Zytokinen, IL-1β und IL-6, gemessen, was darauf hindeutet, dass HCQ über eine Verringerung der mikroglialen Aktivierung zu reduzierten Zytokinspiegeln im Rückenmark führte. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass potenziell vorteilhafte Behandlungen für CRPS Medikamente beinhalten könnten, deren Wirkungen im Rückenmark und nicht in der verletzten Extremität lokalisiert sind.

Durchführbarkeitsstudien erforderlich
Insgesamt deuten die Ergebnisse dieser translationalen Studie darauf hin, dass die Reduzierung der Autoinflammation im Rückenmark ein möglicher Mechanismus von HCQ bei der Behandlung von CRPS sein könnte. Zusammen mit den klinischen Fallserien unterstützt diese Arbeit weitere Untersuchungen und Machbarkeitsstudien zu HCQ als eine mögliche Behandlungsoption für Patienten mit refraktärem CRPS.

Externer Link:
Orginalbeitrag auf Standford Medicine Pain News (engl.)


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Universität Basel: Studie chronische Schmerzen bei Jugendlichen

Analysis

Eine Studentin der Universität Basel bittet um Mithilfe bei einer Studie für ihr Masterprojekt. Nachfolgende Nachricht hat sie dafür an uns gerichtet:

Sehr geehrte Damen und Herren,
im Rahmen meines Masterprojekts an der Universität Basel arbeite ich an einer Studie zu chronischen Schmerzen im Zusammenhang mit Hochsensibilität mit. Dabei handelt es sich sozusagen um eine Pilotstudie, die Komponente der Hochsensibilität wurde bisher in der Forschung zu chronischen Schmerzen und der Entwicklung geeigneter Therapieformen nicht berücksichtigt. Wir erhoffen uns, mit unserer Forschungsstudie neue Erkenntnisse über die Entwicklung und die Therapie von chronischen Schmerzen bei Jugendlichen gewinnen zu können.

Wir suchen Jugendliche im Alter von 17-19 Jahren, die an chronischen Schmerzen leiden (Schmerzen seit mind. 3 Monaten).

Die Umfrage dauert etwa 15 Minuten und als Belohnung erhalten die Jugendlichen einen Galaxus-Gutschein im Wert von 10 CHF.

Dies ist der direkte Link zur Studie:
https://sec.psycho.unibas.ch/kppt/index.php/866498?lang=de

Im Anhang sende ich Ihnen zusätzlich noch den offiziellen Flyer mit.

Da die Zielgruppe relativ spezifisch ist, sind wir auf jede Hilfe bei der Rekrutierung angewiesen. Wir möchten Sie bitten, wenn Sie mögen, Werbung für unsere Studie zu machen, vorausgesetzt natürlich das ist überhaupt möglich auf Ihrem Forum, und sind dankbar für weitere Kontakte.

Besten Dank für Ihre Unterstützung!

Mit freundlichen Grüssen
Laila Cerino Garcia

Solltest Du also Jugendliche/r mit chronischen Schmerzen im Alter zwischen 17 und 19 Jahren sein, nehme bitte an dieser kurzen Umfrage teil. Es ist für einen wichtigen Zweck zur Entwicklung einer Therapie gegen chronische Schmerzen bei Jugendlichen.


Studienflyer herunterladen
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Aufruf zur Onlineumfrage

Im vergangen Jahr stellte uns Ariane Bors, Physiotherapeutin und Studentin an der Fresenius Hochschule in Köln Ihre Studienarbeit zum Graded Motory Imagery Programm als Therapieform für CRPS bei unseren Gruppentreffen vor. Alle von Ihr direkt angesprochenen Studienteilnehmer wurden bereits kontaktiert und haben den Link zur Umfrage erhalten.

Nun möchten wir weiteren CRPS Betroffenen die Chance geben, an der Onlineumfrage teilzunehmen. Weitere Informationen und den Link zur Umfrage gibt es im nachfolgenden PDF-Dokument.


Weitere Informationen zur Studie herunterladen
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Neue Umfrage/Studie zum Thema „Ambroxol“

Anwendung von topischem Ambroxol bei CRPS

Köln, 22.11.2019 Wir haben auf unserer Umfrgeplattform eine neue Studie zum Thema „Anwendung von topischem Ambroxol bei CRPS“ geöffnet. Es wäre sehr gut, wenn hier viele Betroffene teilnehmen würden. Daher bitte unbedingt mitmachen und mit anderen teilen. Nur mit ausreichenden Studienergebnissen können wir bewirken, dass Ambroxol durch die Krankenkassen bezahlt wird. Vielen Dank!

Hintergrundinformationen und vorangegangene Stunden können hier in Deutsch und Englisch nachgelesen werden:
https://crps.cloud/index.php/s/YiAerJBDAEoAEtc

Link zu unseren Umfragen: umfrage.crps-netzwerk.org