02. März 2017 · Kommentare deaktiviert für Vorstellung meines bisherigen Verlaufs · Kategorien: Erfahrungsberichte, Fragen und Antworten · Tags: , , , , , , , , ,

Ein herzliches Hallo meinerseits in die Runde!

Endlich habe ich den Weg in euer Forum gefunden und möchte mich gerne vorstellen. Zudem hoffe ich, dass ihr mir vielleicht weiterhelfen könnt. Sollte dieser Beitrag an der falschen Stelle stehen bitte ich um Entschuldigung.

Zudem wird meine Erzählung etwas länger, ich hoffe trotzdem der eine oder andere ist bereit sich meine Geschichte durchzulesen.

Mein Name ist Julia, ich bin 23 Jahre alt und habe die Diagnose CRPS Typ I am linken Sprunggelenk im November 2015 erhalten.

Meine Krankheitsgeschichte beginnt allerdings im September 2014 mit einem Arbeitsunfall, infolgedessen ich eine Patellaluxation mit patellarem und medialem Ausriss des MPFL davongetragen habe. Nach zwei OP’s mit Komplikation (Arthrofibrose) und mehreren Monaten Reha bin ich für ein halbes Jahr – trotz Beschwerden – wieder arbeiten gegangen. Im Juli 2015 lehnte die BG meinen Arbeitsunfall ab, momentan befinde ich mich im Gerichtsverfahren für die Anerkennung. Die Beschwerden bestehen bis heute, besonders die Schmerzen, die erst 1,5 Jahre nach Unfallereignis von einem Schmerztherapeuten in Zuge der CRPS-Behandlung zusätzlich behandelt werden.

Im November 2015 war ich unterwegs und habe bei einer Treppe die letzten beiden Treppenstufen mitgenommen. Folge: umgeknickt. Nach meinem Arztbesuch am nächsten Tag erhielt ich die Diagnose Außenbandriss, hochlagern, kühlen, AU für 2 Wochen, der komplette Fuß war geschwollen und bunt wie ein Regenbogen. Nach 6 Wochen sollte ich wieder ausgeheilt sein.

Bis Januar 2016 sah der Fuß wie folgt aus:

Starke stechend/brennende, kribbelnde Schmerzen, ich konnte kaum noch auftreten, keine Toleranz von warmen oder kühleren Temperaturen (Wasser und Luft), der Fuß färbte sich wechselnd blau/rot, fühlte sich wechselnd kalt und warm an, die Haut wirkte teigig und stark geschwollen, enge Schuhe und Socken konnte ich kaum mehr anziehen und auf der Haut ertragen. Egal ob in Ruhe oder Bewegung, die Schmerzen wurden immer schlimmer. Zudem stellte sich ein Taubheitsgefühl im Fuß ein.

Ich hatte allerdings Glück, kannte mein Arzt immerhin die Krankheit CRPS und schickte mich zur weiteren Untersuchung los. Seit Februar 2016 habe ich die Diagnose und befinde mich in schmerztherapeutischer Behandlung. Mit dem Arzt bin ich sehr zufrieden, hat er doch einiges ausprobiert:

Aktuelle Medikation (nach einigen Einstellungsschwierigkeiten wg. starker Nebenwirkungen):

Oxycodon/Naloxon 20 / 10 1 – 0 – 1 – 0
Novaminsulfon 500er Tabletten 2 – 2 – 2 – 0
Pregabalin 50 1 – 1 – 1 – 0
Mirtazapin 15 0 – 0 – 0 – 0,5
Pantoprazol 40 1 – 0 – 0 – 0
Domperidon bei Bedarf
Qutenza Pflaster alle 3 Monate

Im Februar/März 16 habe ich zudem direkt einen 10er-Block Sympathicusblockaden erhalten; die Wirkung war gut, hat aber leider nicht dauerhaft geholfen. DMSO-Salbe wirkte nicht, eine Kortison-Therapie über mehrere Tage brachte ebenfalls keinen Erfolg. Seit September 2016 erhalte ich alle drei Monate Qutenza-Pflaster, welche den Brennschmerz auf ein erträgliches Maß gesenkt haben. Bisher habe ich zudem zwei Mal wöchentlich Ergotherapie, Gerätetraining und Doppeleinheit KG erhalten. Eine Psychotherapie hätte ich laut Schmerztherapeut bisher nicht benötigt. Eine Vorstellung auf der schmerztherapeutischen Station in der Uniklinik Münster ergab, dass die Behandlung weitergeführt werden solle; zudem verfüge ich über einen aktiven Bewältigungsstil, eine Psychotherapie sei laut ihnen ebenfalls nicht nötig. Seit Februar 2016 laufe ich mit UAG. Ich habe einen guten familiären Rückhalt, meinen Freundeskreis und versuche, weitestgehend an den normalen Aktivitäten teilzuhaben. Meine AU lief von November 2015 bis Oktober 2016 und wurde beendet, da ich mein Studium aufgenommen habe um wenigstens wieder was anderes zu erleben außer die Krankheit.

Ich weiß, dass ich mich nicht beschweren kann, da meine Erkrankung sehr früh festgestellt wurde, allerdings stehe ich nun vor dem Problem, dass die Ärzte mich anscheinend als austherapiert ansehen. Meine Beschwerden sind noch anhaltend, der Fuß wechselt die Farbe, die Temperatur wechselt, durch die steigende Belastung der täglichen Aktivitäten liegt mein Schmerzlevel konstant bei 5-6, manchmal mit Schmerzspitzen bis 7/8, in Ruhe an guten Tagen bei 3. Das abtrainieren der UAG klappt leider nicht, ich komme schmerzbedingt nicht weg.

Der Schmerztherapeut ist sehr gut, allerdings meint er ich solle Geduld haben, möchte nichts an der Medikation ändern und klebt alle drei Monate das Schmerzpflaster. Der behandelnde Orthopäde der mir die Diagnose stellte meinte plötzlich im November, der Sudeck würde sich prinzipiell nach einem Jahr zurückbilden und ich solle mich nicht mehr so anstellen. Ein Wechsel hat nicht viel gebracht, andere Ärzte wollten entweder operieren oder zweifelten die Diagnose an.Zudem ist meine Frist der Heilmittelverordnungen ausgelaufen, dass Jahr ist rum und die Ärzte können nicht mehr aufgrund der Praxisbesonderheit durchverordnen. Seitdem muss ich mir prinzipiell anhören, die Krankheit müsse sich aber endlich gebessert haben und ich bräuchte keine Therapie mehr, einmal die Woche Krankengymnastik für 20 min reicht und ich soll die Stützen beiseitelegen, und das ohne sich mein linkes Bein angesehen zu haben.

Ich weiß nun nicht mehr wie ich weitermachen soll. Ständig den Arzt wechseln und hoffen irgendwann den richtigen zu finden, darauf habe ich keine Lust mehr. Momentan mache ich leichte Fortschritte in der Krankengymnastik und Ergotherapie, dies wird dann bald vorbei sein.

Die Krankenkasse scheint mir keine langfristige Genehmigung ausstellen zu wollen, die Ärzte wollen ihr Budget nicht mehr belasten. Ich bin am überlegen nur noch zum Schmerztherapeuten zu gehen und den Rest eben sein zu lassen, da ich meine Kraft eher für mein Studium benötige statt gegen Ärzte anzukämpfen. Die Berufsgenossenschaft könnte irgendwann zuständig werden, falls das CRPS als Wegeunfall anerkannt wird und das Gerichtsverfahren zu meinen Gunsten endet. Die einzige Idee die mir noch einfällt wäre, mich hier in einem anderen Krankenhaus vorzustellen.

Dies soll an dieser Stelle reichen, der Text ist sowieso schon zu lang geworden 😉

Für weitere Fragen, Anregungen, Tipps oder was euch einfallen sollte was ich noch ausprobieren kann, ob ihr einen Arzt in Münster oder Umgebung kennt der mir weiterhelfen könnte etc. bin ich euch sehr dankbar!

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Woche!

Viele Grüße

Julia

buecherregal

08.04.2016

Bewegungsrepräsentation zur Schmerzbekämpfung

Neben den bisher bekannten pharmakologisch, chirurgischen und nicht-pharmakologischen konservativen Therapieoptionen werden seit einigen Jahren die Effektivität von Bewegungsrepräsentationstechniken zur Bekämpfung von Schmerzen der Extremitäten untersucht und diese teilweise in der Praxis eingesetzt. Die Techniken nutzen die Beobachtung und/oder Vorstellung von Bewegungen der Arme und/ oder Beine um Schmerzen dieser Gliedmaßen zu vermindern. Beispiele hierfür sind:

  • die Spiegeltherapie (Spiegelung von Bewegungen des nicht betroffenen Armes/ Beines und dadurch Erzeugung einer Illusion von schmerzfreier Bewegung des schmerzhaften Armes/ Beines),
  • die Bewegungsbeobachtung (z.B. direkt, mit Video oder mit Hilfe virtueller Realitäten) oder
  • die motorische Imaginationstherapie (Vorstellung einer Bewegung).

Forscher der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) Hildesheim, der MEDIAN Klinik Berlin−Kladow sowie der Universität zu Köln publizierten Anfang 2016 eine Übersichtsarbeit, in der sie die Ergebnisse von klinischen Studien zu diesen Behandlungsverfahren zusammenfassten. Die Autoren konnten 15 Studien in ihre Arbeit einschließen. Diese wurden dann von zwei unabhängigen Gutachtern ausgewertet. Im Ergebnis kommen die Forscher zu dem Schluss, dass sowohl die Spiegeltherapie als auch eine erweiterte Form (Graded Motor Imagery), bei welcher die Bewegungsvorstellung und Spiegeltherapie kombiniert werden, bei Patient_innen mit einem komplexen regionalen Schmerzsyndrom (CRPS) zu einer signifikanten Schmerzreduktion führen und Alltagsbewegungen verbessern. Außerdem fanden sie Hinweise darauf, dass Patient_innen mit akuten Schmerzen nach Verletzungen oder chirurgischen Eingriffen von der Bewegungsvorstellung ebenfalls im Sinne einer Schmerzreduktion profitieren können. Für Patient_innen mit Phantomschmerzen nach Amputationen und mit Schmerzen der Arme oder Beine nach einem Schlaganfall, die nicht als CRPS klassifiziert werden können, waren keine eindeutigen Aussagen zu treffen. Die Forscher mahnen hierzu und ebenfalls zu Techniken der Bewegungsbeobachtung weitere Studien an.

Quellenangaben:
Thieme H, Morkisch N, Rietz C, Dohle C, Borgetto B. The Efficacy of Movement Representation Techniques for Treatment of Limb Pain-A Systematic Review and Meta-Analysis. J Pain. 2016 Feb;17(2):167-80. (https://www.jpain.org/article/S1526-5900%2815%2900930-X/abstract)

14. Dezember 2015 · Kommentare deaktiviert für Spiegeltherapie bei entzündlich-rheumatischen Schmerzen · Kategorien: Aktuelles, Allgemein, Artikel zu CRPS, Therapien im Überblick · Tags: ,

Spiegeltherapie bei entzündlich-rheumatischen Schmerzen

Potenzial und Grenzen
Quelle: springermedizin.de

Zusammenfassung
Hintergrund
Die Spiegeltherapie verringert chronisches Schmerzerleben und könnte auch für die Behandlung überwiegend entzündlicher rheumatischer Schmerzen geeignet sein.
Ziel der Arbeit
Auf Basis von Literaturbefunden sollen a) die universellen Veränderungen in Bezug auf die Körperwahrnehmung und -repräsentation bei chronischen Schmerzen charakterisiert, b) der mögliche Wirkmechanismus der Spiegeltherapie aufgezeigt und c) die Erfolgsaussichten bei der Behandlung entzündlich-rheumatischer Schmerzen diskutiert werden.
Material und Methoden
Es erfolgte eine Literaturrecherche zu Effektivität und Wirkmechanismus der Spiegeltherapie sowie abgeleiteten Verfahren zur potenziellen Behandlung entzündlich-rheumatischer Schmerzen.
Ergebnisse
Die Spiegeltherapie kann chronische Schmerzen reduzieren, indem sie die assoziierten Veränderungen in der Körperwahrnehmung sowie die zentrale Repräsentation des Körpers durch multimodale sensorische Stimulation korrigiert. Da diese Veränderungen vermutlich auch bei entzündlich-rheumatischen Schmerzen stattfinden, könnte die Spiegeltherapie auch hier positive Effekte haben. Jedoch erschwert die Art der Erkrankung, einhergehend mit motorischen Einschränkungen und Bewegungsschmerzen, die Durchführung der Spiegeltherapie.
Schlussfolgerungen
Die Spiegeltherapie stellt eine nebenwirkungsarme Intervention dar, die vermutlich positive Effekte auf das Schmerzerleben von Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen haben kann. Weitere klinische Forschung ist jedoch nötig, um das Potenzial der Spiegeltherapie und verwandter Methoden für die Behandlung entzündlich-rheumatischer Schmerzen abschätzen zu können.
___ _____
Diese Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (Reinhart-Koselleck-Projekt „Körperrepräsentation und sensomotorische Funktionen modulieren die Reorganisation des Gehirns und Verhaltensänderungen: vom chronischen Schmerz zur lmmobilität und Demenz“, FL 156/41-1) und den Europäischen Forschungsrat (Phantomphänomene: ein Fenster zu Geist und Gehirn [PHANTOMMIND], ERC Grant Agreement No. 230249) unterstützt (beide Projekte an Herta Flor).
Schlüsselwörter: Rheumatische Erkrankungen – Therapie – Literaturrecherche – Körperwahrnehmung – Körperrepräsentation

(Quelle: springermedizin.de)

aachener_weiher

Hallo zusammen,
zunächst einmal möchten wir uns für die rege Anteilnahme an diesem fünften Gruppentreffen zu einem ungewöhnlichen Termin bedanken. Nicht nur, dass wir es in einen geraden Monat verschieben mussten, sondern auch, dass wir uns an einem Donnerstag und dann auch noch vor einem Feiertag getroffene haben. Nach den (mündlichen) Voranmeldungen bei den letzten Treffen und dann einer durchschnittlichen Teilnehmerzahl von 12-15 Personen, hatten wir dieses Mal die Vorfreude nicht ganz so hoch gesteckt. Aber die Besonderheit war, dass wir dieses Mal insgesamt 20 schriftliche Voranmeldungen erhalten haben. Und tatsächlich waren wir mit einigen Nachzüglern dieses Mal 27 Personen, so dass wir noch Stühle hereinholen mussten und unseren Stuhlkreis immer wieder vergrössern mussten, da ja niemand für zweite Reihe gebucht hatte…. Beachtenswert war dieses Mal auch die Herkunft manches neuen Besuchers. So kamen Teilnehmer u.a. vom Niederrhein – Krefeld war besonders gut vertreten – und sogar aus Rheinland-Pfalz, wo wir natürlich noch keine eigene Landesgruppe haben. Aber wir arbeiten dran!

Im Vorfeld des Gruppentreffens hatten wir mit der Einladung dieses Mal auch eine Themenliste mitgeschickt, die wir aber im Laufe des Abends immer weiter zusammen schrumpfen musste, da die Vorstellungsrunde, trotz nur kleiner persönlicher Referate über die eigene Person, die Herkunft und natürlich über den eigenen Herrn Sudeck, dennoch fast die ganze Zeit eingenommen hat. Und wie angekündigt hatten wir dieses Mal auch einen interessanten Gast mit dabei: die Ergotherapeutin und Perfetti-Dozentin Regina Klossek aus Köln. Regina hatte mich vor einigen Monaten angesprochen, weil sie über unsere Selbsthilfegruppe gelesen hatte. In diesen Monaten habe ich mit Regina verschiedene Modelle der Zusammenarbeit diskutiert und wir kamen überein, dass wir mit einem kurzen Vortrag über ihre Erfahrungen in einem Krankenhaus in Bath/England und in Italien anfangen – aber dazu später noch etwas mehr…

Nachdem wir die Vorstellungsrunde beendet haben und die Gruppe wieder eingefangen wurde – es wurde nach langer Zuhörenszeit bei so vielen neuen Teilnehmern etwas unruhig, konnten wir den Abend nur mit einer kleinen Raucherpause klären. Aber zur Rückkehr aus der Rauchpause fehlte uns leider der Gong, da die diversen Personen vor dem Gebäude bereits viele neue Kontakte geknüpft hatten und sich über die durchlebten Sudeckstories und Therapieodysseen austauschten. Da es schon sehr spät war, sind wir durch die eher informellen Themen im Schweinsgalopp durch. Ich verlor ein paar Worte über den Deutzer Gesundheitstag im Eduards-Krankenhaus am vergangenen Sonntag, bei dem es zwar einige interessante Gespräche gab, aber die Zielgruppe – Sudeckbetroffene – eher weniger vertreten waren. Aber es war sehr interessant zu sehen, was andere Selbsthilfegruppen in Köln so vorbereitet hatten. Dann sprach ich das 1. Norddeutsche CRPS-Symposium am 8.11.14 ausgerichtet von unserer Landesgruppe Bremen im Bremer Rot-Kreuz-Krankenhaus aus, welche glücklicherweise den verschobenen Platz des Kölner Symposiums eingenommen hat. Diese Veranstaltung ist aber im Unterschied zu Köln, als Fortbildungsveranstaltung für Ärzte und medizinisches Fachpersonal, aber auch für Betroffene, deren Angehörige und Interessierte geöffnet sein wird (beachte hierzu den eigenen Beitrag). Da es sehr viel neue Teilnehmer in unserer Runde gab, erzählte ich auch kurz, was unsere Selbsthilfegruppe NRW so alles zu bieten hat: Großes Informationsportal im Internet, mit diversen Chat- und Kontaktmöglichkeiten, unserer Ärzteliste etc., wenn man sich kostenfrei für registriert. Darüber hinaus sprach ich auch unsere »Orange Ware«, unseren SOS-Ausweis und unsere McGill Schmerzskala an, die nach der Veranstaltung auch vor Ort erstanden werden konnten. Dann war es mir wichtig, die Runde über unsere geplante Vereinsgründung in NRW zu informieren, da wir bisher nur in kleinem Kreis darüber gesprochen hatten. Ich habe angekündigt, dass wir in Kürze etwas dazu auf der Seite veröffentlichen werden, und jeder angesprochen ist, sich einmal über ein mögliches Interesse an der eigenen Mitwirkung Gedanken zu machen. Glücklicherweise kamen dazu auch gute Wortmeldungen zu Stolperfallen und wichtigen Punkten bei einer Vereinsgründung und wir bekamen auch direkte Hilfezusagen z.B. bei der Erstellung des Vereinssatzung. Bitte hierzu den separaten Beitrag in den nächsten Tagen auf der Seite beachten. Aus der Gruppe kam die Bestätigung, dass wir zunächst erst einmal die SHG Nordrhein-Westfalen zu einem Verein zu machen, so wie es auch in Bremen geplant ist und erst danach den Bundesverband, unser CRPS Netzwerk, ebenfalls in einen eingetragenen Verein umzuwandeln.

Aus Zeitmangel haben wir dann das Thema Spiegeltherapie, welches wir beim letzten Gruppentreffen in der Diskussion hatten und beim nächsten Mal vertiefen wollten. Aber so hat Regina anschliessend das Thema mit in ihren kleinen Vortrag einbezogen und in Kürze über ihre Erfahrungen mit der Spiegeltherapie erzählt. Regina hat in einer kurzen Praktikazeit in einem Krankenhaus in Bath/England die „evidence based“ Behandlung (evidenzbasierte Medizin) kennengelernt und in Aufenthalten in Italien das sogenannte Perfetti-Konzept erlernt. Beide Themen hätten aber den schon sehr angespannten Zeitrahmen des Gruppentreffens (wir haben leider etwas überzogen, so dass sich die nachfolgenden Veranstaltungen um ca. 30 Minuten verschoben haben) gesprengt und so haben wir uns kurzerhand entschlossen, in etwa 4-6 Wochen eine zusätzliche Veranstaltung anzubieten, die als eine Art Fortbildung für die vorgenannten Themen betitelt wird. Wir werden zeitnah über einen Termin informieren. Dennoch sprach Regina das Thema Spiegeltherapie etwas genauer an. So folgt sie der Studie zum Erfolg der Spiegeltherapie in den ersten Monaten der Erkrankung. Aber in einem fortgeschrittenen Stadium ist die Spiegeltherapie demnach eher kontraproduktiv, da der Unterschied zwischen dem Bild der/des bewegenen Hand/Fuß und der tatsächlichen motorischen Information im Gehirn (die Hand/der Fuß bewegt sich gar nicht durch die Funktionseinschränkung im chronischen Stadium) zu einem sogenannten »mismatch« kommt und so mit zu noch mehr Schmerzen führen kann. Regina stellte den Ablauf der Spiegeltherapie anhand eines mitgebrachten Spiegels für die neuen Teilnehmer vor, um es ggf. an ihre Ergotherapeuten weitergeben können. Sollten sich also in einer bestehenden Ergotherapie vor dem Spiegel zu Schmerzen kommen, sollte diese Therapie unbedingt abgebrochen werden.

Nach der leicht überzogenen Zeit sind wir wie bisher auch zum nahegelegen Mexikaner gegangen, um etwas zu trinken und zu essen, und die neu geknüpften Kontakte weiter zu vertiefen und gemeinsam ein bisschen Spass zu haben. Die meisten waren auch im Restaurant des öfteren in Bewegung, da wir dieses mal mit zwei Rollfahrern doch ein wenig Platzprobleme hatten. Aber wie sagt man, Platz ist in der kleinsten Hütte!

Das nächste Gruppentreffen in Köln ist geplant für Freitag, den 5. Dezember 2014 wieder von 18.00 bis 20.00 Uhr im Clarimedis-Haus der AOK Rheinland/HH, Domstraße 49, 50668 Köln

rote Markierung (Links werden noch ergänzt)

Hallo,

ich bin neu hier und möchte mich bei Euch ein mal vorstellen und meine unendliche Geschichte erzählen.

Ich heiße Hardy und wohne in Lübeck (Schleswig – Holstein) und bin  50 Jahre alt.

Bei mir wurde CRPS am linken Fuß (nach zwei OSG OPs) diagnostiziert.

OSG Diagnosen:

Diagnosen:
CRPS Typ 1
Z. n. Arthroskopie linkes OSG mit Knorpelglättung, Abtragung ventraler Osteophyt
Tibiavorderkante, Arthrotomie, D6bridement, Auffüllung Talusnekrose mit Eigenspongiosa
und AMIC vom 21.10.2013 bei
Rezidivosteonekrose Talus links, OSG-Arthrose und ventralem Tibia-Osteophyt
Z. n. arthroskopischer Abrasionsarthroplastik linkes OSG mit Synovektomie,
Knorpelglättung und anterograder Anbohrung Talus links vom 19.06.20’12 bei
Osteonekrose Talus links
Adipositas per magna
Hypakusis bds.
Senk-/Spreizfuß und Hallux valgus links.

Befunde:
Fuß links: Vorfuß kalt, keine livide Verfärbung. Dezent verlängerte Rekapillarisierung.
Schmeahafte Pseudoexostose bei Hallux valgus-Fehlstellung MTP1-Gelenk. Kein Bewegungsschmetz MTP1-Gelenk. Druckschmez TMT1. instabiles TMT1-Gelenk. OSG
frei beweglich. Nicht druckschmezhaft. Reizlose Haut-M/eichteil- und Narbenverhältnisse.
Fußpulse nicht tastbar.
MRT linker Fuß vom 07.03.2014 (schriftlicher Befund Radiologisches Zentrum am Kaufhof)
beurteilt als:
Ausdruck der Beschwerdesymptomatik. Nachweis einer Tendinitis/Peritendinitis. Sehne M.
flexor hallucis longus sowie medial betonte Kapselreizung in Höhe Großzehengrundgelenk
bei Hallux valgus-Fehlstellung. Bereits fortgeschrittene arthrotisch imponierende
Veränderungen Großzehengrundgelenk. Ausschluss einer Marsh-Fraktur. Kein
nachweisliche Knochenödemzone irn Bereich des Vorfußes. Als Normvariante findet sich
ein partiell im Os cuneiforme 1 verschmolzenes Os intermetatarseum. Mit dargestellt zeigt
sich eine tiefe lmpression der lateralen Gelenkfläche zentroventral im Bereich des lateralen
Talus. Aktuell begleitend diffuses talares Knochenödem. Kein signifikanter Gelenkerguss.
Deutliche Hypertrophie des subkutanen Fettgewebes in Höhe des Vorfußes sowohl dorsal
als auch plantar. Hierin keine weiter abgrenzbaren Läsionen. Kein Anhalt für CPRS

Röntgenbefunde:
Fuß im Stehen links in 2 Ebenen vom 25.04.2014(Orbis):
Voraufnahmen vom 24.01 .2014.
Neu zur VU vom Sept 2013 fleckförmige Kalksalzminderung des Mittelfußskeletts sowie der
Metatarsalia-Basen, deutlich geringer der restlichen erfassten Knochen.
Unveränderter Hallux valgus mit degenerativen Veränderungen im
Metatarsophalangealgelenk D1 und Hyperostose am medialen Knöcheldes Os metatarsale
1. Mediodorsaler Sporn an der Basis des Os metatarsale 2 bis an die Basis des Os
metatarsale 1 reichend. OSG achsen- und gelenkgerecht mit minimaler Arthrose.
Unveränderte Abflachung der dorsalen Talusrolle. Plantarer Fersensporn. Unverändert
abgeflachtes Fußgewölbe mit Plattfuß. Kein Nachweis einer akuten Fraktur oder Luxation.
Procedere:
Weiterhin gehen wir
von einem komplex regionalen Schmerzsyndrom Typ 1 aus. Dieses wird untermauert durch
die positiven Etfekte der neu verordneten Medikation. Wir halten eine stationäre
rehabilitative Maßnahme in Zusammenschau aller Befunde für erfolgversprechend und
daher empfehlenswert. Weiterhin empfehlen wir den Einsatz von Bisphosphonaten zur
Unterstützung der Therapie. Eine Wiedervorstellung ist in 12 Wochen vereinbart. Die
lndikation zur operativen lntervention sehen wir dezeit nicht,

Der Orthopäde,(UKSH LÜbeck) der mich auch einmal mit operiert hat, ist relativ schnell, zu diesem Ergebnis gekommen,nachdem ich den Vacoped Stiefel nach 16 Wochen abgenommen bekommen habe und über starke Schmerzen im Vorfuß und Schwellungen geklagt habe. Die entgültige Diagnose hat er dann im April 2014 gestellt (nach 4 Monaten), nach dem er die Aussschlußkriterien ( Haarrisse in den Vorfußknochen und Durrchblutungsstörungen) aussschließen konnte. Danach hat er mich mit einem Kurzbrief zu meinem Hausarzt geschickt, damit er die weiteren Unterssuchungen koordinieren sollte.

Mein Hausarzt zuckte dann nur mit den Schulter und sagte mir von CRPS hätte er noch nie gehört und auch mit Sudeck wüsste er auch nicht so richtig was anzufangen. Er überwies mich dann aber zu meinem niedergelassenen Orthopäden,dieser meinte dann, das er nicht glaube das es Sudeck sei und meinte dann aber, ich sollte mich mal bei der Schmerz Ambulanz der UKSH Lübeck vorstellen, die hätten wahrscheinlich mehr Ahnung mit Sudek. Da waren schon 5 Momate ins Land gegangen!

Als  ich mich in der Schmerzambulanz angemeldet habe wurde mir dann mitgeteilt das sie zurzeit Aufnahme Stopp hätten. Nach dem ich Ihnen aber die Diagnose CRPS genannt habe, und das ich in der Orthopädie der UKSH operiert wurde, hat man mich dann plötzlich sofort angenommen und ich wurde sofort untersucht. Sei dem werde ich sehr gut betreut, habe sofort Medikamemte bekommen, Ergotherapie, Physiotherapie, Untersuchungen beim Neurologen und Psychotherapeuten sollen noch folgen.

Der Orthopäde der Klinik meinte bei mir würde es sich um eine leichtere Form der CRPS handeln, aufgrund meiner  starken Schmerzen, möchte ich nicht wissen wie es Euch mit einer richtigen CRPS geht und hoffe für Euch das Ihr damit  einigermaßen klar kommt.

Inzwischen sind die Schmerzen einigermaßen erträglich nach dem ich Medikamente, Ergotherapie, Tape Bandagen, DMSO Salbe, Spiegeltherapie, Tens Behandlungen und Physotherapie mit Lympfdrainagen,und weiteren Behandlungen bekommen habe.

Leider ist dieses Wahrscheinlich nicht von Dauer, da die CRPS immer Schubweise kommt und feht, aber ich bin inzwischen schon mit kleinen Erfolgen zufriieden , nach dem ich in den letzten 3 Jahren fast ständig Schmerzen hatte, 2x meine Arbeit verloren habe und wenn das  Wiederspruchsverfahren auf eine Reha kein Erfolg hat, ich kurz vor einer Erwerbsminderungsrente,(die dann wahrscheinlich auch wieder abgelehnt wird) stehe.

Ich finde es Super das es Leute wie Euch giebt, die mit so einer Erkrankung noch soviel Kraft haben so eine Selbsthilfegruppe aufbauen und das damit so vielen  Menschen geholfen werden kann!!!

Viele Grüße

Hardy