Nachgang zum ersten Gruppentreffen des Jahres in Köln am 15. Januar 2016

gespraech2

Da hätte ich doch fast verschwitzt, den Nachgangsbericht zum ersten Kölner Gruppentreffen im neuen Jahr zu schreiben….
Asche auf mein kahles Haupt – bin halt auch nur ein Betroffener mit viel Gewitter im Kopf. 🙂

Das Gruppentreffen ging schon besonders und verändert los, weil wir ausnahmsweise nicht in unserer angestammten Umgebung waren, sondern im Nebenraum, in
dem sich bisher parallel die MS-Gruppe getroffen hat. Dieser Raum ist viel größer und man hat Angst sich zu verlaufen. Neben den üblichen Verdächtigen,
also den aktiven Mitgliedern der Gruppe, waren auch dieses mal wieder einige neue Betroffene zum Gruppentreffen gekommen, um sich über die Krankheit zu
informieren, nachdem sie die Diagnose vor nicht allzu langer Zeit erhalten haben.

Neben den trockenen, organisatorischen und administrativen Themen, wie der geglückten Vereinsgründung der Kölner Ortsgruppe, als erster eingetragener
Verein im CRPS Netzwerk, und der Vorstellung der Leistungen und Hilfen, die Betroffene und deren Angehörige über unsere Webseiten erhalten bzw. anfordern
können. Hier wurde unser Ärzteverzeichnis, das Bücherverzeichnis, regelmäßige Veranstaltungen und Vorträge durch Therapeuten, der SOS-Ausweis, die McGill
Schmerzskala, diverse Opiatausweise, Downloadmöglichkeiten von Publikationen zu Schmerzerkrankungen und unsere Orange Ware, zur großflächigen
Bekanntmachung unserer Krankheit in der Öffentlichkeit vorgestellt. Selbst den schon länger bei uns teilnehmenden Personen waren manche unserer
Hilfestellungen noch unbekannt.

Der Höhepunkt dieses Treffens war aber zweifelsohne unser eingeladener Gast. Wir konnten den Physiotherapeuten Carsten aus Köln gewinnen, etwas über
die Therapiemöglichkeiten bei CRPS und die Entwicklung in diesem Bereich in den letzten zehn Jahren zu berichten. Damals galt der CRPS als rein
psychologische Erkrankung, heutzutage hat man erkannt, dass es sich eher um ein Zusammwirken von psychologischen und physiologischen Faktoren handelt.
Und genau das sollte sich in der Therapie wiederspiegeln. In der internationalen Klassifikation von Krankheiten (ICD-10) wird der CRPS hingegen als
Knochenkrankheit eingestuft und sollte dringend angepasst werden, da viele Mediziner der meinung sind, dass man es „mit ein bischen Therapie und Bewegung
reparieren kann, wie zB einen Knochenbruch“.

Carsten arbeitet in einer großen Reha- und Physiotherapieeinrichtung in Köln mit ca. 25 anderen Therapeuten, aber hat sich in Absprache mit seiner
Leitung und den Kollegen u.a. auf CRPS spezialisiert. Carsten berichtete über die drei großen und wichtigen Phasen der Therapie:
1. Schmerzlinderung
2. Mobilisierung
3. Stärkung

Weiterhin stellte er verschiedene Therapieansätze und -formen vor, wie zB Kält- und Wärmebehandlung (Kryotherapie, Kaltluft), Lymphdrainage, Präafolta
(Drucktechnik), neurologische Physiotherapie (kommt aus der Behandlung von Lähmungen und Schlaganfällen, Verbesserung der Nerven-Gehirn-Zusammenarbeit,
Gate-Control-System am besten geeignet an großen Gelenken im Körper, bei dem äußere und innere Schmerzreize von Schmerzrezeptoren in Haut, Muskeln,
Gelenken und inneren Organen aufgenommen werden), Galileo-Behandlung (Anwendung um langsam Kraft aufzubauen, ein besseres Körpergefühl zu erhalten).
Wichtig ist, dass bei einem implantierten Neurostimulator (SCS-System) Galileo nicht eingesetzt werden darf, da die Mikrovibrationen zu Defekten und
Ausfällen des Systems führen können. Hier kann aber mit Druck gearbeitet werden, da Druck die gleiche Definition hat wie Vibration und zu einer
Herstellung der Nervenverschaltung führt. Traktionsbehandlung (Zug aus dem gelenk heraus) ist beim Sudeck eher zu vermeiden und daher eher Druck auf das
Gelenk auszuüben.

Bei einem CRPS an der Hand ist die zu behandelnde Schlüsselstelle die Brustwirbelsäule, beim CRPS am Fuß die Lendenwirbelsäule, da die gesamte Muskulatur
in diesem Bereich durch den Schmerz an anderer Stelle in Mitleidenschaft gezogen wird (Schonhaltung). Wenn man zB die Hand gar nicht behandeln kann oder
diese nicht mobilisierbar ist, dann sollte wenigstens der Rest des Körpers behandelt werden, um solchen Folgeerkrankungen und -erscheinigungen
entgegenzuwirken.

Ein gutes zwischenmenschliches Verhältnis zwischen Therapeut und Patient ist wichtig, weil es zu mehr Bewegung führen kann, da man durch das Vertrauen,
oftmals mehr zulässt. Hier sind genau Absprachen und individuelle Reaktionen auf die Tagessituation erforderlich – eine Schema-F-Behandlung ist eher
kontraproduktiv, nur weil der Behandlungsplan das so vorsieht.

Aktive Übungen und Gerätetraining mag zwar einen sichtbaren Erfolg bringen, aber dieser ist nur gut, wenn man die Übungen auch in den Alltag einbauen
bzw. diese regelmäßig durchführen kann. „Power is nothing wihout control„.

Es war sogar noch Zeit für einige persönliche Fragen an den Physiotherapeuten der Stunde und wir haben den Abend mit kühlem Kölsch und feurigem
mexikanischen Essen bei unserem nahegelegenen Stammmexikaner ausklingen lassen und konnten gerade für die Neuen in der Runde noch die eine oder andere
Frage in Einzelgesprächen klären.

Wir freuen uns schon auf das nächste Gruppentreffen in Köln am 24.03.2016 wie immer um 18.00 Uhr im Clarimedishaus der AOK Rheinland/Hamburg –
ausnahmsweise an einem Donnerstag aufgrund von Ostern und des nachfolgenden Karfreitags.

Euer
Stefan

Nachgang zum Gruppentreffen in Köln am 2.10.2014

aachener_weiher

Hallo zusammen,
zunächst einmal möchten wir uns für die rege Anteilnahme an diesem fünften Gruppentreffen zu einem ungewöhnlichen Termin bedanken. Nicht nur, dass wir es in einen geraden Monat verschieben mussten, sondern auch, dass wir uns an einem Donnerstag und dann auch noch vor einem Feiertag getroffene haben. Nach den (mündlichen) Voranmeldungen bei den letzten Treffen und dann einer durchschnittlichen Teilnehmerzahl von 12-15 Personen, hatten wir dieses Mal die Vorfreude nicht ganz so hoch gesteckt. Aber die Besonderheit war, dass wir dieses Mal insgesamt 20 schriftliche Voranmeldungen erhalten haben. Und tatsächlich waren wir mit einigen Nachzüglern dieses Mal 27 Personen, so dass wir noch Stühle hereinholen mussten und unseren Stuhlkreis immer wieder vergrössern mussten, da ja niemand für zweite Reihe gebucht hatte…. Beachtenswert war dieses Mal auch die Herkunft manches neuen Besuchers. So kamen Teilnehmer u.a. vom Niederrhein – Krefeld war besonders gut vertreten – und sogar aus Rheinland-Pfalz, wo wir natürlich noch keine eigene Landesgruppe haben. Aber wir arbeiten dran!

Im Vorfeld des Gruppentreffens hatten wir mit der Einladung dieses Mal auch eine Themenliste mitgeschickt, die wir aber im Laufe des Abends immer weiter zusammen schrumpfen musste, da die Vorstellungsrunde, trotz nur kleiner persönlicher Referate über die eigene Person, die Herkunft und natürlich über den eigenen Herrn Sudeck, dennoch fast die ganze Zeit eingenommen hat. Und wie angekündigt hatten wir dieses Mal auch einen interessanten Gast mit dabei: die Ergotherapeutin und Perfetti-Dozentin Regina Klossek aus Köln. Regina hatte mich vor einigen Monaten angesprochen, weil sie über unsere Selbsthilfegruppe gelesen hatte. In diesen Monaten habe ich mit Regina verschiedene Modelle der Zusammenarbeit diskutiert und wir kamen überein, dass wir mit einem kurzen Vortrag über ihre Erfahrungen in einem Krankenhaus in Bath/England und in Italien anfangen – aber dazu später noch etwas mehr…

Nachdem wir die Vorstellungsrunde beendet haben und die Gruppe wieder eingefangen wurde – es wurde nach langer Zuhörenszeit bei so vielen neuen Teilnehmern etwas unruhig, konnten wir den Abend nur mit einer kleinen Raucherpause klären. Aber zur Rückkehr aus der Rauchpause fehlte uns leider der Gong, da die diversen Personen vor dem Gebäude bereits viele neue Kontakte geknüpft hatten und sich über die durchlebten Sudeckstories und Therapieodysseen austauschten. Da es schon sehr spät war, sind wir durch die eher informellen Themen im Schweinsgalopp durch. Ich verlor ein paar Worte über den Deutzer Gesundheitstag im Eduards-Krankenhaus am vergangenen Sonntag, bei dem es zwar einige interessante Gespräche gab, aber die Zielgruppe – Sudeckbetroffene – eher weniger vertreten waren. Aber es war sehr interessant zu sehen, was andere Selbsthilfegruppen in Köln so vorbereitet hatten. Dann sprach ich das 1. Norddeutsche CRPS-Symposium am 8.11.14 ausgerichtet von unserer Landesgruppe Bremen im Bremer Rot-Kreuz-Krankenhaus aus, welche glücklicherweise den verschobenen Platz des Kölner Symposiums eingenommen hat. Diese Veranstaltung ist aber im Unterschied zu Köln, als Fortbildungsveranstaltung für Ärzte und medizinisches Fachpersonal, aber auch für Betroffene, deren Angehörige und Interessierte geöffnet sein wird (beachte hierzu den eigenen Beitrag). Da es sehr viel neue Teilnehmer in unserer Runde gab, erzählte ich auch kurz, was unsere Selbsthilfegruppe NRW so alles zu bieten hat: Großes Informationsportal im Internet, mit diversen Chat- und Kontaktmöglichkeiten, unserer Ärzteliste etc., wenn man sich kostenfrei für registriert. Darüber hinaus sprach ich auch unsere »Orange Ware«, unseren SOS-Ausweis und unsere McGill Schmerzskala an, die nach der Veranstaltung auch vor Ort erstanden werden konnten. Dann war es mir wichtig, die Runde über unsere geplante Vereinsgründung in NRW zu informieren, da wir bisher nur in kleinem Kreis darüber gesprochen hatten. Ich habe angekündigt, dass wir in Kürze etwas dazu auf der Seite veröffentlichen werden, und jeder angesprochen ist, sich einmal über ein mögliches Interesse an der eigenen Mitwirkung Gedanken zu machen. Glücklicherweise kamen dazu auch gute Wortmeldungen zu Stolperfallen und wichtigen Punkten bei einer Vereinsgründung und wir bekamen auch direkte Hilfezusagen z.B. bei der Erstellung des Vereinssatzung. Bitte hierzu den separaten Beitrag in den nächsten Tagen auf der Seite beachten. Aus der Gruppe kam die Bestätigung, dass wir zunächst erst einmal die SHG Nordrhein-Westfalen zu einem Verein zu machen, so wie es auch in Bremen geplant ist und erst danach den Bundesverband, unser CRPS Netzwerk, ebenfalls in einen eingetragenen Verein umzuwandeln.

Aus Zeitmangel haben wir dann das Thema Spiegeltherapie, welches wir beim letzten Gruppentreffen in der Diskussion hatten und beim nächsten Mal vertiefen wollten. Aber so hat Regina anschliessend das Thema mit in ihren kleinen Vortrag einbezogen und in Kürze über ihre Erfahrungen mit der Spiegeltherapie erzählt. Regina hat in einer kurzen Praktikazeit in einem Krankenhaus in Bath/England die „evidence based“ Behandlung (evidenzbasierte Medizin) kennengelernt und in Aufenthalten in Italien das sogenannte Perfetti-Konzept erlernt. Beide Themen hätten aber den schon sehr angespannten Zeitrahmen des Gruppentreffens (wir haben leider etwas überzogen, so dass sich die nachfolgenden Veranstaltungen um ca. 30 Minuten verschoben haben) gesprengt und so haben wir uns kurzerhand entschlossen, in etwa 4-6 Wochen eine zusätzliche Veranstaltung anzubieten, die als eine Art Fortbildung für die vorgenannten Themen betitelt wird. Wir werden zeitnah über einen Termin informieren. Dennoch sprach Regina das Thema Spiegeltherapie etwas genauer an. So folgt sie der Studie zum Erfolg der Spiegeltherapie in den ersten Monaten der Erkrankung. Aber in einem fortgeschrittenen Stadium ist die Spiegeltherapie demnach eher kontraproduktiv, da der Unterschied zwischen dem Bild der/des bewegenen Hand/Fuß und der tatsächlichen motorischen Information im Gehirn (die Hand/der Fuß bewegt sich gar nicht durch die Funktionseinschränkung im chronischen Stadium) zu einem sogenannten »mismatch« kommt und so mit zu noch mehr Schmerzen führen kann. Regina stellte den Ablauf der Spiegeltherapie anhand eines mitgebrachten Spiegels für die neuen Teilnehmer vor, um es ggf. an ihre Ergotherapeuten weitergeben können. Sollten sich also in einer bestehenden Ergotherapie vor dem Spiegel zu Schmerzen kommen, sollte diese Therapie unbedingt abgebrochen werden.

Nach der leicht überzogenen Zeit sind wir wie bisher auch zum nahegelegen Mexikaner gegangen, um etwas zu trinken und zu essen, und die neu geknüpften Kontakte weiter zu vertiefen und gemeinsam ein bisschen Spass zu haben. Die meisten waren auch im Restaurant des öfteren in Bewegung, da wir dieses mal mit zwei Rollfahrern doch ein wenig Platzprobleme hatten. Aber wie sagt man, Platz ist in der kleinsten Hütte!

Das nächste Gruppentreffen in Köln ist geplant für Freitag, den 5. Dezember 2014 wieder von 18.00 bis 20.00 Uhr im Clarimedis-Haus der AOK Rheinland/HH, Domstraße 49, 50668 Köln

rote Markierung (Links werden noch ergänzt)

Nachgang zum Gruppentreffen in Köln am 30.5.2014

Es war das dritte Gruppentreffen in NRW bzw. Köln und wir hatten einen neuen Veranstaltungsort zu testen. Ich war über eine Stunde früher vor Ort, um mir die Gegebenheiten anzusehen und um die Richtungsschilder für das Gruppentreffen aufzuhängen. Dabei interessierten mich natürlich vor Allem die Möglichkeiten, als Rollifahrer. Aber man muss sagen, dass der neue Gruppenraum bei der AOK Rheinland/Hamburg, besser gesagt in dessen Servicecenter Clarimedishaus eine perfekte Einrichtung für unsere Gruppentreffen zu sein scheint. Es ist fussläufig vom Hauptbahnhof erreichbar und mit einmal links und einmal rechts sehr gut zu finden. Vor Ort gibt es einen Pförtner, der die gesamte Zeit Einlass gewährt. Des Weiteren kann man zu unserer späten Gruppenzeit auf dem hauseigenen Parkplatz parken, sofern schon genug Plätze frei sind. Rollstuhlfahrer können an der linken Seite des Gebäudes durch eine ebenerdige eigene Glastür ins Gebäude gelangen, es gibt zwei Aufzüge und der Gruppenraum war im ersten Stock gelegen. Dieses mal war ich sogar nicht der einzige im Rollstuhl. Da ich die genaue Anzahl der Teilnehmer nicht kannte – es hatten sich im Vorfeld 20 (!) Personen angemeldet. Bis um 18.20h waren wir dann aber doch nur 13 Personen. Aber es war auf jeden Fall eine nette – größtenteils schon bekannte – Gruppe. Der Raum ist doch entsprechend groß, das wir zukünftig in einem Fall von Personeninvasionen auch immer noch mehr Personen unterbringen können und müssen nicht wirklich noch etwas anmieten. Die AOK hatte uns einen Stuhlkreis vorberietet, da mir die Veranstaltung mit Tischen bei den letzten Malen doch sehr Schulhaus- oder VHS-mäßig erschien, und eine Schreibunterlage brauchen wir bei unseren Treffen ja eher nicht. Übrigens habe ich aus dem Gruppenraum bei der AOK mitgenommen, dass ich für das nächste Mal auf jeden Fall eine kleine Bewirtung bestelle.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde vor allem durch die fünf neuen Betroffenen inklusive meiner Mutter, die mich mal wieder gerne zu einem Treffen begleitete und der organisatorischen Einführung, haben wir mit einem vorgebreiteten Themenkatalog angefangen. Ich habe der Gruppe nochmals meine Pläne für das erste interdiziplinäre CRPS-Symposium in Köln in der zweiten Jahreshälfte vorgestellt. Viele Teilnehmer waren begeistert von der Idee und mir wurde auch verschiedentlich Hilfe bei der Planung und Organisation angeboten. Ich werde in Sachen Sponsoring, Öffentlichkeitsarbeit bzw. Pressemitteilungen usw. gerne darauf zurückkommen. Aus diesem Thema heraus und auch durch verschiedentliche Einzelgespräche untereinander, bei denen ich so manches Mal um Ordnung bitten musste, wurde mehrfach angesprochen, dass wir – die CRPS-Betroffenen – zusammen mehr in die Öffentlichkeit gehen müssen. So wäre ein Beitrag bei »sterntv/RTL Television« denkbar, kleine Thementexte oder persönliche CRPS-Geschichten in Zeitunge wie zum Beispiel die sogenannte »Rentnerbravo«, also der Apothekenumschau, Goldenes Blatt, Bild der Frau o.ä., um unsere Krankheit mehr ins Gewissen der Öffentlichkeit zu bringen. Wie jeder von uns festgestellt hat, gibt es unter dem medizinischen Fachpersonal einen bunten Wissenstand zum Sudeck von »schon mal gehört«, über »ich kenn da wen« und »ich hatte da mal eine Patientin«, bis zu »ich bin der CRPS-Papst«. Zu dem Thema gab es auch Zusagen zur Unterstützung. Weiterhin stellte ich ein weiteres Mal die McGill Schmerzscala vor. Es gab auch schon einen Beitrag zum Thema auf der Webseite, aber dennoch war sie manchem noch unbekannt. So hatte ich für das Portemonnaie ein paar kleine laminierte Scalenkarten zum Mitnehmen vorbereitet, die man beim nächsten Arztbesuch mal unbedingt seinem behandelten Spezialisten zeigen sollte, damit dieser einmal die massive Höhe der CRPS/RSD-Schmerzen erfassen könnte. Es würde mich dazu interessieren, welchem Arzt, die Scala beriets bekannt ist. Durch einen Anruf einer verzeifelten Mutter für ihren am Fuß erkrankten Sohn, hatte ich einmal herumgefragt, wie der Stand der äußerlichen Symptome des CRPS ist, da man doch im sogenanten Stadium II (ohne erkennbare äusserliche Erkrankungssymptome) sicherlich arge Schwierigkeiten hat, dem Arzt klar zu machen, worum es geht, und das vor Allem, wenn der Sudeck schon was länger in der Hand oder in dem Fuß wohnt. Auch dazu gab es zahlreiche Wortmeldungen und die anderen Betroffenen waren natürlich froh, dass sie bereits in fester Behandllung sind. WIederum Teilnehmer ohne festen Behandler haben es da schon schwerer und müssen oftmals eine Gradwanderung machen, um nicht sofort in die Psychoecke geschoben zu werden. Hier hilft sicherlich manchmal ein ernergisches Auftreten, eine gewisse Hartnäckigkeit oder nach mancher Ärzteodysse, ein fachkundiger CRPS-Arzt, der den Sudeck auch ohne äussere Merkmale erkennt. Hier ist leider ganz klar das Problem vieler Betroffener erkennbar: »Es ist wichtig, frühzeitig nachdem ein CRPS diagnostiziert wurde, eine intensive Behandlung einzuleiten. Je länger die Erkrankung und die Schmerzen bestehen, desto schlechter sind die therapeutischen Möglichkeiten« (Zitat Rommelklinik Bad Wildbad). Um auf die verzeifelte Mutter zurückzukommen, ihr Sohn ist erst seit etwa 8 Wochen dabei, hat am Fuß alle bekannten Symptome (Verfärbung, Überwärmung bzw. Temperaturunterschied, Steifheit und Bewegungseinschränkung, glatte glänzende Haut, Schwellung, vermehrter oder verringerter Haar- und Nagelwuchs, Schwitzen etc.) aber keine Schmerzen. Ich wollte ihr gar nicht sagen, dass diese als Hauptsymptom sicher noch kommen können. Ein weiteres heiß diskutiertes Thema war die stationäre Behandlung oder auch die stationäre Reha, je nach dem, wer der Träger der Kosten ist. Herausgekommen ist, dass eine stationäre Behandlung in jedem Fall hilfreich ist und jedem Betroffenen anzuraten ist, weil dort in sehr kurzen Intervallen viel Behandlung und Therapie stattfinden kann, was in einer ambulanten Therapie nie erreicht werden kann. Diese multimodale Therapie, bei dem alle Disziplinen an einem Tisch sitzen und über den/die Betroffene/n beraten, kann zwar nur für zwei bis drei Wochen (oder ind er Intervalltherapie auch länger) eine Besserung herbeiführen, aber der/die Patient/in kann hiervon vieles mit nach Hause nehmen und eigenständig weiterführen. In der Runde wurde aber auch ein Fall aus Rheinland-Pfalz genann, bei dem auch ausserhalb eines Hauses alle Ärzte und Therapeuten miteinander sprechen und es findet keine Behandlung statt, ohne dass die anderen Fachpersonen davon wissen. So ein intersiziplinäres / multimodales Modell sucht man aber sonst sicherlich endlos. Unser letztes Thema waren alternative Behandlungsmaßnahmen. Diese sind in allen SHG bisher noch kein Diskussionsthema gewesen, und aus eigener Erfahrung habe ich dieses Thema angesprochen. Selbst mache ich seit einiger Zeit die Cranio-Sakrale-Therapie, die der Osteopathie entlehnt ist. Beides ist leider nur bedingt von der Schulmedizin akzeptiert, weil noch keine großen Studien dazu existieren. Abzuraten ist aber auf jeden Fall von hochpreisigen neuen Methoden wie Photonentherapie, Laserblutbestrahlung, Lichttherapie usw. Diese Therapien mögen zwar neu und aus den USA stammen, aber sie kosten oft viereckig Geld, was keine kasse trägt, und die Heilungschancen sind unbekannt und nicht bestätigt, ebensowenig neue Nebenwirkungen. Bisher hatte ich mich auch immer gegen diese Behandlungen mehr oder weniger gewehrt, aber seit ich es mache, habe ich wenigstens kurzzeitig in der Woche nahezu schmerzfreie Momente (10-15 Minuten) und es geht einem danach oftmals sehr gut, weil man oftmals tiefentspannt ist. Viele in der Runde waren interessiert, andere konnten diese kurzen Inseln der Schmerzfreiheit bestätigen. Somit sollte man auf jeden Fall daüber nachdenken, um auch sagen zu können, man hat alles erdenkliche ausprobiert. Ich habe die Teilnehmer abschliessend nochmals gebeten, mir gute wie schlechte Ärzte, Therapeuten und Kliniken zu nennen, damit wir unser CRPS-Ärzteverzeichnis ausweiten können. Arztvergleichsportale gibt es genügend, aber keins geht auch nur im geringsten auf CRPS ein. Schade eigentlich…. Am Ende des Treffens gab es wie jedes Mal die Gelegenheit, verschiedene CRPS-Materialien, Anstecker, Armbänder, Schleifen zu erstehen und einen SOS-Ausweis zu bestellen.

Nach dem Treffen haben wir uns noch in das nahegelegende Pancho Villa, einem mexikanischen Restaurant, aufgemacht, um gemeinsam etwas zu essen und zu trinken und diverse Themen noch weiter auszuführen, um sich untereinander besser kennenzulernen, um vielleicht beginnenden Freundschaften zu finden und um gemeinsam noch ein wenig zusammen zu sein, als eine Gruppe, die das gleiche durchmacht, das gleiche fühlt und weiß, worüber man redet. Alle haben zugesteimmt, dass das mit dem Clarimedishaus unsere Stammkneipe werden könnte…

Das nächste Treffen in Köln findet voraussichtlich am 25. Juli 2014 statt.