Persönlicher Erfahrungsbericht in der Schmerzklinik am Arkauwald in Bad Mergentheim

Persönlicher Erfahrungsbericht in der Schmerzklinik am Arkauwald in Bad Mergentheim

Vorgeschichte:

Am 18.02.14 hatte ich einen häuslichen Unfall und verletzte mich mit einer Glasscherbe an der linken Innenhand. Als Notfalleinlieferung wurde ich in der Mainzer Uniklinik stationär aufgenommen. Beim Röntgen wurde festgestellt, dass sich noch Glassplitter in der Hand befanden. Ein starkes Taubheitsgefühl im Zeige- und Mittelfinger hatte ich sofort nach dem Unfall ( partielle Nervendurchtrennung des Medianus). Am nächsten Vormittag wurde ich ca. 3 Std. mit Teilnarkose operiert und erhielt eine Gipsschiene. In der folgenden Nacht hatte ich sehr starke Schmerzen und ließ mir mehrmals Schmerzmittel geben, die aber kaum wirkten. Am 21.02.14 sollte die Gipsschiene erneuert werden und ich wurde mit einem Rollstuhl in den Gipsraum gebracht. Auf dem Weg dorthin bemerkte ich, dass die Hand stark blutete. Der behandelnde Arzt veranlasste sofort eine Notoperation, bei der ein Hämatom ausgeräumt wurde. Die Weiterbehandlung erfolgte mit Schmerzmitteln, Antibiotika und einem elastischen Verband. Am 24.2.14 wurde ich aus der Klinik entlassen und fing auch bald darauf wieder an zu arbeiten. Bei einer privaten Feier am 12.04.14 sprach mich eine befreundete Ärztin an und vermutete aufgrund des Hautbildes und der immer noch stark geschwollenen Hand einen Morbus Sudeck. In der Sudeck-Sprechstunde der Neurologie in der Mainzer Uniklinik wurde der Verdacht durch zahlreiche und zeitintensive Untersuchungen bestätigt. Seitdem Arbeitsunfähigkeit und viele ambulante Therapien. Meine behandelnde Hausärztin empfahl mir eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme, die nach vielem hin und her zwischen den Kostenträgern (Ablehnung, Widerspruchsverfahren) am 24.07.14 positiv entschieden wurde. Im Internet hatte ich mich schon vorher über geeignete Kliniken schlau gemacht und die Schmerzklinik am Arkauwald als die am besten geeignete herausgefunden.

Aufnahme:

Nach kurzen Telefonaten teilte mir die Klinik bald mit, dass ich am 14.08.14 stationär aufgenommen werden konnte. Pünktlich um 10:00 wurde ich von der freundlichen Empfangsmitarbeiterin Frau Wehle auf mein Zimmer gebracht und im Haus herumgeführt. Ich bekam ein geräumiges Doppelzimmer mit Talblick zur Alleinbelegung. Auch mein Therapieplan für die nächsten 2 Tage lag schon bereit. Während mein Mann sich mit meinen Gepäckstücken durch die veralteten Aufzügen quälte, hatte ich schon die erste Untersuchung im Schwesternzimmer: EKG, Blutdruck, Gewicht, Puls usw.

Verpflegung:

Ich wurde der Küchenleiterin Frau Schneider vorgestellt und sie wies mir einen festen Sitzplatz an einem Vierertisch zu. Das Frühstück und das Abendessen gab es in Buffetform, das Mittagessen wurde am Tisch serviert. Auf unterschiedliche Kostformen wurde individuell eingegangen und ich hatte die Wahl zwischen einem vegetarischen und zwei Fleisch- oder Fischgerichten. Es gab fast täglich eine Vorsuppe und / oder einen Salat und einen Nachtisch. Das Essen war schmackhaft und reichlich. Das Personal war ausgesprochen freundlich und hilfsbereit und versuchte auf individuelle Wünsche einzugehen.

Ärztliche Versorgung:

Am Nachmittag des Ankunftstages lernte ich meinen behandelnden Arzt Herrn Harhausen kennen. Er nahm sich für eine gründliche Anamnese und Allgemeinuntersuchung 3 Stunden Zeit für mich und war dabei sehr empathisch, so dass ich gleich Vertrauen gewann und mich in der Klinik anfing wohl zu fühlen.
Er diagnostizierte CRPS II (Kausalgie) und empfahl mir eine Nervenblockade mit Kathetertherapie. Als ich zurückhaltend darauf reagierte und am nächsten Tag nach alternativen Heilmethoden fragte, erfuhr ich von ihm, dass es keine Alternativen gibt. Herr Harhausen erklärte mir im Erstgespräch auch gleich, dass die von der Krankenkasse bewilligten 3 Wochen bei dieser Therapie nicht ausreichend seien und er deshalb mit meinem Einverständnis eine Verlängerung beantragen würde. Ich war einverstanden und ließ mich auf die Kathetertherapie ein. Umfangreiches Infomaterial mit Risiken und Nebenwirkungen bekam ich in schriftlicher Form. Zukünftig würde ich 3mal in der Woche Termine zur ärztlichen Sprechstunde haben.

Klinikgebäude:

Die Arkaukliniken sind in 2 Gebäuden untergebracht. Das „Schmerzzentrum“ ist im nächsten Ort Löffelstelzen, wurde renoviert und ist barrierefrei, so dass dort vorwiegend gehbehinderte Menschen behandelt werden. Das Personal hilft sich bei Engpässen aus, grundsätzlich arbeitet aber jede Klinik autonom. Die Schmerzklinik am Arkauwald, in der ich untergebracht war, ist schon etwas in die Jahre gekommen und ein durch Anbauten verwinkeltes Gebäude mit wenigen alten Fahrstühlen, die auch nicht immer funktionierten. Auch das Flachdach war nicht dicht, so dass es bei starkem Regen schon mal tropfte. Die Therapien fanden fast ausschließlich in Kellerräumen statt, das ist nicht nur für die Therapeuten sehr schade. Trotz alledem hat das Haus einen gewissen Charme und das Personal trug es mit Humor.

Schwesternzimmer:

Auch die Schwestern waren meist fröhlich und gut gelaunt, hatten sie doch das heimliche Regiment. Sie arbeiteten sehr hart und konzentriert, auch wenn sich oft die Patienten wartend vor der Türe ärgerten, wenn es nicht alles nach ihrem Plan lief.

Therapiealltag:

Hier erst mal mein höchstes Lob an alle Therapeuten, die mir sehr motiviert und fachlich kompetent erschienen. Als Patientin merkte ich, dass die Absprachen zwischen Ärzten, Schwestern und Therapeuten gut liefen und genau das hatte ich mir nach meiner Odyssee in meiner ambulanten Therapie gewünscht.
Jeden Samstag gab es einen schriftlichen Therapieplan für die nächste Woche. An diesem Plan war noch ein Formular zum Ausfüllen angehängt, in den man eintragen sollte, wie groß das Schmerzempfinden war, welcher Therapieerfolg stattgefunden hat, wie der Nachtschlaf war, ob es Nebenwirkungen durch Medikamente gab und welche Methoden zur Schmerzablenkung erfolgreich waren.
Mein Therapieplan sah wochentäglich 6-10 verschiedene Anwendungen vor und begann oft schon um 6:40 Uhr.

Ich erhielt:

  • Magnetfeldliege
  • manuelle Lymphdrainage
  • Fango
  • Kohlensäurebäder
  • Lasertherapie
  • Elektrotherapie
  • Muskelentspannung nach Jakobsen
  • Krankengymnastik
  • Interferenzstromtherapie
  • Wirbelsäulengymnastik
  • Hand und Fußtraining
  • Einzel-Schmerzpsychotherapie
  • Stressbewältigung
  • Ergotherapie

Auch Dr. Boss als Chefarzt stellte sich, die Klinik und das liebliche Taubertal vor.
Es gab viele Vorträge zur Stressbewältigung, Ernährungsberatung und den Umgang
mit chronischen Schmerzen. Blutdruck-, Puls-, Temperatur- und Gewichtskontrollen wurden einmal wöchentlich oder nach Bedarf auch öfter durchgeführt. Am Wochenende gab es für mich nur 1-3 Therapietermine täglich. Mein erster richtiger Therapietag verlief logistisch einwandfrei: Den Plan mit den genauen Uhrzeiten und Raumangaben musste ich immer mit mir führen und vom zuständigen Therapeuten abzeichnen lassen. Was mir bei all diesem geschäftigen Treiben aber fehlte, war die Erklärung über die Notwendigkeit und den therapeutischen Nutzen der einzelnen Anwendungen. Nur auf gezielte Fragen erhielt ich Antworten. Setzte man hier voraus, dass ich genau wußte, welche Therapie wofür nutzt oder sollte ich das gar nicht wissen? Die Therapeuten waren zwar fast alle sehr freundlich, aber so beschäftigt, dass sie für lange Erklärungen nur bei den Einzelanwendungen Zeit hatten. Selbst die auswärtige Fahrt zum Röntgen war bestens organisiert. Der Fahrer heißt Harry oder mochte auf jeden Fall so genannt werden. Er brachte mich mit dem Klinikbus zum Termin und holte mich auch wieder zuverlässig dort ab.

Schmerzkatheter:

Nach 7 Tagen Gewöhnung an den Klinikalltag wurde mir der periphere Schmerzkatheter gelegt. Die Prozedur war im Eingriffsraum und durch meinen behandelnden Arzt sehr gut vorbereitet. Der Eingriff selbst wurde von einer Oberärztin und einer Anästhesistin durchgeführt und dank liebevoller Betreuung und entsprechenden Infusionen nahezu schmerzfrei. Der Katheter im Oberarm wurde bei mir 2mal täglich gefüllt. Diese Nervenblockade sollte eine Muskelentkrampfung und Mehrdurchblutung fördern.
Vor der Behandlung unterschrieb ich, dass ich über Risiken und Nebenwirkungen aufgeklärt wurde und mit dem Eingriff und allen notwendigen Begleitmaßnahmen einverstanden bin. Diese Nervenblockade wirkte bei mir sehr schnell, mein linker Arm war ab dem Ellenbogen betäubt. Ich suchte den Arzt auf, und er reduzierte die Medikation sofort. Das Taubheitsgefühl war weiterhin unangenehm, aber auszuhalten.

Ärzte:
Von Mitpatienten erfuhr ich, dass sich nicht alle Patienten so gut behandelt fühlen wie ich. Ein bestimmter Arzt stellte nach Angaben der Mitpatienten so undifferenzierte und falsche Diagnosen, dass manche ihn offen ablehnten und das Problem zur Chefsache machten. Andere wiederum, die sich von ihm von oben herab behandelt fühlten und nicht den Mut hatten, den Arzt zu wechseln, verzweifelten an sich selbst und reagierten depressiv. Ich bemerkte aber auch , dass seitens des Vorgesetzten darauf reagiert wurde und der betreffende Arzt nicht mehr in der Klinik arbeitet. Mein Arzt kannte sich mit CRPS sehr gut aus und behandelte meines Wissens nach auch die meisten Sudeck- Patienten. Der Chefarzt Dr. Boss ist eine Seele von Mensch und scheint kein zuhause zu haben, er war von morgens bis abends in der Klinik und hatte für jeden ein offenes Ohr.

Freizeit:

Die Klinik liegt in ca. 200 Meter Höhe über Bad Mergentheim und man hat einen wunderschönen Blick über die Kreisstadt. Wenn man gut zu Fuß ist, schafft man den Weg durch den Wald in den Kurpark und die Innenstadt in weniger als 20 Minuten. Der öffentliche Bus fährt 1mal stündlich und wird abends durch Ruftaxis ersetzt. Die Klinik hat auch einen eigenen Bustransfer, der kostenlos um 14:00 Uhr die Patienten in die Stadt fährt und um 16:00 Uhr wieder zurück bringt ( an den Wochenenden vormittags). Auch das Freizeitprogramm kann sich sehen lassen: Kostenlose Fahrten nach Würzburg, Rothenburg ob der Tauber, in den Wildpark, zum Bowling und ins Kino uvm sind nicht selbstverständlich und tragen zum Heilungserfolg bei.

Resümee:

Meine durchweg positiven Erfahrungen in der Klinik konnten leider nicht alle Patienten mit mir teilen. Von einer Patientin mit CRPS im Fuß wurde mir mitgeteilt, dass sie 2mal an einem Tag von einem Zimmer in ein anderes umziehen musste, weil die Klinikverwaltung keine Rücksicht darauf nahm, dass sie nur an Krücken gehen konnte und wegen des defekten Fahrstuhles viele Treppen steigen musste. Ihr Krankheitsbild verschlechterte sich daraufhin umgehend, nachdem sie in den ersten Wochen schon gute Therapieerfolge erzielt hatte. Den allermeisten Patienten, mit denen ich sprach, ging es aber ähnlich wie mir: Sie fühlten sich angenommen und würden diese Klinik nicht zuletzt wegen des freundlichen und kompetenten Personals weiter empfehlen. Mir hat mein behandelnder Arzt eine Wiederholung dieser Rehabilitationsmaßnahme im nächsten Jahr angeraten, weil mein CRPS II natürlich nicht verschwunden ist, sondern eine nicht unerhebliche Verbesserung der Beweglichkeit brachte, so dass ich mich jetzt wieder arbeitsfähig fühle.

Mainz, den 25.10.14

Klinik in Bad Mergentheim

Hallo zusammen,
ich habe in Kürze einen Termin in der Schmerzklinik in Bad Mergentheim. Hat jemand vielleicht dort (positive/negative?) Erfahrungen gemacht. Es soll eine Untersuchung (ambulant) durchgeführt werden, um festzustellen, ob ich CRPS 1 oder CRPS Typ 2 bin. Ich habe seit jetzt über 5 Jahren CRPS in der linken Hand/Arm.
Wie sieht diese Untersuchung aus, weiß das jemand?
Danke schonmal vorab für Rückmeldungen. LG

Eine Sudeckgeschichte bzw. ein Tatsachenbericht der heutigen Sudeckbehandlung

Eine Sudeckgeschichte bzw. ein Tatsachenbericht der heutigen Sudeckbehandlung

Über den Supportchat erhielt ich einen Erfahrungsbericht eines Vaters, den ich mit seinem Einvertändnis, gerne hier veröffentlichen möchte. Dieser Bericht ist natürlich noch nicht abschliessend und wir werden ihn dann und wann erweitern…. Fragen und Kommentare bitte an den Bericht anhängen oder per Email an die Board-Administration (support@crps-nrw.de). Ich werde die perönlichen Anfragen dann gerne weiterleiten.

Im März 2014 hat es unseren Sohn getroffen. Er ist 14 Jahre alt, sportlich, schlank und groß. Beim samstäglichen Handballturnier knickte sein Fuß um. Die Folge war ein Bänderriß am Fußgelenk. Das Gelenk schwoll sehr schnell bis zum – laienhaft gesprochen – Platzen an. In einer Notfallpraxis wurde ein Bänderriss diagnostiziert. Nach Hause ging es mit einer Gipsschiene und Krücken. Es dauerte ca drei Wochen, bis die Schwellung einigermaßen zurückgegangen war. Bei mehreren Zwischenuntersuchungen von mehreren verschiedenen diensthabenden Ärzten in der Notfallpraxis wurde nichts Besonderes festgestellt. Die auch nach drei Wochen anhaltende Schwellung wurde als „denkbar und normal“ abgetan. Nach drei Wochen bekam er dann eine abnehmbare Vacuped-Schiene aus Plastik. Diese trug er dann weitere drei Wochen. Nach insgesamt rund 4 oder 5 Wochen war die Schwellung des Fußgelenks immer noch deutlich vorhanden, zudem verfärbte sich das Bein, insbesondere vorne am Schienbein dunkel rötlich, manchmal auch bläulich. Die Temperatur war deutlich fühlbar erhöht und der Haarwuchs verstärkte sich im Vergleich zum gesunden Bein deutlich. Das Wachstum der Zehennägel war normal. Schmerzen waren keine vorhanden. In „Gipspausen“ legten wir stundenweise Wickel zur Rückbildung der Schwellung an. Oftmals hat es vorübergehend geholfen. Nach 6 Wochen wurde unser Sohn bei der Abschlussuntersuchung in der Notfallpraxis als „gesund“ entlassen. Die Beschwerden würden sich mit der Zeit schon geben, hieß es. Zumal bei Jugendlichen in diesem Alter. Einem siebten Sinn folgend ließen wir uns aber trotz Widerwillen des Arztes Krankengymnastik und Lymphdrainage verschreiben. Dies müssen wir im Rückblick als Glücksfall ansehen. Denn der aufgesuchte Physiotherapeut sprach uns schon nach kurzer Sichtung auf Sudeck an und klärte uns über die möglichen Folgen auf. Auch gab er uns wertvolle Tipps zur Therapie daheim, wie weiterhin schwellungsmindernde Maßnahmen wie Wickel, Kühlung, Hochlegen, Schonung. Schon wenige Tage danach hatten wir zusätzlich einen Termin für ein MRT in einer orthopädischen Klinik. Mangels ausreichender eigener Erfahrung zog der behandelnde Arzt noch kollegialen Rat mit ein. Auch hier war nach Ausschluss anderer Erkrankungen die rasche Diagnose auf eine Sudeck-Erkrankung im Anfangsstadium gestellt. Der ärztliche Rat dort war die Fortsetzung und Intensivierung der Behandlungen durch den Physiotherapeuten mit Wiedervorstellung in einigen Wochen. Ansonsten setzten wir auch zu Hause die eigene Behandlung mit Wickeln etc. fort. Bei anfangs häufiger aufgetretenen ungeschickten Bewegungen beim Gehen hatte unser Sohn sehr heftige Schmerzen, die allerdings rasch wieder abklangen. An ein längeres Gehen von mehr als 1km war nicht zu denken, da sich langsam Schmerzen aufbauten. In Ruhe war der Fuß komplett schmerzfrei. Nach 6 Wochen trat zum ersten mal auch ein sehr deutlicher Kaltschweiß am betroffenen Bein auf – auch ohne Bewegung – der bis heute (10. Woche nach dem Bänderriss) sporadisch auftritt. Um auf der sicheren Seite zu sein und keine Chance zu vertun, haben wir uns entschieden, einen mit dieser Krankheit erfahrenen Arzt aufzusuchen. Überraschenderweise schien es Fachärzte zu Sudeck nur in Schmerzkliniken zu geben. Anfangs schienen uns diese Schmerzkliniken – zumindest in unserem schmerzfreien Fall – die falsche Anlaufstelle zu sein. Doch mangels Alternativen vereinbarten wir letztlich doch einen Termin in einer Schmerzklinik bei Bad Mergentheim, ca 120km entfernt von uns. Mitentscheidend für die Wahl dieser Klinik war die Kurzfristigkeit eines möglichen Termins. Untersucht wurden wir vom Chefarzt. Die Anmeldung verlief rasch, die Wartezeit war relativ kurz. Das Ambiente prima. Nur arg abseits gelegen. Der Arzt überzeugte mit effizienter Arbeitsweise, einfacher, aber nachvollziehbarer augenscheinlicher Untersuchung des Fußes und seiner offensichtlichen Erfahrung mit CRPS. Wir hatten zwar auf Wunsch MRT- und Röntgenbilder mitgebracht, welche er sich aber nicht angesehen hat. Seine Diagnose war rasch gestellt: Sudeck-Erkrankung, Stufe I, und wie im Bericht genannt in einer leichten Verlaufsform („benige“). Er nahm sich ausführlich Zeit, unsere Fragen zu beantworten. Zum Beispiel die weitere Behandlung vorranging mit Lymphdrainagen, dann Bädern und Krankengymnastik. Ebenso wann wieder Sport möglich, was in nächster Zeit zu beachten ist und auch zukünftige lebenslange Verhaltensweisen zum Beispiel bei zukünftigen Verletzungen und Operationen. Wir haben schätzungsweise 30 Minuten mit ihm ohne Zeitdruck gesprochen. Mittlererweile waren wir mehr zufällig noch bei einem anderen Physiotherapeuten, der ebenfalls schon Erfahrung mit der Sudeck-Erkrankung hatte und weitere allgemeine Ratschläge zu Behandlung und Verhaltensweisen gab. Er riet uns auch, die Krankenkasse vorsorglich zu informieren, dass bei der Bänderriss-Behandlung im Krankenhaus über Wochen die Sudeck-Erkrankung übersehen/nicht erkannt wurde, obwohl die eigentlich Erkrankung schon längst vorüber hätte sein müssen und klare Merkmale für eine mögliche Sudeck-Erkrankung vorhanden waren. Nur falls später einmal eine Folgeerscheinung zu diesem Versäumnis auftritt.

Insgesamt ist der Gesundheitszustand nach 10 Wochen wie folgt: keine Ruhe-Schmerzen, bei längerem Gehen leichter bis mäßiger Schmerz. Meistens eine leichte Rötung des gesamten Beins unterhalb vom Knie, leichte Überwärmung. Die Schwellung, die Rötung und die Erwärmung sind unterschiedlich, abhängig zum Beispiel von Belastung. Zeitweilig deutlich spürbarer Kaltschweiß am Schienbein des betroffenen Fußes. Wir haben jetzt Anfang Juni und werden vermutlich noch für längere Zeit Lymphdrainagen und Krankengymnastik anwenden. Zuhause unterstützen wir mit Wickeln, wechselnder Schonung und Bewegung. Zusätzlich werden wir begleitende Termine in der vorgenannten orthopädischen Klinik wahrnehmen.

Sobald sich etwas ergibt, werden wir diesen Erfahrungsbericht gerne ergänzen….