Opioidausweis

Opioidausweis

Ein Opioid-Ausweis ist in Deutschland eine ärztliche Bescheinigung über die rechtmäßige Einnahme von verkehrs- und verschreibungsfähigen Betäubungsmitteln.

opioid1 opioid2 opioid3

Die meistens CRPS Betroffenen müssen zur Bekämpfung der sehr starken Schmerzen für längere Zeit bzw. auch dauerhaft verschiedene Opioide zu sich nehmen bzw. auch mit sich führen. Da ist bei Reisen oder im Straßenverkehr (als Beifahrer!) wichtig sich als erlaubter Träger von BTMs auch dafür ausweisen zu können. Landet man beispielsweise in einer Verkehrskontrolle oder auch in einer Grenzkontrolle und kann nicht nachweisen, dass diese Betäubungsmittel dringend benötigt werden, kann es zu ernsten Problemen führen. Daher sollte man seinen behandelnden Arzt unbedingt auf einen Opioidausweis ansprechen und sich selbigen ausstellen lassen. Viele Ärzte haben aber keine Vorlagen dafür. Daher können diese hier heruntergeladen bzw. auch bestellt werden.

Im Opioid- Ausweis sind die Schmerzmedikamente, die Dosierung und die Einnahmedaten vermerkt. Die Vorlage des Ausweises stellt in der Regel sicher, dass die Schmerztherapie auch in fremden Krankenhäusern, z.B. nach Unfällen oder bei Akuterkrankungen im Urlaub, fortgeführt und der Patient weiterhin schmerzmedikamentös versorgt wird. Der Opioid-Ausweis ist also nicht primär für Fahrerlaubnis oder Fahrtauglichkeit ausgestellt, aber sollte unbedingt mitgeführt werden.

Rechtlicher Hintergrund

Seit August 1998 ist in der Bundesrepublik Deutschland das Fahren unter Einfluss psychoaktiver Substanzen verboten. Das Führen eines Kraftfahrzeuges unter der Wirkung bestimmter psychoaktiver Substanzen ist nach § 24a StVG ordnungswidrig, es sei denn der Patient kann nachweisen, dass er diese Wirkstoffe im Rahmen einer Therapie für einen konkreten Krankheitsfall einnimmt. Wörtlich heißt es dazu:

„Satz 1 gilt nicht, wenn die Substanz aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels herrührt.“ – StVG § 24a, Abs. 2, Satz 3

Die Verordnung über die Zulassung von Personen zum Straßenverkehr (Fahrerlaubnis-Verordnung, FeV) regelt in § 14 die Rahmenbedingungen der Fahrtauglichkeit bei der Einnahme von Betäubungsmitteln. Die Einnahme von opioiden Schmerzmitteln ist nicht generell untersagt, allerdings muss ein dazu qualifizierter Arzt die Fahrtüchtigkeit ausdrücklich bescheinigen, wenn die Schmerzmittel unter das BtmG fallen.

Mit Hilfe eines Opioid-Ausweises, der von dem behandelnden Arzt ausgestellt werden kann, ist es dem betroffenen Patienten möglich, beispielsweise in einer Verkehrskontrolle, die gesetzeskonforme Anwendung dieser Arzneimittel nachzuweisen. Der Opioid-Ausweis ist ein- bis viersprachig, sollte aber mindestens auf englisch und deutsch ausgestellt sein. In dem Ausweis werden die verschriebenen Medikamente, ihre Dosierung und die Einnahmedaten vermerkt. Neben dem Nachweis der Fahrtauglichkeit und der rechtmäßigen Einnahme des Betäubungsmittels soll der Opioid-Ausweis auch mitbehandelnde Ärzte oder Ärzte in anderen, beispielsweise ausländischen Therapieeinrichtungen über die Notwendigkeit der aufgeführten Arzneimittel informieren. Dadurch soll die Fortführung der Therapie gewährleistet werden.

→ Download Opioidausweis 1 (nur deutsch)
→ Download Opioidausweis 2 (deutsch/englisch/türkisch/russisch)
→ Download Opioidausweis 3 (deutsch/englisch)

→Bestellmöglichkeit eines Opioidausweises (bei change-pain.de)

→Download Schmerz-Werkzeugkoffer

(Quelle: Dirk-Stefan Droste / wikipedia.de / mundipharma / Deutsche Schmerzliga eV / Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie)

Mit Opioiden ins Ausland

Aus eigenem Anlass möchte ich hier ein paar Tipps geben bei Reisen ins Ausland für CRPS-Betroffene, die starke Schmerzmitteln oder sogar Betäubungsmittel zu sich nehmen bzw. mitführen müssen.

Tabletten auf LöffelDie Bundesopiumstelle im Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn weisst auf Folgendes hin:
Grundsätzlich können Patienten starke Schmerzmittel (Opioide), die nach den Bestimmungen der geltenden Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) von einem Arzt verschrieben wurden, in einer der Dauer der Reise angemessenen Menge als persönlichen Reisebedarf im grenzüberschreitenden Verkehr mitführen.

So gilt es, bei Reisen bis zu 30 Tagen in Mitgliedstaaten des Schengener Abkommens (zur Zeit Deutschland, Belgien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Island, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien und Ungarn) sich die ärztlich verschriebenen Betäubungsmittel mit Hilfe einer offziell vom Arzt ausgefüllten und durch die zuständige oberste Landesgesundheitsbehörde oder eine von ihr beauftragte Stelle beglaubigten Bescheinigung für Schengenländer bestätigen zu lassen.

Formular für Schengen-Reise

Bei Reisen in Nicht-Schengen-Länder sollte man sich die Mitnahme der unverzichtbaren Medikamente vom Arzt unbedingt in englischer Sprache ausfüllen lassen. Hierauf sollten auch unbedingt Angaben zu Einzel- und Tagesdosierungen, Wirkstoffbezeichnung und Dauer der Reise angegeben sein. Leider bestehen dazu keine international harmonisierten Bestimmungen. Einige Länder verlangen Importgenehmigungen, schränken die Menge der erlaubten Menge ein oder verbieten die Mitnahme von Betäubungsmitteln sogar generell.

Um auf Auslandsreisen Probleme zu vermeiden, empfiehlt das BfArM, sich bereits während der Reisevorbereitung bei der jeweils zuständigen diplomatischen Vertretung des Reiselandes in Deutschland nach den geltenden rechtlichen Bestimmungen zu erkundigen.

id_77019_192911Besonderheiten bei flüssigen Arzneimitteln und TENS-Gerät im Handgepäck
Muss man flüssige Arzneimittel oder auch ein TENS-Gerät im Handgepäck mit sich führen, sollte man grundsätzlich eine Bescheinigung des behandelnden Arzte dabei haben, die man an den Sicherheitskontrollen vorlegen kann.

Ausweis für flüssige Arzneimittel und TENS-Gerät

Quelle: Deutsche Schmerzliga e.V.