Lob für freigabe von Cannabis für Schmerzpatienten

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Ärzte Zeitung, 06.05.2016

Patientenverbände

Lob für Freigabe von Cannabis für Schmerzpatienten

BERLIN. Patientenverbände und Politiker begrüßen, dass Patienten künftig Cannabis auf Rezept in der Apotheke bekommen können.

Das Bundeskabinett gab am Mittwoch in Berlin grünes Licht für ein entsprechendes Gesetz von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU), nach dem Cannabis künftig in Deutschland auch staatlich kontrolliert angebaut werden soll.

„Wir wollen, dass für Schwerkranke die Kosten für Cannabis als Medizin von ihrer Krankenkasse übernommen werden, wenn ihnen nicht anders geholfen werden kann“, sagte Gröhe.

Huml: Wichtiger Beitrag für mehr Lebensqualität der Schmerzpatienten

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) hat die Entscheidung des Bundeskabinetts gelobt. Sie betonte am Mittwoch, dass Cannabis-haltige Arzneimittel bei einigen Krankheitsbildern einen wichtigen Beitrag für mehr Lebensqualität der Patienten leisten könnten – ein Punkt, den auch Patientenverbände lobten.

„Über Jahre haben schwerstkranke Patienten vor Gerichten um ihre Cannabis-Therapie kämpfen müssen“, erklärte Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz.

„Viele Instanzen und Hürden mussten genommen werden. Es waren zu allererst die Richter, die erkannt haben, dass Schwerstkranke wegen ihres Cannabis-Konsums nicht diskriminiert werden dürfen.“

Schmerzgesellschaft betont Rolle der Ärzte

Professor Michael Schäfer, Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft, betonte dabei die Rolle des Arztes: Es bedürfe einer differenzierten Betrachtung und genauen Indikationsstellung sowie Qualitätssicherung der Therapie, betonte er.

„Die vorliegenden Studien und Erfahrungsberichte zeigen deutlich, dass Cannabinoide einerseits in vielen Fällen nur sehr schwach schmerzlindernd wirksam sind, andererseits für einzelne ausgewählte Patienten durchaus hilfreich sein können.“

Neben der Freigabe von Cannabis zu medizinischen Zwecken waren auch Legal Highs am Mittwoch Thema im Bundeskabinett: Es hat den Gesetzentwurf des Gesundheitsministeriums zur Bekämpfung der Drogen beschlossen. (jk)

(Quelle: Aerztezeitung.de)

Neuro-Kognitive Rehabilitation nach Professor C. Perfetti

Mehr Körperwahrnehmung
Mehr Beweglichkeit
Mehr Lebensqualität

Das Perfetti-Konzept

Was ist die Neuro-Kognitive Rehabilitation?

Neuro steht als Abkürzung für „neuronal“, ist also eine Bezeichnung für die biologische Struktur unseres gesamten Körpers.

Nervenbahnen bilden die Leitungen, über die Impulse vom zentralen Nervensystem zum Körper hin und wieder zurück geleitet werden. Wenn wir auf rein mentaler oder körperlicher Ebene lernen, verändern sich unsere Körperstrukturen. Konkreter formuliert: Wenn wir z.B. lernen, eine neue Sportart auszuführen, verändert sich in diesem Prozess die biologische Struktur der beteiligten Gewebe, z.B. die an der Sportart beteiligten Muskeln im Körper. Genau das Gleiche vollzieht sich im zentralen Nervensystem, also dem Gehirn. Dort könnte man über eine Kernspintomographie sehen, dass sich die Hirnbereiche, die für die Aktivierung der beteiligten Körperteile zuständig sind, vergrößern.

Diese Veränderung wiederum können wir auch von außen zum Beispiel an zunehmender Bewegungs-geschicklichkeit oder einer Verfeinerung der Bewegungstechnik erkennen. Menschen, die beispielsweise ein Musikinstrument wie eine Geige spielen, haben im Gehirn größere Bereiche, die z.B. für die Beweglichkeit der Finger, die auf den Saiten liegen, zuständig sind. Allgemein lässt sich sagen, dass alle Aktivitäten, die wir regelmäßig und mit einer relativ hohen Bewegungsqualität ausführen, oder genauer formuliert, die Körperteile, die für diese Aktivitäten zuständig sind, viel Raum im Gehirn einnehmen.

Regina Klossek: „Für mich ist das Perfetti-Konzept der Beweis dafür, dass kein externes, vom Menschen konstruiertes Instrument so wirksam wie die Natur selber sein kann, um wieder in den Gesundungsprozess zu kommen.“

Kognitiv bezieht sich auf die kognitiven, also die mentalen Prozesse, die uns ermöglichen, etwas Neues zu erlernen.

Die Aufmerksamkeit oder Konzentration ist die Basis von Lernen. Wenn wir motorisch lernen, muss die Konzentration in den Körper gelenkt werden. Über die Körperwahrnehmung oder das Körpergefühl, ein weiterer kognitiver Prozess, bekommt das Gehirn genaue Informationen über die derzeitige Lage des Körpers oder der Extremität, die bewegt werden soll. Das ist wichtig, um den richtigen Bewegungsplan entwerfen zu können.

Durch Erkrankungen entweder auf zentraler Ebene, also dem Gehirn, oder auf peripherer Ebene, also dem Körper, wird dieser Prozess sehr häufig negativ beeinflusst, sodass die Lage der Extremität falsch wahrgenommen wird. Als Folge ergibt sich der Entwurf einer falschen oder überflüssigen Bewegung.

Praktisch bedeutet das, dass eine Bewegung nicht zielgerichtet ist, z.B. neben das Glas fasst oder eine Bewegung, die größer als erforderlich ist, gemacht wird und so Energie verschwendet wird.

Rehabilitation bedeutet, dass wir die Defizite im neurologischen und kognitiven Bereich erkennen und aufarbeiten.

Unser System, bestehend aus Körper und Gehirn, organisiert sich neu und somit erlangen wir wieder eine alltagsgerechte Bewegungsfreiheit.

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Dirk-Stefan Droste: „Da ich selbst das sogenannte GMI Konzept für Sudeck-Patienten präferiere, welches zum Perfetti-Konzept viele Parallelen hat, sind wir dabei eine Kooperation mit der Kölner Ergotherapeutin Regina Klossek aufzubauen. Sie hat ihre Praxis im rechtsrheinischen Stadtteil Köln-Deutz und hat bereits mit Sudeckpatienten in Großbritannien und Italien gearbeitet. Nun gilt es die erfolgreiche Therapie auch in Deutschland bekannt zu machen und anzuwenden. Gerade bei Betroffenen mit chronischen Erkrankungen wie CRPS sprechen sehr gut auf diese Therapieform an. Daher empfehle ich einen Kontakt mit der Ergotherapie NKR in Köln.“

(Quelle: NKR Köln / CRPS NRW)