Chronischer Schmerz

Bei chronischen Erkrankungen und Entzündungen wie zB Rheuma oder Krebs, kann chronischer Schmerz auch die Folge einer Gewebeschädigung sein. Fachleute sprechen von chronischen Schmerz, wenn der Schmerz seit mindestens drei bis sechs Monate besteht und die betroffenen Personen sowohl physisch (durch Mobilitätsverlust und Funktions-einschränkungen), psychisch-kognitiv (Veränderung der Befindlichkeit, der Stimmung und des allgemeinen Denkens) sowie sozial (durch „Einigelung“ und Abbruch sozialer Kontakte) beeinträchtigt.

Dieser Schmerz kann sich im Zentralnervensystem quasi einbrennen und die Zusammenhänge dadurch verkompliziert. Hier kann ein sogenannte Schmerzgedächtnis entstehen. Das betroffene Nervensystem ist durch ständig eintreffende Schmerzreize überempfindlich geworden und reagiert mit Schmerzsignalen selbst schon auf harmlose Reize, wie etwa bei Berührungen. Das Endorphin-System – die körpereigene Schmerzkontrolle – kann das Geschehen nicht mehr oder nicht mehr ausreichend kontrollieren und dämpfen, und führt zu Überreaktionen des Endorphin-Systems. Die betroffene Personen laufen dann mit den chronischen Schmerzen von Arzt zu Arzt, ohne irgendeine diagnostizierte Ursache des Leids zu erhalten. Diese Personen werden oftmals als Simulanten abgestempelt, weil sie sich die Schmerzen einbilden würden. Das entspricht aber nicht der Wahrheit.

Unterschiede zwischen akutem und chronischem Schmerz

akuter Schmerz chronischer Schmerz
ist das Signal/Symptom für eine Gewebeschädigung oder akute Erkrankung ist eine eigenständige Erkrankung
ist meist auf den erkrankten oder verletzten Körperteil beschränkt besteht weiter, obwohl eine ursächliche Verletzung oder Krankheit bereits geheilt ist
die Intensität hängt vom Ort und vom Ausmaß der Schädigung ab hat häufig keine klar erkennbaren Ursachen mehr
klingt nach dem akuten Ereignis wieder ab hat oft die Funktion als Warnsymptom verloren

Check Up vom 28.05.2012 – Youtube

Check Up vom 28.05.2012

Beitrag der RehaClinicSchweiz im schweizerischen Fernsehen

Komplexes Regionales Schmerzsyndrom

Es beginnt mit einem Unfall oder einer Operation. Die betroffene Körperstelle schwellt an, es entstehen Schmerzen die nicht nachlassen und die z.B. betroffene Hand oder der Fuss ist schweissnass, obwohl er sich kalt anfühlt. Das sind alles Symptome des Komplexen Regionalen Schmerzsyndroms (CRPS), eine Krankheit die früher auch unter der Bezeichnung „Morbus Sudeck“ bekannt war.

Die genauen Gründe für die Entstehung von CRPS sind nicht genau erforscht, man vermutet eine Entzündung an den Nerven.

Die andauernden Schmerzen haben auch Folgen auf die Wahrnehmung der Patienten der betroffenen Extremität. Für das Hirn erscheint die Stelle mit der Zeit als fremd, CRPS Patienten können z.B. nicht mehr zuverlässig feststellen, ob es sich auf einem Bild um einen rechten oder linken Fuss handelt wenn sie an dieser Stelle betroffen sind. Mit dem „Recognize Computerprogramm“ wird die Wahrnehmung des geschädigten Körperteils verbessert, ebenso mit der Spiegeltherapie. Eine bessere Wahrnehmung vermindert auch den Schmerzen, weil Wahrnehmung und Schmerz in verwandten Hirnregionen liegen.

Neben der Behandlung mit Medikamenten kommen auch Ergotherapie und Lymphdrainage zum Einsatz. Die individuellen Bedürfnisse des Patienten geben die Therapie vor, das Ziel ist der Erhalt, die Beweglichkeit und die Schmerzreduktion der betroffenen Körperregion.

Die Heilungschancen beim CRPS stehen gut bei frühzeitiger Erkennung, bei einem gewisser Teil der Patienten können die Symptome aber nur zum Teil gelindert werden

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ACHTUNG: Youtube-Beitrag  in Schwiezerdütsch – evtl. Verständnisprobleme

Übersetzer Schwiezerdütsch – Dütsch Woerterbuech – hablaa.com

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