02. März 2017 · Kommentare deaktiviert für Vorstellung meines bisherigen Verlaufs · Kategorien: Erfahrungsberichte, Fragen und Antworten · Tags: , , , , , , , , ,

Ein herzliches Hallo meinerseits in die Runde!

Endlich habe ich den Weg in euer Forum gefunden und möchte mich gerne vorstellen. Zudem hoffe ich, dass ihr mir vielleicht weiterhelfen könnt. Sollte dieser Beitrag an der falschen Stelle stehen bitte ich um Entschuldigung.

Zudem wird meine Erzählung etwas länger, ich hoffe trotzdem der eine oder andere ist bereit sich meine Geschichte durchzulesen.

Mein Name ist Julia, ich bin 23 Jahre alt und habe die Diagnose CRPS Typ I am linken Sprunggelenk im November 2015 erhalten.

Meine Krankheitsgeschichte beginnt allerdings im September 2014 mit einem Arbeitsunfall, infolgedessen ich eine Patellaluxation mit patellarem und medialem Ausriss des MPFL davongetragen habe. Nach zwei OP’s mit Komplikation (Arthrofibrose) und mehreren Monaten Reha bin ich für ein halbes Jahr – trotz Beschwerden – wieder arbeiten gegangen. Im Juli 2015 lehnte die BG meinen Arbeitsunfall ab, momentan befinde ich mich im Gerichtsverfahren für die Anerkennung. Die Beschwerden bestehen bis heute, besonders die Schmerzen, die erst 1,5 Jahre nach Unfallereignis von einem Schmerztherapeuten in Zuge der CRPS-Behandlung zusätzlich behandelt werden.

Im November 2015 war ich unterwegs und habe bei einer Treppe die letzten beiden Treppenstufen mitgenommen. Folge: umgeknickt. Nach meinem Arztbesuch am nächsten Tag erhielt ich die Diagnose Außenbandriss, hochlagern, kühlen, AU für 2 Wochen, der komplette Fuß war geschwollen und bunt wie ein Regenbogen. Nach 6 Wochen sollte ich wieder ausgeheilt sein.

Bis Januar 2016 sah der Fuß wie folgt aus:

Starke stechend/brennende, kribbelnde Schmerzen, ich konnte kaum noch auftreten, keine Toleranz von warmen oder kühleren Temperaturen (Wasser und Luft), der Fuß färbte sich wechselnd blau/rot, fühlte sich wechselnd kalt und warm an, die Haut wirkte teigig und stark geschwollen, enge Schuhe und Socken konnte ich kaum mehr anziehen und auf der Haut ertragen. Egal ob in Ruhe oder Bewegung, die Schmerzen wurden immer schlimmer. Zudem stellte sich ein Taubheitsgefühl im Fuß ein.

Ich hatte allerdings Glück, kannte mein Arzt immerhin die Krankheit CRPS und schickte mich zur weiteren Untersuchung los. Seit Februar 2016 habe ich die Diagnose und befinde mich in schmerztherapeutischer Behandlung. Mit dem Arzt bin ich sehr zufrieden, hat er doch einiges ausprobiert:

Aktuelle Medikation (nach einigen Einstellungsschwierigkeiten wg. starker Nebenwirkungen):

Oxycodon/Naloxon 20 / 10 1 – 0 – 1 – 0
Novaminsulfon 500er Tabletten 2 – 2 – 2 – 0
Pregabalin 50 1 – 1 – 1 – 0
Mirtazapin 15 0 – 0 – 0 – 0,5
Pantoprazol 40 1 – 0 – 0 – 0
Domperidon bei Bedarf
Qutenza Pflaster alle 3 Monate

Im Februar/März 16 habe ich zudem direkt einen 10er-Block Sympathicusblockaden erhalten; die Wirkung war gut, hat aber leider nicht dauerhaft geholfen. DMSO-Salbe wirkte nicht, eine Kortison-Therapie über mehrere Tage brachte ebenfalls keinen Erfolg. Seit September 2016 erhalte ich alle drei Monate Qutenza-Pflaster, welche den Brennschmerz auf ein erträgliches Maß gesenkt haben. Bisher habe ich zudem zwei Mal wöchentlich Ergotherapie, Gerätetraining und Doppeleinheit KG erhalten. Eine Psychotherapie hätte ich laut Schmerztherapeut bisher nicht benötigt. Eine Vorstellung auf der schmerztherapeutischen Station in der Uniklinik Münster ergab, dass die Behandlung weitergeführt werden solle; zudem verfüge ich über einen aktiven Bewältigungsstil, eine Psychotherapie sei laut ihnen ebenfalls nicht nötig. Seit Februar 2016 laufe ich mit UAG. Ich habe einen guten familiären Rückhalt, meinen Freundeskreis und versuche, weitestgehend an den normalen Aktivitäten teilzuhaben. Meine AU lief von November 2015 bis Oktober 2016 und wurde beendet, da ich mein Studium aufgenommen habe um wenigstens wieder was anderes zu erleben außer die Krankheit.

Ich weiß, dass ich mich nicht beschweren kann, da meine Erkrankung sehr früh festgestellt wurde, allerdings stehe ich nun vor dem Problem, dass die Ärzte mich anscheinend als austherapiert ansehen. Meine Beschwerden sind noch anhaltend, der Fuß wechselt die Farbe, die Temperatur wechselt, durch die steigende Belastung der täglichen Aktivitäten liegt mein Schmerzlevel konstant bei 5-6, manchmal mit Schmerzspitzen bis 7/8, in Ruhe an guten Tagen bei 3. Das abtrainieren der UAG klappt leider nicht, ich komme schmerzbedingt nicht weg.

Der Schmerztherapeut ist sehr gut, allerdings meint er ich solle Geduld haben, möchte nichts an der Medikation ändern und klebt alle drei Monate das Schmerzpflaster. Der behandelnde Orthopäde der mir die Diagnose stellte meinte plötzlich im November, der Sudeck würde sich prinzipiell nach einem Jahr zurückbilden und ich solle mich nicht mehr so anstellen. Ein Wechsel hat nicht viel gebracht, andere Ärzte wollten entweder operieren oder zweifelten die Diagnose an.Zudem ist meine Frist der Heilmittelverordnungen ausgelaufen, dass Jahr ist rum und die Ärzte können nicht mehr aufgrund der Praxisbesonderheit durchverordnen. Seitdem muss ich mir prinzipiell anhören, die Krankheit müsse sich aber endlich gebessert haben und ich bräuchte keine Therapie mehr, einmal die Woche Krankengymnastik für 20 min reicht und ich soll die Stützen beiseitelegen, und das ohne sich mein linkes Bein angesehen zu haben.

Ich weiß nun nicht mehr wie ich weitermachen soll. Ständig den Arzt wechseln und hoffen irgendwann den richtigen zu finden, darauf habe ich keine Lust mehr. Momentan mache ich leichte Fortschritte in der Krankengymnastik und Ergotherapie, dies wird dann bald vorbei sein.

Die Krankenkasse scheint mir keine langfristige Genehmigung ausstellen zu wollen, die Ärzte wollen ihr Budget nicht mehr belasten. Ich bin am überlegen nur noch zum Schmerztherapeuten zu gehen und den Rest eben sein zu lassen, da ich meine Kraft eher für mein Studium benötige statt gegen Ärzte anzukämpfen. Die Berufsgenossenschaft könnte irgendwann zuständig werden, falls das CRPS als Wegeunfall anerkannt wird und das Gerichtsverfahren zu meinen Gunsten endet. Die einzige Idee die mir noch einfällt wäre, mich hier in einem anderen Krankenhaus vorzustellen.

Dies soll an dieser Stelle reichen, der Text ist sowieso schon zu lang geworden 😉

Für weitere Fragen, Anregungen, Tipps oder was euch einfallen sollte was ich noch ausprobieren kann, ob ihr einen Arzt in Münster oder Umgebung kennt der mir weiterhelfen könnte etc. bin ich euch sehr dankbar!

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Woche!

Viele Grüße

Julia

12. März 2016 · Kommentare deaktiviert für Budapest Kriterien · Kategorien: Artikel zu CRPS · Tags: , ,

Budapest Kriterien

Um die richtige Diagnose bei einem CRPS zu stellen, werden heute die Budapest Kriterien / IASP zu Hilfe genommen.

Untermauern läßt sich die Diagnostik zusätzlich durch bildgebende Diagnostik wie MRT oder durch ein Szintigramm. Wir wissen Heute, je schneller die Diagnose gestellt wird und dem Betroffenen geholfen wird, desto besser sind die Aussichten auf Erfolg.

 

Quelle www.crps-netwerk.de

12. März 2016 · Kommentare deaktiviert für Die Behandlung von Tenderpoints · Kategorien: Allgemein · Tags: , ,

Strain-Counterstrain

Die Behandlung von Tenderpoints

Ein von Dr. Lawrence H. Jones entwickeltes Behandlungssystem für somatische Dysfunktionen.
Das Behandlungskonzept „Strain and Counterstrain“ ist eine indirekte Behandlung und ist nicht auf Gewebeverletzung gerichtet.

In den Bereichen, in denen eine Gelenkdysfunktion vorherrscht, sind Tenderpoints in den Muskeln, Bändern, Sehnen oder Faszien tastbar.

Durch das passive Positionieren des Klientenkörpers in eine angenehme und schmerzfreie Position, wird die fehlende Meldung einer Dauerbelastung durch starke Überdehnung ( Strain ), des Tenderpoints behoben.

Es bewirkt eine Abnahme der Empfindlichkeit und eine Gewebsveränderung bis hin zur maximalen Entspannung des Gewebes und zur Abnahme des subjektiven Schmerzempfindens.

Vorabinformation: Tag der Seltenen Erkrankungen am 29.02.2016

Information

 

 

Auch in diesem Jahr findet der Tag der Seltenen Erkrankungen (TdSE) statt. Weltweit wird über seltenen Krankheiten informiert, so auch über CRPS, was ebenfalls eine seltene Erkrankung ist – und auch bleiben darf. Dennoch wollen wir unser Krankheitsbild in der Gesellschaft bekannter machen. Aus diesem Grunde werden wir auch in diesem Jahr an offiziellen Veranstaltungen zum TdSE teilnehmen, in diesem Jahr in Aachen.

Tag der Seltenen Erkrankungen: Aktionen im Aquis Plaza Montag, 29.02.2016, 09:00 bis 20:00 Uhr
Ort: Einkaufszentrum Aquis Plaza (https://www.aquis-plaza.de/), Aachen
Die Besucher erwartet ein buntes Programm aus Infoständen von rund 40 Patientenorganisationen und Selbsthilfegruppen sowie Vorträgen rund um das Thema „Seltene Erkrankungen“.
Weitere Informationen folgen…
Link zur Webseite des TdSE: https://www.rarediseaseday.org/country/de/germany
Link zur Webseite des Orphanet: https://www.orpha.net/national/DE-DE/index/startseite/
Link zur Webseite der RWTH Aachen: https://www.ukaachen.de/kliniken-institute/zentrum-fuer-seltene-erkrankungen-aachen-zsea/alle-veranstaltungen/aktuell/veranstaltung/artikel/tag-der-seltenen-erkrankungen-aktionen-im-aquis-plaza.html

thromboseHallo zusammen,

ich habe heute mit einer Betroffenen gesprochen, die nach einer beruflichen Flugreise eine Beinthrombose davongetragen hat. Nach erfolgreicher Behandlung dieser Thrombose stellten sich aber starke Schmerzen im rechten Fuss und Bein besonders beim Stehen ein. Unzählige Arztbesuche aller Fachrichtungen brachten wie immer diverseste Diagnosen, die letzte war in der Uni Freiburg bei Professor Rauer, ein Verdacht auf CRPS, aber zumindest neuropathische Schmerzen, die nun mit einem Anti-Epileptikum behandelt werden. Auf die Frage , ob nach einer Thrombose ein CRPS möglich ist. Nach Auskunft der Ärzte, wäre das gar nicht möglich….

Antworten bitte hier auf den Beitrag. Kontakt über die Administration.

Viele Grüße
Stefan