06. Februar 2016 · Kommentare deaktiviert für Nach Frakturen sind chronische Schmerzen häufiger · Kategorien: Aktuelles, Allgemein, Artikel zu CRPS · Tags: , , ,

Risiko mehr als verdoppelt

Nach Frakturen sind chronische Schmerzen häufiger

Quelle: SpringerMedizin.de

 

Gebrochene Knochen erhöhen das Risiko für "Chronic Widespread Pain" (CWP) signifikant. © Springer Verlag GmbH

Gebrochene Knochen erhöhen das Risiko für „Chronic Widespread Pain“ (CWP) signifikant.
© Springer Verlag GmbH

Ein Knochenbruch prädisponiert offenbar dazu, ausgedehnte chronische Schmerzen zu entwickeln. Besonders gilt dies für Hüft- und Wirbelbrüche, wie eine englische Studie zeigt.

 

 

 

 

 

 

Chronische Schmerzen in mehreren Körperregionen („Chronic Widespread Pain“, CWP) sind definiert als Schmerzen, die länger als drei Monate bestehen und das Achsenskelett, die rechte und linke Körperhälfte sowie Regionen oberhalb und unterhalb der Taille betreffen. Je nach Studie und Falldefinition liegt die Prävalenz des CWP zwischen 5% und 24%. Als Risikofaktoren gelten – neben sozialen und psychologischen Einflüssen – Schleudertraumata.
Knapp jeder Zehnte hat eine Fraktur in der Anamnese
Ob auch Knochenbrüche mit einer erhöhten CWP-Prävalenz einhergehen, haben britische Forscher um Karen Walker-Bone von der Universität Southampton zu ermitteln versucht. Die Wissenschaftler unterzogen die UK-Biobank-Daten einer Kohorte von mehr als 500.000 Personen einer Querschnittsanalyse. Die Berechnungen wurden unter anderem nach Geschlecht, Alter, Body-Mass-Index, Rauchen, Alkoholkonsum, Ernährungsgewohnheiten, körperlicher Betätigung und dem Vorliegen einer Depression abgeglichen.
9,5% der Untersuchten berichteten von einer Fraktur. Gebrochene Knochen erhöhten das Risiko für CWP signifikant. Stark ausgeprägt war die Steigerung bei Wirbelbrüchen, die mit einem relativen CWP-Risiko von 2,7 bei Männern und 2,1 bei Frauen einhergingen. Bei Frauen erweisen sich zudem Hüftfrakturen als Gefährdungsfaktor; solche Brüche in der Anamnese führten zu einer 2,2-fachen CWP-Erhöhung.
Kausalzusammenhang fraglich
Insgesamt lag die CWP-Häufigkeit in der untersuchten Kohorte aber mit 1,4% relativ niedrig. Auch erlaubten die Daten keine Aussage über den kausalen Zusammenhang. Es ließ sich nicht einmal ermitteln, was zuerst da war – die Fraktur oder die chronischen Schmerzen.

Walker-Bone und Kollegen schlagen daher vor, ihre Ergebnisse in einer prospektiven Studie zu prüfen. Sollte sich dabei eine Kausalbeziehung herauskristallisieren, ließen sich Risikokandidaten für CWP besser identifizieren, so die Forscher. „Das würde es erlauben, präventive Maßnahmen zu ergreifen und den Einfluss dieser beeinträchtigenden Folgen von Frakturen zu mildern.“ Aus Studien mit Patienten nach einem Schleudertrauma beispielsweise ist bekannt, dass ihre Beschwerden mehr mit ihrem Gesundheitszustand vor dem Unfall zu tun haben als mit der Art des Unfalls selbst.
publiziert am: 2.2.2016 14:00 Autor: Robert Bublak Quelle: SpringerMedizin.de basierend auf:
Walker-Bone K et al. Chronic widespread bodily pain is increased among individuals with history of fracture: findings from UK Biobank. Arch Osteoporos 2016; 11: 1; doi: 10.1007/s11657-015-0252-1

fragezeichen2

Online-Umfrage

 

Liebe CRPS Betroffene, liebe Angehörige,

über die Technische Universität Chemnitz erhielten wir eine freundliche Anfrage zu einer Online-Umfrage zu chronischem Schmerz, die wir hier gerne zur Teilnahme veröffentlichen möchten.

Für die Fragen und die Inhalte der Online-Umfrage sind allein die genannten Personen der TU Chemnitz verantwortlich. Bei Fragen bitte an die unten angegeben Emailadressen wenden.

Stefan von CRPS NRW

 

 

 

—-

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Rahmen eines Forschungsprojekts zur Patientenorientierung in der Behandlung chronischer Schmerzen an der Professur für Klinische Psychologie der Technischen Universität Chemnitz unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Mühlig untersuchen wir Behandlungsziele in der Therapie chronischer Schmerzen aus Sicht von Experten, Betroffenen und Angehörigen.

Bisher gilt eine Therapie dann als erfolgreich, wenn sie den von Experten gesetzten Zielen möglichst nah kommt – ohne zu beachten, welche Behandlungsziele für die Patienten selbst wichtig sind. Das Projekt verfolgt u.a. das Ziel, die Wichtigkeit unterschiedlicher Behandlungsziele aus Sicht der Patienten zu erheben.

Wir möchten Sie mit diesem Schreiben bitten, unseren Fragebogen an die Teilnehmer Ihrer Selbsthilfegruppe weiterzuleiten. Die Befragung wird maximal 20 – 30 Minuten dauern. Gern schicken wir Ihnen auf Anfrage die Fragebögen für die Mitglieder Ihrer Gruppe schriftlich zu. Für Ihre Mithilfe im Rahmen unseres Projekts sind wir Ihnen sehr dankbar.

Unter folgendem Link können Sie die Umfrage starten:

https://bildungsportal.sachsen.de/survey/limesurvey/index.php/survey/index/sid/542821/newtest/Y/lang/de

Außerdem würden wir uns freuen, wenn Sie die nachfolgende Umfrage an Ihre Angehörigen weiterleiten könnten, um möglichst so viele Teilnehmer wie möglich zu erreichen.

Unter folgendem Link finden Sie die Umfrage für Ihre Angehörigen:

https://bildungsportal.sachsen.de/survey/limesurvey/index.php/survey/index/sid/326617/newtest/Y/lang/de

Wir freuen uns über Ihre Teilnahme! So leisten Sie einen bedeutsamen Teil in der patientenorientierten Forschung bei chronischen Schmerzen.

Mit freundlichem Gruß,
Ricarda Vagi & Patricia Maier

Bei Fragen oder Anmerkungen können Sie sich jederzeit bei uns melden.
Ricarda Vagi, E-Mail: ricarda-katharina.vagi@s2013.tu-chemnitz.de
Patricia Maier, E-Mail: patricia.maier@s2012.tu-chemnitz.de

Ärztezeitung logo

Ärzte Zeitung online, 23.03.2015

Schmerzmediziner klagen

Zu viele Patienten unterversorgt

BERLIN. Rund 2,8 Millionen Bundesbürger leiden unter schweren chronischen Schmerzen. Viele von ihnen werden aber nicht optimal versorgt, bemängelt der Berufsverband der Schmerzmediziner.

Darauf machte der Berufsverband der Schmerzmediziner (BVSD) im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Berlin aufmerksam.

Hinter der Kritik an den Lücken steckt ein Streit in der Ärzteschaft darüber, wie die optimale Versorgung der betroffenen Patienten aussieht. Es geht dabei auch ums Geld.

Das Problem chronischer schwerer Schmerzen betrifft viele. Etwa wenn nach einem Bandscheibenvorfall oder einer Entzündung starke Schmerzsignale immer wiederkehren, kann Dauerschmerz entstehen. Die Menschen werden oft immer verzweifelter.

„Riesenlücken“ in der Versorgung

Bei exakt 2.814.109 Patienten diagnostizierten Ärzte zuletzt ambulant schwere chronische Schmerzen.

Das geht aus jüngsten Daten des Bundesversicherungsamts hervor. Diese werden zum Zweck des Finanzausgleichs zwischen den Krankenkassen erhoben.

Zwischen den Versicherungen fließen hohe Beträge je nach ihrer jeweiligen unterschiedlichen Krankheitslast.

Bei der Versorgung der Betroffenen klaffen Riesenlücken, kritisierte der Berufsverband der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin (BVSD).

„Nur etwa jeder achte Patient kann von einem der 1102 ambulant tätigen Schmerzärzte, die auf die Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzen spezialisiert sind, versorgt werden“, sagte der BVSD-Vorsitzende Dr. Joachim Nadstawek der dpa.

So gebe es bei der Betreuung von Patienten mit chronischen Schmerzen besondere Qualitätskriterien.

Nur 300 Patienten pro Quartal

Schmerzärzte dürften zum Beispiel jeweils nur 300 Patienten pro Quartal behandeln. Demnach könnten von ihnen höchstens 330.600 Patienten mit chronischen Schmerzen pro Vierteljahr versorgt werden.

Es fehle auch der Nachwuchs. Außerdem täten Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Spitzenverband der Krankenkassen zu wenig gegen diese Mängel.

Bei der KBV weist man die Vorwürfe zurück. „Die schmerztherapeutische Versorgung gehört zu den Grundkenntnissen aller patientennahen Fachgebiete“, sagte KBV-Sprecher Roland Stahl der dpa.

Demnach sind nicht nur spezielle Schmerzärzte geeignet, auch schwere Fälle zu behandeln.

Hinter dem Konflikt steckt ein Streit ums Geld. Bereits im vergangenen Sommer drängten die Schmerzärzte die KBV, bei den Verhandlungen mit den Krankenkassen über das Ärztehonorar für eine Vergütung für sie außerhalb der normalen Honorarbudgets einzutreten.

KBV-Chef Andreas Gassen lehnte dies laut dem Schmerzärzte-Verband ab, damit anderen Fachgruppen kein Honorar entzogen werde.

Stahl erläuterte: „Die Kassenseite zeigt sich erfahrungsgemäß recht hartleibig, wenn es um zusätzliche Ausgaben geht.“ (dpa)

 

(Quelle: Ärzte Zeitung online)
10. Juni 2014 · Kommentare deaktiviert für Ärzteschaft: Schmerzmedizinische Versorgung stärken · Kategorien: Aktuelles, Allgemein, Artikel zu CRPS · Tags: , , , , ,

Ärzteschaft

Schmerzmedizinische Versorgung stärken

Mittwoch, 28. Mai 2014

Düsseldorf – Etwa zehn Millionen Menschen in Deutschland leiden unter chronischen Schmerzen. Im Durchschnitt dauert die Leidensgeschichte eines Schmerzpatienten sieben Jahre, jeder Fünfte kämpft sogar 20 Jahre und länger gegen den Schmerz an. „Patienten haben ein Recht auf eine strukturierte und wirksame Schmerztherapie“, erklärt Martina Wenker, Vizepräsidentin der Bundesärztekammer.

Deshalb fordert der 117. Deutsche Ärztetag in Düsseldorf einen niedrigschwelligen Zugang für alle betroffenen Patienten zu den erforderlichen schmerzmedizinischen Versorgungsebenen. Der Hausarzt sei in der Regel der erste Ansprechpartner für alle Gesundheitsprobleme, so auch für Patienten mit akuten und chronischen Schmerzen. „Ihm kommt dabei die Aufgabe zu, das Leitsymptom ,akuter Schmerz‘ vom chronischen Schmerz abzugrenzen und eine weitere Diagnostik und Differenzialdiagnostik einzuleiten“, heißt es in dem Ärztetags-Beschluss.

[…]

→ Link zum kopletten Artikel: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/58859

Quelle: Gesundheitsnachrichten der Deutschen Schmerzliga e.V.

16. April 2014 · Kommentare deaktiviert für Leitlinie für die ärztliche Begutachtung von Menschen mit chronischen Schmerzen · Kategorien: Aktuelles, Allgemein, Artikel zu CRPS · Tags: , , , , , , , , , , , , ,

Bei AWMF Online habe ich eine weitere wichtige Leitlinie gefunden, die zur Begutachtung von Menschen mit chronischen Schmerzen, herangezogen werden sollte. Auch wenn dieses Dokument öffentlich sowie in einer ärtzlichen bzw. wissenschaftlichen Datenbank veröfentlicht wurde, ist es fraglich, ob sich ein Gutachter oder Amtsarzt oder sonstige Personen, die sich mit der Klassifiezierung von CRPS bzw. chronischen Schmerzen, auch an diese Leitlinie hält und so auch zum Beispiel die McGill Schmerzskala im Blick hat.

→Link zur Leitlinie im PDF-Format

→Link zum AWMF-Portal

Quelle: AWMF online, Portal der wissenschaftlichen Medizin, www.sudeckselbsthilfe.de

 

Darüberhinaus habe ich eine weitere hilfreiche Publikation eines CRPS-Betroffenen gefunden, in dem es um die Bewertung einer CRPS-Erkrankung geht. Es zeigt sich, dass bei der Begutachtung eines Arbeitsunfalls bzw. einer Berufskrankheit in Form einer Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) bewertet wird und zu den gängigen Feststellungsverfahren gehört (Achtung Sonderfall zum Sozialgesetzbuch VII, Gesetzliche Unfallversicherung)

→Link zur Publikation im PDF-Format

→Link zum Sozialgesetzbuch (SGB VII), §8 Arbeitsunfall, §9 Berufskrankheit

Quelle: Martin, CRPS-Betroffener, www.sudeckselbsthilfe.de