Geht es dir besser? Eine multizentrische Studie zur patientendefinierten Genesung nach dem CRPS

In acht europäischen und nordamerikanischen Ländern wurden CRPS Patienten befragt, die die Budapest-Kriterien erfüllt hatten. Schwerpunkt der Befragung war das Thema „Heilung“ bzw. „Ausheilung“. Hier wurde darauf abgezielt herauszufinden, was die Kriterien dieser Betroffenen sind, sich nicht als geheilt und noch immer als CRPS Patient zu bezeichnen. Diese Studie belegt, dass man auch CRPS hat, ein man die Budapest-Kriterien nicht mehr erfüllt, weil die Symptome sich verändern (frühere Stadioneinteilung).

Durch die internationale Belegung können Betroffenen sich auf diese Studie berufen, wenn einem eine bestehende Diagnose CRPS quasi abgenommen wird. CRPS besteht auch noch, wenn die Budapest-Kriterien nicht mehr erfüllt werden.

Ergebnis der Studie:
CRPS Schmerz
generalisierten Schmerz
Einschränkungen in meiner Bewegungsfreiheit
Medikamenteneinnahme
Versteifung

Die Studie und die vorgenannten zeigen, dass Betroffene mit einem chronischen CRPS ebenfalls (und weiterhin) an der Erkrankung leiden, auch ohne verstärktes Nagelwachstum,Ödem oder andere äußere Veränderungen. Der CRPS ist keineswegs ausgeheilt oder „ausgebrannt“, wenn weiterhin die oben genannten Punkte der Studie bestehen.

Weiterhin zeigt die Studie, das die Heilung des CRPS nicht an die Budapest-Kriterien gebunden ist. Übergänge zwischen Stadien durch Veränderung der Symptome sind schwer zu definieren, da das CRPS individuell sehr unterschiedlich verläuft. Bei manchen Betroffenen zeigen sich auch nach Jahren noch starke äußere Anzeichen, bei Anderen nicht mehr.

Bisher ist die Studie nur in Englisch verfügbar, aber wir arbeiten an einer Übersetzung ins Deutsche. Die Quellenangaben sind in dem PDF aufgeführt.

PDF-Dokument, 180KB, englisch

Cannabis-Eigenanbau zu Therapiezwecken in engen Grenzen erlaubt

POLITIK

Cannabis-Eigenanbau zu Therapiezwecken in engen Grenzen erlaubt

Dienstag, 22. Juli 2014

cannabis_dpa

Köln – Chronisch kranke Patienten dürfen ausnahmsweise privat die illegale Droge Cannabis züchten. Das Kölner Verwaltungsgericht erlaubte den Anbau zu Therapie­zwecken, wenn den Kranken keine Behandlungsalternative mehr zur Verfügung stehe. Die Richter gaben damit am Dienstag den Klagen von Schwerkranken gegen ein behördliches Anbau­verbot statt. Der Cannabis-Eigenanbau bleibe im Grundsatz verboten, könne aber unter bestimmten Bedingungen als „Notlösung” erlaubt werden, sagte der Vorsitzende Richter Andreas Fleischfresser.

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Chronischer Schmerz

Bei chronischen Erkrankungen und Entzündungen wie zB Rheuma oder Krebs, kann chronischer Schmerz auch die Folge einer Gewebeschädigung sein. Fachleute sprechen von chronischen Schmerz, wenn der Schmerz seit mindestens drei bis sechs Monate besteht und die betroffenen Personen sowohl physisch (durch Mobilitätsverlust und Funktions-einschränkungen), psychisch-kognitiv (Veränderung der Befindlichkeit, der Stimmung und des allgemeinen Denkens) sowie sozial (durch „Einigelung“ und Abbruch sozialer Kontakte) beeinträchtigt.

Dieser Schmerz kann sich im Zentralnervensystem quasi einbrennen und die Zusammenhänge dadurch verkompliziert. Hier kann ein sogenannte Schmerzgedächtnis entstehen. Das betroffene Nervensystem ist durch ständig eintreffende Schmerzreize überempfindlich geworden und reagiert mit Schmerzsignalen selbst schon auf harmlose Reize, wie etwa bei Berührungen. Das Endorphin-System – die körpereigene Schmerzkontrolle – kann das Geschehen nicht mehr oder nicht mehr ausreichend kontrollieren und dämpfen, und führt zu Überreaktionen des Endorphin-Systems. Die betroffene Personen laufen dann mit den chronischen Schmerzen von Arzt zu Arzt, ohne irgendeine diagnostizierte Ursache des Leids zu erhalten. Diese Personen werden oftmals als Simulanten abgestempelt, weil sie sich die Schmerzen einbilden würden. Das entspricht aber nicht der Wahrheit.

Unterschiede zwischen akutem und chronischem Schmerz

akuter Schmerz chronischer Schmerz
ist das Signal/Symptom für eine Gewebeschädigung oder akute Erkrankung ist eine eigenständige Erkrankung
ist meist auf den erkrankten oder verletzten Körperteil beschränkt besteht weiter, obwohl eine ursächliche Verletzung oder Krankheit bereits geheilt ist
die Intensität hängt vom Ort und vom Ausmaß der Schädigung ab hat häufig keine klar erkennbaren Ursachen mehr
klingt nach dem akuten Ereignis wieder ab hat oft die Funktion als Warnsymptom verloren