Neue Praxis-Leitlinie zur Substitutionspraxis

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20.08.2015

Schmerzkranke

Neue Praxis-Leitlinie zur Substitutionspraxis

OBERURSEL. Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) hat mit „Gute Substitutionspraxis in Schmerz- und Palliativmedizin“ eine neue Praxis-Leitlinie zur Umstellung wirkstoffgleicher Arzneimittel veröffentlicht.

Anspruch dieser Leitlinie sei es, sich angesichts schwindender finanzieller Ressourcen und einer kontinuierlich steigenden Lebenserwartung den damit einhergehenden ökonomischen Herausforderungen und den Vorgaben des Wirtschaftlichkeitsgebotes zu stellen, so die DGS. „Dies darf aber auf keinen Fall auf Kosten der Lebensqualität der chronisch Schmerzkranken geschehen“, wird der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin, Dr. Gerhard H. H. Müller-Schwefe, zitiert.

Die Leitlinie biete eindeutige Angaben darüber, was bei einem Wechsel zwischen wirkstoffidentischen Arzneimitteln zu beachten ist, teilt die DGS mit.

Damit stelle sie für Ärzte in der Schmerzmedizin eine praxisrelevante Unterstützung im rationalen Umgang mit rabattvertragsbedingten Arzneimittelumstellungen dar und sei gleichzeitig für Patienten eine große Hilfe.

Die aktuell publizierte PraxisLeitlinie ist die dritte ihrer Art. Alle bisher veröffentlichten DGS-PraxisLeitlinien geben auf der Grundlage wissenschaftlicher Daten und der Erfahrungen schmerz- und palliativmedizinisch tätiger Ärzte Empfehlungen für verschiedene Indikationen in der Schmerzmedizin. Bisher wurden die DGS-Praxis-Leitlinien „Tumorschmerz“ und „Tumorbedingte Durchbruchschmerzen“ abgeschlossen.

Die DGS-Praxis-Leitlinien unterscheiden sich von Leitlinien der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.) im Wesentlichen dadurch, dass sie nicht nur die komplette verfügbare wissenschaftliche Literatur als Grundlage für Therapieentscheidungen heranziehen, heißt es in der Mitteilung.

Sondern sie berücksichtige auch die Erfahrung der täglich mit Patienten arbeitenden Ärzte, also die eigene interne Evidenz, wie auch der betroffenen Patienten selbst, die über die Deutsche Schmerzliga e.V. (DSL) als Patientenselbsthilfeorganisation umfangreich an der Gestaltung dieser Leitlinien beteiligt sind. (eb)

Es gibt eine Pressemitteilung zur neuen DGS-PraxisLeitlinie „Gute Substitutionspraxis“, die unser Kooperationspartner, die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V., veröffentlicht hat.

→Link zur Pressemitteilung der DGS

 

→Link zu den Praxisleitlinien der DGS

→Direktlink zur Endversion der Leitlinie

(Quelle: Ärztezeitung.de)

Opioidausweis

Opioidausweis

Ein Opioid-Ausweis ist in Deutschland eine ärztliche Bescheinigung über die rechtmäßige Einnahme von verkehrs- und verschreibungsfähigen Betäubungsmitteln.

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Die meistens CRPS Betroffenen müssen zur Bekämpfung der sehr starken Schmerzen für längere Zeit bzw. auch dauerhaft verschiedene Opioide zu sich nehmen bzw. auch mit sich führen. Da ist bei Reisen oder im Straßenverkehr (als Beifahrer!) wichtig sich als erlaubter Träger von BTMs auch dafür ausweisen zu können. Landet man beispielsweise in einer Verkehrskontrolle oder auch in einer Grenzkontrolle und kann nicht nachweisen, dass diese Betäubungsmittel dringend benötigt werden, kann es zu ernsten Problemen führen. Daher sollte man seinen behandelnden Arzt unbedingt auf einen Opioidausweis ansprechen und sich selbigen ausstellen lassen. Viele Ärzte haben aber keine Vorlagen dafür. Daher können diese hier heruntergeladen bzw. auch bestellt werden.

Im Opioid- Ausweis sind die Schmerzmedikamente, die Dosierung und die Einnahmedaten vermerkt. Die Vorlage des Ausweises stellt in der Regel sicher, dass die Schmerztherapie auch in fremden Krankenhäusern, z.B. nach Unfällen oder bei Akuterkrankungen im Urlaub, fortgeführt und der Patient weiterhin schmerzmedikamentös versorgt wird. Der Opioid-Ausweis ist also nicht primär für Fahrerlaubnis oder Fahrtauglichkeit ausgestellt, aber sollte unbedingt mitgeführt werden.

Rechtlicher Hintergrund

Seit August 1998 ist in der Bundesrepublik Deutschland das Fahren unter Einfluss psychoaktiver Substanzen verboten. Das Führen eines Kraftfahrzeuges unter der Wirkung bestimmter psychoaktiver Substanzen ist nach § 24a StVG ordnungswidrig, es sei denn der Patient kann nachweisen, dass er diese Wirkstoffe im Rahmen einer Therapie für einen konkreten Krankheitsfall einnimmt. Wörtlich heißt es dazu:

„Satz 1 gilt nicht, wenn die Substanz aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels herrührt.“ – StVG § 24a, Abs. 2, Satz 3

Die Verordnung über die Zulassung von Personen zum Straßenverkehr (Fahrerlaubnis-Verordnung, FeV) regelt in § 14 die Rahmenbedingungen der Fahrtauglichkeit bei der Einnahme von Betäubungsmitteln. Die Einnahme von opioiden Schmerzmitteln ist nicht generell untersagt, allerdings muss ein dazu qualifizierter Arzt die Fahrtüchtigkeit ausdrücklich bescheinigen, wenn die Schmerzmittel unter das BtmG fallen.

Mit Hilfe eines Opioid-Ausweises, der von dem behandelnden Arzt ausgestellt werden kann, ist es dem betroffenen Patienten möglich, beispielsweise in einer Verkehrskontrolle, die gesetzeskonforme Anwendung dieser Arzneimittel nachzuweisen. Der Opioid-Ausweis ist ein- bis viersprachig, sollte aber mindestens auf englisch und deutsch ausgestellt sein. In dem Ausweis werden die verschriebenen Medikamente, ihre Dosierung und die Einnahmedaten vermerkt. Neben dem Nachweis der Fahrtauglichkeit und der rechtmäßigen Einnahme des Betäubungsmittels soll der Opioid-Ausweis auch mitbehandelnde Ärzte oder Ärzte in anderen, beispielsweise ausländischen Therapieeinrichtungen über die Notwendigkeit der aufgeführten Arzneimittel informieren. Dadurch soll die Fortführung der Therapie gewährleistet werden.

→ Download Opioidausweis 1 (nur deutsch)
→ Download Opioidausweis 2 (deutsch/englisch/türkisch/russisch)
→ Download Opioidausweis 3 (deutsch/englisch)

→Bestellmöglichkeit eines Opioidausweises (bei change-pain.de)

→Download Schmerz-Werkzeugkoffer

(Quelle: Dirk-Stefan Droste / wikipedia.de / mundipharma / Deutsche Schmerzliga eV / Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie)

CRPS Verzeichnisse

Wie schon einmal angekündigt, werden wir drei neue Verzeichnisse auf der Webseite anbieten, in denen frei gesucht werden kann. Es gibt ein Bücherverzeichnis, mit interessanten Bücherempfehlungen zum Thema CRPS, weiterhin gibt es ein Medikamentenverzeichnis, mit Arzneimitteln, die bisher bei CRPS verschrieben wurden, und es wird das vielversprochene Ärzteverzeichnis geben, in dem nach Ärzten und Kliniken gesucht werden kann, die sich auch tatsächlich mit einem Sudeck auskennen. Die Verzeichnisse sind bereits in der Menüleiste oben als Unterpunkt von »Artikel zu CRPS« und »Therapien im Überblick« auszuwählen.

EINE BESONDERHEIT BESTEHT BEIM ÄRZTEVERZEICHNIS: HIERFÜR MUSS MAN BEI UNS REGISTRIERT SEIN.

Natürlich müssen diese Verzeichnisse noch nach uns nach gefüllt werden und daher gibt es die folgenden Bitten:

1. Bitte meldet uns Bücher, Medikamente und vor Allem Ärzte und Kliniken, die Ihr auch anderen Betroffenen empfehlen könnt.

2. Bitte meldet Euch, wenn Ihr Euch ein wenig mit dem Internet bzw. Computer auskennt, eventuell etwas Zeit übrig habt, und bereits vorhandene Daten in unsere Verzeichnisse eingeben möchtet.

Alle Empfehlungen und Meldungen bitte per Email an support@crps-nrw.de schicken.