Tele-AU bis 4. Mai möglich!

GBA Kehrtwende

AU-Bescheinigung
(c) Ärztezeitung

Von Thomas Hommel Veröffentlicht: 21.04.2020, 12:53 Uhr

Rolle rückwärts: Der GBA erlaubt es Ärzten nun doch weiterhin, eine AU für Patienten mit oberen Atemwegsinfekten nach einem ausschließlichen Telefonkontakt auszustellen – allerdings gelten Modifikationen. Ärzteverbände reagieren erleichtert, aber es gibt auch Kritik.

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Quelle: Ärztezeitung.de

Wenn Schmerzkliniken im Off-Modus arbeiten

„ArzteTag“-Podcast

Ärzte in der Schmerz- und Palliativmedizin sind alarmiert: Seit März ist ein Großteil der Schmerzkliniken im Off-Modus, da elektive Behandlungen auf Eis gelegt wurden. Schmerzmediziner Dr. Andreas Böger aus Kassel erläutert im „ÄrzteTag“-Podcast, was das für chronische Schmerzpatienten bedeutet und warum die Politik mehr Augenmaß bei solchen Verordnungen braucht.

Von Ruth Ney
Veröffentlicht: 15.04.2020, 18:08 Uhr

Dr. Andreas Böger
Dr. Andreas Böger ist Chefarzt der Klinik für Schmerzmedizin, Manuelle Therapie und Naturheilverfahren, DRK-Kliniken Nordhessen, in Kassel.
© BVSD

Seit Anfang März sind 75 Prozent der stationären schmerzmedizinischen Einrichtungen in Krankenhäusern, die Patienten mit schweren chronischen Schmerzen teil- und vollstationär behandeln, wegen der Corona-Krise geschlossen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Berufsverbands der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland e.V. (BVSD) hervor. Hintergrund ist, dass elektive klinische Eingriffe und Behandlungen vermieden werden sollen, um im Falle einer größeren COVID-19-Erkrankungswelle vorbereitet zu sein.

Doch für die Versorgung von Patienten mit schweren und chronischen Schmerzen bedeutet das eine noch längere Wartezeit auf eine multimodale Behandlung, die ambulant kaum zu bewerkstelligen ist, wie Schmerzmediziner Dr. Andreas Böger vom Schmerzzentrum Kassel – DRK Kliniken Nordhessen in dieser Episode unseres „ÄrzteTag“-Podcasts erläutert. Er erwartet von der Regierung, auch einen Blick darauf zu werfen, wo wirklich aktuell Intensivbetten benötigt werden und wo Kliniken mehr Nutzen schaffen, wenn sie sich um die aktuell behandlungsbedürftigen anderen Patienten kümmern.


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Dauer 13:50 Minuten


Quelle: Aerztezeitung.de

Gericht erlaubt Fahren unter Drogeneinfluss

aerztezeitung.de

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Medizinal-Cannabis

Veröffentlicht: 29.10.2019, 14:20 Uhr

Düsseldorf. Kranke, denen ihr Arzt Medizinal-Cannabis verordnet hat, dürfen auch unter Einfluss der Droge Auto fahren. Voraussetzung ist, dass ihnen ein Gutachten trotzdem die Fahrtauglichkeit bescheinigt, urteilte das Verwaltungsgericht Düsseldorf.

Übliches Kriterium für den Einzug des Führerscheins ist, dass Autofahrer Drogenkonsum und Autofahren nicht voneinander „trennen“ können, sprich, dass sie wohl auch unter Drogeneinfluss fahren werden. Auch beim Kläger hatte ein medizinisch-psychologischer Gutachter dies so gesehen. Der Rhein-Kreis in Neuss nahm ihm deshalb den Führerschein ab.

Gleichzeitig bescheinigte das Gutachten dem Kläger aber „seine psycho-physische Leistungsfähigkeit unter Cannabiswirkung“. Nach dem Urteil darf er deshalb seinen Führerschein behalten. Dabei stellte das Gericht mehrere Voraussetzungen auf.

So müsse sicher sein, dass der Autofahrer „Cannabis zuverlässig nur nach der ärztlichen Verordnung einnimmt“. Dies dürfe keine negativen Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit im Straßenverkehr haben, und auch die Grunderkrankung, deretwegen Cannabis verordnet wurde, dürfe „der sicheren Verkehrsteilnahme nicht im Wege stehen“.

Generell müssten Autofahrer „verantwortlich mit dem Medikament umgehen“ und zumindest vorübergehend auf das Autofahren verzichten, wenn etwa die Dosis verändert worden ist. Im Streitfall ergebe sich aus dem medizinisch-psychologischen Gutachten, dass der Kläger diese Voraussetzungen erfüllt, so die Richter.

Die zuständige Behörde dürfe aber in Zeitabständen vom ihm ein neues Gutachten anfordern, damit die Langzeitwirkung der Drogeneinnahme überprüft werden kann. (mwo)

Verwaltungsgericht Düsseldorf: Az.: 6 K 4574/18

Quelle: aerztezeitung.de (29.10.2019)

Forscher entwickeln Opioid-Analgetikum mit wenigen Nebenwirkungen

AerztezeitungSchmerzen

Ärzte Zeitung, 19.08.2016

Schmerz

Forscher entwickeln Opioid-Analgetikum mit wenigen Nebenwirkungen

ERLANGEN. Forscher haben ein neues Opioid-Schmerzmittel entwickelt. Das Analgetikum scheint kaum schwerwiegende Nebenwirkungen zu verursachen, teilt die Friedrich-Alexander-Uni Erlangen-Nürnberg (FAU) mit. Der Wirkstoff wurde erfolgreich in Modellversuchen getestet (Nature 2016; online 17. August).

Die Entwicklung des neuen Schmerzmittels ist einem Team der FAU, der Stanford University, der University of California, San Francisco (UCSF) und der University of North Carolina (UNC) gelungen.

Im Modellversuch konnten die Forscher nachweisen, dass ihr neuer Wirkstoff PZM21, der keine chemische Ähnlichkeit mit den bisherigen Opiaten besitzt, genauso effektiv wie Morphin Schmerzen lindert. Atemdepression und Abhängigkeit konnten nicht nachgewiesen werden, heißt es in der Mitteilung.

Mit Hilfe des sogenannten Docking-Verfahrens berechnete das Team der UCSF zunächst an einem Hochleistungsrechner, welche von mehr als drei Millionen potenziellen Wirkstoffen am geeignetsten erscheinen, mit dem μ-Opioidrezeptor zu interagieren.

Dies führte zu 23 Molekülen, die die Arbeitsgruppe an der UNC experimentell auf ihre Rezeptorbindung hin untersuchte, um einen vielversprechenden Treffer herauszufiltern. Weitere Experimente des FAU-Teams führten zu PZM21, einem funktionell selektiven Wirkstoff.

Er sei in der Lage G-Proteine zu aktivieren, nicht jedoch das Signalmolekül β-Arrestin, das für die Opioid-typischen Nebenwirkungen verantwortlich ist, so die FAU. (eb)

Quelle: ärztezeitung.de

Prävention von Krämpfen: Arznei wirkt myotrop und neurotrop

Ärzte Zeitung, 15.08.2016

Arznei wirkt myotrop und neurotrop

Prävention von Krämpfen

KÖLN. Chininsulfat bietet eine effektive Prävention nächtlicher Wadenkrämpfe. Der präventive Effekt basiere auf der neurotropen und myotropen Wirkung, erinnert das Unternehmen Klosterfrau.

Muskelkrämpfe können auf myogener (Mangel an Substraten, Sauerstoff oder/und Elektrolyten) oder auf neurogener Ebene (verkürzte Refraktärzeit und/oder vermehrte Ausschüttung von Acetylcholin) entstehen. Beides resultiert in einer Störung an der motorischen Endplatte, der Verbindungsstelle zwischen Nerv und Muskelfaser.

Dadurch wird die „Kommunikation“ zwischen Nerv und Muskel gestört – Reize werden vermehrt übertragen – es kommt zum Krampf. Direkt an der motorischen Endplatte wirkt Chininsulfat – und zwar gleich zweifach.Chininsulfat reduziert die Reizüberleitung an der motorischen Endplatte, das heißt die Reaktion auf wiederholte Reize wird verringert.

Verlängerung der Refraktärzeit

Damit hebt die Substanz die Reizschwelle, die für die Auslösung einer Kontraktion überwunden werden muss, an (neurotrope Wirkung). Es verlängert die Refraktärzeit. Letzteres sei wesentlich an der Prävention von Muskelkrämpfen beteiligt, so der Hersteller.

Denn bei verlängerter Refraktärzeit werde das an den Nervenenden freigesetzte Acetylcholin von der Acetylcholinesterase abgebaut, bevor es an der motorischen Endplatte Kontraktionen auslösen kann. Zusätzlich wird der Kaliumeinstrom in die Zelle erhöht; durch den höheren Polarsierungsgrad der Zellmembran werde die Muskelzellerregbarkeit lokal herabgesetzt (myogene Wirkung).

Die Wirksamkeit von Chininsulfat bei Muskelkrämpfen ist in randomisierten klinischen Studien und großen Metaanalysen sowie in nicht-interventionellen Studien (NIS) belegt und von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in ihrer Leitlinie anerkannt.

Als peripher wirkendes Muskelrelaxans sei Chininsulfat gut verträglich. Zentrale unerwünschte Wirkungen wie Müdigkeit, Schwindel oder Substanzabhängigkeit treten nicht auf, so der Hersteller. (eb)

Quelle: Ärztezeitung.de