Präaffolta

Aus dem bekannten Konzept von Felice Affolter, schweizer Psychologin und Psychotherapeutin, wurde die sogenannte Präaffolta auch als wirksame Therpieform bei Morbus Sudeck / CRPS entdeckt.

Das Affolter-Konzept wird auch „Geführte Interaktionstherapie“ genannt und gehört mittlerweise zu den wichtigsten therapeutischen Ansätzen in der Arbeit mit schwer wahrnehmungsgestörten Patienten, zB auch Wachkomapatienten.

Diese Therapie ermöglicht es, dem Betroffenen praktisch und alltagsbezogen zu lernen. Bei gestörter Wahrnehmung kann man durch gezieltes Führen an Händen und Körper während alltäglicher Geschehnisse, zur Verbesserung der gespürten Informationssuche beitragen. Führen bedeutet, dass der Therapeut mit dem Körper des Patienten Handlungen so ausführt, dass gemeinsame Beziehungen zwischen Patient und Umwelt hergestellt werden.

Durch die geführten Interaktionsverfahrungen werden motorische, kognitive und emotionale Leistungen gefördert, dadurch alltägliche Handlungsabläufe wieder erfahren, begriffen, spürbar, vertrauter und selbständiger. Der Therapeut steht hinter dem Betroffenen (wenn stehen nicht möglich ist wird im Stehgerät (Standing) gearbeitet) und führt seine Hände bei einer alltäglichen Geschehniss (wie z. B. Apfel schälen, Zähne putzen usw.,..) und spricht dabei nicht. (Bei Schwerbetroffenen wird vor der eigentlichen Behandlung das Konzept des Präaffolter (Rhythmisches Wahrhnehmen des Körpers durch den Therapeuten) angewandt).

Die wahrnehmungsgestörten und hirngeschädigten Kinder und Erwachsenen können so anhand von „problemlösenden Alltagssituationen“ (bei motorisch nicht so stark betroffen Patienten: Kaffe kochen, staubsaugen,..) Erfahrungen und Sicherheit über ihre Umwelt sammeln, die unterschiedlichsten Widerstände und ihre Veränderungen ertasten, berühren, loslassen, selbst Wirkungen erzielen, Ursachen verstehen, und lernen und sich in neuen Situationen zurechtzufinden.

Dirk-Stefan Droste: Mein Physiotherapeut hat mir diese Therapie bei mir im Rahmen der Krankengymnastik vorgestellt. Er hat mich dafür, angefangen am Oberschenkel, mit beiden Händen angefasst und einen leichten Druck ausgeübt, bis er irgendeine Reaktion von mir erkennen konnte. Das war eine Bewegung, ein Zucken, ein Atemzug oder eine Änderung der Atmung oder auch andere kleine diverse Änderung. Und in diesem Moment hat er dann die Griffposition geändert. Nach dieser kurzen Behandlung habe ich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder sagen können: „Ja, ich spüre die Hand an meinem Oberschenkel. Und nicht nur einfach, daß er mein Bein festhält.“