Medikamentöse Behandlung

Typisch für eine CRPS-Erkrankung ist ein über Wochen und Monate bestehender Dauerschmerz, weshalb zur Therapie einer wirksamen Schmerzbekämpfung, auch eine Medikamentöse Behandlung gehört.

Diese Therapie ist deshalb wichtig, weil die Dauerschmerzen die Seele (Psyche) belasten – dies birgt das Risiko, dass der Schmerz langwierig (chronisch) verläuft.

Die medikamentöse CRPS-Behandlung hat den Zweck, den Schmerz-Kreislauf zu unterbrechen.

Welche Schmerzmittel hierzu am besten geeignet sind, hängt von der Art des Schmerzes ab:

  • Gegen Dauerschmerz in Zusammenhang mit Entzündungen helfen nicht-steroidale Antirheumatika.
  • Bei Dauerschmerz ohne Entzündung sind synthetische Morphinderivate wie Tramadol zu empfehlen
  • Gegen Dauerschmerz und Schlafstörungen kommen Antidepressiva zum Einsatz.
  • Sehr starke Schmerzen, die auf andere Mittel nicht ansprechen, lassen sich durch Opioide behandeln.
  • Bei Schmerzen, die durch eine Störung des Sympathikus (= ein Teil des nicht vom Willen beeinflussbaren Nervensystems) bedingt sind, helfen Clonidin-Pflaster, die eine Hemmung des sympathischen Nervensystems bewirken.
  • Gegen Muskelkrämpfe sollte Clonazepam (krampflösendes Mittel) oder Baclofen (muskelentspannendes Mittel) eingesetzt werden.

Jeder CRPS-Patient hat schon die eine oder andere Behandlungs-Odyssee mit diversen Medikamenten hinter sich. Daher kann es hier nur ein Auszug der angewandten Medikamente sein und sollte immer weiter ergänzt werden.

Amitriptylin ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der trizyklischen Antidepressiva, der in erster Linie zur Behandlung von Depressionen und zur langfristigen Schmerzbehandlung eingesetzt wird. Er ist bekannt als Verursacher von Gewichtszunahmen.

Clonidin ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Imidazoline. Es wird als Arzneistoff zur Behandlung der arteriellen Hypertonie (Bluthochdruck), unterstützend während Narkosen und bei der Dämpfung von Entzugserscheinungen eingesetzt. Clonidin ist ein α2-Adrenozeptor-Agonist. Clonidin kann oral – als Tablette oder Kapsel – bzw. intravenös, intramuskulär oder subkutan verabreicht werden.

Cymbalta (Duloxetin) ist ein chiraler Arzneistoff aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI) und wird in der Behandlung von Depressionen, generalisierten Angststörungen, diabetischer Polyneuropathie und Harninkontinenz eingesetzt. In den Studien wurden neben den psychischen Beschwerden auch begleitende körperliche Symptome (zum Beispiel Schmerzen) gelindert. Der analgetische Effekt bei Schmerzsymptomen in Verbindung mit Depression ist nach einer neueren Metaanalyse allerdings sehr gering.

Fosavance ist eine Tablette mit den zwei arzneilich wirksamen Bestandteilen Alendronsäure (oft als Alendronat bezeichnet) und Colecalciferol, welches auch unter dem Namen Vitamin D3 bekannt ist. Alendronat gehört zu einer bestimmten Gruppe von nicht hormonellen Arzneimitteln, den Bisphosphonaten. Alendronat verhindert den Verlust an Knochensubstanz. Vitamin D ist ein lebenswichtiger Nährstoff, der für die Calcium-Aufnahme und gesunde Knochen erforderlich ist. Ihr Arzt hat Ihnen Fosavance zur Behandlung der Osteoporose, bei der sich die Knochendichte verringert, wodurch die Belastbarkeit der Knochen sinkt.

Ibuprofen ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika, der zur Behandlung von Schmerzen, Entzündungen und Fieber eingesetzt wird. Chemisch gehört es in die Gruppe der Arylpropionsäuren.

 

L-Polamidon (Methadon) ist ein vollsynthetisch hergestelltes Opioid mit starker schmerzstillender Wirksamkeit, etwa viermal so stark wir Morphium. Es hat als Heroin-Ersatzstoff im Rahmen von Substitutionsprogrammen seine Wirksamkeit bewiesen. Es wurde als Polamidon als stark wirkendes Schmerzmittel selbst auf den Markt gebracht.

Lyrica (Pregabalin) ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Antikonvulsiva. Zugelassen ist es in Deutschland seit 2004 zur Behandlung von neuropathischen Schmerzen, der Epilepsie und bei generalisierten Angststörungen.

Morphin (ehemals Morphium) ist ein Haupt-Alkaloid des Opiums und zählt damit zu den Opiaten bzw. Opioiden. Es wird in der Medizin als eines der stärksten bekannten natürlichen Schmerzmittel (Analgetikum) eingesetzt.

Naloxon ist ein Opioid-Antagonist und gehört mit Naltrexon zu den reinen Opioidantagonisten. Damit heben sie die Wirkungen, die durch Opiate und Opioide verursacht werden, teilweise oder ganz auf. Naloxon ist für den Humangebrauch als Arzneistoff zugelassen. Es hat eine Wirkdauer von etwa zwei Stunden und wirkt damit kürzer als die meisten Opiate und Opioide. Um einem Rebound-Effekt vorzubeugen, muss es gegebenenfalls repetitiv bzw. zur intravenösen Gabe zusätzlich intramuskulär verabreicht werden.

Oxycodon ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Opioide, der als Schmerzmittel bei starken Schmerzen angewendet wird. Die Substanz wurde in Deutschland bisher nicht häufig verwendet, was sich aber langsam und stetig ändert. Immer mehr Schmerzpatienten werden von anderen Opioiden und Opiaten wie etwa Morphin auf diese, nach Angaben des Herstellers nebenwirkungsärmere, Substanz umgestellt. Studien, die den Kriterien der evidenz-basierten Medizin entsprechen und die Behauptung hinsichtlich geringerer Nebenwirkungen stützen, gibt es aber nicht.

Palexia (Tapentadol) ist ein Arzneistoff, der in der Behandlung von Schmerzen als (Opioid-)Analgetikum eingesetzt wird. Es besitzt – wie alle Opioidanalgetika – ein Sucht- und Abhängigkeitspotenzial und unterliegt betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) in Deutschland empfiehlt, es nur bei Patienten mit schweren nicht tumorbedingten chronischen Schmerzen einzusetzen, bei denen retardiertes Morphin zu keiner ausreichenden Schmerzkontrolle führt oder nicht vertragen wird.

Piritramid ist ein synthetisches Opioid, das als Arzneistoff (Analgetikum) Verwendung findet. Es wird in der postoperativen und palliativen Schmerztherapie für die Behandlung mäßiger bis starker Schmerzen eingesetzt.  Es ist in Deutschland das meist verwandte Opioid in der postoperativen Phase.

Prednisolon, früher auch Metacortandralon oder Deltahydrocortison genannt, ist ein synthetisches Glucocorticoid. Prednisolon ist ein aktiver Metabolit des Prednison und ausserdem bekannt für eine Gewichtszunahme als Nebenursache .

Tilidin ist ein schmerzstillend wirksamer Arzneistoff aus der Gruppe der Opioide.
Die synthetisch hergestellte Substanz wird für die Behandlung starker und sehr starker Schmerzen eingesetzt. Bisher wurde Tilidin als Tropfen verabreicht, fällt aber neuerding unter das BTM-Gesetz. Heutzutage werden fast nur noch Retardtabletten verschrieben.

Tramadol ist ein vollsynthetischer Arzneistoff aus der Gruppe der Opioide und wird zur Behandlung mäßig starker bis starker Schmerzen verwendet. Entwickelt wurde die Substanz von der Grünenthal GmbH, die es 1977 als Arzneimittel unter dem Namen Tramal auf den Markt brachte.

 

 

 

13 Gedanken zu „Medikamentöse Behandlung#8220;

  1. Hallo Stefan,

    habe gerade die Therapieliste durchgesehen.
    Bei den Medikamenten könnte ich zu einigen noch genaueres hinzufügen, z.B. Über NW usw.. Das würde zwar ne Weile dauern, aber ich denke es würde uns weiterhelfen. Ich bin ja Apothekerin, wenn ich auch nicht mehr arbeiten kann. Denke mal drüber nach und sag bescheid.

    LG
    MArion

  2. Hallo liebe Marion,
    das höre ich gerne und gerade dafür haben wir ja ein offenes Redaktionssystem. Du kannst Beiträge kommentieren, eigene Beiträge schreiben, Beträge bearbeiten usw.
    Es wäre toll, wenn Du unsere Medikamentenliste ergänzt.
    Danke
    Stefan

  3. Empfehlung: DMSO ist in den Niederlanden die Standardtherapie des CRPS. In den Augen der Autoren kann keine eindeutige Empfehlung gegeben werden.
    Wer hat Erfahrung mit DMSO
    Meine Apotheke hat sie über die internationale Apotheke als Sportgel Dolobene mit 15% DMSO bestellt,man benötigt dafür ein Rezept,Dolobene trocknet allerdings die Haut sehr aus.Jetzt habe ich DMSO mit Hautpflege-
    creme bei der Lortzing Apotheke in Bad Pyrmont bestellt,muss aber noch abwarten ob und wie sie wirkt.
    CRPS rechte Hand nach Radiusköpfchenfraktur September 2013.
    mit freundlichem Gruß
    Kalle

  4. Hallo Kalle,
    DMSO ist problemlos über amazon zu beziehen. Ich habe es probiert aber keine Wirkung verspürt.
    allerdings am gegeüberliegenden Gelenk, in dem ziemliche Überlastungsschmerzen usw. sind,
    hilft es mir sehr gut. Mein Mann schört bei verrenktem Rücken darauf.
    Was dem Einen hilft, muss beim anderen nicht helfen…probier es aus.
    Gute Besserung,
    tesa

  5. Hallo,
    ich habe hier auch noch ein paar Medis zu ergänzen die man bei CRPS doch recht häufig bekommt.

    Bei den Opiaten nehme ich Hydromorphonhydrochlorid (Handelsname Jurnista). Das Gute an diesem Medi ist es, daß man es nur alle 24h nehmen muss. Ich hatte vorher Oxicodon und da waren die 12h immer irgendwie zu lang. Die Ärztin wollte dann noch Mittags eine Pille verordnen, aber ich fand die Lösung mit dem Jurnista doch besser.
    Außerdem nehme ich noch Gabapentin, das ist der Vorgänger des Lyrica. Ich hatte das Lyrica nicht vertragen und darauf allergisch reagiert. Deshalb habe ich dann das Gaba bekommen.
    Ich finde es hilft gut gegen den Brennschmerz. Wenn ich mal Mittags eine Pille vergesse bekomme ich das sofort am Nachmittag zu spüren. :o)
    Neben den schmerzstillenden Medis wurde mir auch noch ein Magenschutz verschrieben. Den nehme ich auch täglich. Es ist Pantoprazol was mir da verschrieben wurde.
    Außerdem habe ich noch Macrogol (ein Pulver was man in Wasser auflösen muss) das die Verdauung in Schwung hält. Leider habe ich sofort Probleme durch die Opiate bekommen und konnte nicht mehr auf die Toilette gehen. Ich denke das ist ein Thema was auch gern mal totgeschwiegen wird. Aber es ist eins der häufigsten Nebenwirkungen von Opiaten.

    Sicher ist es auch wichtig bei der Medikamenteneinnahme die Zeiten einzuhalten. Ich hatte das bei der Schmerztherapie (stationär) gelernt und ich muss sagen es bringt schon was alles nach Plan zu nehmen. Leider habe ich aber trotz aller Medis immer noch heftige Schmerzen, aber mehr möchte ich echt nicht mehr nehmen.

    Am Anfang der Erkrankung habe ich noch Vitamin B -Komplex genommen. Es soll den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen bzw. für die Nerven gut sein. Ob es bei mir etwas gebracht habe kann ich nicht sagen. Ich habe da nichts bemerkt.

    LG Internetti

  6. Hallo,
    ich habe auch das Gabapentin bekommen, zusätzlich Novaminsulfontropfen. Diese Medikamente habe ich über 3 Monate eingenommen und jetzt ganz langsam abgesetzt. Jetzt ist es auch wirklich besser, über 9 Wochen habe ich auch eine Nervenblockade pro Woche bekommen. Ich nehme jetzt keine Medikamente mehr, bin auch froh darüber.
    Gruss, Claudia

  7. Bekomme seit etwa 2.5 Monaten DMSO Salbe mit 50% DMSO und 8% Diclofernac der Rest ist eine Basiscreme. Habe den Tipp von meinem Ergotherapeuten bekommen.
    Verschrieben hat Sie mir mein Doc aus der Schmerzambulanz im UKSH Lübeck. DMSO ist ab 50% auf 100g Creme Verschreibungspflichtig!!
    Die Creme wird mir bei der Kahlhorstaphotheke in 23562 Lübeck, Mönkhofer Weg 46 angerührt, Die Aphotheke braucht jedesmal so ca. 24 Stunden bis ich sie abholen kann, ich zahle nur die Rezeptgebühren von 5 €.
    Die Salbe hilft mir sehr gut, ich reibe den Fuß meistens 1- 3 Täglich damit ein.
    Ich habe CRPS 1 im linken Fuß/oberes Sprunggelenk/ Vorfuß in einer leichten Form ohne starke Schwellungen aber mit starken Schmerzen.

    Grüße Hardy

  8. Hallo,

    bekomme seid ca. 3 Wochen außerdem zur DMSO Salbe, Schmerzplaster under dem Handelsname:
    Versatis 5% wirstoffhaltiges Plaster.
    Dieses wird auf die betroffenen Stellen geklebt und dürfen max. 12 Stunden getragen werden, dannach muß man 12 Stunden Pause machen.
    Es ist angenehm kühlend und bewirkt das meine brennenden bis einschießenden Schmerzen im Füß sich deutlich verringert haben.

    Ich hbe darüber noch einige Beiträge gefunden:
    https://flexikon.doccheck.com/de/Lokalan%C3%A4sthetikum
    https://news.doccheck.com/de/438/lidocain-launisches-lokalanasthetikum/?utm_source=DocCheck&utm_medium=DC%2BWeiterfuehrende%20Inhalte&utm_campaign=DC%2BWeiterfuehrende%20Inhalte%20flexikon.doccheck.com

    Grüße Hardy

  9. Ich habe DSMO auch in der Schmerzklinik verschrieben bekommen und konnte leider nie eine Wirkung feststellen ….
    Ich habe ebenso wie Hardy CRPS 1 im linken Fuss, Vorfuss und Sprunggelenk inzwischen bis zum Knie. Der sichtbare Teil (starke Schwellung, blau- rot- lila Färbung) ist inzwischen fast vorbei, nur noch ab und an schwillt es etwas an und wird wieder blau. Seitdem sind aber die Schmerzen wieder stärker geworden …

  10. Hallo zusammen, ich bekomme auch Gabapentin 900mg und Jurnista 2x 28 mg und Cymbalta 60 mg aber bei mir ist der Schmerz auch nicht weg. Außerdem werde ich immer Dicker was mir auch sehr sehr Schwer fehlt zu akzeptieren, ich weis nicht mehr weiter

  11. Hallo, ich bin seit Mai 2015 nach einer kleinen OP am linken Fuß von CRPS betroffen.
    Bei mir wirkt 3×10 mg Targin, abgewechselt mit 3x 2,5 mg Dronabinol – damit kann ich über den Tag verteilt die Schmerzen gut unterdrücken und habe nur sehr geringe Nebenwirkungen, so dass ich bisher nach wie vor Vollzeit arbeite.
    (Die Wirkdauer bei Targin hält bei mir nur max. 4 h, von den angegebenen 12 h kann ich nur träumen…)

    Lyrica mit 3×75 mg hilft zuverlässig gegen den Brennschmerz.

  12. Hallo, ich habe CRPSII in der linken Hand, ausgelöst durch eine Kapselnaht OP am li Daumen 2010.

    Ich nehme immer noch Lyrica 2×225 und 3x Palexia200. u.a. aufgrund des Gewichtes habe ich Ametryptilin in diesem Sommer abgesetzt und sofort 5 k abgenommen, ist unglaublich.

    Da ich damals allergisch auf DMSO Creme reagiert habe, hat mein Arzt es mit 5% Lidocain Creme versucht, die Salbe ging auch nicht gut. Das mischt jede Apotheke an, dauert auch immer bis zum nächsten Tag. Das hilft super gegen die oberflächlichen Irritationen wie Wind, Wasser, Berührung, sodass ich das besser aushalten kann. Ich habe meist einen Verband an der Hand, weil ich sonst nichtmal Pulliärmel darauf aushalten kann, aber zeitweilig drohte auch das nicht mehr zu funktionieren. Weg ist es nicht aber deutlich verbessert. Vorher hat sich da nichts getan, immer gleich. Nur den Tiefenschmerz, der im Zweifel höher ist, kann es nicht beheben. Beim letzten Mal haben wir diskutiert, den Lidocain Anteil nochmal zu erhöhen, weil es nicht vollständig abklingt – ich werde berichten.
    Im Handel gibt es nur Lidocain 2% Salbe, ich kann mich an den Namen nicht erinnern.

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