Erfahrungsbericht mit dem Arbeitsamt / Begutachtung

bürokratie

Hallo zusammen,

Ich würde euch gerne darüber informieren, was mir in den letzten Tagen beim Amt passiert ist.
Meine Geschichte dürfte hier fast allen bekannt sein,

In Kurzform:

Arbeitsunfall, Verletztengeld von der BG, nach 78 Wochen ausgesteuert, aus diesem Grunde, unter Schmerzen ein gutes halbes Jahr gearbeitet bis ein erneuter Unfall, mit betroffener Hand passiert ist, In der Zwischenzeit Rentenantrag gestellt (Rente entscheidet positiv, Teilerwerbsminderung bei 3-6 Std. tägl. Hinzuverdienst). BG zahlt nicht aufgrund erneutem Unfall, eben weil die Gliedmaße ausgesteuert ist. Rente zahlt immer noch nicht weil die nicht in die Pötte kommen. Also ab zum Arbeitsamt, Nahtlosigkeit was auch unter § 145 SGB III bekannt ist beantragen.

Unter anderem musste ich bei der Antragstellung auch meine Arztunterlagen für den med. Dienst einreichen.
Ich war hocherfreut als schon nach ca. acht Tagen die Bewilligung kam.

Am nächsten Tag kam das folgende Schreiben.

Ich habe absichtlich nur den Text kopiert,
um keinen Bezug zum Amt oder der Person die mir das Schreiben geschickt hat, herzustellen.

arbeitsamt
Ich war etwas geschockt, dachte sofort an eine Verwechselung und habe lange telefoniert, bis man mir die Durchwahl zum med. Dienst gab und ich direkt mit der Gutachterin reden konnte.
Die Ärztin war sehr nett, hat sich sehr viel Zeit genommen und mir folgendes erklärt.

Die Agentur für Arbeit ist weder die Wohlfahrt noch der verlängerte Arm der Rente oder eines anderen Kostenträgers und damit grundsätzlich nicht verpflichtet Zahlungen zu leisten. Um vom Amt Zahlungen zu erhalten, muss man sich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen, sonst gibt es nichts.
Da bei Antragstellung von Nahtlosigkeitsregelung der Kunde aufgrund einer Erkrankung aber gar nicht arbeiten kann, befinde man sich in einer Gesetzeslücke und schreibt Ihn erst einmal gesund (mit Einschränkungen), damit die Versorgung gesichert ist.

Anmerkung der Ärztin: Ihre Hand in dem Zustand ist nicht einsetzbar und wir werden sowieso keinen Job für Sie finden

Das Amt ist jetzt wie ein Arbeitgeber zu sehen und es müssen ab sofort, alle Krankmeldungen die nicht die eigentliche Erkrankung (in meinem Fall also CRPS) betreffen, dem Amt mitgeteilt werden.
Hier gilt, werde ich aufgrund einer anderen Erkrankung z.B. Knie OP, für länger als sechs Wochen krank geschrieben, zahlt das Amt nur noch die ersten sechs Wochen wie bei einer Lohnfortzahlung und stellt dann die Zahlungen ein.

Da ich jetzt theoretisch gesund bin, habe ich natürlich auch schon die erste Einladung bei dem Arbeitshelfer/Jobvermittler bekommen.
Diesem muss ich die Situation jetzt schildern, daß ich auf Grund meiner Erkrankung noch mehrere Monate AU bin und dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehe.

Der Jobvermittler wird dann eine Untersuchung einleiten und wieder den med. Dienst einschalten.
Dieser wird nun endlich alle Unterlagen von den Ärzten, der BG, Reha etc. anfordern (Schweigepflichtentbindungen sollten unterschrieben sein) und im besten Fall wird man persönlich zu einer Begutachtung eingeladen.

Am besten Ihr nehmt dann noch einmal alles mit was Ihr habt, Arztbriefe, Gutachten und ganz wichtig sind Fotos.

Ganz wichtig !!!!!

Wenn in diesem Gutachten dann steht, daß der Kunde für mindestens sechs Monate arbeitsunfähig ist, aber nicht für unbegrenzt, wir man für diesen Zeitraum auch von der Jobvermittlung in Ruhe gelassen.

Auf meine Frage, warum einfach wenn es auch kompliziert geht ? kam nur die Antwort, Aus juristischen Gründen müssten diese Schreiben so kompliziert geschrieben werden.

Sollte der Ein oder Andere auch solch ein Schreiben bekommen, sollte er sich bitte dringend mit dem Gutachter oder med. Dienst in Verbindung setzen und erfragen ob Inhaltlich das gleiche gemeint ist.

Ich wünsche euch jetzt noch einen schmerzfreien Tag, Gruß,
Andre

 

PS. Als kleines Hilfsmittel habe ich ein Schmerztagebuch angelegt, welches ich seit der SCS nutze, vielleicht ist es für den Einen oder Anderen ja ebenfalls hilfreich.

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