Die Leitlinie für die Behandlung von CRPS ist 2017 ausgelaufen und nun ist es endlich soweit und die neue Version wurde verabschiedet.

Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie

Diese Leitlinien sind letztmals im September 2012 in der 5. Auflage in Buchform erschienen und werden seitdem laufend auf dieser Website aktualisiert. Aufgrund der langen Aktualisierungszyklen bei gedruckten Werken werden die Leitlinien der DGN seitdem ausschließlich online publiziert: auf dieser Website und kurz darauf bei der Arbeitsgemeinschaft wissenschaftlich-medizinischer Fachgesellschaften AWMF. Leitlinien sind im Einzelfall bis zu 5 Jahre lang gültig und die komplexen Abwägungskongresse mit dutzenden Experten sowie verschiedenen Fachgesellschaften dauern bisweilen Monate oder Jahre. Die rund 900 ehrenamtlich tätigen Autoren und die Redaktion bemühen sich, die Aktualisierungen so schnell wie möglich auf dieser Website zu publizieren. Auf diese Weise kommen neue wissenschaftliche Erkenntnisse schneller den Ärzten und schließlich den Patienten zugute. Kontakt zur Redaktion: leitlinien@dgn.org

Link zur Leitlinie bei der Deutschen Gesellschaft für Neurologie

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Direkter Link zu dieser Seite: leitlinie.crps-nrw.de

Entwicklungsstufe: S1
Stand: 8. Januar 2018
Online seit: 10. September 2018
Gültig bis: 7. Januar 2023
AMWF-Registernummer: 030/116
Federführend
Prof. Dr. Frank Birklein, Mainz
frank.birklein@unimedizin-mainz.de

07. März 2018 · Kommentare deaktiviert für Langer Weg zur besseren Versorgung · Kategorien: Aktuelles, Allgemein, Forschung, Therapien im Überblick

aerztezeitung.de

Langer Weg zur besseren Versorgung

Ärzte Zeitung online, 07.03.2018

Schmerzpatienten

Ende der Eiszeit in der Schmerzmedizin: Die großen Fachgesellschaften wollen sich nach Jahren des Streits endlich gemeinsam der Verantwortung für eine bessere Patientenversorgung stellen. Der Dissens um die Einführung eines Facharztes für Schmerzmedizin aber bleibt.

Von Christoph Fuhr

(c) drubig-photo / Fotolia

Man wird von Schmerzpatienten nicht erwarten können, dass sie sich in der Welt der medizinischen Fachgesellschaften auskennen. Wer sich aber tatsächlich für Details interessiert, dem erschließt sich, dass es seit langem zwei Lager gibt: Hier die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) und ihr Bündnispartner, der Berufsverband der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland (BVSD). Dort die Deutsche Schmerzgesellschaft (DSG).

Jahrelang haben beide Lager über die Einführung des Facharztes für Schmerzmedizin gestritten. Den will die DGS unter allen Umständen einführen – und die DSG lehnt ihn konsequent ab. Der Dissens ist nicht vom Tisch, aber jetzt haben die Kontrahenten dennoch ein Ende der Eiszeit beschlossen.

„Es bestehen historisch bedingt Grenzen und unterschiedliche Positionen zwischen den Gesellschaften DGS/BVSD einerseits und DSG andererseits“, stellt DGS-Vizepräsident Dr. Johannes Horlemann klar. „Aber es gibt ein Fachgesellschaften-übergreifendes gemeinsames Ziel: Die Sicherstellung einer dauerhaft besseren Versorgung von Schmerzpatienten.“

Nägel mit Köpfen

Beim Deutschen Schmerz- und Palliativtag, der am Mittwoch in Frankfurt eröffnet wird, sollen jetzt bei einem gemeinsamen Symposium Nägel mit Köpfen gemacht werden. Mit dabei sind Spitzenvertreter der DGS, der DSG und BVSD-Präsident Professor Joachim Nadstawek.

Themen gibt es mehr als genug, sagt Horlemann. „Wie stellen wir uns gemeinsam auf? Was wollen wir an Inhalten haben? Was wollen wir von der Politik? Wie wollen wir uns von anderen Fachgruppen abgrenzen?“

Die Frage nach dem Facharzt für Schmerzmedizin ist noch immer aktuell. DGS und BVSD wollen ihre umstrittene Forderung vorerst zurückstellen. Zugleich finden sie neue Gründe, dass dieser Facharzt unbedingt kommen muss.

Es gibt ein Fachgesellschaften-übergreifendes gemeinsames Ziel: Die Sicherstellung einer dauerhaft besseren Versorgung von Schmerzpatienten.

Dr. Johannes Horlemann, Vizepräsident der Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS)

Ihr Argument, ohne diesen Facharzt werde die Bedarfsplanung für eine angemessene Versorgung von Schmerzpatienten verhindert, fokussierte sich bisher auf den ambulanten Bereich. Doch jetzt gibt es auch mit Blick auf Kliniken Bewegung: Ein aktuelles Urteil des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Berlin-Brandenburg zur Krankenhaus-Bedarfsplanung (Az.: 05.10.2017 – 5 B 6.17) eröffnet neue Perspektiven. Danach findet die Bedarfsermittlung für Kliniken nur nach den Hauptdisziplinen der Weiterbildungsordnung statt, nicht aber für Subdisziplinen. Die Schmerztherapie gilt lediglich als Zusatzweiterbildung, die ergänzend zu jeder Fachgebietskompetenz erworben werden kann.

Vor diesem Hintergrund, so die DGS-Schlussfolgerung, sehe der Krankenhausplan weiterhin keine eigenständige Fachabteilung für multimodale Schmerztherapie vor. Die Versorgung von Schmerzpatienten erfolgt vielmehr in den psychiatrischen und somatischen Fachabteilungen.

Das Fazit der DGS: Ohne den Facharzt gibt es keine Bedarfsplanung im ambulanten und stationären Bereich. Ohne ihn gibt es auch keine Weiterbildungsförderung gemäß Paragraf 75a SGB V durch die KVen – und die Schmerzmedizin bleibt unattraktiv für den medizinischen Nachwuchs.

Große Herausforderungen

Der Deutsche Schmerz- und Palliativtag richtet in diesem Jahr den Blick auch auf andere, hochrelevante Herausforderungen: Die Digitalisierung und die damit verbundenen Möglichkeiten für den Praxisalltag werden ein zentrales Thema sein. Was das für die Zukunft bedeutet, erklärt DGS-Präsident Dr. Gerhard Müller-Schwefe: Wenn die Digitalisierung konsequent genutzt werde, würden herkömmliche Versorgungsstrukturen aufgebrochen und etablierte Berufsbilder revolutioniert. „Die hierarchische Pyramide mit dem Arzt an der Spitze weicht einem Pain Care Team, in dem hausärztliche, fachärztliche und nichtärztliche Kompetenz auf der Grundlage gemeinsamer digitaler Plattformen gemeinsam mit dem emanzipierten Patienten diagnostische und therapeutische Entscheidungen treffen und umsetzen“, prognostiziert Müller-Schwefe.

Ein leidiges Thema

Und noch ein zentrales Thema soll beim Schmerztag nicht zu kurz kommen: Es geht um Schmerzdokumentation im Praxisalltag – ein leidiges, und für nicht wenige Ärzte unbeliebtes Thema. Zu viel Papier, zu viel Arbeit und zu viel Aufwand, zu wenig Zeit, zu wenig Personal und zu geringer Vergütung, so ihre Kritik.

Dass dennoch eine patienten- und beschwerdeorientierte Schmerzdokumentation nicht nur sinnvoll ist, sondern auch ressourcenschonend in kleineren und weniger spezialisierten Einrichtungen realisiert werden kann, soll ein von der DGS entwickeltes Dokumentationssystem zeigen. Die DGS sammelt kontinuierlich anonymisierte Routinedaten auf der Grundlage von standardisierten Schmerzdokumentationen und hat Konzepte und Datenerfassungssysteme entwickelt.

Seit Ende 2014 wird allen schmerzmedizinisch interessierten Ärzten das elektronische Online-Tool iDocLive® zur Verfügung gestellt. Stand heute sind über 187.000 Behandlungsfälle im Praxis-Register Schmerz dokumentiert. Beim Schmerzkongress wird über weitere Perspektiven für dieses Systems informiert.

Das gilt auch für das mit Hilfe des gemeinsam von der DGS und der Patientenorganisation Deutsche Schmerzliga e.V. (DSL) entwickelten Online-Tools „mein-Schmerz.de“. Seit Mitte 2016 tauschen auf dieser Plattform Patienten ihre Erfahrungen aus. Ein Konzept, das nach DGS-Angaben zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Das Programm des Schmerz- und Palliativtages richtet darüber hinaus den Fokus auf die vielfältigen Facetten der Schmerz-Prävention, Ätiologie und Therapie. Themen zum Beispiel: Was tun bei psycho-sozialem Schmerz? Gibt es neue Erkenntnisse in der pharmakologischen Prävention der Schmerzchronifizierung? Inwieweit erweitert Cannabis die Therapieoptionen für Schmerzpatienten und welche Fallstricke sind damit im Praxisalltag verbunden?

Zum Schmerz- und Palliativtag vom 8. bis 10. März sind Ärzte, Psychotherapeuten, Psychologen, Apotheker, Physiotherapeuten und andere medizinische Berufsgruppen eingeladen.

Quelle: aerztezeitung.de

26. Februar 2018 · Kommentare deaktiviert für Geht es dir besser? Eine multizentrische Studie zur patientendefinierten Genesung nach dem CRPS · Kategorien: Aktuelles, Allgemein, Artikel über CRPS, Forschung · Tags: , , ,

In acht europäischen und nordamerikanischen Ländern wurden CRPS Patienten befragt, die die Budapest-Kriterien erfüllt hatten. Schwerpunkt der Befragung war das Thema „Heilung“ bzw. „Ausheilung“. Hier wurde darauf abgezielt herauszufinden, was die Kriterien dieser Betroffenen sind, sich nicht als geheilt und noch immer als CRPS Patient zu bezeichnen. Diese Studie belegt, dass man auch CRPS hat, ein man die Budapest-Kriterien nicht mehr erfüllt, weil die Symptome sich verändern (frühere Stadioneinteilung).

Durch die internationale Belegung können Betroffenen sich auf diese Studie berufen, wenn einem eine bestehende Diagnose CRPS quasi abgenommen wird. CRPS besteht auch noch, wenn die Budapest-Kriterien nicht mehr erfüllt werden.

Ergebnis der Studie:
CRPS Schmerz
generalisierten Schmerz
Einschränkungen in meiner Bewegungsfreiheit
Medikamenteneinnahme
Versteifung

Die Studie und die vorgenannten zeigen, dass Betroffene mit einem chronischen CRPS ebenfalls (und weiterhin) an der Erkrankung leiden, auch ohne verstärktes Nagelwachstum,Ödem oder andere äußere Veränderungen. Der CRPS ist keineswegs ausgeheilt oder „ausgebrannt“, wenn weiterhin die oben genannten Punkte der Studie bestehen.

Weiterhin zeigt die Studie, das die Heilung des CRPS nicht an die Budapest-Kriterien gebunden ist. Übergänge zwischen Stadien durch Veränderung der Symptome sind schwer zu definieren, da das CRPS individuell sehr unterschiedlich verläuft. Bei manchen Betroffenen zeigen sich auch nach Jahren noch starke äußere Anzeichen, bei Anderen nicht mehr.

Bisher ist die Studie nur in Englisch verfügbar, aber wir arbeiten an einer Übersetzung ins Deutsche. Die Quellenangaben sind in dem PDF aufgeführt.

PDF-Dokument, 180KB, englisch

06. Januar 2018 · Kommentare deaktiviert für Teilnehmer für wissenschaftliche Studie gesucht! · Kategorien: Aktuelles, Allgemein, Artikel zu CRPS, Forschung, KÖLN · Tags: , ,

Teilnehmer für wissenschaftliche Studie gesucht!

Liebe Patienten,

die Abteilung für Neuroradiologie des Universitätsklinikums Heidelberg ist weltweit führend in der hochauflösenden Darstellung von Nerven mit Hilfe der Magnetresonanztomographie (MR-Neurographie). In einer wissenschaftlichen Studie wollen wir mit Hilfe neuer, innovativer MRT-Messungen die Struktur und die Durchblutung von Nerven bei CRPS-Patienten untersuchen und mit gesunden Probanden vergleichen.

Ziel dieser Studie ist es, die Entstehung von Schmerzen bei CRPS besser zu verstehen, um zukünftig neue Optionen in Diagnostik und Therapie eröffnen zu können.

Teilnahmevoraussetzungen:
– Patienten zwischen 18 und 80 Jahren.
– Erkrankung nicht länger als 4 Jahre bestehend.
– Kein Herzschrittmacher bzw. nicht MRT-taugliche Metallimplantate.
– Diagnostiziertes CRPS I oder II der oberen oder unteren Extremität.
– Keine weiteren neurologischen oder stoffwechselbedingten Erkrankungen (wie z.B. Diabetes).

Die Studie beinhaltet eine ausführliche klinisch-neurologische und elektrophysiologische Untersuchung (Dauer ca. 1 Stunde) sowie eine MRT-Untersuchung (Dauer ca. 1,5 Stunden). Die Untersuchungen finden in der Abteilung für Neurologie und Neuroradiologie des Universitätsklinikums Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 400, 69120 Heidelberg statt.

In dem ersten Abschnitt der Studie suchen wir vor allem Patienten in einem akuten Stadium der Erkrankung (starke Schwellung, Verfärbung und Schmerzen der betroffenen Extremität).

Bei Interesse oder Fragen dürfen Sie sich gerne an folgenden Mailadresse wenden: brunnee@stud.uni-heidelberg.de.

13. Juli 2017 · Kommentare deaktiviert für Neuer Ansatz für die Schmerztherapie · Kategorien: Aktuelles, Allgemein, Forschung, Therapien im Überblick

Schmerzen
Ärzte Zeitung online, 06.07.2017

Neuer Ansatz für die Schmerztherapie

BERLIN. Eine spezielle Morphin-Formulierung – Polyglycerol-Morphin – könnte weniger Nebenwirkungen verursachen, als eine Schmerztherapie mit herkömmlichen Opioiden. Das berichtet die Freie Universität Berlin unter Bezug auf eine aktuelle Publikation (Elife. 2017; online 4. Juli).

Die Forscher koppelten konventionelles Morphin an Trägermoleküle, die nur im entzündeten Zielgewebe gelöst werden. Dadurch ließen sich Nebenwirkungen im gesunden Gewebe verhindern, so die Wissenschaftler. Zu solchen Nebenwirkungen zählen ja unter anderem Benommenheit, Übelkeit und Obstipation bis hin zum Atemstillstand.

Das neue Molekül erprobten die Forscher bisher im Tiermodell und in Zellkulturen. (eb)

 

 

Quelle: aerztezeitung.de