CRPS und Krankenbeförderung

verordungenWenn wir mit einigen Betroffenen zusammenstehen, nach dem Gruppentreffen oder uns im Chat unterhalten, erzählt der eine oder andere, dass er zum Arzttermin oder zum nächsten Therapietermin mit dem Taxi fährt. Jetzt könnte man meinen, dass es hier auf jeden Fall um Betroffene mit dem Sudeck am Fuß geht. Aber nein, auch Hand-Sudeckler haben oft einen „Taxi-Schein“. Jetzt bin ich selbst am Fuß betroffen und kann durch „ihn“ keinen Schritt mehr ohne Rollstuhl bzw. Gehhilfen machen. Und es hat sehr lange gedauert, bis ich auch endlich von meiner Krankenkasse – übrigens Deutschlands servicebester Kasse – eine Bewilligung der Krankenbeförderung zur ambulanten Therapie bekommen habe. Wie gesagt, kann ich mich nur im Rollstuhl fortbewegen und kann aufgrund des Merkzeichen „G“ auch kostenfrei mit Bus und Bahn fahren. Aber für 20 oder 30 Minuten Therapie immer 45 Minuten hin und auch wieder zurück fahren zu müssen hat eher gar keinen therapeutischen Wert. Nun nehme ich aufgrund der sehr extremen CRPS Schmerzen täglich die maximale Tagesmenge Morphium ein, um es einigermaßen aumhalten zu können und die Nebenwirkungen lassen es eigentlich nicht zu, dass ich mich mit dem Rollstuhl in den aktiven Straßenverkehr begebe, aber irgendwie muss ich ja schließlich zu meinen Anwendungen kommen. Doch weder meine behandelnden Ärzte noch die Stadt (Antrag auf Kennzeichen aG liegt beim Sozialgericht) sehen hier irgendwelche Probleme mit Verantwortlichkeiten, falls mir im Straßenverkehr mal etwas passieren sollte. Sowohl meine Anträge auf Kostenübernahme der Taxikosten bei meiner Krankenkasse, noch die Bitten auf Ausstellung eines „Taxischeins“ bei meinen Ärzten hatten Erfolg. Die Begründung lautete stets, dass ich diesen nur mit dem Kennzeichen „aG“ bekommen könnte, oder wenn ich eine Pflegestufe hätte, oder wenn ich ein „Tumorpatient“ wäre. Aber wenn man mal überlegt, warum bei Patienten in einer Tumorbehandlung die Fahrtkosten zur Behandlung übernommen werden, ist es ja nicht der Tumor selbst, sondern die Verfassung, in der sich die Patienten befinden bzw. auch unter welchen harten Medikamenten sie stehen. Und beide verstecken sich hinter dem Gesetz, das diese beiden Hürden so aufsetzen würde. Dabei steht nichts davon im Gesetz. Aber beide sitzen nun mal am längeren Hebel und weigern sich, sich mal in die Situation eines durch CRPS gehbehinderten Schmerzpatienten zu versetzen. Alles hängt aber nur an diesem hellblauen Formular mit roter Schrift (Download) „Verordnung einer Krankenbeförderung“, welches der behandelnde Arzt oder Schmerztherapeut ausfüllen muss, ihn maximal fünf Euro Rezeptgebühr kostet und er damit bestätigt, dass er die Beförderung für medizinisch notwendig hält. Zusätzlich ist es wichtig, dass das Feld „Dauerhafte Mobilitätseinschränkung, vergleichbarer Grund wegen (ggf. Angabe ICD-10)“ ausgefüllt wird und hier CRPS beschrieben wird, denn der bekannte ICD-10 für CRPS lautet M89.0Sonstige Knochenkrankheiten, Neurodystrophie, Algodystrophie – bzw. G54.6Mononeuropathien der oberen Extremitäten – zeigt im Grunde die Ernsthaftigkeit des CRPS gar nicht auf. Gerade der zweite Schlüssel widerspricht auch eher der Gehbehinderung, weil es ausschließlich um die Arme und Hände geht. Sobald der Arzt die Verordnung ausgestellt hat, sollte man diese bestenfalls persönlich bei seiner Krankenkasse vorlegen (eigene Kopie nicht vergessen!). Die Kasse wiederum reicht die Verordnung meistens an den zuständigen MDK weiter zur Entscheidung. In vielen Fällen trifft aber bereits die/der zuständige Sachbearbeiterin/er die Entscheidung und bewilligt die Fahrtkostenübernahme, weil sie/er einsieht, dass man mit einem Sudeckfuss genauso wenig laufen kann, wie z.B. ein Beinamputierter (Voraussetzung im Gesetz).
Gerne bin ich beim Durchführen des eigenen Antrags behilflich…. 🙂
Liebe Grüsse
Euer
Stefan

PS. Link zu den Richtlinien für die Verordnung von Krankenfahrten.

Ich möchte mich vorstellen,

hi_neuHallo ihr lieben,

ich bin 28 Jahre alt und wohne im schönen Bayern, leide seit meinem Arbeitsunfall im Mai 2013 an einem CRPS I an der linken Hand.

Ich habe mir damals durch einen Sturz eine mehrfragmntäre Distale Radiusfraktur mit dorsaler Abkippung und Absprengung eines Frakmentes.

Der Bruch wurde 6 Tage nach dem Sturz in einer Operration mit einer winkelstabilen Platte gerichtet, und danach fing das delema an.

Seit diesem Unfall hab ich massive Problem mit der linken Hand mein D-Arzt meinte von Anfang an es wäre ein Sudeck da ich ein vermehrtes Schwitzen aufwies, Schwellung verstärktes Nagelwachstum, Verfärbungen, massive Schmerzen und Bewegungseinschränkungen hatte.

Ich bin dann von ihm ins BGU-Murnau überwiesen worden zur Schmerztherapie und intensiven Beübung des Handgelenks, naja gesagt getan Termin ausgemacht in der Ambulanz und hingefahren.

Naja beim Termin meinte der Chiruge das könnte kein Sudeck sein schuld wäre eine zulange Schraube und der Karpaltunnel.

Ergebnis war dann eine Woche später Op , entfernung der zu langen Schraube und Spaltung des Karpaltunnels.
Dann hab ich auf eine Reha bestanden die ich dann zwei Wochen später antreten durfte.

Leider hatte sich bis dahin nix gebessert, weiter vermehrtes Schwitzen, mittlerweile wechselte die Verfärbung immer mehr von rötlich hin zum bläulichen, und anstatt Heiß wurde die Hand nun kälter bis eiskalt. Naja und von den weitern Schmerzen und Bewegungseinschränkungen wollen wir mal nicht sprechen.

Habe dann Mitte August meine Reha angetreten mit dem Erfolg das die Bewegung um 10°Grad gestiegen ist aber der rest geblieben war.Aber es war für die Ärzte in Murnau weiterhin kein Sudeck
Und während der Reha wurde dann auch eine komplette Me für Mitte Oktober geplant.

Da hatte ich dann am 2.10 wieder zur Planung der Me einen Termin in der Ambulanz, ausage da vom Arzt warum entfernen wir bei ihnen das Metall es ändert sich ja nichts und es würde ja auf meinen ausdrücklichen Wunsch geschehen. Dabei hatten mir seine Kollegen was anders erzählt
Die Op fand dann am 15.10 statt und Ergebnis war weiter Schmerzen, Verfärbung etc……
Mir geht es seit der letzten Op wieder deutlich schlechter und vorallem die Schmerzem sind wieder schlimmer geworden.

Naja die Ärzte haben dann auch einen ziemlich heftigen Brief geschrieben wo drin stand das dass vegetative Begleitsypmtomatik wäre die erst seit der op im Juli bestehen würden und temporär seien, kurzes Zitat aus dem Brief ;: Wir bitten um Entfernung der ienliegenden Fäden am 12 bis 14. postoperrativen Tag sowie um Fortführung der intensiven Physio-und Ergotherapie bis zum Beginn der Abe-Maßnahme im November dieses Jahres. Wir empfehlen den Beginn der Maßnahme in der 44. Kalenderwoche. Über insgesamt 4 Wochen kann der Belastungsaufbau mit 3,3,4 und 6 Stunden täglich erfolgen , das sie bis zur 49 Kalenderwoche die vollschichtige Arbeitstätigkeit wieder aufgenommen werden kann.Wir weisen an dieser Stelle hin dass die motorischen Fähigkeiten der Patentin durchaus die Wiederaufnahme dieses Berufes erlauben.Eine schwere Belastung ist in ihrem Beruf als Floristin für das Heben und Tragen von schweren Gegenständen nur selten zu finden.Breits unmittelbar gab die Patentin an dass sich die Beweglichkeit im Handgelenk überhaupt nicht gebessert hätte und sie nicht damit rechnet in Ihren job als floristin zurückzukehren. Aus medizinischer sicht sind jedoch die voraussetzungen dafür gegeben. Gegebenfalls ist gemeinsam mit einem Berufshelfer in einem Team Gespräch im Dezember diesen Jahres die Situation noch einmal zu besprechen . Die Patentin wurde nur zur Wiedervorstellung aufgefordet so sie denn die Belastungserprobimg abbricht.“

Naja meine Ergotherapeutin und meine Phyisotherapeutin haben darüber nur gelacht da meine Hand sich schlechter zeigte als zu Beginn meiner Behandlung.

Und nun geht mein D-Arzt davon aus das es ein Crps Typ 2 ist, morgen muss ich zum Mrt. Meine Hand wird weiter hin blau und kalt, schmerzt zum wahnsinnig werden und schwillt von Zeit zu zeit noch ein wenig an.
Von der Bewegung geht nur trotz Me dorsal/palmar 30-0-35 und seitlich ulnar/radial 25-0-75. Daumen macht beim auch seit der ersten Op probleme.

Ich bin erst seit Dezember 13 in Schmerztherapie der Arzt dort hat aber die Diagnose Morbus Sudeck (CRPS 1) bestättigt, die meine D-Arzt seit über 1,5 Jahren jetzt schon dokumentiert.

Der Hammer kam dann im Februar von Murnau, die immer noch abstreiten das es ein Sudeck ist bzw. behaupten es wäre ausgeheilt, was leider nicht der Fall ist.Nach langen Hin- und Her hieß es dann es muss ein Zusammenhangsgutachten her da Unfallursache und Probleme an der Hand nicht mehr erklärbar zueinander wäre.

 

Naja es hat dann 9 Monate gedauert bis endlich das Gutachten komplett vorlag. Das Problem was jetzt besteht ist das der Neurologe nicht sicher ein CRPS stellen kann obwohl er nicht richtig untersucht bzw. die Kriterien nicht durch gegangen ist. Er verweißt auf ein spezielles Schmerzsetting in dem die Frage geklärt werden soll, er fügt trotzdem eine chronische Schmerzstörung nach Gerbershagen Grad II und eine Mde von 20%.

Der Beratende Arzt der Bg erklärt dann das Gutachten des Neurologen für nichtig, weil wenn nicht neurologisches vorliegt, kann er auch nichts darüber aussagen und verweißt auf den Hauptgutachter. Dieser sagt zwar das ich meinen Beruf nicht mehr machen kann, gibt aber nur eine Mde von 10%.

Und von einem normalen Handgelenksschmerz und nicht mehr von einem CRPS I, obwohl bis zum jetztigen Standpunkt folgende Beschwerden noch vorhanden sind : ausgeprägter Brennschmerz, livide Verfärbung, leichtes Ödem, vermehrtess Schwitzen in der Handinnenfläche, Temperaturunterschied zw. linken und rechter Hand,deutlich eingeschränktee Bewegung, Die Hand ist überwiegend eiskalt, deutliche Kraftminderung,Dauerschmerz der sich als ziehend, Messerstichartig und drückend empfunden wird, Überempfinlichkeit der Hand das heißt ich ertrage keine zarten,spitzen und streichelnde Berühungen. Was auch gar  nicht geht ist das die hand auf den Tisch gelegt werden kann , vorallem wenn mir jemand zu nah kommt dreh ich links halb durch.

Zum Glück kennen mich meine Therapeuten also Physiotherapeutin seit Anfang an und der Ergotherapeut ist ein erfahrener Handtherapeut und mein D-Arzt inkl. Schmerzarzt stehen hinter mir.

Trotzdem brauche ich jetzt wieder einen Rat, mein Anwalt meinte gestern das wir jemanden brauchen der das CRPSs wieder bestätigt und neuen Wind in die Sache bringt. Hab jetzt schon überlegt ein funktionelles Mrt vom Cortex machen zulassen, würde auch jeden Weg auf mich nehmen, nur damit ich eine fundierte nochmalige Bestättigung hab, damit mein Anwalt Gas geben kann.

Bin ja erstmal froh das schon mal die Teilhabe am Arbeitsleben läuft und ich evtl. ab Februar meine Umschulung beginnen kann.

Ich freu mich über jede Antwort und Kommentar,

liebe Grüße

Skora

 

 

Gutachten

Hallo ,

Ich leide seit mehr als 6 Jahren an CRPS im Sprunggelenk .Aber in den ersten drei Jahren hat es nie eine Diagnose gegeben , sondern immer nur der Verdacht auf CRPS . In 2012 hat ein Gutachter diese CRPS Diagnose gestellt und der nächste Gutachter hat die Diagnose dementiert . Alle Gutachter haben sich in Ihren Berichten widersprochen .
Heute war ich bei dem 5ten Gutachter , wieder mal ein Orthopäde . Die Meinung des Gutachter war wieder niederschmetternd .Wie ein schlag ins Gesicht .
Es glaubt mir einfach kein Orthopäde .
Die ganzen Medikament gegen Schmerzen nehme ich ja auch nur weil es spass macht und ja so gesund sind .
Ich solle mir doch den Kopf untersuchen lassen , ich hätte kein organisches Problem .Es sei alles altersgerecht .
Wie soll ich vor Gericht beweisen , das ich dauernd Schmerzen habe , die sich mittlerweile über die ganze rechte Körperhälfte ausgebreitet haben .

Wenn einen die Krankheit nicht depressiv macht , dann sind es die Ärzte die einen als Simulant ,Hypochonder oder als psychisch Krank abstempeln .
Ich kämpfe bei drei Gerichten seit mehr als 6 Jahren um mein Recht ,um einen GDB und um eine Rente /Erwerbsminderungsrente . bin in einem Verfahren wegen Schmerzensgeld und Schadensersatz schon in Berufung gegangen .
Ich bin es einfach leid ,das hin und her meine Geduld und meine Kraft sind ausgeschöpft .

Ich habe gelernt diese Schmerzen zu ertragen und mit Ihm zu Leben .Egal was noch kommt .

Sabine

Persönlicher Erfahrungsbericht in der Schmerzklinik am Arkauwald in Bad Mergentheim

Persönlicher Erfahrungsbericht in der Schmerzklinik am Arkauwald in Bad Mergentheim

Vorgeschichte:

Am 18.02.14 hatte ich einen häuslichen Unfall und verletzte mich mit einer Glasscherbe an der linken Innenhand. Als Notfalleinlieferung wurde ich in der Mainzer Uniklinik stationär aufgenommen. Beim Röntgen wurde festgestellt, dass sich noch Glassplitter in der Hand befanden. Ein starkes Taubheitsgefühl im Zeige- und Mittelfinger hatte ich sofort nach dem Unfall ( partielle Nervendurchtrennung des Medianus). Am nächsten Vormittag wurde ich ca. 3 Std. mit Teilnarkose operiert und erhielt eine Gipsschiene. In der folgenden Nacht hatte ich sehr starke Schmerzen und ließ mir mehrmals Schmerzmittel geben, die aber kaum wirkten. Am 21.02.14 sollte die Gipsschiene erneuert werden und ich wurde mit einem Rollstuhl in den Gipsraum gebracht. Auf dem Weg dorthin bemerkte ich, dass die Hand stark blutete. Der behandelnde Arzt veranlasste sofort eine Notoperation, bei der ein Hämatom ausgeräumt wurde. Die Weiterbehandlung erfolgte mit Schmerzmitteln, Antibiotika und einem elastischen Verband. Am 24.2.14 wurde ich aus der Klinik entlassen und fing auch bald darauf wieder an zu arbeiten. Bei einer privaten Feier am 12.04.14 sprach mich eine befreundete Ärztin an und vermutete aufgrund des Hautbildes und der immer noch stark geschwollenen Hand einen Morbus Sudeck. In der Sudeck-Sprechstunde der Neurologie in der Mainzer Uniklinik wurde der Verdacht durch zahlreiche und zeitintensive Untersuchungen bestätigt. Seitdem Arbeitsunfähigkeit und viele ambulante Therapien. Meine behandelnde Hausärztin empfahl mir eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme, die nach vielem hin und her zwischen den Kostenträgern (Ablehnung, Widerspruchsverfahren) am 24.07.14 positiv entschieden wurde. Im Internet hatte ich mich schon vorher über geeignete Kliniken schlau gemacht und die Schmerzklinik am Arkauwald als die am besten geeignete herausgefunden.

Aufnahme:

Nach kurzen Telefonaten teilte mir die Klinik bald mit, dass ich am 14.08.14 stationär aufgenommen werden konnte. Pünktlich um 10:00 wurde ich von der freundlichen Empfangsmitarbeiterin Frau Wehle auf mein Zimmer gebracht und im Haus herumgeführt. Ich bekam ein geräumiges Doppelzimmer mit Talblick zur Alleinbelegung. Auch mein Therapieplan für die nächsten 2 Tage lag schon bereit. Während mein Mann sich mit meinen Gepäckstücken durch die veralteten Aufzügen quälte, hatte ich schon die erste Untersuchung im Schwesternzimmer: EKG, Blutdruck, Gewicht, Puls usw.

Verpflegung:

Ich wurde der Küchenleiterin Frau Schneider vorgestellt und sie wies mir einen festen Sitzplatz an einem Vierertisch zu. Das Frühstück und das Abendessen gab es in Buffetform, das Mittagessen wurde am Tisch serviert. Auf unterschiedliche Kostformen wurde individuell eingegangen und ich hatte die Wahl zwischen einem vegetarischen und zwei Fleisch- oder Fischgerichten. Es gab fast täglich eine Vorsuppe und / oder einen Salat und einen Nachtisch. Das Essen war schmackhaft und reichlich. Das Personal war ausgesprochen freundlich und hilfsbereit und versuchte auf individuelle Wünsche einzugehen.

Ärztliche Versorgung:

Am Nachmittag des Ankunftstages lernte ich meinen behandelnden Arzt Herrn Harhausen kennen. Er nahm sich für eine gründliche Anamnese und Allgemeinuntersuchung 3 Stunden Zeit für mich und war dabei sehr empathisch, so dass ich gleich Vertrauen gewann und mich in der Klinik anfing wohl zu fühlen.
Er diagnostizierte CRPS II (Kausalgie) und empfahl mir eine Nervenblockade mit Kathetertherapie. Als ich zurückhaltend darauf reagierte und am nächsten Tag nach alternativen Heilmethoden fragte, erfuhr ich von ihm, dass es keine Alternativen gibt. Herr Harhausen erklärte mir im Erstgespräch auch gleich, dass die von der Krankenkasse bewilligten 3 Wochen bei dieser Therapie nicht ausreichend seien und er deshalb mit meinem Einverständnis eine Verlängerung beantragen würde. Ich war einverstanden und ließ mich auf die Kathetertherapie ein. Umfangreiches Infomaterial mit Risiken und Nebenwirkungen bekam ich in schriftlicher Form. Zukünftig würde ich 3mal in der Woche Termine zur ärztlichen Sprechstunde haben.

Klinikgebäude:

Die Arkaukliniken sind in 2 Gebäuden untergebracht. Das „Schmerzzentrum“ ist im nächsten Ort Löffelstelzen, wurde renoviert und ist barrierefrei, so dass dort vorwiegend gehbehinderte Menschen behandelt werden. Das Personal hilft sich bei Engpässen aus, grundsätzlich arbeitet aber jede Klinik autonom. Die Schmerzklinik am Arkauwald, in der ich untergebracht war, ist schon etwas in die Jahre gekommen und ein durch Anbauten verwinkeltes Gebäude mit wenigen alten Fahrstühlen, die auch nicht immer funktionierten. Auch das Flachdach war nicht dicht, so dass es bei starkem Regen schon mal tropfte. Die Therapien fanden fast ausschließlich in Kellerräumen statt, das ist nicht nur für die Therapeuten sehr schade. Trotz alledem hat das Haus einen gewissen Charme und das Personal trug es mit Humor.

Schwesternzimmer:

Auch die Schwestern waren meist fröhlich und gut gelaunt, hatten sie doch das heimliche Regiment. Sie arbeiteten sehr hart und konzentriert, auch wenn sich oft die Patienten wartend vor der Türe ärgerten, wenn es nicht alles nach ihrem Plan lief.

Therapiealltag:

Hier erst mal mein höchstes Lob an alle Therapeuten, die mir sehr motiviert und fachlich kompetent erschienen. Als Patientin merkte ich, dass die Absprachen zwischen Ärzten, Schwestern und Therapeuten gut liefen und genau das hatte ich mir nach meiner Odyssee in meiner ambulanten Therapie gewünscht.
Jeden Samstag gab es einen schriftlichen Therapieplan für die nächste Woche. An diesem Plan war noch ein Formular zum Ausfüllen angehängt, in den man eintragen sollte, wie groß das Schmerzempfinden war, welcher Therapieerfolg stattgefunden hat, wie der Nachtschlaf war, ob es Nebenwirkungen durch Medikamente gab und welche Methoden zur Schmerzablenkung erfolgreich waren.
Mein Therapieplan sah wochentäglich 6-10 verschiedene Anwendungen vor und begann oft schon um 6:40 Uhr.

Ich erhielt:

  • Magnetfeldliege
  • manuelle Lymphdrainage
  • Fango
  • Kohlensäurebäder
  • Lasertherapie
  • Elektrotherapie
  • Muskelentspannung nach Jakobsen
  • Krankengymnastik
  • Interferenzstromtherapie
  • Wirbelsäulengymnastik
  • Hand und Fußtraining
  • Einzel-Schmerzpsychotherapie
  • Stressbewältigung
  • Ergotherapie

Auch Dr. Boss als Chefarzt stellte sich, die Klinik und das liebliche Taubertal vor.
Es gab viele Vorträge zur Stressbewältigung, Ernährungsberatung und den Umgang
mit chronischen Schmerzen. Blutdruck-, Puls-, Temperatur- und Gewichtskontrollen wurden einmal wöchentlich oder nach Bedarf auch öfter durchgeführt. Am Wochenende gab es für mich nur 1-3 Therapietermine täglich. Mein erster richtiger Therapietag verlief logistisch einwandfrei: Den Plan mit den genauen Uhrzeiten und Raumangaben musste ich immer mit mir führen und vom zuständigen Therapeuten abzeichnen lassen. Was mir bei all diesem geschäftigen Treiben aber fehlte, war die Erklärung über die Notwendigkeit und den therapeutischen Nutzen der einzelnen Anwendungen. Nur auf gezielte Fragen erhielt ich Antworten. Setzte man hier voraus, dass ich genau wußte, welche Therapie wofür nutzt oder sollte ich das gar nicht wissen? Die Therapeuten waren zwar fast alle sehr freundlich, aber so beschäftigt, dass sie für lange Erklärungen nur bei den Einzelanwendungen Zeit hatten. Selbst die auswärtige Fahrt zum Röntgen war bestens organisiert. Der Fahrer heißt Harry oder mochte auf jeden Fall so genannt werden. Er brachte mich mit dem Klinikbus zum Termin und holte mich auch wieder zuverlässig dort ab.

Schmerzkatheter:

Nach 7 Tagen Gewöhnung an den Klinikalltag wurde mir der periphere Schmerzkatheter gelegt. Die Prozedur war im Eingriffsraum und durch meinen behandelnden Arzt sehr gut vorbereitet. Der Eingriff selbst wurde von einer Oberärztin und einer Anästhesistin durchgeführt und dank liebevoller Betreuung und entsprechenden Infusionen nahezu schmerzfrei. Der Katheter im Oberarm wurde bei mir 2mal täglich gefüllt. Diese Nervenblockade sollte eine Muskelentkrampfung und Mehrdurchblutung fördern.
Vor der Behandlung unterschrieb ich, dass ich über Risiken und Nebenwirkungen aufgeklärt wurde und mit dem Eingriff und allen notwendigen Begleitmaßnahmen einverstanden bin. Diese Nervenblockade wirkte bei mir sehr schnell, mein linker Arm war ab dem Ellenbogen betäubt. Ich suchte den Arzt auf, und er reduzierte die Medikation sofort. Das Taubheitsgefühl war weiterhin unangenehm, aber auszuhalten.

Ärzte:
Von Mitpatienten erfuhr ich, dass sich nicht alle Patienten so gut behandelt fühlen wie ich. Ein bestimmter Arzt stellte nach Angaben der Mitpatienten so undifferenzierte und falsche Diagnosen, dass manche ihn offen ablehnten und das Problem zur Chefsache machten. Andere wiederum, die sich von ihm von oben herab behandelt fühlten und nicht den Mut hatten, den Arzt zu wechseln, verzweifelten an sich selbst und reagierten depressiv. Ich bemerkte aber auch , dass seitens des Vorgesetzten darauf reagiert wurde und der betreffende Arzt nicht mehr in der Klinik arbeitet. Mein Arzt kannte sich mit CRPS sehr gut aus und behandelte meines Wissens nach auch die meisten Sudeck- Patienten. Der Chefarzt Dr. Boss ist eine Seele von Mensch und scheint kein zuhause zu haben, er war von morgens bis abends in der Klinik und hatte für jeden ein offenes Ohr.

Freizeit:

Die Klinik liegt in ca. 200 Meter Höhe über Bad Mergentheim und man hat einen wunderschönen Blick über die Kreisstadt. Wenn man gut zu Fuß ist, schafft man den Weg durch den Wald in den Kurpark und die Innenstadt in weniger als 20 Minuten. Der öffentliche Bus fährt 1mal stündlich und wird abends durch Ruftaxis ersetzt. Die Klinik hat auch einen eigenen Bustransfer, der kostenlos um 14:00 Uhr die Patienten in die Stadt fährt und um 16:00 Uhr wieder zurück bringt ( an den Wochenenden vormittags). Auch das Freizeitprogramm kann sich sehen lassen: Kostenlose Fahrten nach Würzburg, Rothenburg ob der Tauber, in den Wildpark, zum Bowling und ins Kino uvm sind nicht selbstverständlich und tragen zum Heilungserfolg bei.

Resümee:

Meine durchweg positiven Erfahrungen in der Klinik konnten leider nicht alle Patienten mit mir teilen. Von einer Patientin mit CRPS im Fuß wurde mir mitgeteilt, dass sie 2mal an einem Tag von einem Zimmer in ein anderes umziehen musste, weil die Klinikverwaltung keine Rücksicht darauf nahm, dass sie nur an Krücken gehen konnte und wegen des defekten Fahrstuhles viele Treppen steigen musste. Ihr Krankheitsbild verschlechterte sich daraufhin umgehend, nachdem sie in den ersten Wochen schon gute Therapieerfolge erzielt hatte. Den allermeisten Patienten, mit denen ich sprach, ging es aber ähnlich wie mir: Sie fühlten sich angenommen und würden diese Klinik nicht zuletzt wegen des freundlichen und kompetenten Personals weiter empfehlen. Mir hat mein behandelnder Arzt eine Wiederholung dieser Rehabilitationsmaßnahme im nächsten Jahr angeraten, weil mein CRPS II natürlich nicht verschwunden ist, sondern eine nicht unerhebliche Verbesserung der Beweglichkeit brachte, so dass ich mich jetzt wieder arbeitsfähig fühle.

Mainz, den 25.10.14

Meniskusschaden und Magnetfeldtherapie

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Hallo Ihr Lieben,

seit einiger Zeit knirscht und schmerzt mein Knie im erkrankten Bein wahnsinnig. Ich komme kaum Treppen hoch und auch das aufstehen aus dem Sitzen tut wahnsinnig weh.
Da meine Schmerzärztin auf NICHTS eingeht und alles nur herunter spielt und die Medikamente höher dosiert, bin ich heute mal zu einem anderen Chirurgen gegangen. Er hatte damals die Fraktur entdeckt, aber nicht den CRPS … heute war ich das erste Mal wieder dort … er meinte auch, gegen den CRPS kann er eigentlich nicht viel tun ausser mir mit Magnetfeldtherapie zu helfen und mich damit zu heilen. Er hätte das schon bei einer Dame geschafft, die war nach einem halben Jahr wieder gesund. Gut ich machte ihm klar, dass ich dafür KEIN Geld mehr habe. Die Krankheit und die vielen erfolglosen Kämpfe gegen Versicherungen und Ämter haben uns aufgefressen und wir rutschen monatlich immer tiefer in die Schulden. Dann muss ich es eben lassen und auf die Behandlung durch ihn verzichten.
Er machte mir dann einen Vorschlag … ich habe jetzt erstmal acht Termine a 1 Stunde … bringt diese Therapie keinen Erfolg, ist es SEIN Problem und er nimmt es auf seine Kappe. Hat er Erfolg, werden wir uns (laut ihm) wegen einer Bezahlung auf jeden Fall einig. Ich denke das ist ein Versuch wert ….

Nun aber zurück zum Knie … er untersuchte es vorsichtig (so gut es eben ging) und meinte zuerst dass es nach einem Bänderschaden aussieht. Ich sollte zum röntgen. Nach dem Röntgen war er da nicht mehr von überzeugt … er schaute etwas ernst und meinte … „ne, das sieht nach einem Meniskusschaden aus und das nicht wenig“ …. ich hab nun am Donnerstag einen Termin zum MRT … nun hab ich natürlich wahnsinnige Panik was – im Falle der Bestätigung der Diagnose –  auf mich zukommt. Er möchte operieren … am kaputten Bein 🙁 geht sowas ? Er meinte „Du bist ja in Narkose“ … aber ich wache ja auch irgendwann auf … und dann ? 🙁 Mag mir jemand etwas positives Berichten und mir die Angst nehmen ?

Hexlein74