Neuer Artikel im Shop – „die Postkarte gegen Parksünder“

Jeder Besitzer einer Schwerbehinderten-Parkerlaubnis (blauer Ausweis) kennt das. Man muss zum Amt und vor dem Gebäude gibt es nur einen Behindertenparkplatz und auf dem steht bereits ein Fahrzeug. Schaut man dann in die Frontscheibe, fehlt dort der Berechtigungsausweis zum Parken. Da würde man gerne in die Reifen beißen, wenn man 2km weiter einen Parkplatz nehmen muss, der auch noch zu schmal zum Aussteigen ist. Daher haben wir die kleine aber bestimmte Hinweiskarte „Erwischt – Glückwunsch zum Parkplatz“ erstellt, die in ihrer auffällig orangenen Farbe gut unter den Scheibenwischer geklemmt werden kann.

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Neue Flyer für den CRPS Orange Day – CTWO 2018 verfügbar

Liebe Betroffene, liebe Angehörige, liebe Interessierte,

bald ist es soweit und der „Color the world orange – Färbe die Welt orange“, Weltaufklärungstag für CRPS steht an, genauer gesagt am 5.11.2018.

Nun sind die Flyer für die Veranstaltung eingetroffen und können ab sofort bestellt werden.

Überall auf der Welt werden Unterstützer orangefarbene und veranstaltende Veranstaltungen tragen, um das Bewusstsein für CRPS/Morbus Sudeck zu schärfen und Mittel zur Unterstützung der Forschung über diese lähmende Krankheit aufzubringen.

Daher freuen wir uns, wenn viele Flyer in Arztpraxen, Kliniken und Therapiepraxen verteilt werden.

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Praxisleitlinie: Tipps zur Verordnung von Cannabinoiden

Tipps zur Verordnung von Cannabinoiden

Ärzte Zeitung online, 08.10.2018

Praxisleitlinie

Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin hat ihre Praxisleitlinie zur Anwendung von Cannabinoiden veröffentlicht. Im Gespräch mit der „Ärzte Zeitung“ geht DGS-Präsident Dr. Johannes Horlemann auch auf Kritik ein.

Von Thomas Meißner

Die Umsetzung des Gesetzes zur Cannabis-Verordnung macht in der Praxis oft Probleme.
© Africa Studio / stock.adobe.com

Ärzte Zeitung: Herr Dr. Horlemann, die DGS hat kürzlich ihre Praxisleitlinie „Cannabis in der Schmerztherapie“ veröffentlicht. Welche Indikationen werden darin besprochen?

Dr. Johannes Horlemann: Das beginnt mit chronischen tumorbedingten wie nicht tumorbedingten Schmerzen, besonders auch um neuropathische Schmerzen, es geht um die Kachexie, die Spastik bei Multipler Sklerose, Übelkeit und Erbrechen sowie um das Tourette-Syndrom.

Abgesehen von Studien sind in diese Leitlinie auch die Wertung von Patienten sowie die Erfahrungen der Anwender eingeflossen, etwas, das unsere Leitlinien generell von anderen unterscheidet. Viele Kollegen arbeiten seit 20 Jahren mit Dronabinol, teilweise aber auch mit Cannabisblüten oder mit Nabiximols.

Die Meinungen zur Wirksamkeit von Cannabinoiden gehen weit auseinander. Woran liegt das?

Horlemann: Unter anderem daran, dass viele Leute mitreden, die noch nie Cannabinoide eingesetzt haben. Und es gibt Probleme mit der Indikationsstellung. Der Gesetzgeber hat dankenswerterweise klargestellt, dass die Cannabis-Therapie, wenn sie seriös betrieben wird, nur eine Zusatztherapie zu einer bereits laufenden Therapie sein kann, als Zweit- oder Drittlinienoption also, und zwar immer dann, wenn die Patienten schwerstkrank und andere Behandlungsformen ausgeschöpft sind. Leider gibt es Kollegen, die meinen, Cannabinoide in der Erstlinie einsetzen zu müssen. Das bedaure ich.

Problematisch finde ich außerdem die Verbreitung der Therapie mit Cannabisblüten. Denn damit kommen wir nicht zu reproduzierbaren Dosierungen, das Freisetzungsverhalten der Wirkstoffe für Patienten mit chronischen Erkrankungen ist ungünstig. Daraus ergeben sich sehr unterschiedliche Effekte.

Für Analgetika wird in randomisiert-kontrollierten Studien eine Schmerzreduktion von 30 Prozent gegenüber Placebo gefordert. Schaffen Cannabinoide das denn?

Horlemann: Cannabinoide schaffen durchaus 30 Prozent, zum Beispiel bei neuropathischen Schmerzen. In vielen Übersichtsarbeiten schaffen sie aber nicht die 50-prozentige Schmerzreduktion, die die AWMF fordert.

Einige Indikationen sind in doppelblinden randomisierten Studien schlecht darstellbar. Das kann aber niemanden ernsthaft erstaunen. Schließlich können wir nicht in Hospize gehen und dort Patienten doppelblind für Studien randomisieren.

Die Beobachtungszeiten in den vorhandenen Studien werden als oft zu kurz charakterisiert. Glauben Sie, dass die Datenbasis breiter werden wird?

Horlemann: Da bin ich sicher. Wir beobachten eine unglaubliche Steigerung von Publikationen zu

Dr. med. Dipl. Lic. Psych. Johannes Horlemann ©DGS / Bahr Aktuelle Position: Niedergelassener Allgemeinarzt und Psychologe in Kevelaer mit den Schwerpunkten Geriatrie, Palliativ- und Schmerzmedizin und Psychotherapie Seit März 2018 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS), zuvor langjähriges Vorstandsmitglied Leiter des Schmerzzentrums DGS in Geldern/Kevelaer

diesem Thema. In fünf Jahren werden wird deutlich mehr wissen als heute. Wir profitieren schon jetzt von Studien aus Ländern, in denen Cannabinoide längst breit angewendet werden wie Kanada, Schweden oder Israel.

Nun ist das Wirkspektrum der einzelnen Cannabinoide verschieden, es gibt Fertigarzneimittel, Vollspektrum-Extrakte oder getrocknete Cannabisblüten. Was raten Sie Ärzten, die bislang keine Erfahrungen mit der Verordnung haben?

Horlemann: Ich würde zunächst überlegen, ob es eine Indikation für ein Fertigarzneimittel gibt, zumal für sie eine gute Studienlage vorliegt. Zum Beispiel würde ich bei Chemotherapie-bedingter Übelkeit und bei Erbrechen die Anwendung von Nabilon erwägen.

Es gibt aber auch langjährige Erfahrungen mit einem Vollspektrum-Cannabis-Extrakt, das das gesamte Spektrum der in den Pflanzenteilen enthaltenen Cannabinoide enthält, das sind etwa 100 Substanzen.

Seit 20 Jahren haben wir gute Erfahrungen mit einem Rezepturarzneimittel, das nur die Substanz THC (Tetrahydrocannabinol), also Dronabinol, enthält. THC ist die hauptwirksame Substanz in Cannabispräparaten. Andere Präparate enthalten zwei Cannabinoide, nämlich THC und Cannabidiol, als Fertigarzneimittel gegen Spastik bei Multipler Sklerose. Weitere Empfehlungen zur Dosierung können der DGS-Praxisleitlinie entnommen werden.

Wie klären Sie die Patienten in Bezug auf unerwünschte Wirkungen und Verkehrstüchtigkeit auf?

Horlemann: Zur Verkehrstüchtigkeit berate ich ausführlich und mache nachdrücklich klar, dass

Dieser Artikel ist Teil einer Kooperation der Ärzte Zeitung mit der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS)

die Patienten in der Eintitrationsphase in den ersten zwei Wochen nicht Auto fahren sollten. Dasselbe gilt bei jedem Wechsel der Dosis. Weiterhin statte ich meine Patienten mit einer Bescheinigung aus, dass sie Cannabinoide aus medizinischen Gründen benutzen, damit sie in einer Verkehrskontrolle nicht in Schwierigkeiten geraten.

Auch unerwünschte Wirkungen spielen in der Beratung eine Rolle, aber wenn man die Indikation außerhalb des Jugendalters stellt – und Jugendliche würde ich nicht mit Cannabinoiden behandeln –, dann sind nur sehr wenige Nebenwirkungen wie anfänglicher Schwindel, Übelkeit oder gewisse psychische Veränderungen zu erwarten. In der Regel sind die Substanzen aber sehr gut verträglich.

Die DGS-Praxisleitlinie „Cannabis in der Schmerztherapie“ finden Sie unter www.dgs-praxisleitlinien.de

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Die Umsetzung des Gesetzes zur Cannabis-Verordnung macht in der Praxis oft Probleme. Werden einige Punkte beachtet, sind Ablehnungen der Krankenkassen erfahrungsgemäß selten.

Ärzte Zeitung online, 08.10.2018

Cannabis-Verordnung

BERLIN. Die Verordnung von Cannabinoiden ist keine Regelleistung, sondern unterliegt dem Erstattungsvorbehalt. Der Patient muss einen Antrag auf Kostenerstattung stellen. Bei der Begründung ist darauf zu achten, dass die Therapie lediglich als Add-on-Therapie bei Vorliegen einer schwerwiegenden Erkrankung dient. Was „schwerwiegend“ ist, steht im Sozialgesetzbuch V.

Dieser Artikel ist Teil einer Kooperation der Ärzte Zeitung mit der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS)

„Schwerwiegende Erkrankungen sind immer Endstadien neurologischer oder internistischer Erkrankungen, chronische Wunden, schwer kontrollierbare Schmerzen oder schwere urogenitale Syndrome“, sagt Dr. Johannes Horlemann, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS).

Die Schwere der Erkrankung könne zum Beispiel anhand der Eingangsvoraussetzungen in die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) begründet werden, so Horlemann.

In letzterem Fall muss die Genehmigung durch die Krankenkasse innerhalb von drei Tagen erfolgen, in der kurativen Medizin innerhalb von drei Wochen und bei Einschaltung des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen innerhalb von fünf Wochen.

Vor der abschließenden Antragsbearbeitung sollte keine Verordnung zulasten der Krankenkasse erfolgen, rät Privatdozent Dr. Michael Überall von der DGS. Auch sei die rückwirkende Erstattung privat getragener Verordnungskosten unwahrscheinlich (CME 2018; 15(3): 49-62).

Realistische Chance auf spürbare Verbesserungen wird verlangt

Verordnung von Cannabinoiden

Was ist beim Antrag auf Kostenübernahme zu beachten?

Die Cannabis-Therapie dient nur als Add-on-Therapie zu einer schwerwiegenden Erkrankung.

Eine Alternativtherapie gibt es nicht.

Es besteht eine Chance auf Besserung unter Cannabinoid-Therapie.

Ein weiterer Streitpunkt ist das Fehlen einer anerkannten Alternative zur Cannabinoid-Verordnung. Das heißt nicht, dass erst alle Alternativtherapien durchexerziert werden müssen, bevor eine Cannabinoid-Therapie erstattet werden kann.

Horlemann: „Man muss nicht sämtliche Opioide probiert haben, aber schon die gängigen Opioide.“ Hilfreich ist das Erwähnen ausgeschöpfter Standardtherapien oder die Unverträglichkeit üblicher Therapieregimes.

Zudem wird eine realistische Chance auf eine spürbare Besserung unter Cannabinoid-Therapie verlangt. Hierbei geht es nicht um das Beibringen wissenschaftlicher Literatur, sondern um eine inhaltliche Begründung der Verordnung. „Das ist eine individuelle und subjektive Einschätzung des Arztes“, betont Horlemann.

Es sollte sich um unkontrollierte Schmerzen, etwa spastische, neuropathische oder schwere muskuläre Schmerzen handeln. Bedingungen seien zudem Untergewicht, Kachexie und Appetitlosigkeit, anhaltende Schlafstörungen – und möglichst die Kombi mehrerer Aspekte.

Hilfreich könne auch die Einarbeitung einer Mitarbeiterin in das Antragsverfahren sein, so ein weiterer Tipp des Schmerzmediziners, (Schmerzmedizin 2018; 34(1): 43). (ner)

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Quelle: Aerztezeitung.de