Beruf trotz CRPS

Hallo Zusammen,

mir stellt sich seit ein paar Wochen immer wieder die Frage, wie man trotz CRPS in der Berufswelt bestehen kann?

Bei mir ist zum Glück nur das rechte Sprunggelenk betroffen, trotz allem habe ich große Probleme den Weg zurück ins Berufsleben zu finden. In den ersten 3 1/2 Jahren meiner Erkrankung kam ich mit den Schmerzen, Medikamenten, und den restlichen Begleiterscheinungen noch ganz gut zurecht. Obwohl ich auch schon in dieser Zeit sehr viel Urlaub für die „schlechten Tage“ verwendet habe. Ich habe immer wieder sehr starke Schmerzattacken, wo ich dann zu meiner normalen Dosis an Morphium noch ein stärkeres Medikament zusätzlich benötige. Im Januar 2014 ging es mir dann so schlecht, dass ich innerhalb von einer Woche in eine stationär Schmerztherapie gekommen bin. Wobei im Rahmen dieser auch immer wieder über das Thema Beruf gesprochen wurde. Der behandelnde Arzt war der Meinung, dass ich trotz den starken Schmerzen und vielen Medikamenten direkt wieder arbeiten gehen sollte, wohingegen die Psychotherapeutin den Standpunkt vertreten hat, dass es so nicht möglich ist sinnvoll zu arbeiten. Also bin ich ersteinmal für vier Wochen zuhause geblieben, bis ich einen Reha-Platz bekommen habe. Doch auch nach den fünf Wochen Reha ging es mir zwar etwas besser, aber ich kann mich auf Grund der Medikamente und Schmerzen auch heute noch immer nicht so lange konzentrieren, dass ich einen normmalen Arbeitstag überstehen würde. Auch die Schmerzattacken und die damit verbundenen Spastiken machen mir immer wieder einen Strich durch die Rechnung, so dass ich nun schon seit sechs Monaten krankgeschrieben bin. Im Moment ist auch noch nicht klar, wann ich wieder arbeiten gehen kann. Mein Schmerztherapeut geht sogar so weit zu sagen, dass er eine Wiedereingliederung ins Arbeitsleben generell für fraglich hält.

Wie ist das bei Euch??? Wie geht Ihr im beruflichen Alltag mit eurer Erkrankung um?

Ich finde es einfach erschreckend, wenn man mir gerade einmal 31 Jahren vor vielen Fragezeichen steht, was dir berufliche Situation betrifft.

Danke schoneinmal im Vorraus für eure Informationen!

Wünsche Euch schmerzarme Tage!

Strubbel

 

 

 

 

 

 

20 Gedanken zu „Beruf trotz CRPS#8220;

  1. Hallo Strubbel,

    es ergeht den meisten so dass sie vor der Wahl stehen. Berufsleben oder was dann. Diese Entscheidung ist sehr schwer und jeder muss selbst dort die richtige Wahl treffen.

    Die Probleme und die damit verbundenen Entscheidungen sind auch für das Krankheitsbild nicht gut.

    Ich habe fast 3,5 Jahre meine Entscheidung vor mir her geschoben und nachdem ich mich zum zweiten mal mit der Akkupunktur entschieden hatte und die behandelnde Ärzte mir klipp und klar gesagt hat, erst wenn sie ihre Sorgen und Probleme erledigt haben kommen sie wieder und sie werden sehen die Schmerzen werden dann weniger bzw. wenn man Glück hat bekommen wir sie weg.

    Das heißt Kummer wegen Arbeitsplatz, wie geht es weiter oder was wird sonst belastet den Körper zusätzlich so stark das es nicht gut ist. Sicherlich ohne Sorgen und Probleme wird es nicht weiter gehen, aber nachdem ich meine Entscheidung getroffen habe und mich für Gesundheit und somit gegen die Körperliche Belastung entschied, hat sich auch beim Krankheitsbild einiges zum guten getan.

    Ich hatte mir auch immer wieder gesagt die letzten knapp 9 Jahre bis zur Rente schaffst du auch noch aber der Körper hat seine Entscheidung auch getroffen und nein gesagt indem er sich eben durch eine Verstärkung des Schmerzbildes gemeldet hat.

    Der Kopf sagt arbeiten weil die Familie und bekanntlich das Geld dran hängt, aber man sollte die Entscheidung des Körpers auch nicht ignorieren.

    Viele Grüße aus Dresden
    Jürgen

  2. Hallo Strubbel,
    klar mit 31 will man arbeiten. Aber ich weiss auch wie schwer es ist mit dem CRPS sich ordentlich zu konzentrieren und die Arbeit auch zu schaffen.
    Ich habe am Anfang der Erkrankung immer gedacht ich gehe auch wieder in meinen Job.
    Erst bei der Reha haben mir die Ärzte ins Gesicht gesagt, daß ich das nicht schaffen werde und den Job besser an den Nagel hängen soll.
    Bei mir sind beide Hände und Arme vom CRPS betroffen….. Ich war total am Ende und habe nur noch geweint. Das ich in Rente gehen soll mit 42 war für mich eine Katastrophe und etwas was ich für mich nicht auf dem Plan hatte. Am Ende musste ich es akzeptieren, denn anders geht es echt nicht.

    Sicher kann man vieles regeln. Es gibt viele Unterstützungen um einen Arbeitsplatz leidensgerecht einzurichten. Das kann man alles bei der DRV beantragen. Ich hatte damals meinen Arbeitsplatz schon in Gedanken so eingerichtet das es mit einer Hand zu erledigen ist und die DRV hatte auch schon alles bewilligt. Selbst den Umbau eine Autos hatte ich beantragt damit ich auch von A nach B komme. Doch mit den starken Medis kann ich manchmal gar nicht fahren und die Schmerzen durch die Fahrt sind immer sehr schlimm. da komme ich nur wenige Kilometer.
    Durch die Ärzte bei der Reha ist mir das am Ende auch beigebracht worden und sie haben eine Empfehlung geschrieben, daß ich nur 3 Stunden am Tag arbeiten kann. Allerdings haben sie mir nahe gelegt besser die Rente zu beantragen. Das habe ich dann auch gemacht. Ich denke das ist auch die richtige Entscheidung gewesen, denn so kann ich mir auch zwischendurch die nötige Ruhe gönnen die das CRPS von einem fordert.

    Ich weiss, finanziell ist es eine Katastrophe wenn man der Hauptverdiener ist. Zum Glück geht mein Mann auch arbeiten und man kommt auch so zurecht. Aber es schmerzt schon wenn man plötzlich nur noch wenig Geld zur Verfügung hat. Das muss man genau durchrechnen ob das noch geht.
    Es gibt noch die Möglichkeit ein halbe Rente zu beantragen, so das man nur noch Teilzeit arbeiten gehen muss. Vllt. wäre das eine Option?

    Ich wünsch dir viel Kraft die richtige Entscheidung zu treffen.

  3. Hallo,

    Danke für eure Nachrichten!
    Es fällt einfach so schwer wenn man plötzlich am Ende seiner Kräfte ist und wirklich nicht mehr arbeiten kann. In den ersten 4 Jahren meiner Erkrankung habe ich noch arbeiten können und teilweise auch sehr viel gearbeitet. Wahrscheinlich auch deshalb, damit ich vieles was mit meinem Crps zusammenhängt verdrängen konnte.
    Vermutlich war dies die falschen Entscheidung, dann wäre vielleicht das eine oder andere anders gekommen. Damals hat mein gesamtes Umfeld auf mich eingeredet, dass ich mich krankschreiben lassen soll und nach mir und meiner Gesundheit schauen muss. Jetzt werde ich eher schief angeschaut, weil ich seit 6 Monaten Zuhause bin.
    Kennt Ihr das auch, dass Ihr euch total erschöpft fühlt und die Schmerzen einfach so viel Raum einnehmen, dass der Körper einfach streikt?
    Oder aber auch, dass Ihr euch nicht konzentrieren könnt?
    Bekommt Ihr hier Verständnis entgegengebracht?

    Wünsche euch allen einen sonnige Zeit.

  4. Hallo Strubbel,

    ja der Körper streik auch bei mir. Ich bin nun schon seit 6,5 Jahre zuhause und da zwar die eine Last der Arbeit nicht mehr da ist, somit auch alles etwas freier ist fühle ich mich sehr oft schlapp.
    Ich sage immer das sind die ganzen Nebenwirkungen von den Medikamenten, von den Ärzten wollen es die wenigsten bestätigen aber auch das spielt eine ganz große Rolle. Mein ganzes Umfeld hat sich mir gegenüber auch geändert, da ich sehr oft nicht das mitmachen kann was sie alles so tun, aber glaube mir auch daran gewöhnt man sich.
    Ich gehe soweit es geht noch meinem Hobby nach welches ich mir Notgedrungen durch die Krankheit zu gelegt habe um mich abzulenken und was die anderen sagen wird einfach ( Durchgang geschaltet) nicht mehr wahr genommen. Man muss durch eine solche Krankheit eben sein ganzes Leben und auch die Einstellung dazu umstellen.
    Wie heißt es doch so schön:

    Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen – sie ihren Arzt( der sagt meist nicht die Wahrheit) oder Apotheker ( der kennt vielleicht die Nebenwirkung der Medikamente),- aber keiner kann in den Menschen sehen und sich in seine Lage versetzen wie es in Ihm arbeitet und welcher belastung er sich aussetzt.
    Also nicht aufregen über solche Dinge sie belasten einem nur noch zusätzlich.

    Schöne und schmerzfreie Grüße aus Dresden

    Jürgen

  5. Hallo Strubbel,
    also Dauermüdigkeit und Erschöpfung halte ich für ein Symtom der Erkrankung. Man kann sich das auch ganz leicht erklären, denn man schläft ja auch nicht mehr wie früher und es ist viel weniger erholsam. Das als Dauerzustand macht einen eben müde und unkonzentriert. Mir geht es da nicht anders.
    Ich bin manchmal so kaputt und dabei bin ich erst aufgestanden…. aber so ist es eben,

    Das Umfeld ändert sich, das halte ich auch für normal. Viele wissen einfach nicht wie sie mit einem umgehen sollen. Die Erfahrung machen viele Menschen wenn sie plötzlich krank werden.
    Klar kann man oft nicht mehr mithalten, lange Nächte schaffe ich nicht mehr und schlafe wenns hart auf hart kommt am Tisch ein. Leider! Auch die Radtour muss ohne mich losgehen und da gibt es so viele Aktivitäten denen ich lieber aus dem Wege gehe weil ich Angst vor Menschenmassen bekomme, da es schnell sein kann das einen einer schnell anrempelt.
    So isoliert man sich immer mehr…….

    Es ist wirklich wichtig, daß du dir eine Erfüllung auf anderer Ebene schaffst, etwas was dir Freude macht und was du locker machen kannst. Es ist gut für die Seele und lass dir gesagt sein, gute Freunde bleiben einem auch wenn es einem schlecht geht. Die anderen waren eh nicht echt und sind über.

    Allen einen schönen Sonntag!
    LG Internetti

  6. Hallo ihr Lieben,

    mir geht es wie Internetti, beide Hände und Arme sind betroffen. Ich habe es noch 2 Jahre versucht zu arbeiten, bzw. meine Apotheke zu organisieren. Aber selbst das hat mich dermaßen überfordert, dass es keine andere Entscheidung geben konnte: ich bin mit 52 in die EU gegangen. Die Prognose ist mittlerweileganz klar nie mehr arbeiten gehen.
    Mir hat das am Anfang echt den Rest gegeben und mein Loch in das ich gefallen war wurde immer tiefer. Jetzt nutze ich die Zeit um mich zu erholen, ohne Stress, der die Schmerzen nur noch unerträglicher macht.

    Alternativ was zu tun ist mit zwei solchen Pfoten schwierig, aber ich habe mir kleine Stückchen zurückerobert. Und das tut meinem Selbstwertgefühl gut. Ich fühle mich nicht mehr so nutzlos.

    Bei den vielen Medis wäre es in meinem Beruf schlicht unverantwortlich weiter zu arbeiten, denn unsere Konzentration leidet gewaltig.

    Ich musste meinen Lebenstraum aufgeben, habe aber wieder ein Stück Leben zurückbekommen.

    Es ist eine schwierige Entscheidung und ich wünsche dir Mut dafür das für dich richtige zu tun.

    Liebe Grüße

    Marion

  7. Hallo!

    Auch ich bin durch die Erkrankung zuhause… Inzwischen seit 4 Jahren. Seit letzten Jahr erhalte ich die Rente, rückwirkend ab Januar 2012. Ende des Jahres muss ich sie neu beantragen. Die erste Zeit Zuhause war wirklich schwierig. Ich habe mich sehr abgekapselt, war in ein sehr tiefes Loch gefallen. Beruflich war ich bis zum CRPS dort angekommen wo ich hinwollte, eigentlich sollte ich in dem Jahr der Erkrankung eine Weiterbildung zur Wundmanagerin beginnen. Es war wirklich alles perfekt.

    Inzwischen habe ich mich damit abgefunden, dass ich nicht mehr arbeiten kann – wie soll das auch gehen in der Krankenpflege in der Intensivmedizin?!. Ich bekomme leidlich unseren Haushalt gerade so gebacken. Aber auch nur, weil mein Lebensgefährte mir viel abnimmt. Ich bin auch sehr oft müde und unkonzentriert. Das mit dem Einschlafen am Tisch kenne ich auch ;(

    Es war eine sehr schwere Entscheidung die Rente zu beantragen. Eigentlich hatte ich immer gehofft, dass ich irgendwie wieder arbeiten gehen könnte. Aber mein Arm will da einfach nicht mitmachen…. Ich habe mich inzwischen damit abgefunden. Seitdem geht es mir zumindest psychisch wieder besser.

    Im Dezember läuft meine Rente aus, inzwischen habe ich sogar eher die Angst, dass sie mir nicht verlängert wird. Aber mit dem Sudeck im nun leider ganzem Arm, den Konzentrationsstörungen, der chronischen Müdigkeit und den durch die SCS-Ops ständigen Rückenschmerzen kann ich es mir überhaupt nicht vorstellen wieder einer beruflichen Tätigkeit regelmäßig nachzugehen. Sicher es gibt auch gute Tage, aber die schlechten überwiegen leider 🙁

    Traurig, mit 34 zu sagen „ich hoffe, die bewilligen mir die Rente weiter…“ 🙁

    Liebe Grüße
    Tine

  8. Hallo zusammen,

    erst einmal herzlichen Dank für eure Worte und die damit verbundene Hilfe.

    Wenn ich richtig gelesen habe, dann sind bei euch hauptsächlich die Hände betroffen und nicht wie bei mir der Fuß bzw. das Sprunggelenk.
    Somit kann ich noch eher arbeiten, wenn nicht die Problematik mit den Schmerzen und den Medikamenten wäre.
    Erst heute hatte ich wieder innerhalb der Familie ein Gespräch, wobei es darum ging, warum ich täglich mehrmals Medikamente nehmen muss und warum ich dies nicht ändern kann, dahingehend dass ich nur Medikamente nehme wenn ich dementsprechend starke Schmerzen habe. Ich schaffe es einfach nicht zu vermitteln, dass ich die ganzen Medikamente nicht aus Spaß nehme, sondern sie wirklich benötige.

    Ich fühle mich gefangen wie in einem Hamsterrad. An schlechten Tagen muss ich mich rechtfertigen warum es heute wieder schlechter ist und an Guten Tagen muss ich mich genauso rechtfertigen warum es heute besser ist als vielleicht noch gestern.
    Eine irre Situation die sehr viel Kraft kostet.

    Circa ein halbes Jahr nach meiner Sprunggelenksverletzung war die Durchblutung sehr stark eingeschränkt und mein Bein zeitweise fast schwarz. Damals wurde mir zu einer Amputation geraten. Durch meinen Kampf und die Idee eines Arztes, konnte ich eine Amputation verhindern und die Durchblutung ist wieder fast vollständig vorhanden. Dennoch habe ich hier immer wieder Probleme, was mich auch momentan hindert länger als zwei Stunden zu sitzen, weil dann die Durchblutung Probleme macht und es zu starken Schwellungen und Schmerzen kommt.
    Manchmal denke ich darüber nach, ob es nicht besser gewesen wäre, wenn ich damals einer Amputation zugestimmt hätte.
    Gibt es Erfahrungen, wie sich von Crps betroffene Gliedmaßen nach einer Amputation verhalten?
    Wäre dies eine Möglichkeit um die Schmerzen loszuwerden?
    Ich weiß, dass diese Aussage krass und vielleicht für viele auch unverständlich ist, trotz allem könnte dies auch ein Weg sein um zurück in ein normaleres leben zu finden.

    Wünsche allen schmerzfreie Tage!

  9. Hallo Strubbel,
    auch ich habe den Sudeck – wie bekannt – am Sprunggelenk bzw. linken Fuß und könnte mich damit mit Hilfe des Rollstuhl auch fortbewegen und meinen kaufmännischen Job im Büro wieder antreten. Aber unter Dauermedikation Morphium ist da nichts zu machen. Man ist meistens halb vernebelt, obwohl an sich gut fühlt – unter Alkohol ist das noch mal was anderes – weil mich jeder fragt, warum ich mich denn nicht gut dabei fühle. Denn mit ein bisschen Alkohol ist man ja schliesslich auch vernebelt, aber man fühlt sich gut. Und diesen Menschen muss man dann erklären, warum man diese Medikamente nimmt, nämlich gegen die höllischten Schmerzen überhaupt. Nicht umsonst stehen die CRPS-Schmerzen ganz oben auf der Schmerzskala und z.B. ein Phantomschmerz nur ungefähr auf der Hälfte. In meiner Klinikzeit im letzten Jahr (drei Monate, und noch mal einen Monat) habe ich auch oft nur geschrien, dass sie mir den verdammten Fuß abnehmen sollen. Aber immer kam der mahnende Hinweis, dass ich danach Phantomschmerzen haben könnte. Aber wenn ich höre, dass die Schmerzen nur halb so schlimm sind, wäre mir das völlig egal, ja es wäre sogar eine Verbesserung, da ich meistens Schmerzen um die 6-7 trotz hoher Medikamente, SCS usw. habe. Aber dennoch bin ich froh, dass ich es bisher nicht gemacht habe, denn ich habe immer noch das Ziel, auch wieder mit beiden Füßen zu laufen. Natürlich hat schon jeder aussenstehende gefragt, ab damit und eine Prothese, dann könnte man zumindest relativ schnell wieder laufen (lernen). Aber keiner kann sagen, ob die Schmerzen danach weg sind und deshalb will man es nicht endgültig machen. Ich habe mit vielen Ärzten drüber gesprochen und überlege immer wieder hin und her – meistens wenn die Schmerzen mal wieder in einem ganz heftigen Schub kommen.
    Aber Du hast ganz recht, und danach könnte man wahrscheinlich ein normaleres Leben leben als jetzt mit dem immerwährenden Schmerz und in meinem Fall mit einem nicht zu benutzenden Fuß. Also die Überlegung ist wirklich nicht so abwegig…

    Alles Gute
    und eine schmerzarme Zeit
    Stefan

  10. Hallo Ihr,

    meine erste Überlegung zu Eurem Thema war, dass es eigentlich nicht der richtige Ort ist, solche Gedanken auszutauschen, denn hier lesen ja auch viele Betroffene, die gerade ganz frisch ihre Diagnose bekommen haben. Nun gut, trotzdem schreibe ich einen Kommentar, damit Ihr vielleicht Eure Überlegungen erneut etwas überdenkt.

    Eine Amputation bei CRPS ist kein Freibrief für geringere Schmerzen! Euch kann keiner sagen, ob es danach nicht doch zu heftigen Phantomschmerzen kommt, viel größer ist aber die Gefahr einer Ausbreitung der Schmerzsymptomatik in den Rest der Gliedmaße, dann wäre nicht mal die Nutzung einer Prothese möglich.

    Gerade weil die Datenlage bei CRPS insgesamt, insbesondere bei Amputationen absolut dürftig ist, wird eine solche Therapie auch nicht in den Leitlinien aufgeführt.

    Liebe Grüße und schmerzarme Stunden
    Maddin

    PS.:

    Ich kann Eure Not absolut nachvollziehen.

    PS. an Strubbel

    Dein Stress in bzw. mit Deiner Familie macht es für Dich nicht einfach und tut Dir nicht gut – Stress triggert CRPS – vielleicht schaffst Du es, Deiner Familie mehr Informationen über unsere Erkrankung an die Hand zu geben, dann begreifen sie vielleicht eher, was in und mit Dir passiert.

  11. Hallo zusammen,
    habe auch ein CRPS im Arm und hatte es bekommen nach einer Frozen Shoulder Operation. Hatte immer starke Schmerzen nach der OP, die Therapheuten und der Arzt nahmen das ganze voll easy und meinten immer das würde dann schon weg gehen. Etwa 4 Monate später konnte ich dann zu einem Spezialisten. Das Gespräch war richtig toll, er meinte nur warum ich erst jetzt erst komme.
    Jetzt ein Jahr und fünf Monate später nach der OP, kann ich immer noch nicht der Arm heben inkl.CRPS. Habe jetzt nur das Glück das es über Unfall läuft. Nur die ewigen starken Schmerzen im ganzen Arm und in der Schulter. Habe auch das gefühl das die Medikamente nicht wirklich helfen die ich zur zeit bekomme. Ich würde so gerne endlich wieder Arbeiten gehen, aber wie soll das gehen??? Wenn man nichts heben kann, nicht bewegen kann und dann noch die ganzen Schmerzen die ganze Zeit. Ich wäre nur schon Glücklich wenn die Schmerzen mal weg gehen würden, aber habe das gefühl das es noch lange gehen wird.

    Wünsche allen gute besserung
    schöne Grüsse

    Minu

    • Hallo Minu,

      ich habe auch Crps in der li. Hand seit 2009 und im li. Fuss seit 2014. Es ist nachvollziehbar das Du gerne wieder arbeiten möchtest , ich habe es auch noch nicht aufgegeben irgendwann wieder arbeiten
      zugehen aber es ist halt schwer wenn man Schmerzen hat und nichts heben kann ,wenn ich bedenke
      was ich bis jetzt schon alles angestellt habe um den Schmerz möglichst gering zuhalten . Hast Du schon eine Multimodale Schmerztherapie gemacht wo Du eine ordentliche Medikamenteneinstellung bekommen hast ?????

      LG Melanie

  12. Hallo Melanie,
    das mit der Medikamenteneinstellung ist so eine sache. Habe inzwischen schon einiges durch, zum teil habe ich auch das Problem das ich auch die Medikamente nicht vertrage. Hatte jetzt auch schon Gallensteine, eine starke Magen-Darmentzündung. Die Gallenblase wurde dann auch entfernt. Jetzt habe ich aber das Problem das ich jetzt zb.vom Targin sehr starke Bachkrämpfe kriege. Habe auch inzwischen schon einiges von Medikamenten durch. Wie Lyrica, Gabapentine, Palexia usw. Leider schlägt auch nichts so richtig an. Manchmal habe ich auch das gefühl die ärzte wissen nicht mehr was sie noch anstellen sollen mit mir, oder sie nehmen mich nicht ernst.
    Auf jeden fall bin ich sehr gespannt wie die Zukunft so weiter geht.

    Lg Minu

    • Liebe Minu,

      das mit den Medikamenten kenne ich auch ,ich habe schon mehrere Um/Einstellungen hinter mir die
      dann einige Zeit wirken und dann wieder neu eingestellt werden.
      Vielleicht auch durch den Crps ausgelöst musste ich meine Gallenblase entfernen lassen da sich dort mehrere Polypen gebildet hatten . Oder vielleicht auch Dank des Crps rechtzeitig entdeckt , denn seit ich den Crps habe werde ich engmaschiger Untersucht wer weiß .

      Lass den Kopf nicht hängen auch wenn es manchmal schwer fällt , komm doch mal zu einem Treffen !!!
      Oder ist das von Dir zu weit weg ??? Wo kommst Du denn her wenn ich dich fragen darf.

      Liebe Grüße Melanie

  13. Hallo Melanie,
    das mit dem Treffen wäre sicher sehr Interessant, aber ich komme aus der Schweiz und ist schon sehr weit weg. Leider. Ich bin jetzt im Schweizerischen Paraplegiker Zentrum in behandlung. Am anfang fand ich das sehr gut, aber inzwischen habe ich auch das gefühl das man mich leider nicht mehr so ernst nimmt. Ich hoffe einfach das ich irgend einmal wieder Baumaschinen oder Lkw fahren kann. Sieht aber nicht gerade so aus.
    Ja das klingt auch nicht gerade super bei dir.
    Wenn ich bedenke das du gerade an zwei orten ein CRPS hast, wirst du auch ein grosser leidensweg hinter dir, vor dir haben. Ich hätte mir nie gedacht das es so etwas gibt, bis es mich jetzt selber erwischt hat.
    Jetzt lass ich mich mal überraschen, am Freitag habe ich wieder ein Gespräch mit dem Arzt.
    Lg Armin

    • Hallo Armin,
      das ist durchaus ein weiter Weg . Ich hoffe das Du bei Deinem Arztgespräch wieder irgend welche Wege aufgezeigt bekommst und dadurch vielleicht das wieder ernstgemeinte zurück kommt.
      Spreche doch den Arzt auch direkt darauf an das Du das Gefühl hast nicht mehr ernst genommen zu werden. Drücke Dir den Daumen.

      Ganz liebe Grüße

      Melanie

  14. Verdammte SCHEI…..Es passiert nicht so oft das ich Geduld verliere. Habe Morbus Sudeck Typ II in beiden Beinen vom Knie abwärts. Ich bete und hoffe inständig auf Hilfe
    Ich will meine Beine gar nicht mehr haben da Phantomschmerzen wesentlich weniger auftreten als die ständige Schmerzen als die CRPS Schmerzen. Das ist meine einzige Hoffnung. Was ich auch probiert habe nichts hat genügt. Ich bin mittlerweile auf dem Standpunkt das ich meine Beine hasse. Kennt jemand diesen Zeitpunkt. Ich überlege oft meinem Leben ein Ende zu setzen und mich auf die Schienem legen, einzig der Gedanke an meine Kinder hält mich davon ab. Fünf Jahre mit andauernden Schmerzen, das schafft auch den stärksten Mann. Ich fühle mich nicht mehr Ernst genommen. Was muss erst noch passieren bevor man Hilfe bekommt? Ich befasse mich wieder ernsthaftem Selbstmord – Gedanken, das ist nicht gut. Wenn mir heute jemand garantieren könnte nach der Amputation weniger Schmerzen zu haben, ich würde sofort zustimmen. Da gäbe es keine Überlegung. Ich kämpfe an allen Fronten mit offenen Visier. GRUß THOMAS STEIN

  15. Hallo Thomas,

    Lass deinen Crps nicht über dich gewinnen, und gib schon gar nicht die Hoffnung auf. Bin selbst seit 6 Jahren am Bein betroffen und immer wieder springen die schmerzen. Dennoch weiß ich auch das es auch nach so einer Zeit möglich ist noch deutliche Fortschritte zu machen (habe es selbst erlebt). Meiner Meinung nach kommt es auf den richtigen Arzt an, der zusammen mit dir als Patient ein Behandlungskonzept entwickelt, was für dich mit deinem Crps möglich ist.

    Dirk-Stefan Droste hat sich das betroffene Bein amputieren lassen. Vielleicht kannst du dich mit ihm in Verbindung setzen, welche Erfahrungen er damit gemacht hat.

    Eine schmerzarme Zeit und verdammt viel Kraft!!!

  16. Hallo Thomas,

    Bitte sei auch vorsichtig mit solche Äußerung, dass du dir auf Grund des Crps das Leben nehmen möchtest. Ich denke es ist für Neubetroffene CRPS’ler nicht gerade ermunternd! Selbsthilfegruppen sollen primär Informieren, dem Austausch von Informationen dienen, Ängste nehmen bzw. zumindest verringern,… .

    Schmerzarme Zeit
    Strubbel

  17. Hallo Thomas,

    Bitte sei auch vorsichtig mit der Aussage, dass du dir wegen deinem Crps das Leben nehmen möchtest. Ich denke das es alle Neubetroffenen Crps’ler verunsichert so etwas zu lesen. Selbsthilfegruppen dienen dazu um sich zu informieren, Informationen auszutauschen, Ängste zu nehmen bzw. zu verringern,… .
    Die Diagnose ist selbst einschneidend genung, für jeden dennoch etwas anders.

    Eine schmerzarme Zeit
    Strubbel

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