Notfalldose: Rettung aus dem Kühlschrank

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Notfalldose: Rettung aus dem Kühlschrank

Celine Müller

Einfach, genial und aus der Apotheke

Ein Notfall-Aufkleber an die Haustür, der andere an den Kühlschrank – dort finden Rettungskräfte die Notfalldose mit den Daten der Patienten. (Foto:privat)

Alle Notfalldokumente an einem festen Ort und immer griffbereit: Die in Apotheken erhältliche Notfalldose macht dies möglich. Senioren und Patienten sollen diese in der Kühlschranktür lagern – das unterstützt die Rettungskräfte und spart wertvolle Zeit. Der Senioren- und Behindertenbeirat aus Rangsdorf in Brandenburg hat die Idee aufgegriffen. Die dortige Seebad-Apotheke unterstützt die Notfalldosen-Initiative.

Wenn man etwas sucht – findet man es nicht. Wieso soll das bei Notfallausweisen, Notfallpässen oder Notfallordnern anders sein? Nur drängt bei Notfällen meist die Zeit und Patienten oder Rettungskräfte können nicht erst einmal stundenlang nach den Notfall-Dokumenten suchen. Die Lösung: die Notfalldose. Nachdem sie vor anderthalb Jahren bereits in Nordrhein-Westfalen auf Initiative des dortigen Landesseniorenrates eingeführt wurde, hat das Konzept nun auch in Brandenburg überzeugt. Zuerst den Seniorenbeirat Großbeeren und jetzt auch den Kreisseniorenbeirat im benachbarten Kreis Teltow-Fläming.

So funktioniert die Notfalldose

Das Prinzip der Notfalldose ist denkbar einfach und doch genial: Patienten stecken all ihre Notfalldokumente in diese Notfalldose – und lagern diese im Kühlschrank, und zwar in der Tür. Ein entsprechender Aufkleber an der Innenseite der Wohnungstür und am Kühlschrank informiert die Rettungskräfte, wo die Notfalldaten des Patienten zu finden sind. Dass hierfür der Rettungsdienst entsprechend informiert sein muss, ist klar.

Notfalldosen gibt es in der Apotheke

Wo bekommen die Patienten eine solche Notfalldose? In der Apotheke, zum Beispiel in der Farma-plus Apotheke im Südring Center in Rangsdorf oder in der Seebad-Apotheke. Die Seebad-Apotheke führt die Notfalldose nun seit einer Woche. „Die Idee ist gut“, findet Apothekeninhaberin Stefanie Weichert. Sinnvoll ist das allerdings nicht nur für betagte Menschen, findet sie. Ihrer Ansicht nach, sollten „nicht nur Senioren eine Notfalldose haben“. Dass sich die Idee mit der einfachen aber innovativen Notfalldose verbreitet, unterstützt die Apothekerin aktiv. Sie hat mittlerweile ein Poster zur Notfalldose im Schaufenster der Seebad-Apotheke.

Wie reagieren Kunden auf das Notfalldosen-Angebot? Das Angebot der Notfalldose in der Apotheke wird angenommen: „20 Dosen haben wir bereits verkauft“, erzählt Stefanie Weichert DAZ.online. Horst Leder ist Vorsitzender des Senioren- und Behindertenbeirats in Rangsdorf, der das Projekt im Kreis Teltow-Fläming angestoßen hat. Er hofft, auf eine bundesweite Einführung der Notfalldose. Der Landkreis Teltow-Fläming (TF) geht hier mit gutem Beispiel voran: „Nach drei Wochen haben bereits vier Ortschaften in unserem Landkreis (TF) die Notfalldose eingeführt“, erzählt Leder DAZ.online.

Quelle: daz.online

Fixkombi bei Schmerzen bald als OTC-Arznei

Fixkombi bei Schmerzen bald als OTC-Arznei

Coffein erhöht die Wirkung von Ibuprofen, ohne dass mit vermehrten Nebenwirkungen zu rechnen ist.

Ärzte Zeitung online, 26.10.2018

Ibuprofen plus Coffein

MANNHEIM. Erstmals wird in Deutschland zur Akuttherapie mäßiger bis starker Schmerzen demnächst eine Fixkombination aus Ibuprofen plus Coffein verfügbar sein: In der Zulassungsstudie wurde durch das Adjuvans die schmerzlindernde Wirkung von Ibuprofen in den ersten acht Stunden um circa 30 Prozent erhöht.

Thomapyrin® Tension Duo enthält 400 mg Ibuprofen und 100 mg Coffein und ist voraussichtlich Ende des Jahres OTC in Apotheken erhältlich. Ibuprofen ist gut wirksam und verträglich und das beliebteste Schmerzmittel in Deutschland, sagte Privatdozentin Dr. Stefanie Förderreuther von der Neurologischen Klinik der LMU München. Durch Coffein werde die Wirksamkeit von Ibuprofen erhöht, ohne dass mit vermehrten unerwünschten Wirkungen zu rechnen sei.

Wirkstoffgehalt einer Tasse Kaffee

Durch seine Wirkung im Nervensystem verstärkt und beschleunigt Coffein analgetische Effekte. Zudem verbessert die vasoaktive Substanz die Resorption von Medikamenten. Die in einer Tablette enthaltenen 100 mg Coffein entsprechen etwa dem Wirkstoffgehalt einer Tasse Kaffee, sorgen aber für eine gesicherte Dosis, so Förderreuther bei einer vom Unternehmen Sanofi-Aventis unterstützten Veranstaltung anlässlich des Deutschen Schmerzkongresses. Eingenommen werden sollen bei Akutschmerzen maximal drei Tabletten täglich über maximal drei Tage.

Die bessere Wirksamkeit der Fixkombi im Vergleich zur Ibuprofen-Monotherapie wurde in der Zulassungsstudie bei insgesamt 562 jungen Erwachsenen mit 3-4 Weißheitszahn-Extraktionen und mäßigen bis schweren Schmerzen (NRS ≥ 5) belegt. Die Fixkombi war im Verlauf von 15 Minuten bis 8 Stunden nach Einnahme bei der Schmerzlinderung den drei Vergleichsgruppen (Ibuprofen mono, Coffein, Placebo) überlegen. Eine bedeutsame Schmerzlinderung wurde unter Ibuprofen / Coffein im Median nach 1,13 Stunden im Vergleich zu 1,78 Stunden unter Ibuprofen mono (p=0,0001) erreicht, sagte Förderreuther.

Höhere Ansprechrate

Die Ansprechrate (50-prozentige Schmerzlinderung im Verlauf von sechs Stunden) betrug 71 Prozent in der Fixkombigruppe im Vergleich zu 53 Prozent unter Ibuprofen. Der Bedarf an Rescue-Medikation betrug 16 Prozent vs. 33 Prozent. Bei der Verträglichkeit gab es keine Unterschiede zwischen beiden Gruppen, so Förderreuther. Es gab keine schweren unerwünschten Wirkungen und keine Therapieabbrüche in der fünftägigen Nachbeobachtungsphase.

Misch-Analgetika erleben eine Renaissance. Während noch Ende der 1990er Jahre davon abgeraten wurde, sprächen jetzt die Daten für Coffein-haltige Kombinationspräparate, fügte Professor Thomas R. Tölle, Neurologe am Klinikum rechts der Isar in München hinzu. Ausgeräumt wurden Vorbehalte bezüglich Nephrotoxizität, Abhängigkeitspotenzial und Förderung von Kopfschmerz. (rf)

Quelle: aerztezeitung.de

Benzodiazepine riskant für Opioidanwender

Benzodiazepine riskant für Opioidanwender

Ärzte Zeitung online, 26.10.2018

Ko-Therapie hat unerwünschte Wirkungen

Patienten unter Langzeittherapie mit Opioiden ohne zwingenden Grund ein Benzodiazepin zu verordnen, ist keine gute Idee. Das bestätigen neue Daten aus den USA: Unter einer Ko-Therapie kommt es einer Studie zufolge häufiger zu Komplikationen.

Von Beate Schumacher

© Mladen Zivkovic / Getty Images / iStock

Jeder vierte Patient mit langfristiger Opioidtherapie erhielt in einer US-Studie zumindest zeitweise auch ein Benzodiazepin.

Das Wichtigste in Kürze

  • Frage: Wie häufig und mit welchen Konsequenzen werden Patienten unter Opioiddauertherapie mit Benzodiazepinen behandelt?
  • Antwort: In einer US-amerikanischen Studie war jeder vierte Opioidpatient betroffen. Unter der Ko-Therapie gab es mehr Stürze und Notfallbehandlungen.
  • Bedeutung: Die gemeinsame Anwendung ist nach Möglichkeit zu vermeiden.
  • Einschränkung: Retrospektive Analyse, keine Angaben zu Ereignishäufigkeiten vor der Therapie.

PORTLAND. In der Leitlinie des US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention zu chronischen Schmerzen wird davon abgeraten, Opioide und Benzodiazepine gemeinsam anzuwenden.

Im Alltag scheint das bislang aber wenig Beachtung zu finden: Laut einer Studie aus dem Bundesstaat Oregon erhält jeder vierte Patient mit langfristiger Opioidtherapie zumindest zeitweise auch ein Benzodiazepin (Pain Medicine 2018; online 10. September). Unter der Ko-Therapie kommt es, selbst nach Abzug anderer Risikofaktoren, häufiger zu Komplikationen.

Mehr Stürze unter Ko-Therapie

Studienteilnehmer waren 517 Patienten, die wegen muskuloskeletaler Schmerzen seit mindestens einem Jahr mit Opioiden behandelt wurden. 24,6 Prozent hatten in dieser Zeit auch mindestens einmal ein Benzodiazepin verordnet bekommen, die mittlere Behandlungsdauer betrug sieben Monate.

Die Wahrscheinlichkeit einer solchen Verordnung war signifikant erhöht, wenn bei den Patienten eine Angststörung (Odds Ratio, OR: 4,7), eine posttraumatische Belastungsstörung (OR: 2,2) oder eine Bipolar-Erkrankung (OR: 3,8) diagnostiziert worden war.

Als mögliche Nebenwirkungen der kombinierten Behandlung wurden Stürze in den zurückliegenden drei Monaten sowie die Vorstellungen in der Notfallambulanz im zurückliegenden Jahr erfasst.

Beide Ereignisse traten bei den Benzodiazepinpatienten signifikant häufiger auf: Das Risiko zu stürzen war 3,3-mal, das für das Aufsuchen einer Notfallambulanz 1,7-mal so hoch wie bei den 380 Patienten ohne Benzodiazepinverordnung.

Dilemma für Ärzte

Die Studienergebnisse würden mit früheren Beobachtungen in Einklang stehen und die unerwünschten Effekte der kombinierten Behandlung bestätigen, schreiben die Studienautoren um Dr. Bobbi Jo Yarborough vom Kaiser Permanente Northwest Center for Health Research in Portland.

Die Wissenschaftler sehen allerdings auch das Dilemma, vor dem Ärzte stehen, die Schmerzpatienten etwa mit PTBS oder Angststörungen behandeln: Viele Ärzte wüssten zwar um die Notwendigkeit, gemeinsame Verordnungen von Opioiden und Benzodiazepinen zu reduzieren, hätten damit im Alltag aber Schwierigkeiten, etwa weil lange Diskussionen mit den Patienten erforderlich wären.

Sie bräuchten „Werkzeuge und Strategien, wie sie Patienten mit Schmerzen und psychiatrischen Problemen behandeln und dabei vor Schaden bewahren“, so die Wissenschaftler.

Warnhinweise für Opioide und Benzodiazepine wurden von der US-Gesundheitsbehörde FDA bereits im Jahr 2016 beschlossen. In den Produktinformationen muss auf „schwerwiegende Risiken für Atemdepression, Koma und Tod“ bei kombinierter Anwendung der beiden Substanzklassen hingewiesen werden.

Im April 2018 hat die Koordinierungsgruppe für Verfahren der gegenseitigen Anerkennung und dezentrale Verfahren (CMDh) für Europa entsprechende Textanpassungen der Produktinformationen empfohlen.

Die zuständigen nationalen Behörden haben entsprechende Anträge auf Änderungen der Produktinformationen von Zulassungsinhabern für national zugelassene Produkte in Europa erhalten.

Quelle: aerztezeitung.de

Projekt gegen chronischen Schmerz

Projekt gegen chronischen Schmerz

Ärzte Zeitung, 24.10.2018

Innovationsfonds

Handeln, bevor Schmerzen chronisch werden– das ist Ziel eines Forschungsprojekts, an dem auch die Barmer beteiligt ist.

MANNHEIM. Für Patienten mit einem Risiko für eine Chronifizierung des Schmerzes hat die Deutsche Schmerzgesellschaft (DSG) mit der Barmer und weiteren Partnern ein Projekt initiiert: PAIN2020 steht für „Patientenorientiert. Abgestuft. Interdisziplinär. Netzwerk“.

Mit PAIN2020 soll geklärt werden, ob sich die Versorgungssituation von Patienten verbessern lässt, wenn sie frühzeitig eine interdisziplinäre Diagnostik und entsprechende Therapieempfehlungen erhalten. Das Modellprojekt wird vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) mit sieben Millionen Euro gefördert, läuft über drei Jahre und soll insgesamt 6000 Patienten aufnehmen.

Innovative Behandlungsmodule

In den nächsten drei Jahren untersuchen Wissenschaftler, wie Patienten vor einer Chronifizierung ihrer Schmerzen bewahrt werden können. Ein Team aus Ärzten, Psychologen und Physiotherapeuten klärt bereits nach sechs Wochen anhaltender Schmerzen gemeinsam ab, welche Therapie der Patient erhalten soll. Zwei neu entwickelte ambulante Behandlungsmodule werden dabei zur üblichen Therapie ergänzt.

Dabei geht es auch darum, gefährdete Patienten für Eigenverantwortung und schmerzreduzierende Strategien im Alltag zu sensibilisieren, so DSG-Präsident Professor Martin Schmelz in der vergangenen Woche beim Deutsche Schmerzkongress in Mannheim.

Lebensqualität sinkt

„Die körperlichen und psychosozialen Beeinträchtigungen durch chronischen Schmerz sind für die Patienten enorm“, erläuterte Schmelz, „die Lebensqualität sinkt, Probleme im Arbeitsleben und im sozialen Umfeld können die Folge sein“. Je früher eine umfassende Therapie bei gefährdeten Patienten beginne, desto größer sei die Chance, chronische Schmerzen zu vermeiden.

Wenn Patienten über einen Zeitraum von mindestens drei bis sechs Monaten über Schmerzen klagen, die ihre gesamte Lebenswelt beeinflussen, sprechen Experten von chronischem Schmerz, so Schmelz. 7,5 Prozent der Bevölkerung klagen über eine schwere körperliche, weitere 2,3 Prozent über eine kombinierter körperliche und psychosoziale Beeinträchtigung durch Schmerzen. (fuh)

Quelle: aerztezeitung.de

Zur Zeit keine Gruppentreffen mehr in Ennigerloh / NRW

Liebe Betroffene, liebe Angehörige, liebe Interessierte,

die CRPS NRW Ortsgruppe Ennigerloh steht ab sofort unter neuer Leitung.

Aus gesundheitlichen Gründen hat sich die Gruppenleiterin, Conny Barciaga, entschieden, die Selbsthilfegruppe aufzugeben. Sie sind daher kein Teil des CRPS Netzwerk – Gemeinsam stark mehr.
Damit fällt die Ortsgruppe unter die kommissarische Leitung des CRPS Netzwerk – gemeinsam stark, bis wir eine neue Gruppenleitung gefunden haben.

Unsere Ortsgruppe CRPS NRW Ennigerloh besteht natürlich weiterhin und wir werden wie bisher für alle Betroffenen und Angehörigen als Ansprechpartner da sein.

Erreichbar sind wir über die bekannte Rufnummer +49 221 / 98 43 15 – 29 und über unsere CRPS Hotline unter +49 221 98 43 15 – 0 sowie auch per Email unter ennigerloh@crps-netzwerk.org erreichbar.
Postalisch ist die Gruppe erreichbar unter CRPS NRW Ennigerloh, c/o CRPS Netzwerk – gemeinsam stark, Neusser Straße 112A, 50670 Köln

Solange wir keine Gruppenleitung für die Landesgruppe haben, können in Ennigerloh leider keine Gruppentreffen angeboten werden. Die nächsten Standorte wären Ahaus (www.crps-ahaus.de) oder Detmold (www.crps-detmold.de).

Alle unsere Gruppen mit Kontaktdaten gibt es unter Selbsthilfegruppen.crps-netzwerk.org.

Vielleicht interessiert an einer verantwortungsvollen ehrenamtlichen Beschäftigung? Warum nicht die Selbsthilfe unterstützen und unsere Landesgruppe Hamburg leiten? Weitere Informationen gibt es unter gruendung.crps-netzwerk.org.
Anfragen nehmen wir gerne an unter Gruendung@crps-netzwerk.org

Bisher geplante Gruppentreffen können daher nicht stattfinden. Wir prüfen derzeit eigene Termine in Hamburg für den Rest des Jahres und werden selbstverständlich hier unter „Termine“ und in unserem Newsletter darüber berichten.

Das Team vom CRPS NRW Landesgruppe