24. Februar 2017 · Kommentare deaktiviert für Cannabis künftig auf Rezept · Kategorien: Aktuelles, Allgemein, Therapien im Überblick

Cannabis künftig auf Rezept

06.02.2017 Verordnungsinfos

Cannabis können gesetzlich Versicherte künftig bei bestimmten Indikationen auf Rezept erhalten. Der Bundestag hat am 19. Januar 2017 die entsprechenden Gesetzesänderungen verabschiedet. Das Gesetz tritt voraussichtlich im März 2017 in Kraft.

Cannabis zu medizinischen Zwecken aus staatlich kontrolliertem Anbau wird künftig zusätzlich als verkehrs- und verschreibungsfähig im Betäubungsmittelgesetz eingestuft. Bisher galt dies nur für Cannabis, der in Zubereitungen als Fertigarzneimittel zugelassen war.

Eine Cannabisagentur beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) soll den Einkauf ausländischer Produkte sowie den Anbau inländischen Cannabis organisieren und überwachen. Cannabisblüten zu medizinischen Zwecken können Apotheken ausschließlich nach ärztlicher Verordnung abgeben. Die Höchstmenge je 30 Tage beträgt 100 g getrocknete Blüten. Krankenkassen müssen die Kosten im Regelfall erstatten.

Die gesetzliche Neuregelung schafft für Versicherte in eng begrenzten Ausnahmefällen einen Anspruch auf Versorgung mit Cannabis in Form von getrockneten Blüten oder Extrakten. Das gilt aber nur für solchen Cannabis in Form von getrockneten Blüten, der die betäubungsmittelrechtlichen sowie arzneimittel- und apothekenrechtlichen Anforderungen erfüllt und ärztlich verordnet wurde. Auch in Deutschland zugelassene Fertigarzneimittel (zum Beispiel Sativex) fallen unter diese Regelung. In denselben begrenzten Ausnahmefällen sollen Versicherte zudem einen Anspruch auf Arzneimittel mit den Wirkstoffen Dronabinol oder Nabilon (Canemes) erhalten.

Eine Verordnung von Medizinalhanf und den oben genannten Fertigarzneimitteln ist künftig möglich für Versicherte mit einer schwerwiegenden Erkrankung (zum Beispiel starken chronischen Schmerzen), wenn

  • eine allgemein anerkannte, dem medizinischen Standard entsprechende Leistung nicht zur Verfügung steht oder im Einzelfall nach der begründeten Einschätzung des behandelnden Vertragsarztes unter Abwägung der zu erwartenden Nebenwirkungen und unter Berücksichtigung des Krankheitszustandes des Versicherten nicht zur Anwendung kommen kann,
  • eine nicht ganz entfernt liegende Aussicht auf eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf oder auf schwerwiegende Symptome besteht.

Die ersten Verordnungen muss die Krankenkasse vor Therapiebeginn genehmigen; die Kasse darf sie nur in begründeten Ausnahmefällen ablehnen. Im Rahmen der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung Palliativversorgung (SAPV) muss über den Antrag innerhalb von drei Tagen entschieden werden. Der behandelnde Arzt übermittelt Daten im Rahmen einer nichtinterventionellen Begleiterhebung in anonymisierter Form an das BfArM, das nach fünf Jahren für den Gemeinsamen Bundesausschuss einen Bericht erstellt. Der Umfang der Daten wird durch Rechtsverordnung festgelegt. Wer für die Vergütung der Ärzte aufkommen soll, ist noch offen. Die KBV fordert eine eindeutige Regelung, ob die gesetzliche Krankenversicherung oder gegebenenfalls der Bund als Projektträger der Begleiterhebung für die Vergütung der Ärzte verantwortlich ist.

Welche Möglichkeiten gibt es bisher, Cannabis zu verordnen?

Cannabis-Zubereitungen können als Fertigarzneimittel in der zugelassenen Indikation zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden. Sativex-Spray (Cannabisextrakt) ist zugelassen zur Zusatzbehandlung von Spastiken bei MS-Patienten, Canemes (Nabilon) ist zugelassen für die Behandlung von chemotherapiebedingter Emesis und Nausea bei jenen Krebs-Patienten, die auf andere antiemetische Behandlungen nicht adäquat ansprechen.

Ferner ist es möglich, Dronabinol als Rezeptur zu verordnen. Dronabinol ist als Marinol in den USA zugelassen zur Behandlung von Anorexie und Kachexie bei AIDS und als Antiemetikum im Rahmen einer Krebstherapie. Da es in Deutschland keine Zulassung für das Arzneimittel gibt, muss die Behandlung mit der „off-label“-Rezeptur im Vorfeld durch die Krankenkasse genehmigt werden.

In Einzelfällen konnten Patienten eine Ausnahmeerlaubnis zum Erwerb von Medizinal-Cannabis zum Zweck der ärztlich begleiteten Selbsttherapie beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) beantragen. Derzeit haben 647 Patienten eine Ausnahmeerlaubnis. Nach Auskunft des BfArM verlieren die Ausnahmegenehmigungen innerhalb von drei Monaten nach Inkraft-Treten des Änderungsgesetzes ihre Gültigkeit. Derzeit wird von der Beantragung einer neuen Ausnahmegenehmigung abgeraten, weil die Genehmigung länger dauert, als die Umsetzung des Gesetzesentwurfs.

Dr. Holger Neye

Quelle: Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein

Chronische Schmerzen sind für betroffene Patienten eine belastende Situation, um so mehr, wenn es sich um komplexe Krankheitsbilder handelt, die noch nicht vollständig verstanden werden.

Im Fall des Ehlers-Danlos Syndroms (EDS) bestehen oft schon im Kindesalter Schmerzen und Erschöpfung, die teilweise schwer zuzuordnen sind; oft wird die Diagnose erst verspätet gestellt. Ursache ist ein Kollagenaufbaufehler, der sich in Hypermobilität der Gelenke, höherer Verletzungsanfälligkeit und Wundheilungsstörungen äußern kann; Erschöpfung, Magen-Darm-Beschwerden, Kreislaufprobleme und weitere vegetative Symptome können vermehrt auftreten. Auch für Ärzte und Therapeuten ist die Behandlung dieser Patienten eine Herausforderung; häufig werden Symptome vor Diagnosestellung fälschlicherweise als psychisch bedingt angesehen, was für betroffene Patienten eine zusätzlich belastende Situation darstellt.

Ebenfalls eine Herausforderung ist die Behandlung von Patienten mit dem Complex Regional Pain Syndrom (CRPS), auch als Morbus Sudeck bekannt.

Wir freuen uns sehr, dass Dr. Pradeep Chopra aus den USA im Rahmen eines Europaaufenthalts erstmals in Deutschland einen Vortrag halten wird und wir dies mit einem Vortrag durch Herrn Professor Frank Birklein verbinden können. Wir würden uns freuen, Sie bei dieser Veranstaltung begrüßen zu dürfen.

Save the Date:

Montag, 27.3.2017, ca. 13 – 18 Uhr, Universität Frankfurt/Main
Universität Frankfurt, Hörsaal 4, Hauptgebäude 23
Theodor-Stern-Kai 7, 60596 Frankfurt/Main

Erkennung und Behandlung von komplexen, multisystemischen Erkrankungen:

Ehlers-Danlos Syndrom und CRPS

Mit Dr. Pradeep Chopra MD, MHCM, Rhode Island, USA

Prof. Dr. Frank Birklein, Klinik und Poliklinik für Neurologie, Uniklinik Mainz

und ggf. weiteren Referenten

Die Veranstaltung ist kostenfrei

Dr. Chopra ist als Schmerztherapeut auf die Behandlung von EDS und CRPS spezialisiert und im englischsprachigen Raum für seine Vorträge zu diesen Erkrankungen bekannt, mit denen er sich an Ärzte, Therapeuten und Betroffene richtet.

Für seine Arbeit wurde er unter anderem von der Havard Medical School und der Warren Alpert Medical School of Brown University ausgezeichnet; 2013 erhielt er für sein besonderes Engagement den Schwartz Center Compassionate Caregiver Award. 2016 leitete er im Rahmen der Überarbeitung der diagnostischen Kriterien und therapeutischen Empfehlungen zum Ehlers-Danlos Syndrom eine internationale Arbeitsgruppe zu Schmerztherapie und psychologischen Aspekten der Erkrankung, deren Ergebnisse dieses Jahr zur Veröffentlichung erwartet werden.

Herr Professor Birklein ist Oberarzt an der Uniklinik Mainz und Leiter der Sektion Periphere Neurologie und Schmerz. An der dortigen medizinischen Fakultät hat er eine Professur für Neurologie und neurologische Schmerzforschung inne. Für seine Schmerzforschung, unter anderem zu CRPS, wurde er mit diversen Preisen ausgezeichnet. Er ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und federführender Autor der AWMF-Leitlinie zu Diagnostik und Therapie des CRPS.

Quelle:
Deutsche Ehlers-Danlos-Initiative e.V.
www.ehlers-danlos-initiative.de

22. Februar 2017 · Kommentare deaktiviert für 6. Aktionstag gegen den Schmerz · Kategorien: Aktuelles, Allgemein, Termine, Veranstaltung · Tags: , ,

Jährlich, immer am ersten Dienstag im Juni, findet der „Aktionstag gegen den Schmerz“ statt.

Also:
Machen Sie mit am 6. Juni 2017, dem sechsten bundesweiten „Aktionstag gegen den Schmerz“.

Wir knüpfen damit an den großen Erfolg der ersten fünf Aktionstage an.
Erneut können sich Schmerzpatienten und ihre Angehörigen gezielt über Behandlungsmöglichkeiten informieren und beraten lassen.

  • Schmerztherapeutische Einrichtungen in ganz Deutschland geben Ihnen Einblicke in die verschiedenen Methoden der Schmerzbehandlung.
  • Die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V. stellt Informationsmaterialien, u.a. für Patientinnen und Patienten aktuellen Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten vor.
  • Hotline für Schmerzpatienten: Unter der kostenfreien Rufnummer 0800 – 18 18 120 stehen am 6. Juni 2017 erneut zwischen 9:00 und 18:00 Uhr mehrere Dutzend renommierte Schmerzexperten aus ganz Deutschland für Fragen zur Verfügung.

Wir von CRPS NRW und vom CRPS Netzwerk – Gemeinsam stark werden auch in 2017 am Aktionstag gegen den Schmerz aktiv teilnehmen. Weitere Informationen folgen.

Auf der Webseite der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. gibt es weitere Informationen zum Aktionstag.

22. Februar 2017 · Kommentare deaktiviert für Ab sofort kann jeder über seine Amazonbestellungen unseren Verein unterstützen! · Kategorien: Aktuelles, Allgemein, Projekte

Liebe CRPS Betroffene, liebe Angehörige, liebe Interessierte,
ab sofort ist es ganz unkompliziert möglich, den CRPS NRW Köln e.V. zu unterstützen.

Und zwar in dem man bei Amazon etwas bestellt – also bei der normalen Bestellung über amazon.
Aber von jedem Gesamtbetrag eines Amazoneinkaufs gehen 0,5% als Spende an unseren Verein.

Die einzige Änderung ist, dass man über den nachfolgenden Link zu Amazon Smile – dem Namen des Förderprogrammes bestellt. Es gelten keine anderen Preise und es werden auch keine zusätzlichen Gebühren erhoben.

Also warum nicht etwas für den Verein tun?

https://smile.amazon.de/ch/215-586-20851

Wir bedanken uns im Namen aller Mitglieder und Betroffenen für Eure Unterstützung.

07. Februar 2017 · Kommentare deaktiviert für Neue Termine in Duisburg für 2017 veröffentlicht · Kategorien: Aktuelles, Allgemein, Veranstaltung

Wir freuen uns, die neuen Termine in 2017 für die Gruppentreffen in Duisburg bekanntgeben zu können:

16.02.17 – 06.04.17 – 01.06.17 – 03.08.17

Weitere Termine für die zweite Jahreshälfte werden noch geprüft und in Kürze  veröffentlicht.

Details zu den Treffen auf unserer Terminseite oder unter Agenda.crps-nrw.de