22. März 2016 · Kommentare deaktiviert für 7. Mindener Selbsthilfetag · Kategorien: Aktuelles, Allgemein, Veranstaltung · Tags: , , ,

minden-rundum

7. Mindener Selbsthilfetag: Samstag 30. April 2016 von 10 – 14 Uhr

Viele Selbsthilfegruppen und Einrichtungen werden wieder einmal über ihre Arbeit informieren und zahlreiche Gespräche mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern führen.

Ein Rahmenprogramm wird die Veranstaltung auf dem Mindener Markt vor dem Rathaus abrunden.
Die Bedeutung von Selbsthilfegruppen für die gesundheitliche und soziale Versorgung der Bevölkerung hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen.

Selbsthilfe-Aktivitäten sind als soziale und therapieergänzende Angebote inzwischen unentbehrlich. In Selbsthilfegruppen treffen sich Menschen, die von einer ähnlichen Erkrankung oder Behinderung betroffen sind oder die sich in einer ähnlichen Lebenssituation befinden. Hier sprechen sie über Sorgen und Anliegen, tauschen Informationen aus und helfen sich gegenseitig. Und gerade Selbsthilfegruppen verfügen aus eigenem Interesse über ein oft beispielloses Fachwissen – gewachsen aus den eigenen Erfahrungen.
Weitere Informationen erhalten Interessierte bei der Selbsthilfe-Kontaktstelle, PariSozial Minden-Lübbecke/Herford, Simeonstr. 17, 32423 Minden,
Telefon: 0571 82802-17 und -24, selbsthilfe-mi-lk@paritaet-nrw.org

https://www.selbsthilfe-minden-luebbecke.de

Quelle: Minden Rundum

22. März 2016 · Kommentare deaktiviert für Kurzer Bericht zum Gruppentreffen in Minden am 21.03.16 · Kategorien: Aktuelles, Allgemein, Gruppentreffen · Tags: , ,

erfahrungsaustausch91-150x150

Hallo Ihr Lieben!

Gestern Abend hatten wir unser Gruppentreffen was weniger erfolgreich abgelaufen ist.

Es gab leider unterschiedliche Meinungen, wie so ein Treffen ablaufen soll, was ich als Gruppenleiter nicht gut heißen kann.

Ingo, mein Stellvertreter und ich sind da anderer Meinung und wollen es so haben, wie es sich in einer Gruppe gehört.

Das heisst :

Beginn : Begrüßung der Gruppenteilnehmer, Feststellung der Anzahl der Teilnehmer und Fehlenden

Einführungsrunde in dem jeder Teilnehmer Zeit hat, für ein kleines Blitzlicht über aktuelle Themen, Probleme oder auch um schöne Erlebnisse zu erzählen.

Einholen der heutigen Disskusionstehemen  evtl. Abstimmen über Themen,wenn zu viele Themen da sin.

Leitung der Gruppendiskusion durch Ingo unseren Stellvertreter oder durch mich.

evtl. organisatoriche Punkte , siehe Beispiel unten

Beendigung der Gruppe durch das Schluß-Blitzlicht.

In dieser kurzen Runde ( etwa 5 Minuten ) sagt jeder, wie sie / er sich aktuell fühlt und wie der Gruppenabend für sie / ihn gewessen ist. Der Moderator sollte rechtzeitig vor Ablauf der Zeit darauf aufmerksam machen.

Gruppendiskussionen:

Achtgeben, daß die Gruppe nicht zu weit vom Diskussionsthema abweicht.

Der Moderator achtet darauf, ob ein Thema vollstädig durchgeführt ist und leitet erst dann das nächste Thema ein

Achtgeben darauf, daß die, welche eher still sind , die Gelegeinheit haben, mitzudiskutieren evtl. durch gezieltes Ansprechen

Unterbindung von persönlichen, unsachlichen Angriffen gegen Andere

Begrenzung der Redezeit für Endloseedner: das soll es nicht mehr geben.

Die CRPS NRW Minden Morbus Sudeck Selbsthilfegruppe kann sich auf dem Marktplatz mit anderen Selbsthilfegruppen vorstellen und wo wir die Öffendlichkeit drauf aufmerksam machen können, was es heisst, CRPS zu haben

Aber bis jetzt haben sich nur Ingo und ich gemeldet, um daran Teil zu nehmen, was ich sehr schade finde. Aber vieleicht meldet sich noch der ein oder andere.

Das Treffen ist am 30.04.16  von 10 Uhr bis um 14 Uhr und heisst „der 7. Mindener Selbsthilfetag“ auf dem alten Marktplatz vor den Rathauslauben

PS. Das nächste Treffen in Minden ist am 25.04.16 um 18 Uhr

Wir wünschen dem CRPS Netzwerk und allen anderen Frohe Ostern

Mit Grüßen

Die Gruppenleiter
CRPS NRW Minden

19. März 2016 · Kommentare deaktiviert für Begleitperson bei Gutachten zugelassen! · Kategorien: Aktuelles, Allgemein · Tags: , , , , ,

urteil

Begleitung zur medizinischen Begutachtung am 03.02.2015 unter 14 UF 135/14 durch OLG Hamm bestätigt.

Respekt und nochmals Respekt für diese Entscheidung an die Richterschaft des 14. Senats des OLG Hamm

Die Begründung ließt sich wie Vernunft und Verstand. Gar so als ob diese in der Entscheidung die übergeordnete Rolle einnahm. Meistens ist es so, dass die Gerichte „Ihre“ Gutachter gewähren lassen und einer Begleitperson eher kritisch und ablehnend als zusprechend gegenüber stehen.

Das sich das im OLG Hamm so nun zu getragen hat, kann durchaus als Meilenstein in der Gerichtsbarkeit bezeichnet werden.

Es bleibt nun zu hoffen, dass viele Unfallgeschädigte dies zum Anlaß nehmen und Mithilfe dieser Entscheidung sich zu den anstehenden med. Begutachtungen begleiten lassen. Die Richter am OLG Hamm erteilen eine Aussicht auf Erfolg eines Zeugenbeweis, wenn begleitet wird. Ein hohes Gut das es gilt auch umzusetzen. Umzusetzen mit der richtigen Begleitperson und mit den richtigen „Handwerkszeug“ – dem Gedächtnisprotokoll. Das Protokoll muss bereits im Vorfeld mit den wichtigsten Inhalten gefüttert werden und mit der Begleitperson erstellt und von dieser mit unterschrieben werden. Nur dann hat‘s Gewicht !

So nebenbei wäre noch abzuwarten wie den die Sozialgerichte diese Entscheidung „aufnehmen“. Wars doch noch 2014 so, dass die bayrischen SG’s und LSG’s einer Begleitperson zur Begutachtung keine Beudeutung gaben und gerne dazu neigten die Mitnahme zu verunmöglichen – ein LG in Bayern hat 2014 sogar dem Gutachter eine richterliche Verordnung aufgegeben eine Begleitperson zur Begutachtung nicht zuzulassen…..mal sehen wie nun zukünftig damit umgegangen wird.

OLG Hamm · Beschluss vom 3. Februar 2015 · Az. 14 UF 135/14

Verfahrensgang:

Einem medizinisch oder psychologisch zu begutachtenden Beteiligten ist bei einem Untersuchungstermin bzw. Explorationsgespräch des Sachverständigen die Anwesenheit einer Begleitperson ohne Äußerungs- bzw. Beteiligungsrecht zu gestatten (Anschluss an OLG Zweibrücken FamRZ 2000, 1441; LSG Rheinland-Pfalz NJW 2006, 1547).
Tenor

Das Ablehnungsgesuch des Vaters und Antragsgegners (Prof. Dr. C2) gegen die Sachverständige Dipl.-Psych. I wird für unbegründet erklärt.

Die Sachverständige wird gemäß § 404a Abs. 1 ZPO angewiesen, bei den mit dem Antragsgegner durchzuführenden Explorationsgesprächen die Anwesenheit einer von ihm mitgebrachten, sich an den Gesprächen nicht beteiligenden Begleitperson in angemessener Hörweite zuzulassen.

Der Hilfsantrag, die Sachverständige zu entpflichten und einen anderen Sachverständigen zu bestellen, wird zurückgewiesen.
Gründe:

1.

Das Ablehnungsgesuch ist gemäß § 406 ZPO i. V. m. §§ 30 Abs. 1, 6 Abs. 1 S. 1 FamFG zulässig, in der Sache aber nicht gerechtfertigt. Gründe, die geeignet sind, objektiv oder bei einer vernünftigen Betrachtung aus Beteiligtensicht Misstrauen gegen die Unparteilichkeit der abgelehnten Sachverständigen zu rechtfertigen (vgl. § 42 Abs. 2 ZPO i. V. m. §§ 30 Abs. 1, 6 Abs. 1 S. 1 FamFG), liegen nicht vor.

Der Antragsgegner begründet sein Ablehnungsgesuch damit, dass die Sachverständige eine Begleitung der Explorationsgespräche durch einen Beistand und/oder eine Tonaufzeichnung der Gespräche verweigert habe. Bedenken gegen die Unparteilichkeit der Sachverständigen können daraus jedoch nicht hergeleitet werden. Denn eine eindeutige Rechtslage im Sinne einer gefestigten oder gar höchstrichterlichen Rechtsprechung, dass ein psychologisch oder auch medizinisch zu Begutachtender eine Begleitung durch einen Beistand oder eine Tonaufzeichnung beanspruchen könne, existiert bisher nicht. Soweit ersichtlich, ist bisher erst durch zwei obergerichtliche Entscheidungen, die auch vom Antragsgegner zitiert worden sind (OLG Zweibrücken FamRZ 2000, 1441; LSG Rheinland-Pfalz NJW 2006, 1547), ein Anspruch auf Anwesenheit einer Begleitperson anerkannt worden. Die weiter zitierten Entscheidungen der Oberlandesgerichte Düsseldorf und München betreffen dagegen bautechnische Gutachten, bei denen die Befugnis zur Hinzuziehung einer fachkundigen Begleitperson zu Ortsterminen ohnehin bereits allgemein anerkannt ist. Ferner hat die Sachverständige für ihre Weigerung eine Begründung angeführt, die erkennen lässt, dass es sich um ihre auf nachvollziehbare Gesichtspunkte gestützte fachliche Auffassung handelt, und nicht um eine bewusste Missachtung eines eindeutigen Verfahrensrechts eines Beteiligten.

2.

In der Sache schließt sich der Senat allerdings den beiden oben zitierten Entscheidungen an. Ausschlaggebend ist dabei vor allem der Gesichtspunkt, dass ein medizinisch oder psychologisch zu begutachtender Beteiligter ansonsten keine Möglichkeit hätte, gegenüber abstrakt immer denkbaren Wahrnehmungsfehlern des Sachverständigen effektiven Rechtsschutz zu erlangen. Behauptet er nach Vorliegen des Gutachtens, der dort wiedergegebene Hergang einer Untersuchung oder eines Explorationsgesprächs sei in tatsächlicher Hinsicht unzutreffend, so wird sich der Sachverständige in der Regel darauf berufen, den Hergang nach seiner Überzeugung und Erinnerung richtig aufgezeichnet zu haben. Wenn die Unrichtigkeit der Wiedergabe dann nicht ausnahmsweise durch objektive Anhaltspunkte gestützt wird, hat der Beteiligte keine Möglichkeit, sie zu belegen und sich damit erfolgreich gegen ein ihm nachteiliges Gutachtenergebnis zu wenden. Die Hinzuziehung einer Begleitperson hingegen erlaubt es ihm in diesem Fall, mit Aussicht auf Erfolg einen Zeugenbeweis anzutreten. Gegenüber diesem wesentlichen Verfahrensgesichtspunkt muss die Besorgnis einer etwaigen Beeinflussung des Untersuchungsganges – speziell im psychiatrischen und psychologischen Bereich – durch die bloße Anwesenheit der Begleitperson in einer angemessenen Hörweite hingenommen werden. Falls der Sachverständige nach der Untersuchung zu der begründbaren Auffassung gelangen sollte, dass eine Beeinflussung erfolgt sei und das Untersuchungsergebnis deshalb eine geringere Aussagekraft habe als wenn es ohne Begleitperson gewonnen worden wäre, kann er dies in seinem Gutachten darlegen, ebenso wie er es tun müsste, wenn die Aussagekraft durch eine gänzliche Weigerung, sich begutachten zu lassen, oder durch sonstige fehlende Tatsachengrundlagen herabgesetzt wäre. Die Würdigung hätte dann letztlich das Gericht vorzunehmen.

Nicht zu gestatten ist hingegen einer mitgebrachten Begleitperson, sei es dem anwaltlichen Bevollmächtigten oder einem Privatgutachter, eine Beteiligung an dem Untersuchungsgespräch durch Fragen, Vorhalte oder sonstige Äußerungen. Hierdurch wäre bei einer medizinischen oder psychologischen Untersuchung, anders als z. B. bei einem baurechtlichen Ortstermin, eine erhebliche Störung der Untersuchung und auch Beeinflussung ihres Ergebnisses zu befürchten, wohingegen die Rechte des zu Begutachtenden in diesem Punkt durch die Möglichkeit nachträglicher schriftlicher Stellungnahmen und/oder einer mündlichen Befragung des Sachverständigen im Gerichtstermin hinreichend gewahrt sind.

Deshalb hat der Senat die Sachverständige zur Zulassung einer sich am Gespräch nicht beteiligenden Begleitperson angewiesen. Sofern sie allerdings noch zu einem Einvernehmen mit dem Antragsgegner darüber gelangen sollte, dass eine Tonaufzeichnung der Anwesenheit einer Begleitperson vorzuziehen ist, weil dies zu einer noch geringeren Beeinträchtigung des Explorationsergebnisses führt und die Begleitperson ohnehin kein Beteiligungsrecht hat, wäre der Weisung des Senats auch durch die Tonaufzeichnungsmöglichkeit Genüge getan.

3.

Nicht gerechtfertigt ist eine Entpflichtung der Sachverständigen und die Einholung eines neuen Gutachtens mit der Begründung, dass bereits jetzt feststehe, dass das erst noch zu erstattende Gutachten wegen Verletzung der Sachverständigenpflichten ungenügend i. S. d. § 412 Abs. 1 ZPO sein werde. Denn auch wenn die Sachverständige bisher die Auffassung vertreten hat, die Anwesenheit einer Begleitperson sei wegen Beeinflussung der Explorationsgespräche nicht zu gestatten, ist damit nicht gesagt, dass sie sich auch der nunmehr ergangenen gerichtlichen Anweisung widersetzen und demzufolge ein ungenügendes Gutachten erstatten wird.

Der Beschluss ist unanfechtbar.

Quelle: https://unfallakte24.de/12-begleitperson-zur-medizinischen-begutachtung-zulaessig,
https://openjur.de/u/760720.html
13. März 2016 · Kommentare deaktiviert für Neuer Informationflyer 2016 veröffentlicht · Kategorien: Aktuelles, Allgemein · Tags: , ,

Liebe CRPS Betroffene, liebe Angehörige, liebe Interessierte,

wir freuen uns, dass unser neuer CRPS Netzwerk Informationsflyer 2016 fertig ist und dieser veröffentlicht wurde. Er kann ab sofort auch bestellt werden.

Weitere Informationen gibt es HIER

netzwerk-flyer-neu3.3-aussenseitenetzwerk-flyer-neu3.3-innenseite

13. März 2016 · Kommentare deaktiviert für Schmerz und Partnerschaft · Kategorien: Allgemein · Tags: , ,

Viele Erkrankungen sind mit Schmerzen verbunden. Schmerzen belasten zunächst einmal den Betroffenen selbst. Schmerzen sind unangenehm, können auch quälend sein. Im körperlichen Bereich beeinträchtigen sie das Leistungsvermögen und behindern so Aktivitäten in Beruf und Freizeit. Im psychischen Bereich können sie Gefühle wie Ärger (bis hin zur Wut), Trauer (bis hin zur Depression) und Besorgnis (bis hin zur Angst) auslösen. Schmerz ist immer ein individuelles Gefühlserlebnis und dadurch unmittelbar nur für den Betroffenen selbst wahrnehmbar. Der Partner kann Schmerzen des Betroffenen nur indirekt wahrnehmen. Zu diesen indirekten Reaktionen gehören u.a. Gereiztheit, Traurigkeit, Verlangsamung, Erschöpfung, Konzentrationsstörungen, Rückzug, eher seltener Stöhnen oder ein gequälter Gesichtsausdruck.

Schmerzen und ihre Wirkung auf die Partnerschaft
Das alles hat natürlich Auswirkung auf das partnerschaftliche Zusammenleben, denn Stimmungen und Befindlichkeit des einen Partners wirken auch „ansteckend“ auf das Befinden des anderen Partners. So reagiert vielleicht der Schmerzgeplagte mit Ärger und Gereiztheit, wenn etwas nicht mehr richtig klappt. Vielleicht ist er zunächst wütend auf die Krankheit, auf den eigenen Körper, der nicht richtig funktioniert, aber auch auf Mitmenschen, wenn er sich von diesen z.B. unverstanden fühlt. Wenn wir diesen Ärger auf unsere Mitmenschen nicht anderweitig loswerden, kann das schnell in Enttäuschung und Traurigkeit umschlagen und dann zu einem sozialen Rückzug führen. Somit können auch Freundschaften darunter leiden. Die Gefahr der totalen Isolation besteht, wenn der Betroffene durch die Krankheit auch noch seine Arbeit verliert, woraus ein Teil des Selbstwertgefühls und soziale Kontakte bezogen wurden.
Die mit Schmerzen verbundenen körperlichen und seelischen Veränderungen beim Betroffenen haben wiederum auch eine negative Wirkung auf den Partner, weil dieser sich vielleicht angegriffen, heruntergezogen, oder bei geplanten gemeinsamen Aktivitäten behindert fühlt. Nach anfänglichem Mitgefühl kann sich eine zunehmende Ungeduld entwickeln. Die Enttäuschung des unverstandenen Schmerzbetroffenen ist damit vorprogrammiert. Da Menschen die leiden, oft sogar eine erhöhte Verständniserwartung an ihre Mitmenschen haben, ist die Enttäuschung oft doppelt schwer. Wenn der Betroffene nun auch noch mit Verärgerung, Vorwürfen oder eingeschnappt Sein reagiert, kann das beim Partner wiederum Aggressivität oder Fluchtimpulse auslösen. Entweder gibt es jetzt Streit, oder der Partner flüchtet sich in Garage, Hobbyraum oder Garten. Bei gutmütigen Partnern kommt es auch zu Hilflosigkeit: „Ich weiß nicht mehr, wie ich mit ihr/ihm umgehen soll“.
Chronisch Kranke haben oft auch Angst, vom Partner verlassen zu werden. „Ich weiß nicht, wie lange die/der es noch mit mir aushält.“ Besonders dann, wenn der Partner die Beschwerden des anderen nicht mehr ertragen kann, also selbst zermürbt oder erschöpft ist – nach dem Motto: „Ich kann das nicht mehr hören.“
Schmerz und Verständnis
Eine Partnerschaft kann chronische Schmerzen beeinflussen – im Positiven wie im Negativen. Unter den Bedingungen von chronischer Krankheit und Schmerz neue Zugänge zueinander zu finden und gegenseitiges Verständnis zu entwickeln ist zunächst einmal recht schwer:
Vor dem Betroffenen steht an erster Stelle die Aufgabe, obwohl es ihm schlecht geht und er mit Enttäuschungen zu kämpfen hat, sich dem anderen zu öffnen. Er muss Wege finden, sich dem anderen so mitzuteilen, dass der ihn versteht. Dabei besteht die Schwierigkeit, dass ein Mensch, der keine Schmerzen, Erschöpfung bei Alltagsverrichtungen oder Konzentrationsstörungen hat, dies sich nur schwer vorstellen kann. Empfehlenswert ist, dem gesunden Partner keine Forderungen zu stellen („Du musst Dich mit meiner Krankheit mehr beschäftigen“) oder Vorhaltungen zu machen („Du hast überhaupt kein Verständnis für mich“). Hinderlich ist auch ein Klagetonfall. Schildern Sie in einer möglichst entspannten Gesprächssituation ihre körperlichen und psychischen Probleme ohne dies mit Forderungen, Vorhaltungen oder Klagen zu verbinden. So geben Sie dem Partner die Möglichkeit, von sich aus Schlussfolgerungen zu ziehen. Ohne Vorwürfe kann er besser Verständnis entwickeln, weil er keine Kraft in den Selbstschutz stecken muss.
Die nicht Betroffenen haben die Aufgabe, sich auf unangenehme Themen einzulassen. Schmerz und Krankheit werden von Gesunden oft weit weg geschoben, um mit ihren eigenen Ängsten, Enttäuschungen und Ärger fertig zu werden. Erst die Bereitschaft auf beiden Seiten, sich dem anderen zu öffnen, macht eine Suche nach gemeinsamen Lösungen für die Alltagsgestaltung möglich.
Trotz Schmerz Alltag gestalten
Das gegenseitige Verständnis ist die Grundlage für eine partnerschaftliche Beziehungsgestaltung im Alltag. Wenn das Verhalten des Schmerzkranken nicht mehr als „sich hängen lassen“, „mangelnde Anstrengungsbereitschaft“ oder „übertriebene Empfindlichkeit“ gedeutet wird, kann das Paar in der Alltagsgestaltung realistische Ziele anstreben. Bei Planungen und Alltagsaktivitäten sind Entweder/Oder- bzw. Totallösungen (z.B. Hausarbeit ganz an den Partner delegieren, nicht mehr gemeinsam in den Urlaub fahren, nicht mehr zu Familienfeiern fahren) zu vermeiden. Wichtig sind Kompromisse. Man kann absprechen, wer welche Hausarbeiten übernimmt und sich dabei flexibel halten. An „guten Tagen“ kann man mehr machen, an „schlechten Tagen“ weniger. Im Urlaub muss man ja nicht alles zusammen machen. Das Urlaubsziel sollte so gewählt werden, das beide etwas finden (z.B. Thermalbad für den kranken und Alpinski für den gesunden Partner, man muss auch nicht alle Tagesausflüge mitmachen). Bei Familienfeiern kann man zwischendrin einen kleinen Spaziergang als Ausgleich zu Sitzen und Gesprächslärm machen. Wenn es gar nicht geht, kann man auch eher nach Hause fahren, dann ist man ja auch dabei gewesen. Wichtig ist, dass auch der Schmerzkranke seinem gesunden Partner Raum für Aktivitäten gibt, an denen er sich nicht mehr beteiligen kann. Der gesunde Partner sollte dem Betroffenen helfen, sich vom Schmerz abzulenken oder das Schmerzverhalten“ ignorieren“. Ablenken hieße in diesem Fall etwa zu sagen: „Komm, raff´ Dich auf, Du weißt doch, wenn wir erst mal unterwegs sind, geht es Dir besser“. Oder der Partner ignoriert das Schmerzverhalten indem er motiviert: „Ich hole die Räder und warte draußen auf Dich.“
Beide Seiten sollten grundsätzlich nicht erwarten, dass man vom Anderen immer verstanden wird, aber man sollte miteinander im Gespräch bleiben. So kann sich Partnerschaft sogar neu entwickeln, und die Beziehung kann reifer und reicher werden. Bei größeren Schwierigkeiten besteht die Möglichkeit, sich Hilfe von außen zu holen. Hilfe in Partnerschaftsproblemen bieten am besten geschulte Fachkräfte in Beratungsstellen zu Ehe- und Lebensfragen. Auch Selbsthilfegruppen können Hilfestellung geben, denn Gespräche mit Betroffenen und Angehörigen von Betroffenen schaffen Verständnis und ein Austausch Erleichterung.

Quelle:Deutsche Schmerzgesellschaft
Autor: Jürgen Wild