29. April 2015 · Kommentare deaktiviert für Zulassung beantragt: Cannabis bald als Fertigarznei? · Kategorien: Aktuelles, Allgemein, Artikel zu CRPS · Tags: , , , ,

Ärzte Zeitung, 29.04.2015

Zulassung beantragt

Cannabis bald als Fertigarznei?

Die Bundesregierung beabsichtigt, Schwerkranken den Zugang zu Cannabinoiden zu erleichtern, wenn eine Therapie indiziert ist. Ein standardisiertes Fertigarzneimittel könnte die Behandlung erleichtern.

Ein Cannabis-Extrakt könnte bald Basis für eine Fertigarznei werden. © yellowj / fotolia.com

Ein Cannabis-Extrakt könnte bald Basis für eine Fertigarznei werden.
© yellowj / fotolia.com

NEU-ISENBURG. Gerichtsurteile, die Schwerkranken den Eigenanbau von Cannabis erlauben, Äußerungen von Gesundheitspolitikern aus allen Lagern, die dafür plädieren, Patienten, die es brauchen, Cannabis als Medizin zugänglich zu machen: Politisch ist die Verwendung von Cannabis als Arzneimittel zuletzt salonfähig geworden.

In der Versorgung der Patienten macht sich das allerdings bisher nicht bemerkbar: In Deutschland können derzeit 382 Patienten Cannabis legal als Schmerzmittel einsetzen, hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Anfang März gemeldet.

Zwei Hersteller haben bisher in Deutschland das Cannabinol Dronabinol als Wirkstoff für eine Rezepturarznei hergestellt, die von Ärzten auf BtM-Rezept verordnet werden kann: Bionorica Ethics und THC Pharm.

Auf der Bilanz-Pressekonferenz von Bionorica meldete das Unternehmen, sich mit THC Pharm zusammengetan zu haben, weil „der Markt für zwei Hersteller zu klein gewesen“ sei, so Professor Michael Popp, Inhaber und Vorstandschef des Unternehmens, Anfang März.

Bionorica: Zulassungsantrag für Arznei mit Dronabinol

Seit vielen Jahren sei Bionorica an Dronabinol dran gewesen, bislang sei es wegen der geringen Anzahl von Patienten lange ein Zuschussgeschäft gewesen. „Es brauchen aber viel mehr Patienten“, sagte Popp, etwa zur Linderung von Symptomen, zum Beispiel bei Krebs, MS oder Aids.

Um diesen Bedarf befriedigen zu können und die Therapie zu vereinfachen, hat Bionorica nach jahrelanger Forschung beim BfArM einen Zulassungsantrag auf ein Fertigarzneimittel mit dem Wirkstoff Dronabinol eingereicht und erwartet, „wenn wir keine großen Probleme haben“, in diesem Jahr die Zulassung für erste Indikationen.

Patienten würde ein standardisiertes, individuell einstellbares Arzneimittel mit einem Wirkstoff sicher zuverlässiger helfen als Cannabis im Eigenanbau mit allen Unwägbarkeiten für die Wirkstoffkonzentration wie Sonneneinstrahlung, Wasserversorgung und vielem mehr, erwartet das Unternehmen. Die zugelassene Arznei könnte dann von Ärzten auf BtM-Rezept verordnet und über öffentliche Apotheken bezogen werden. (ger)

(Quelle: Ärzte Zeitung)
29. April 2015 · Kommentare deaktiviert für Studie belegt: Paracetamol bringt bei Rückenschmerzen nichts · Kategorien: Aktuelles, Allgemein · Tags: , , , ,

Rückenschmerzen

Ärzte Zeitung, 27.04.2015

Studie belegt

Paracetamol bringt bei Rückenschmerzen nichts

rückenschmerzen

Was hilft bei Rückenschmerzen? Paracetamol wohl jedenfalls nicht. © iStockphoto / Thinkstock

Schon seit Jahren gibt es Zweifel daran, ob Paracetamol bei Rückenschmerzen die richtige Wahl ist. Jetzt zeigt eine neue Analyse: Wirkung gleich null – dafür bergen die Pillen aber erhebliche Risiken.

Von Peter Leiner

SYDNEY. Noch immer wird in vielen Leitlinien Paracetamol für die Ersttherapie bei Rücken- und Nackenschmerzen sowie Hüft- und Kniearthrose empfohlen. Dabei hatte bereits 2008 eine Metaanalyse Zweifel an der Wirksamkeit ergeben (Eur Spine J 2008; 17: 1423).

Dies bestätigt nun eine systematische Analyse eines Teams um Dr. Gustavo C. Machado vom George Institute for Global Health in Sydney. Ausgewertet wurden randomisierte und placebokontrollierte Studien (BMJ 2015; 350: h1225).

Primäre Endpunkte waren Schmerz, Einschränkungen der Beweglichkeit und Lebensqualität.

Langzeiteffekte nicht analysiert

In zehn Studien mit 3541 Patienten wurde die Wirksamkeit von Paracetamol bei Hüft- und Kniearthrose geprüft, in drei Studien mit 1825 Patienten bei Rückenschmerzen.

In den meisten Studien wurde das Medikament als Tablette oder Kapsel verabreicht, nur in einer Studie bei Rückenschmerz intravenös (1000 mg einmalig).

Die Dosis lag bei 3000 mg pro Tag (oral) bzw. zwischen 3900 und 4000 mg/Tag. Das Follow-up lag höchstens bei sechs Monaten. Informationen über Langzeiteffekte, also über ein Jahr hinaus, konnten aus den Studien nicht gewonnen werden.

Die Qualität der Evidenz wurde mithilfe des GRADE-Systems (Grading of Recommendations Assessment, Development and Evaluation) in vier Kategorien eingestuft, von „high quality“ bis „very low quality“.

Für die Beurteilung der Schmerzstärke und Beweglichkeit wurde eine Punkteskala von 0 (kein Schmerz oder keine Einschränkung der Beweglichkeit) bis 100 (stärkster Schmerz oder vollkommen eingeschränkt) verwendet.

Grundlage dafür ist die visuelle Analogskala und der WOMAC-Score (Western Ontario and McMaster Universities Osteoarthritis Index). Negative Werte bei der Differenz entsprechen einem besseren Abschneiden von Paracetamol.

Aus den Ergebnissen schließen die Forscher, dass Paracetamol zur Linderung von Rückenschmerzen nicht geeignet ist. Im Vergleich zu Placebo betrug über einen Zeitraum von bis zu drei Monaten die Differenz der Schmerzintensität nur -0,5 Punkte.

Beim Parameter Beweglichkeit lag die Differenz bei 0,4 Punkten. Auch die Lebensqualität war in den Verumgruppen nicht besser als in den Vergleichsgruppen. Die Evidenzqualität war jedes Mal hoch.

Etwas anders lagen die Ergebnisse bei der Auswertung der Studien zur Arthrose. Paracetamol linderte demnach die Schmerzen zwar signifikant stärker als Placebo (-3,7 Punkte) sowie die Beweglichkeit (-2,9 Punkte) – jeweils innerhalb von drei Monaten.

Doch sei dieser Effekt klinisch nicht relevant, so die Wissenschaftler, was für alle Werte unter vier Punkten auf der Skala zwischen 0 und 100 gelte.

Erhöhte Leberwerte

Ein weiteres Ergebnis: Die Wahrscheinlichkeit für anormale Ergebnisse von Leberfunktionstests ist während der Paracetamoltherapie deutlich erhöht.

In drei Studien mit fast 1300 Patienten stellte sich heraus, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Leberfunktionswerte AST/ALN über dem 1,5-Fachen der oberen Normgrenze liegen, bei Patienten mit Paracetamolbehandlung im Vergleich zur Placebogruppe fast vier Mal höher ist.

Die Forscher schlagen vor, aufgrund dieser Ergebnisse die Empfehlungen für Paracetamol in Leitlinien zu überdenken. In der bis November 2015 gültigen „Nationalen VersorgungsLeitline Kreuzschmerz“ etwa heißt es, dass aufgrund geringer Evidenz und möglicher Nebenwirkungen Paracetamol nicht als Mittel der ersten Wahl empfohlen werden kann.

Und: „Es kann für einen Behandlungsversuch angewendet werden, wobei eine Besserung der Schmerzen binnen einer Woche eintreten sollte.“

(Quelle: Ärzte Zeitung)
19. April 2015 · Kommentare deaktiviert für NetzwerkForum eröffnet · Kategorien: Aktuelles, Allgemein · Tags: , , , , ,

forumschild

NetzwerkForum eröffnet

Jetzt ist es soweit … Endlich mitreden, mitfragen, mitdiskutieren!

Das CRPS Netzwerk – Gemeinsam stark. hat im Rahmen eines neuen Projektes ein Forum für CRPS eröffnet. Das Forum ist ab sofort erreichbar über die Menüleiste „Forum“ bzw. auch über das Widget „Forenliste“ oder über die direkte URL

 forum.crps-netzwerk.de

In der heutigen Zeit gilt gerade für junge Menschen die Vernetzung über die neuen Medien. Dies wollen wir nun mit einem geeigneten Forum anbieten und damit zu einem regen Austausch beitragen. Dieses Forum soll Euch die Möglichkeit geben, sowohl über Eure Sorgen und Nöte untereinander zu berichten, aber vor Allem auch die positiven Aspekte Eures Lebens darzustellen und und Anregungen für ein positives und freudiges Leben zu geben – trotz aller Widrigkeiten, die einem oft die Laune verderben.

Zum Lesen der Forenbeiträge ist keine Anmeldung erforderlich, lediglich zum Schreiben im Forum ist eine kostenlose Registrierung an der Webseite erforderlich. Die Anmeldungen werden aus Spam-Vermeidungsgründen von einem Administrator einzeln freigegeben, daher bitten wir um einen kurzen Moment Geduld nach der Registrierung.

Wir freuen uns auf zahlreiche Anmeldungen und werden so wenig wie möglich eingreifen, stehen aber mit unserem kompetenten Team auch für alle Fragen gern zur Verfügung.

bürokratie

 

Liebe CRPS Betroffene,

wir möchten gerne eine neue Rubrik einführen »Mein CRPS & Ich« ins Leben rufen.

Es geht darum, dass jeder von uns »seine eigene CRPS Geschichte« hat, aber beim genauen Betrachten, es sehr viele Parallelen und Gemeinsamkeiten gibt. Wir wollen endlich einmal zeigen, „Hallo Welt, es gibt diese Krankheit, die man nicht immer sieht, aber wir mit heftigsten Schmerzen und Problem zu kämpfen haben“.

Was wir mit »Mein CRPS & Ich« zeigen möchten, ist, dass wir Betroffen nicht alleine da stehen sondern, das wir alle unsere guten und schlechten Erlebnisse haben, was unsere Krankheit angeht, und dass es viele Gemeinsamkeiten bzw. (schlechte) Erlebnisse, gerade in Sachen Gesundheitswesen gibt. Egal, ob der Herr Sudeck nun ausgeheilt oder akut oder chronisch ist, wir wollen alle Geschichten lesen! Denn ein einheitliches Krankheitsbild gibt es nicht. Also zeigt uns Eure unterschiedlichen „Untermieter“ mit den unterschiedlichsten Symptome, Macken und Zicken. Am Ende werden sich dann sicherlich dennoch viele Gemeinsamkeiten finden. Und sollten diese vielleicht in Krankenhäusern oder bei Ärzten sein, können andere durch positive Erlebnisse daraus lernen und vielleicht gleiche Fehler vermeiden.

Lasst uns endlich ein Bewusstsein schaffen, dass wir eben nicht spinnen, sondern dass die Krankheit einen Namen hat »Komplexes Regionales Schmerzsyndrom« oder »CRPS«. Wir wollen ein Miteinander schaffen, dass uns Kraft, Hoffnung und Mut gibt, den Weg den wir beschreiten, zusammen zu gehen und uns untereinander zu helfen, auch wenn es nur mit Worten oder Parallelen zu unseren Geschichten ist.

Traut euch und erzählt uns eure Geschichte und teilt eure Erfahrung mit uns, damit andere Betroffenen sehen, es geht nicht nur Euch so und niemand ist allein.

Um einen Anfang zu machen hat unsere Christina, ihre eigene Geschichte im NetzwerkForum in der Kategorie unter »Mein CRPS & ICH« bereits aufgeschrieben und damit einen Anfang geschaffen.

Die Form der Einsendung ist vollkommen frei. Entweder Ihr registriert Euch im NetzwerkForum und veröffentlicht sie selbst, oder Ihr schickt uns Eure Geschichte per Email an meinCRPSundIch@crps-netzwerk.de und wir veröffentlichen sie unter Eurem Namen oder auch anonymisiert für Euch. Wir behalten die Absenderangaben dann selbstverständlich für uns.

Lasst uns gemeinsam eine Plattform und ein Bewusstsein schaffen.
Und lasst uns einander dadurch Kraft, Hoffnung und gegenseitige Hilfe geben.

vielen dank2

19. April 2015 · Kommentare deaktiviert für Änderungen im Shop und beim Versand · Kategorien: Aktuelles, Allgemein, Download · Tags: , , , , , ,

achtung

Liebe Betroffene, liebe Angehörige, liebe Interessierte,

wir wollten über eine kurzfristige Änderung in unserem Shop informieren:

Der Versand von Broschüren, Lesezeichen, Opioidausweisen und anderen Informationsmaterialien wurde aus dem Shop herausgenommen, um die unglückliche Lösung mit dem notwendigen Centpreis pro Broschüre o.a. zu vermeiden. Leider ist es weiterhin nicht möglich, über unseren Zahlungsdienstleister Produkte ohne einen Preis zu verschicken.

Daher können unsere Broschüren, Lesezeichen, Opioidausweise und andere Informationsmaterialien ab sofort wieder direkt per Email an bestellung@crps-nrw.de bestellt werden. Für den Versand fallen nur Versandkosten in Höhe von 2,50 Euro an, die anschliessend per beiliegender Rechnung bezahlt werden können.

Weiterhin kann der SOS-Auweis, die McGill Schmerzskala und die Orange Ware über unseren »Shop« bestellt werden.