26. März 2015 · Kommentare deaktiviert für Wie Schmerzen auf die Psyche wirken · Kategorien: Aktuelles, Allgemein, Artikel zu CRPS · Tags: ,

Ärzte Zeitung online, 22.3.2015

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Seelische Auswirkungen

Wie Schmerzen auf die Psyche wirken

Körperlicher Schmerz wirkt sich schon nach Minuten seelisch aus. Das ergab eine Untersuchung an der Technischen Universität München (TUM). Umgekehrt beeinflusst die Psyche messbar das Schmerzempfinden: In einem weiteren Versuch bestätigten die Forscher, dass Placebo lindernd wirkt.

In einer Studie bekamen 41 Probanden Hitzereize auf die Hand, die über zehn Minuten in ihrer Stärke variierten. Auf einer Skala bewerteten sie ständig die Schmerzstärke. Ergebnis: „Schon über wenige Minuten veränderte sich die subjektive Schmerzwahrnehmung der Teilnehmer – sie spürten zum Beispiel Änderungen des Schmerzes, wenn der objektive Reiz unverändert blieb“, berichtet der Neurologe Markus Ploner vom TUM-Klinikum rechts der Isar. Bisherige Studien hätten Schmerzreize nur über Sekunden untersucht, erläuterte Ploner. Dabei seien Hirnbereiche aktiv, die Signale der Sinnesorgane verarbeiten. Bei diesem ersten Experiment mit minutenlangen Schmerzen zeigte das EEG ein anderes Bild: Auch Hirnbereiche, in denen Emotionen verarbeitet werden, waren aktiv.

In einem weiteren Experiment erhielten zwanzig Probanden unterschiedlich starke Laserpulse auf zwei Bereiche ihres Handrückens und bewerteten den Schmerz. Danach erhielten sie die gleichen Reize noch einmal. Die Handrücken wurden aber vorher mit Cremes behandelt, eine davon angeblich schmerzlindernd. Obwohl auch sie wirkstofffrei war, bewerteten die Teilnehmer die Schmerzen hier schwächer.

Der Placebo-Effekt war auch im Gehirn sichtbar: Trotz gleicher Schmerzreize feuerten die Nervenzellen ein anderes Muster von Signalen. Dies könne auch erklären helfen, dass Schmerzpatienten oft sogar auf starke Medikamente nicht ansprechen, sagte Ploner. „Sie haben die negative Erwartung: Bei mir hilft nichts — so erleben sie es dann.“ (dpa)

 

(Quelle: aerztezeitung.de)

 

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Ärzte Zeitung online, 23.03.2015

Schmerzmediziner klagen

Zu viele Patienten unterversorgt

BERLIN. Rund 2,8 Millionen Bundesbürger leiden unter schweren chronischen Schmerzen. Viele von ihnen werden aber nicht optimal versorgt, bemängelt der Berufsverband der Schmerzmediziner.

Darauf machte der Berufsverband der Schmerzmediziner (BVSD) im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Berlin aufmerksam.

Hinter der Kritik an den Lücken steckt ein Streit in der Ärzteschaft darüber, wie die optimale Versorgung der betroffenen Patienten aussieht. Es geht dabei auch ums Geld.

Das Problem chronischer schwerer Schmerzen betrifft viele. Etwa wenn nach einem Bandscheibenvorfall oder einer Entzündung starke Schmerzsignale immer wiederkehren, kann Dauerschmerz entstehen. Die Menschen werden oft immer verzweifelter.

„Riesenlücken“ in der Versorgung

Bei exakt 2.814.109 Patienten diagnostizierten Ärzte zuletzt ambulant schwere chronische Schmerzen.

Das geht aus jüngsten Daten des Bundesversicherungsamts hervor. Diese werden zum Zweck des Finanzausgleichs zwischen den Krankenkassen erhoben.

Zwischen den Versicherungen fließen hohe Beträge je nach ihrer jeweiligen unterschiedlichen Krankheitslast.

Bei der Versorgung der Betroffenen klaffen Riesenlücken, kritisierte der Berufsverband der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin (BVSD).

„Nur etwa jeder achte Patient kann von einem der 1102 ambulant tätigen Schmerzärzte, die auf die Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzen spezialisiert sind, versorgt werden“, sagte der BVSD-Vorsitzende Dr. Joachim Nadstawek der dpa.

So gebe es bei der Betreuung von Patienten mit chronischen Schmerzen besondere Qualitätskriterien.

Nur 300 Patienten pro Quartal

Schmerzärzte dürften zum Beispiel jeweils nur 300 Patienten pro Quartal behandeln. Demnach könnten von ihnen höchstens 330.600 Patienten mit chronischen Schmerzen pro Vierteljahr versorgt werden.

Es fehle auch der Nachwuchs. Außerdem täten Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Spitzenverband der Krankenkassen zu wenig gegen diese Mängel.

Bei der KBV weist man die Vorwürfe zurück. „Die schmerztherapeutische Versorgung gehört zu den Grundkenntnissen aller patientennahen Fachgebiete“, sagte KBV-Sprecher Roland Stahl der dpa.

Demnach sind nicht nur spezielle Schmerzärzte geeignet, auch schwere Fälle zu behandeln.

Hinter dem Konflikt steckt ein Streit ums Geld. Bereits im vergangenen Sommer drängten die Schmerzärzte die KBV, bei den Verhandlungen mit den Krankenkassen über das Ärztehonorar für eine Vergütung für sie außerhalb der normalen Honorarbudgets einzutreten.

KBV-Chef Andreas Gassen lehnte dies laut dem Schmerzärzte-Verband ab, damit anderen Fachgruppen kein Honorar entzogen werde.

Stahl erläuterte: „Die Kassenseite zeigt sich erfahrungsgemäß recht hartleibig, wenn es um zusätzliche Ausgaben geht.“ (dpa)

 

(Quelle: Ärzte Zeitung online)

Hallo zusammen,
der eine oder andere hat es heute schon gesehen, dass wir an einem neuen Design bzw. Theme unserer Webseite arbeiten.
Leider stellte sich nach der Aktivierubg erst im Nachhinein heraus, dass auf IPhones die Sidebsr nicht angezeigt wird und do wichtige Widgets bzw. Menüteile fehlen. Daher haben wir erstmal das bisherige Design zurückgestellt, bis wir alle Anzeigeprobleme gelöst haben. So kann es in den nächsten Tagen sein, dass die Seite kurzzeitig mal anders aussehen mag.
Beste Grüße
Stefan