Wie bereits berichtet, arbeiten wir an einem bundesweiten Netzwerk zur Betreuung von CRPS Betroffenen. Bisher konnten wir die nördlichen Bundesländer auch bereits gut erreichen und uns schon ein ganzes Stück ausbreiten. Aber dennoch fehlt uns noch Unterstützung aus den südlichen Bundesländern und auch der Osten könnte noch ein bisschen mehr vertreten werden.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass eine Selbsthilfegruppe neben der Erkrankung auf jeden Fall auch eine Belastung sein kann und zu manchen Zeiten steht einem der Sinn auch bei Weitem nach ganz Anderem. Aber mit der Hilfe und Unterstüztzung der anderen Gruppen und auch der lokalen Selbsthilfe-Kontaktstellen, meistens unter dem Namen KISS, wird einem schon viel administratives abgenommen und dann kann man seine Erfahrungen in Gesprächen, Telefonaten oder im persönlichen Gespräch in Gruppengesprächen oder anderen Kontakten an andere CRPS Betroffene weitergeben, die anfangs sehr überrascht werden von der Diagnose oder lange umher irren, bis sie überhaupt eine Diagnose bekommen. Falls Du Dich nun angesprochen fühlst, schreibe einfach eine Email an gruendung@sudeckselbsthilfe.eu und wir heißen Dich willkommen im neuen CRPS Netzwerk – gemeinsam stark.

Um ab sofort die bundesweite Arbeit besser ausführen zu können und für jede CRPS Betroffene oder jeden CRPS Betroffenen in Deutschland Unterstützung leisten zu können, hat das CRPS Netzwerk – gemeinsam stark. nun einen eigenen Webauftritt. Dieser ist zwar noch immer im Aufbau, aber auf dieser Seite kann sich jeder die am nächstgelegende SudeckSelbsthilfegruppe herauszusuchen. Die neue Webseite ist zu finden unter www.crps-netzwerk.org bzw. www.crps-netzwerk.eu

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Opioidausweis

Ein Opioid-Ausweis ist in Deutschland eine ärztliche Bescheinigung über die rechtmäßige Einnahme von verkehrs- und verschreibungsfähigen Betäubungsmitteln.

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Die meistens CRPS Betroffenen müssen zur Bekämpfung der sehr starken Schmerzen für längere Zeit bzw. auch dauerhaft verschiedene Opioide zu sich nehmen bzw. auch mit sich führen. Da ist bei Reisen oder im Straßenverkehr (als Beifahrer!) wichtig sich als erlaubter Träger von BTMs auch dafür ausweisen zu können. Landet man beispielsweise in einer Verkehrskontrolle oder auch in einer Grenzkontrolle und kann nicht nachweisen, dass diese Betäubungsmittel dringend benötigt werden, kann es zu ernsten Problemen führen. Daher sollte man seinen behandelnden Arzt unbedingt auf einen Opioidausweis ansprechen und sich selbigen ausstellen lassen. Viele Ärzte haben aber keine Vorlagen dafür. Daher können diese hier heruntergeladen bzw. auch bestellt werden.

Im Opioid- Ausweis sind die Schmerzmedikamente, die Dosierung und die Einnahmedaten vermerkt. Die Vorlage des Ausweises stellt in der Regel sicher, dass die Schmerztherapie auch in fremden Krankenhäusern, z.B. nach Unfällen oder bei Akuterkrankungen im Urlaub, fortgeführt und der Patient weiterhin schmerzmedikamentös versorgt wird. Der Opioid-Ausweis ist also nicht primär für Fahrerlaubnis oder Fahrtauglichkeit ausgestellt, aber sollte unbedingt mitgeführt werden.

Rechtlicher Hintergrund

Seit August 1998 ist in der Bundesrepublik Deutschland das Fahren unter Einfluss psychoaktiver Substanzen verboten. Das Führen eines Kraftfahrzeuges unter der Wirkung bestimmter psychoaktiver Substanzen ist nach § 24a StVG ordnungswidrig, es sei denn der Patient kann nachweisen, dass er diese Wirkstoffe im Rahmen einer Therapie für einen konkreten Krankheitsfall einnimmt. Wörtlich heißt es dazu:

„Satz 1 gilt nicht, wenn die Substanz aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels herrührt.“ – StVG § 24a, Abs. 2, Satz 3

Die Verordnung über die Zulassung von Personen zum Straßenverkehr (Fahrerlaubnis-Verordnung, FeV) regelt in § 14 die Rahmenbedingungen der Fahrtauglichkeit bei der Einnahme von Betäubungsmitteln. Die Einnahme von opioiden Schmerzmitteln ist nicht generell untersagt, allerdings muss ein dazu qualifizierter Arzt die Fahrtüchtigkeit ausdrücklich bescheinigen, wenn die Schmerzmittel unter das BtmG fallen.

Mit Hilfe eines Opioid-Ausweises, der von dem behandelnden Arzt ausgestellt werden kann, ist es dem betroffenen Patienten möglich, beispielsweise in einer Verkehrskontrolle, die gesetzeskonforme Anwendung dieser Arzneimittel nachzuweisen. Der Opioid-Ausweis ist ein- bis viersprachig, sollte aber mindestens auf englisch und deutsch ausgestellt sein. In dem Ausweis werden die verschriebenen Medikamente, ihre Dosierung und die Einnahmedaten vermerkt. Neben dem Nachweis der Fahrtauglichkeit und der rechtmäßigen Einnahme des Betäubungsmittels soll der Opioid-Ausweis auch mitbehandelnde Ärzte oder Ärzte in anderen, beispielsweise ausländischen Therapieeinrichtungen über die Notwendigkeit der aufgeführten Arzneimittel informieren. Dadurch soll die Fortführung der Therapie gewährleistet werden.

→ Download Opioidausweis 1 (nur deutsch)
→ Download Opioidausweis 2 (deutsch/englisch/türkisch/russisch)
→ Download Opioidausweis 3 (deutsch/englisch)

→Bestellmöglichkeit eines Opioidausweises (bei change-pain.de)

→Download Schmerz-Werkzeugkoffer

(Quelle: Dirk-Stefan Droste / wikipedia.de / mundipharma / Deutsche Schmerzliga eV / Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie)
25. Juni 2014 · Kommentare deaktiviert für Fentanyl-Pflaster: Lebensgefahr bei unbeabsichtigter Exposition · Kategorien: Aktuelles, Allgemein, Artikel zu CRPS, Therapien im Überblick · Tags: , , , , , , ,

Fentanyl-Pflaster: Lebensgefahr bei unbeabsichtigter Exposition

aerzteblatt

Bonn – Das in transdermalen therapeutischen Systemen (TTS) enthaltene starke Opiat Fentanyl kann schnell zu einem tödlichen Risiko werden, wenn es in die Hände von Kindern oder auf die Haut von Patienten gelangt, die nicht mit Fentanylpflastern behandelt werden. Daran erinnern die Hersteller in einem Rote-Hand-Brief. Fentanyl ist etwa 120-mal so potent wie Morphin und die Gefahren, die sich aus einer unbeabsichtigten Exposition ergeben, sind hinreichend bekannt. Die Fachinformationen fordern bereits dazu auf, die Applikationsstelle für transdermale Fentanylpflaster sorgfältig auszuwählen und das feste Kleben des Pflasters engmaschig zu kontrollieren. Dennoch kommt es offenbar immer wieder zu Zwischenfällen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) nennen keine Zahlen, es seien aber mehrere Kinder ums Leben gekommen.

25. Juni 2014 · Kommentare deaktiviert für Sparen am Patienten: Trick der Krankenkassen · Kategorien: Aktuelles, Allgemein, Artikel zu CRPS · Tags: , , , , , , , ,

Sparen am Patienten: Trick der Krankenkassen

von Nils Kasjens, Elena Kuch

Rollstühle, Prothesen, Seh- oder Hörhilfen – das alles sind medizinische Hilfsmittel, die Patienten das Leben erleichtern. Darauf haben sie Anspruch, damit ihre Behinderung ausgeglichen wird. So steht es im Sozialgesetzbuch. Da viele dieser Hilfen sehr teuer sind, können die Krankenkassen laut Gesetz den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung, kurz MDK, losschicken, um die Notwendigkeit und medizinische Indikation zu überprüfen. Doch Krankenkassen versuchen offenbar zu sparen, indem sie den MDK umgehen und private Gutachter einschalten, in Branchenkreisen „externe Hilfsmittelberater“ genannt.

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→Link zum ganzen Artikel beim NDR.de

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Krank vor Schmerz

Schmerzen sind ein Alarmsignal des Körpers. Wer sie dauerhaft hat, leidet oft erheblich. Wie Schmerz entsteht, was Sie tun können

Schmerzen quälen, martern, klopfen, pochen oder stechen. Manchmal bohren sie, brennen, drücken, kribbeln oder elektrisieren. Viele Wörter eignen sich, um Schmerzen zu beschreiben, denn jeder fühlt und erlebt sie anders. Trotz der Vielfalt der Begriffe findet sich eine Gemeinsamkeit: Schmerz erfüllt eine Funktion. Er signalisiert: „Vorsicht, hier stimmt etwas nicht.“

Denn normalerweise schmerzt es, wenn dem Körper Schaden droht – durch äußere Einflüsse oder Erkrankungen. Wie wichtig diese Funktion ist, lässt sich an jenen Menschen erkennen, die Schmerzen gar nicht oder kaum wahrnehmen. Beispiel Diabetes: Schreitet die Zuckerkrankheit voran, funktionieren die Nerven in den Füßen oft nicht mehr. Eine solche Polyneuropathie kann die Füße schmerzunempfindlich machen, zu deformierten Zehen sowie chronisch infizierten Wunden führen.

Wie Schmerz entsteht

Das Alarmsignal Schmerz nimmt seinen Ausgang in Haut und Organen. Dort verfügt der menschliche Körper über spezielle Fühler, die Nozizeptoren. Sie senden elektrische Impulse aus, wenn sie Kälte, Hitze, Strom, bestimmten chemischen Stoffen oder hohem Druck ausgesetzt sind. Oder bei Verletzungen. Die Signale der Nozizeptoren werden über spezielle Schmerzfasern ins Rückenmark weitergeleitet und dort verarbeitet.

Über die Schaltstelle im Rückenmark können Reflexe ausgelöst werden: Beispielsweise aktiviert sie jene Muskeln, die die Hand von der heißen Herdplatte ziehen. Dabei nimmt der Betroffene noch keinen bewussten Schmerz wahr. Das geschieht erst, nachdem die Signale vom Rückenmark ins Gehirn gelangt sind und dort mehrere Kontrollinstanzen in Hirnrinde, Zwischenhirn und Hirnstamm angeregt haben.

Was die Schmerzwahrnehmung beeinflusst

Die vielen Verschaltungen und Verarbeitungsprozesse beeinflussen die Wahrnehmung akuter Schmerzen. Dabei spielt nicht nur der aktuelle Gemütszustand eine Rolle. Von großer Bedeutung sind bisherige Schmerzerfahrungen. Denn diese Informationen verändern jene Nervenzellen von Gehirn und Rückenmark, die eintreffende Impulse hemmen oder verstärken und damit die Wahrnehmung beeinflussen. Welche Macht diese unzähligen Sachbearbeiter des Schmerzes haben, zeigt sich nicht zuletzt in Ausnahmesituationen: Verletzen sich beispielsweise Sportler während eines Wettkampfs, spüren sie – selbst bei schwerwiegenden Verletzungen – oft keinen Schmerz. Erst nach der Belastung machen sich die Beschwerden bemerkbar.

Verletzungen der Haut oder der Schleimhaut, Muskeltraumen, Prellungen, Knochenbrüche oder auch Operationen aktivieren die Schmerzfühler im Gewebe und erzeugen sogenannte somatische Schmerzen. Liegt die Ursache in einem Organ, bezeichnen Ärzte die Beschwerden als viszerale Schmerzen. Das ist beispielsweise bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung, bei Tumoren oder einem Herzinfarkt der Fall. Akute Schmerzen erfordern oft Sofort-Maßnahmen: Ein verstauchter Knöchel gehört beispielsweise entlastet, gekühlt, mit einem Verband versehen und hochgelagert (PECH-Regel). Eine Wunde am Finger sollte je nach Art und Größe desinfiziert und mit einem Pflaster oder Verband versorgt werden.

Wenn Schmerzen chronisch werden

Nicht immer verschwinden Schmerzen wieder. Bisweilen bleiben sie für Wochen, Monate oder sogar Jahre – oder sie kommen in regelmäßigen Abständen wieder.

„Die Ursachen chronischer Schmerzen unterscheiden sich erheblich“, sagt Professor Christoph Maier, Leiter der Abteilung für Schmerzmedizin am Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum. Manchmal beruhen sie auf einer Dauerreizung der Schmerzfühler (Nozizeptor-Schmerz). Dies ist bei bestimmten chronischen Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis, Wundschmerzen oder Bauchkrämpfen (Koliken) der Fall.

Neuropathischer Schmerz

Auch Schäden an jenen Nervenfasern, die Schmerzsignale weiterleiten, können für Dauerschmerzen verantwortlich sein. Werden die Fasern an einer Stelle beschädigt oder zusammengedrückt, büßen sie ihre Funktion ein und senden ständig Impulse. Diese neuropathischen Schmerzen beschreiben die Betroffenen als kribbelnd, elektrisierend oder einschießend. Oft fällt es schwer, den Schmerz exakt zu orten. Denn die beschädigten Nerven liefern falsche Informationen.

Sie täuschen den Betroffenen, sodass es ihn oft gar nicht an der eigentlichen Stelle schmerzt, sondern woanders. Ein extremes Beispiel sind Phantomschmerzen nach einer Amputation: Hier empfinden die Patienten Schmerzen in einem Körperteil, das nicht mehr da ist. Neuropathische Schmerzen können auch im Verlauf einer Zuckerkrankheit auftreten (diabetische Neuropathie), bei Bandscheibenvorfällen sowie nach Nervenentzündungen wie einer Gürtelrose (Herpes zoster) oder nach einem Schlaganfall.

Bei vielen Krankheitsbildern überlagern sich Nozizeptor-Schmerz und neuropathische Schmerzen. Das gilt insbesondere für Tumorschmerzen.

Fehlsteuerungen und psychische Belastungen

Als weitere Ursache chronischer Schmerzen kommen Fehlsteuerungen infrage. Beispiel Rückenschmerzen: Diese beginnen oft mit der Funktionsstörung eines Muskels, einer Muskelverspannung. Die sorgt für weitere Verspannungen, was die Schmerzen wiederum verstärkt. Dem Komplexen Regionalen Schmerzsyndrom (Morbus Sudeck) liegt ein Steuerungsfehler des vegetativen Nervensystems zugrunde. Bei Migräne-Attacken ist wohl der Blutfluss im Gehirn, bei Spannungskopfschmerzen vermutlich die Funktion der Nackenmuskulatur gestört.

Für manche chronischen Schmerzen wiederum lässt sich trotz aller Untersuchungen und Tests keine plausible Erklärung finden. Das gilt vor allem für einige Formen anhaltender Magen-Darm-Beschwerden, Herz- oder auch Kreuzschmerzen. In solchen Fällen kann es hilfreich sein, psychische Belastungen sowie Stress im beruflichen und privaten Umfeld als Ursache heranzuziehen (psychosomatischer Schmerz).

Das „Schmerzgedächntis“

Bei manchen Patienten verselbstständigt sich der Schmerz und wird zu einem eigenen Problem. Ärzte sprechen von Chronifizierung, Patienten oft vom Schmerzgedächtnis. Der populäre Begriff dient dazu, jene biochemischen und physiologischen Veränderungen an Rezeptoren im Rückenmark und Gehirn zu beschreiben, die Dauerschmerzen hervorrufen. Doch anders als von vielen Patienten vermutet, geht es bei einer effektiven Schmerztherapie nicht darum, die Veränderungen im Gehirn rückgängig zu machen und damit das angeblich vorhandene Schmerzgedächtnis zu löschen. Vielmehr sollen die Betroffenen vor allem lernen, mit den Schmerzen zu leben und mit der Angst vor ihnen umzugehen.

Als hilfreich hat sich ein multimodaler Ansatz erwiesen, bei dem die Therapie auf verschiedenen, individuell abgestimmten Pfeilern ruht. Dabei kommen neben Medikamenten (Schmerzmitteln) auch psychotherapeutische Verfahren (verhaltenstherapeutische Ansätze, Einzel- und Gruppentherapien, Entspannungsverfahren), Physiotherapie (zum Beispiel Massagen, Krankengymnastik, Lymphdrainage, Wärme- und Kältereize, Strom), Sport– und Ergotherapie sowie komplementäre Verfahren (zum Beispiel Phytotherapie, Akupunktur) zum Einsatz.

Hinweis: Wir übernehmen keine Verantwortung für die angegebenen Verlinkungen, die im Text der apothekenumschau.de angegeben sind. Bitte Verlinkungen immer mit Vorsicht benutzen und auf die tatsächliche Zieladresse in der Statusleiste (meistens unten) achten.
(Quelle: Dr. Ralph Müller-Gesser / www.apotheken-umschau.de; aktualisiert am 12.06.2014, erstellt am 07.09.2009)