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21. August 2015 · Kommentare deaktiviert für Neue Praxis-Leitlinie zur Substitutionspraxis · Kategorien: Aktuelles, Allgemein, Artikel zu CRPS · Tags: , , , , ,

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20.08.2015

Schmerzkranke

Neue Praxis-Leitlinie zur Substitutionspraxis

OBERURSEL. Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) hat mit „Gute Substitutionspraxis in Schmerz- und Palliativmedizin“ eine neue Praxis-Leitlinie zur Umstellung wirkstoffgleicher Arzneimittel veröffentlicht.

Anspruch dieser Leitlinie sei es, sich angesichts schwindender finanzieller Ressourcen und einer kontinuierlich steigenden Lebenserwartung den damit einhergehenden ökonomischen Herausforderungen und den Vorgaben des Wirtschaftlichkeitsgebotes zu stellen, so die DGS. „Dies darf aber auf keinen Fall auf Kosten der Lebensqualität der chronisch Schmerzkranken geschehen“, wird der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin, Dr. Gerhard H. H. Müller-Schwefe, zitiert.

Die Leitlinie biete eindeutige Angaben darüber, was bei einem Wechsel zwischen wirkstoffidentischen Arzneimitteln zu beachten ist, teilt die DGS mit.

Damit stelle sie für Ärzte in der Schmerzmedizin eine praxisrelevante Unterstützung im rationalen Umgang mit rabattvertragsbedingten Arzneimittelumstellungen dar und sei gleichzeitig für Patienten eine große Hilfe.

Die aktuell publizierte PraxisLeitlinie ist die dritte ihrer Art. Alle bisher veröffentlichten DGS-PraxisLeitlinien geben auf der Grundlage wissenschaftlicher Daten und der Erfahrungen schmerz- und palliativmedizinisch tätiger Ärzte Empfehlungen für verschiedene Indikationen in der Schmerzmedizin. Bisher wurden die DGS-Praxis-Leitlinien „Tumorschmerz“ und „Tumorbedingte Durchbruchschmerzen“ abgeschlossen.

Die DGS-Praxis-Leitlinien unterscheiden sich von Leitlinien der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.) im Wesentlichen dadurch, dass sie nicht nur die komplette verfügbare wissenschaftliche Literatur als Grundlage für Therapieentscheidungen heranziehen, heißt es in der Mitteilung.

Sondern sie berücksichtige auch die Erfahrung der täglich mit Patienten arbeitenden Ärzte, also die eigene interne Evidenz, wie auch der betroffenen Patienten selbst, die über die Deutsche Schmerzliga e.V. (DSL) als Patientenselbsthilfeorganisation umfangreich an der Gestaltung dieser Leitlinien beteiligt sind. (eb)

Es gibt eine Pressemitteilung zur neuen DGS-PraxisLeitlinie „Gute Substitutionspraxis“, die unser Kooperationspartner, die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V., veröffentlicht hat.

→Link zur Pressemitteilung der DGS

 

→Link zu den Praxisleitlinien der DGS

→Direktlink zur Endversion der Leitlinie

(Quelle: Ärztezeitung.de)

deutsche_schmerzgesellschaft

Leitlinien zur Schmerzbehandlung

Um die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse im klinischen Alltag zu fördern, setzt sich die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. für die Entwicklung und Implementierung wissenschaftlicher Leitlinien ein. Dabei initiiert die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. sowohl eigene Leitlinien-Projekte, engagiert sich aber auch in diversen interdisziplinären Leitlinien.
Trotz des hohen Stellenwerts wissenschaftlicher Leitlinien können und sollen diese aber nicht die sorgfältige, interdisziplinäre und individuelle Diagnostik und Therapieplanung ersetzen. Sie dienen vielmehr dazu, über den aktuellen interdisziplinären Konsens der wissenschaftlich gesicherten diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen zu informieren, um so einen verantwortungsvollen, klinischen Entscheidungsprozess auf hohem Niveau zu ermöglichen.

Auszug der angebotenen Leitlinien:

→Diagnostik neuropathischer Schmerzen

→Diagnostik und Therapie komplexer regionaler Schmerzsyndrome (CRPS)

→Opiodrotation

→Leitlinie zur Begutachtung von Schmerzen

Weitere Leitlinien auf der Seite der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V.

(Quelle: Deutsche Schmerzgsellschaft e.V.)
16. April 2014 · Kommentare deaktiviert für Leitlinie für die ärztliche Begutachtung von Menschen mit chronischen Schmerzen · Kategorien: Aktuelles, Allgemein, Artikel zu CRPS · Tags: , , , , , , , , , , , , ,

Bei AWMF Online habe ich eine weitere wichtige Leitlinie gefunden, die zur Begutachtung von Menschen mit chronischen Schmerzen, herangezogen werden sollte. Auch wenn dieses Dokument öffentlich sowie in einer ärtzlichen bzw. wissenschaftlichen Datenbank veröfentlicht wurde, ist es fraglich, ob sich ein Gutachter oder Amtsarzt oder sonstige Personen, die sich mit der Klassifiezierung von CRPS bzw. chronischen Schmerzen, auch an diese Leitlinie hält und so auch zum Beispiel die McGill Schmerzskala im Blick hat.

→Link zur Leitlinie im PDF-Format

→Link zum AWMF-Portal

Quelle: AWMF online, Portal der wissenschaftlichen Medizin, www.sudeckselbsthilfe.de

 

Darüberhinaus habe ich eine weitere hilfreiche Publikation eines CRPS-Betroffenen gefunden, in dem es um die Bewertung einer CRPS-Erkrankung geht. Es zeigt sich, dass bei der Begutachtung eines Arbeitsunfalls bzw. einer Berufskrankheit in Form einer Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) bewertet wird und zu den gängigen Feststellungsverfahren gehört (Achtung Sonderfall zum Sozialgesetzbuch VII, Gesetzliche Unfallversicherung)

→Link zur Publikation im PDF-Format

→Link zum Sozialgesetzbuch (SGB VII), §8 Arbeitsunfall, §9 Berufskrankheit

Quelle: Martin, CRPS-Betroffener, www.sudeckselbsthilfe.de
06. September 2017 · Kommentare deaktiviert für Die ablehnende Haltung der GKV gegenüber Cannabis · Kategorien: Aktuelles, Allgemein, Therapien im Überblick

Ärzte Zeitung online, 06.09.2017

Traurig, aber vorhersehbar

Die ablehnende Haltung der GKV gegenüber Cannabis

Wer Anfang März noch glaubte, die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) würde dem Gesetzgeber folgen und den Einsatz von Cannabis als Medizin für schwerkranke Menschen erleichtern, der schlägt gerade hart auf dem Boden der Realität auf.

Von Michael A. Überall

Die Verordnung von Cannabis ist bei Schwerkranken in gewissen Fällen erlaubt.
© Africa Studio / stock.adobe.com

Zugegeben, der Einsatz von Cannabis als Medizin ist – auch unter Experten unverändert – umstritten. Einer überschaubaren Anzahl kontrollierter klinischer Studien steht eine unüberschaubare Anzahl an kasuistischen Erfolgsgeschichten bei Menschen mit unterschiedlichsten therapieschwierigen Krankheiten gegenüber. Entsprechend divergent waren (und sind) die Positionen der externen Evidenz und der individuellen Anwendungserfahrung. Die Befürworter setzen sich für eine Vereinfachung des medizinischen Einsatzes von Cannabis als Medizin ein. Mit den Gegnern – unter anderen angeführt durch die Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) und den Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) – lieferten sich die Befürworter lange Zeit einen taktischen Stellungskrieg, bei dem vor allem die Seite der GKV durch den trickreichen argumentativen Ausbau ihrer erstattungsverweigernden Positionen jahrelang den Einsatz von Cannabis als Medizin erfolgreich behinderte.

Die zu beklagenden Opfer dieser sinnlosen Grabenkämpfe waren (und sind!) die Betroffenen. Menschen mit schwerwiegenden Erkrankungen unterschiedlichster Ätiologien, denen die schulmedizinischen Konzepte und evidenzbasierten Leitlinienempfehlungen keine wirklich sinnvollen Behandlungsangebote mehr bieten konnten, bei denen aber durch den Einsatz von Cannabis als Medizin mitunter erstaunliche Verbesserungen von Beschwerdeintensität, funktioneller Alltagsbeeinträchtigungen und Lebensqualität erzielt wurden. Nicht bei Allen! Aber auch nicht bei wirklich Wenigen!

Karten neu gemischt

Neu gemischt wurden die Karten dann am 6. April 2017 mit einem wegweisenden Grundsatzurteil zum Eigenanbau von Cannabis für einen Patienten mit Multipler Sklerose durch den 3. Senat des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG 3 C 10.14) und die darauffolgende Gesetzesinitiative der großen Koalition zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften (Bundestags-Drucksache 18/8965), die am 19. Januar 2017 einstimmig vom Deutschen Bundestag verabschiedet und am 9. März 2017 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurde.

Als Folge dieses Gesetzes dürfen seitdem cannabishaltige Arzneimittel als Therapiealternative bei Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen unter Beachtung des Wirtschaftlichkeitsgebotes zu Lasten der GKV eingesetzt werden, wenn eine allgemein anerkannte, dem medizinischen Standard entsprechende Leistung im Einzelfall entweder nicht zur Verfügung steht oder diese nach der begründeten Einschätzung des behandelnden Arztes unter Abwägung der zu erwartenden Nebenwirkungen und unter Berücksichtigung des Krankheitszustandes des Versicherten nicht zur Anwendung kommen kann und darüber hinaus nach Einschätzung des Behandlers eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf oder die zugrundeliegende Symptome zu erwarten ist.

Bewusst (und nach intensivem Drängen der medizinischen Gutachter im Rahmen der begleitenden Anhörungen des Gesundheitsausschusses) hat der Gesetzgeber damit die Entscheidung über die Verordnung von Cannabis als Medizin (ohne jegliche Indikationsbeschränkung!) in die Hände der verordnenden Ärzte gelegt und den GKVen „nur in begründeten Ausnahmefällen“ (hier stand insbesondere die Gefahr der missbräuchlichen Anwendung im Raum) die Möglichkeit für eine Ablehnung der Kostenübernahme eröffnet.

Restriktive Haltung der Kassen ist ärgerlich

Dass diese Ausnahmeregelung nun von den Kassen bzw. dem Medizinischen Dienst pervertiert und die Ablehnung der Kostenübernahme meist unter Verweis auf die unzureichende bzw. unzureichend belegte „Schwere der Erkrankung“ bzw. das unvollständige Ausschöpfen aller in Deutschland theoretisch zur Verfügung stehenden (zugelassenen) Behandlungsalternativen als Regelfall exekutiert wird, ärgert!

Noch mehr ärgert, wenn dieselben Krankenversicherungen ihre restriktive Haltung sowohl mit der unzureichenden wissenschaftlichen Evidenz für Cannabis als Medizin und ihrer Verantwortung für die Beiträge ihrer Versicherten begründen, im selben Atemzug jedoch Kunden mit der Zusage der (teilweisen) Kostenübernahme für homöopathische Therapieangebote locken, deren Evidenz im Vergleich zu der von Cannabis allenfalls als „Hochpotenz“ zu bezeichnen ist.

Letztlich boykottieren die Krankenkassen mit ihrer restriktiven Haltung auch die im Gesetz als obligate Voraussetzung für eine Kostenübernahme verankerte wissenschaftlichen Begleiterhebung, mit der nach einer Übergangsfrist von fünf Jahren eigentlich geklärt werden sollte, bei welchen Indikationen der Einsatz sinnvoll(er) ist und bei welchen (eher) nicht. Bereits die Tatsache, dass der Gesetzgeber darauf verzichtet hat einzelne Indikationen aufzulisten verdeutlicht, dass bis heute (mit Ausnahme der Zulassung der beiden cannabishaltigen Fertigarzneimittel für Spastik bei Multipler Sklerose und Chemotherapie-bedingte Übelkeit und Erbrechen) weitestgehend unbekannt ist, bei welchen Erkrankungen oder Symptomen Cannabis als Medizin indiziert ist. Jetzt diesen Evaluationsansatz durch ein extrem restriktives Genehmigungsverhalten formal zu boykottieren ist ein wissenschaftliches „no-go.

Traurig, aber letztlich leider vorhersehbar!

Quelle: aerztezeitung.de

22. Februar 2017 · Kommentare deaktiviert für Vortrag von Dr. Pradeep Chopra und Prof. Birklein in Frankfurt/Main

Chronische Schmerzen sind für betroffene Patienten eine belastende Situation, um so mehr, wenn es sich um komplexe Krankheitsbilder handelt, die noch nicht vollständig verstanden werden.

Im Fall des Ehlers-Danlos Syndroms (EDS) bestehen oft schon im Kindesalter Schmerzen und Erschöpfung, die teilweise schwer zuzuordnen sind; oft wird die Diagnose erst verspätet gestellt. Ursache ist ein Kollagenaufbaufehler, der sich in Hypermobilität der Gelenke, höherer Verletzungsanfälligkeit und Wundheilungsstörungen äußern kann; Erschöpfung, Magen-Darm-Beschwerden, Kreislaufprobleme und weitere vegetative Symptome können vermehrt auftreten. Auch für Ärzte und Therapeuten ist die Behandlung dieser Patienten eine Herausforderung; häufig werden Symptome vor Diagnosestellung fälschlicherweise als psychisch bedingt angesehen, was für betroffene Patienten eine zusätzlich belastende Situation darstellt.

Ebenfalls eine Herausforderung ist die Behandlung von Patienten mit dem Complex Regional Pain Syndrom (CRPS), auch als Morbus Sudeck bekannt.

Wir freuen uns sehr, dass Dr. Pradeep Chopra aus den USA im Rahmen eines Europaaufenthalts erstmals in Deutschland einen Vortrag halten wird und wir dies mit einem Vortrag durch Herrn Professor Frank Birklein verbinden können. Wir würden uns freuen, Sie bei dieser Veranstaltung begrüßen zu dürfen.

Save the Date:

Montag, 27.3.2017, ca. 13 – 18 Uhr, Universität Frankfurt/Main
Universität Frankfurt, Hörsaal 4, Hauptgebäude 23
Theodor-Stern-Kai 7, 60596 Frankfurt/Main

Erkennung und Behandlung von komplexen, multisystemischen Erkrankungen:

Ehlers-Danlos Syndrom und CRPS

Mit Dr. Pradeep Chopra MD, MHCM, Rhode Island, USA

Prof. Dr. Frank Birklein, Klinik und Poliklinik für Neurologie, Uniklinik Mainz

und ggf. weiteren Referenten

Die Veranstaltung ist kostenfrei

Dr. Chopra ist als Schmerztherapeut auf die Behandlung von EDS und CRPS spezialisiert und im englischsprachigen Raum für seine Vorträge zu diesen Erkrankungen bekannt, mit denen er sich an Ärzte, Therapeuten und Betroffene richtet.

Für seine Arbeit wurde er unter anderem von der Havard Medical School und der Warren Alpert Medical School of Brown University ausgezeichnet; 2013 erhielt er für sein besonderes Engagement den Schwartz Center Compassionate Caregiver Award. 2016 leitete er im Rahmen der Überarbeitung der diagnostischen Kriterien und therapeutischen Empfehlungen zum Ehlers-Danlos Syndrom eine internationale Arbeitsgruppe zu Schmerztherapie und psychologischen Aspekten der Erkrankung, deren Ergebnisse dieses Jahr zur Veröffentlichung erwartet werden.

Herr Professor Birklein ist Oberarzt an der Uniklinik Mainz und Leiter der Sektion Periphere Neurologie und Schmerz. An der dortigen medizinischen Fakultät hat er eine Professur für Neurologie und neurologische Schmerzforschung inne. Für seine Schmerzforschung, unter anderem zu CRPS, wurde er mit diversen Preisen ausgezeichnet. Er ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und federführender Autor der AWMF-Leitlinie zu Diagnostik und Therapie des CRPS.

Quelle:
Deutsche Ehlers-Danlos-Initiative e.V.
www.ehlers-danlos-initiative.de